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Leselupe.de > Humor und Satire
Schwedenreise
Eingestellt am 24. 07. 2005 20:46


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Columbus
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2005

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Auszug aus einer ReiseerzÀhlung (Schwedenreise)


- Reisevorbereitungen -

Nachdem wir uns im Vorfeld der Reise mit drei ReisefĂŒhrern, einem Bildband, einer riesigen Straßenkarte „Skandinavien“ im Maßstab eins zu achthunderttausend, einem kompletten ADAC-Reiseset inklusive drei weiterer Karten und verschiedensten Heften und FĂ€hrinformationen sowie den Reiseunterlagen unseres Veranstalters eingedeckt und gebildet hatten, fĂŒhlten wir uns fĂŒr die Reise nach Schweden gewappnet.
Noch am Vorabend unserer Reise fand eine zirka fĂŒnfstĂŒndige Packorgie statt, bei der alle notwendigen und sicherheitshalber noch mitzufĂŒhrenden GegenstĂ€nde auf einem großen Haufen (und es war wirklich ein Haufen) zusammengetragen wurden. Dies waren neben vier Reisetaschen mit unseren Klamotten und Schuhen, eine komplette GolfausrĂŒstung inklusive Trolley, zwei Kisten sowie zwei KĂŒhlboxen mit Lebensmitteln im Wert von ungefĂ€hr zweihundert Euro, eineinhalb Kisten Bier und fĂŒnfunddreißig Liter weitere GetrĂ€nke sowie zwei Flaschen Wodka (die als TauschwĂ€hrung fĂŒr NotfĂ€lle vorgesehen waren), diverse Arzneimittel, ein extra fĂŒr die Reise angeschaffter WeltempfĂ€nger, ein kleiner Fotoapparat, eine Spiegelreflexkamera nebst dreihunderter Teleobjektiv, unser komplettes Bettzeug in einem großen Seesack (denn auf unsere komfortablen Federbetten mit den Abmessungen eins vierzig mal zwei zwanzig konnten wir unmöglich verzichten), meine vier Tabakspfeifen, drei Romane, ein Gartengrill (der vorher auf Kleinstformat demontiert wurde) und natĂŒrlich jede Menge weitere nĂŒtzliche Kleinigkeiten. Vom Kauf eines sehr bequem aussehenden Campingstuhles zur MitfĂŒhrung nach Schweden konnte mich meine Frau gerade noch zurĂŒckhalten.
Unsere Angst diesen Berg von wahrhaft biblischen Ausmaßen nicht in den Familienkombi zu bekommen, erwies sich als unbegrĂŒndet. Nachdem ich in eineinhalbstĂŒndiger Feinarbeit alle FußrĂ€ume des Fahrzeugs vollgestopft, die RĂŒcksitze komplett umgelegt und ein GepĂ€cknetz unmittelbar hinter den Vordersitzen montiert hatte, prĂ€sentierte ich meiner Frau das lediglich zu drei Viertel beladene und abfahrbereite Auto. Die Reifen unseres Kombis waren vorsorglich selbstverstĂ€ndlich mit annĂ€hernd drei Bar Luftdruck bis zum Zerbersten befĂŒllt worden. Die LadekapazitĂ€t erreichte allerdings zugegebenermaßen bei unserem ersten Zwischenstop in Mecklenburg Vorpommern ihre Grenzen, als ich planmĂ€ĂŸig einen kompletten Angelrucksack, drei Angeln sowie ein Echolot mit Schwingerstange und einen großen Hechtkescher zulud.
Die Fahrt zu unserem ersten Etappenziel (dem Ferienhaus meiner Eltern), die noch am letzten Arbeitstag gegen achtzehn Uhr angetreten wurde, verlief dank deutscher Autobahnen und einem flotten Reisetempo ohne Probleme. Nachdem ich von meiner Frau hin und wieder auf die doch annĂ€hernd einzuhaltenden GeschwindigkeitsbeschrĂ€nkungen aufmerksam gemacht wurde, erreichten wir nach knapp sechsstĂŒndiger Fahrt gegen vierundzwanzig Uhr das knapp achthundert Kilometer entfernte Zwischenziel. So konnten wir uns am ersten Urlaubstag ĂŒber die Radiomeldungen von (aufgrund des Feiertages) verstopften Autobahnen amĂŒsieren und fanden sogar noch Zeit eine kurze Neun-Loch-Runde auf dem nahegelegenen Golfplatz zu absolvieren. ZurĂŒckgekehrt von dieser ersten Urlaubsfreude trudelten auch meine Eltern nebst NeufundlĂ€nder Ruprecht (also einem riesigen schwarzen Hund mit einem Gewicht von fast achtzig Kilogramm) nach ebenfalls knapp sechsstĂŒndiger Autofahrt aus dem allerdings lediglich dreihundert Kilometer entfernten Heimatort in Ihrem Feriendomizil ein. Nach einem gelungenen gemeinsamen Grillabend wurde die Zeit des Aufstehens auf drei Uhr dreißig in der FrĂŒhe und die Abfahrtszeit Richtung Schweden auf vier Uhr festgelegt, um die FĂ€hre Saßnitz - Trelleborg auch rechtzeitig zu erreichen. All meine Beteuerungen die Strecke in maximal zweieinhalb Stunden zurĂŒckzulegen, wurden in den Wind geschlagen. Vielmehr wurde auf einen Erfahrungswert meines Vaters zurĂŒckgegriffen, der vor nicht all zu langer Zeit seine Frau (also meine Mutter) sowie den Familienhund Ruprecht in fast dreieinhalbstĂŒndiger Fahrt zur Hauptverkehrszeit, mit dem Jeep querfeldein in die NĂ€he von Saßnitz kutschiert hatte. Nur der VollstĂ€ndigkeit halber sei erwĂ€hnt, dass wir den FĂ€hranleger nach knapp zweistĂŒndiger Fahrt gegen sechs Uhr frĂŒh (und damit eineinhalb Stunden vor der geplanten Abfahrtszeit) erreichten. Die Wette zwischen meiner Frau und mir, welche auf kleiner gleich zweieinhalb Stunden Fahrzeit bei nicht allzu forschem Reisetempo lautete, konnte ich fĂŒr mich entscheiden. Zur Verteidigung meiner Frau ist aber noch anzumerken, dass sie mit ihren SchĂ€tzungen unseres weiteren Reisetempos im Lande Schweden weit besser lag als ich, was ich zwar erahnt aber so nicht erwartet hatte.

