Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92201
Momentan online:
51 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schwamm drüber
Eingestellt am 28. 06. 2002 12:55


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
Kommentare: 977
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Ruhig floss der Strom dahin als wollte er mir demonstrieren: Schwamm drüber. Ich sah ihn direkt vor mir, den Schwamm mit seiner groben Struktur. Es war ein Naturschwamm der sich vor meinem geistigen Auge zeigte und der gerade von Tauchern aus den Tiefen des Meeres hervorgeholt worden war. Das gesamte Boot voller Schwämme und Netze. - Wie oft hatten sie dafür auf und abwärts tauchen müssen? – Meine Gedanken bewegten sich irgendwo am Ufer des Meeres zwischen Erinnerung, Realität und Traum, während meine Augen den Flußlauf verfolgten in seiner gleichmäßigen Strömung. – Ein Geräusch schreckte mich auf und holte mich zurück in die Realität. Ich wendete den Kopf in die Richtung, woher es kam. An der gegenüberliegenden Brückenseite bewegte sich etwas. Plötzlich war ich hellwach, denn es war weit und breit nichts mehr zu sehen und ich körte nur dieses „Platsch“, wie wenn etwas ins Wasser fiel. Die Fahrzeuge hinderten mich daran die Fahrbahn zu überqueren, um hinüber zu kommen auf die andere Seite der Brücke und ich sah nun von hier aus hinunter und starrte auf die Wasseroberfläche. – Oder sollte ich besser an der Uferböschung die Betontreppe benutzen und hinuntergehen, um dort schneller einschreiten zu können, falls es eine Person war, die da ins Wasser fiel oder sich wohlmöglich freiwillig ins Wasser stürzte? – Es ließ mir keine Ruhe und ich rannte am inneren Brückengeländer entlang und stürzte die Stufen der Betontreppe – immer 2 Stufen zugleich nehmend – hinunter. Dort unten suchte ich einen Kopf, einen winkenden Arm oder sonst ein sich bewegendes Zeichen und meine Augen spähten durch das hohe Gras. Ich war fest entschlossen das angrenzende Schilf zu durchschreiten, welches den weiteren Weg unter der Brücke versperrte, als ich sie sah: Ich sah zwei glubschige Augen im Wasser, die mich unentwegt anstarrten und näher kamen. Hinter ihnen entdeckte ich diesen langen grünen Körper und ich konnte nicht glauben, was ich da so sah: Es musste ein Alligator sein. Doch wie war er auf das Brückengeländer gekommen, um von dort in die Tiefe zu springen? Ich war im Begriff, eine Dummheit zu machen, als ich näher auf ihn zuging, denn er hatte sich im Schilf verfangen. Alle Vorsichtsmaßnahmen vergessend kam ich ihm näher und ich erkannte seine schlanke Gestalt, die ungehindert zwischen die Gitterstäbe des Brückengeländers hindurchflutschen konnte. - Daher hatte ich ihn nicht so schnell erkannt, mir ging ein Licht auf! Als Alligator brauchte er dann wohl meine Hilfe nicht, doch er schien auch nicht sonderlich an mir interessiert zu sein, denn er blieb im Schilf reglos liegen. Dabei hielt er noch immer die Augen geöffnet und ich hätte zu gerne gewusst, ob er noch lebte, doch als wie ein Wirbelwind der etwa 9-jährige Junge die Betonstufen von der gegenüberliegenden Seite hinuntergesaust kam und und sich das Tier so mir nicht dir nichts schnappte und sich unter den Arm klemmte, sah ich, dass dieser Alligator nur ein ferngelenktes Spielzeugtier war. Ich rief dem Jungen hinterher: „Hast du ihn an der anderen Seite ins Wasser geworfen?“ „Nein, es war mein Bruder, der Trottel, er warf ihn aus dem Autofenster!“ kam die Antwort. "Ist es denn deiner?" wollte ich noch wissen." "Ja klar!" antwortete er mir und sah dabei sehr verärgert aus. "Schwamm drüber!" rief ich ihm noch hinterher.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zurück zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!