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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Schwarzer Tod oder helles Leben?
Eingestellt am 22. 02. 2004 12:36


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pipi-barfuss
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Aug 2003

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Schwarzer Tod oder helles Leben?

Ich sitze auf dem harten Stuhl und warte. Schaue an die Wand, mein Herz klopft, meine HĂ€nde werden feucht. Wird hier heute ĂŒber das Leben entschieden? Mein Leben?
Ich habe doch noch so viel vor. Die RealitĂ€t? Sie holt mich doch immer wieder ein, obwohl ich die Augen vor ihr verschließe.
Viele Fragen schwirren durch meinen Kopf und halten mich fest. Die Angst lauert hinter jeder Hecke, um mich im passenden Moment anspringen zu können.
Die TĂŒr wird aufgemacht. Ich gehe hinein. Höre Worte, versuche den Sinn zu verstehen. Lege mich auf die Liege, ein kleiner Stich, mein Blut fließt rot und dickflĂŒssig in das Röhrchen.
Schwarzer Tod oder helles Leben?
“Ich will leben!“, möchte ich am liebsten schreien. Der weiße Tupfer hebt sich hart von meiner blassen Haut ab. Ich bekomme eine Nummer, wie makaber! Mein Geburtsdatum muss dafĂŒr herhalten. Mit dem Zettel in der Hand gehe ich zur Kasse, zahle und stehe draußen.
Wie anonym GesundheitsÀmter sind, erfahre ich schmerzlich.
Sieht man mir an, was ich da wollte? Dass ich vielleicht...
Nicht daran denken. Ich vertraue auf mein erstes Ergebnis, aber sicher bin ich mir nicht; kann ich nicht sein. Wer hat schon das GlĂŒck, sich nicht angesteckt zu haben?
Was er wohl macht? RegelmĂ€ĂŸig seine Tabletten nehmen, um das Immunsystem zu stĂ€rken? Nein, nicht daran denken. Die Woche wird lang, zieht sich zĂ€h wie Kaugummi.
Nachts liege ich wach. Fragen quĂ€len mich, Angst, VorwĂŒrfe. Warum lief nicht alles so genau? Warum immer ich? Mein ganzes Leben zieht an mir vorbei. Höhen und Tiefen.
Und dann. Der Tag der Wahrheit ist gekommen.
Ich mache mich auf den Weg. Muss wieder warten. Besteht das Leben eigentlich nur aus Warten? Warten bis man geboren wird, an die Reihe kommt, bis der Tod einen holt, Krankheiten den letzten Sieg davontragen? Wie praktisch, auf dem Tisch liegen Kondome.
Ich stecke eins ein. Brauch ich die noch?
Die TĂŒr geht auf. „Der nĂ€chste Bitte". Es gibt kein ZurĂŒck, die Wahrheit steht bevor. Der Stuhl fĂŒhlt sich hart an, genauso hart schlĂ€gt mein Herz in meiner Brust. Verschwommen höre ich die Stimme der Ärztin: „Negativ." „Bitte?" „Negativ...", wiederholt sie.
Ihre Worte dringen kaum zu mir durch, die Angst will ihren sicheren Platz noch nicht aufgeben. Ich habe mich nicht angesteckt, kann ich gerade noch denken, als ich mit TrĂ€nen der Erleichterung zur TĂŒr gehe. Leben!
Der schwarze Tod muss seine Reise weiterfĂŒhren, ohne mich.
Er war mir in letzter Zeit ein Vertrauter geworden.
Nun gibt es fĂŒr mich nur noch das helle Leben.

__________________
Lebe den Augenblick,auch wenn du mit einem Bein schon in der Zukunft stehst und mit dem anderen noch in der Vergangenheit

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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

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Seltsam, ...

... wie wohl fast jede(r) schon einmal in dieser Situation war. Ich mag Deinen Text, weil Du ihn sprachlich mit dieser eigenartigen Mischung aus RationalitĂ€t und Über-EmotionalitĂ€t ausgestattet hast, die einem in solchen Momenten/Tagen auch psychisch eigen ist. Volle Bilder gehen ĂŒber in Stakkato und verschwimmen dann wieder zu farbigen Beschreibungen.
Nur den "Tod" hast Du zweimal mit "t" geschrieben und das "helle" Leben einmal groß, das stört ein wenig.

GrĂŒĂŸe zum Abend von Maja
__________________
Leben ist das, was passiert, wÀhrend Du eifrig dabei bist, andere PlÀne zu machen.
www.echoloch.de

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pipi-barfuss
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Aug 2003

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liebe mara,

natĂŒrlich, habs geĂ€ndert, danke.
freu mich das es dir gefÀllt da es mein "erster" text in dieser art ist.danke

hab ihn ein wenig ĂŒberarbeitet, er stand schon mal hier.

l.g sandra

__________________
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Hakan Tezkan
Guest
Registriert: Not Yet

hi pipi,

dein text konnte mich, im gegensatz zu den anderen, nicht ĂŒberzeugen. es sind gute anstĂ€tze vorhanden, die ich gar nicht leugnen möchte, so zum beispiel die tatsache, dass du die krankheit selbst nie ansprichst. das gefĂ€llt. auch der ansatz zur geschichte spricht durchaus an. aber darĂŒberhinaus ist mir das einfach zu wenig. ich versuche mich mal zu erklĂ€ren:
der titel ist mir erstens zu lang, und zweitens von der metaphorik her zu unoriginell.
die folgenden zwei sÀtze sollen dir beispielhaft zeigen, was mich am gesamten text ein wenig gestört hat:

quote:
Ich gehe hinein. Höre Worte, versuche den Sinn zu verstehen. Lege mich auf die Liege, ein kleiner Stich, mein Blut fließt rot und dickflĂŒssig in das Röhrchen.

alle sĂ€tze und satzteile sind nach einem Ă€hnlichem schema aufgebaut. das langweilt ganz einfach. ich wĂŒrde mir insgesamt mehr variabilitĂ€t wĂŒnschen.

und jetzt geht's weiter. die verwendung gewisser metaphern finde ich nicht so schön, du bedienst dich aber oft diesem stilmittel. hier ein beispiel:

quote:
Die Angst lauert hinter jeder Hecke, um mich im passenden Moment anspringen zu können.

diese metapher ist weder sondelrich originell, noch harmoniert sie gut mit dem rest des textes. ich finde metaphern, die aus der gegebenen umwelt entstehen, oder vielmehr: die die umwelt, die wir uns denken, uns anbietet, viel, viel spannender.

und ein letzter kritikpunkt, der aber uach auf viele stellen im text anzuwenden ist. hier das beispiel:

quote:
Fragen quĂ€len mich, Angst, VorwĂŒrfe.

fĂŒr meinen geschmack viel zu unkonkret. was fĂŒr fragen quĂ€len deinen ich-erzĂ€hler, was fĂŒr Ă€ngste hat er, welche vorwĂŒrfe macht er sich?

so viel dazu. alles aber nur meine persönliche einstellung. kannst du umsetzen wollen, oder eben nicht...

lg,
hakan

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