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Leselupe.de > Humor und Satire
Schuld daran hat nur der Wind
Eingestellt am 03. 03. 2007 10:32


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hwg
???
Registriert: Dec 2003

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Mit Kopfschmerz aufgewacht? Stimmung unterm Hund? Über einen amtlichen Bescheid geĂ€rgert? Denken Sie daran: Schuld daran hat nur der Wind. Ein echter Windjammer also. Gemeint ist nicht jenes Segelschiff, das in der Phantasie der Romantiker immer noch auf allen Meeren herumfĂ€hrt. Sondern jener Windjammer, der uns in willkĂŒrlichen AbstĂ€nden in sĂ€mtliche Glieder fĂ€hrt und der im Lexikon „Föhn“ heißt.

Was kann gegen ihn schon ein umfangreiches Azorenhoch ausrichten? Oder die Wettervorhersage im Radio? Gar nichts. Denn wie das Wetter bei uns wird, bestimmt kein Barometer und kein Laubfrosch, sondern lediglich der Föhn. Und er ist auch sonst noch an allem anderen schuld. Da gibt es vielleicht vor Gericht vielfach mildernde UmstĂ€nde, wenn sich irgendein armer SĂŒnder darauf hinausredet, es hĂ€tte zur Zeit seiner Missetat so eine böse Bö geweht. Es soll sogar bei den Schuldirektoren schon ein Antrag eingebracht worden sein, bei stĂ€rkerem Föhn unterrichtsfrei zu geben. Weil die Lehrer an diesen Tagen viel zu schnell mit schlechten Noten zur Hand seien.

Am meisten befallen werden von dieser flĂŒchtigen Seuche unglĂŒcklicher Weise gerade die oft wichtigen EntscheidungstrĂ€ger unserer Stadt. Und diese unterscheiden sich in drei exakte Gruppen. In die „Vorföhner“, die schon viele Stunden vorher leiden mĂŒssen. Dann die „Hauptföhner“, denen die böse Brise direkt ins Gesicht wehen muss, dass sie etwas spĂŒren. Und die „Nachföhner“. Eine besonders unglĂŒckliche Sorte von SpĂ€tzĂŒndern, die erst dann befallen werden, wenn die anderen schon wieder normal sind.

Wenn man in solchen Zeiten aber auch normale, lachende und ungereizte Leute antrifft, so kann es sich bei ihnen lediglich um Touristen, Reisende oder frisch eingebĂŒrgerte Bewohner handeln. Diese haben dann meist nur ein mĂŒdes LĂ€cheln fĂŒr einen „Föhner“ ĂŒbrig. Doch ihnen, die sich vor dieser Heimsuchung so sicher fĂŒhlen, sei vielleicht ein kleines Gedicht ĂŒber den Föhn gewidmet, das mit den Zeilen enden könnte: „Noch lĂ€sst er dich kalt, doch warte nur, auch du föhnest bald!“


__________________
-hwg-

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