- Saßnitz -

In Saßnitz angekommen, fuhren wir schnurstracks Richtung FĂ€hranleger, um frĂŒhestmöglich alle FormalitĂ€ten zu erledigen und auch ja einen sicheren Platz auf der FĂ€hre zu ergattern. Die Beschilderung ignorierend erkundeten wir in den nĂ€chsten zwanzig Minuten das gesamte GelĂ€nde des FĂ€hrhafens. Erst als wir einige Male vor hohen GitterzĂ€unen zum Stehen kamen, entschlossen wir uns den Schildern, die den Weg zum Kontrollpunkt zeigten, zu folgen. Der Kontrollbereich war in mehrere Fahrspuren unterteilt, welche jeweils mit entsprechenden Richtungsschildern fĂŒr den Zielhafen und einer Ampel ausgestattet waren. Die Ampeln fĂŒr die beiden Fahrspuren nach Trelleborg standen auf Rot.
Nach einem halbherzigen Bremsmanöver vor eben einer dieser roten Ampeln folgte ich den Anweisungen meiner Frau und reihte unser Auto (die roten Ampeln ĂŒberfahrend) in einer bereits aus sieben Fahrzeugen bestehenden Schlange ein. Da alle anderen FahrzeugfĂŒhrer diese Ampeln offensichtlich ebenfalls als bloßes Beiwerk zur Kenntnis genommen hatten, stellte ich beruhigt den Motor ab und lehnte mich entspannt zurĂŒck. WĂ€hrend sich meine Frau zu einem Gang auf die Toilette entschloss, kramte ich gelangweilt und etwas mĂŒde etwa zehn Minuten in unserem Kofferraum herum, um alsbald eine mit gefĂŒhrte Spielkonsole zu Tage zu fördern. Nachdem ich beim Tetris schon die ersten Figuren aufeinander statt nebeneinander gestapelt hatte und ich mich dann einem weniger anstrengenden Ballerspiel widmete, sah ich im RĂŒckspiegel ein Auto des Zolles heranbrausen. Meine Frau schlenderte gerade aus dem KontrollgebĂ€ude auf unser Auto zu, als der Zollbeamte seinen Wagen verließ. Der Beamte baute sich vor dem ersten Fahrzeug in der Schlange auf. Ich ließ das Fenster auf der Fahrerseite unseres Autos herunter und konnte recht deutlich die Worte „rote Ampeln“, „DĂ€mlichkeit“ und „Herdentrieb“ aus dem Munde des Zollbeamten aufschnappen. Die richtigen Schlussfolgerungen ziehend, legte ich den RĂŒckwĂ€rtsgang ein und setzte unseren Kombi bis zur Haltelinie der Ampeln zurĂŒck. Daher kam also der Spruch „Die Letzten werden die Ersten sein.“, denn nun setzten sich auch alle anderen Fahrzeuge in Bewegung (nachdem sich einige Fahrer fĂŒr teilweise recht umstĂ€ndliche Drehmanövern entschieden hatten) und reihten sich hinter uns ein. Unsere EnttĂ€uschung war daher um so grĂ¶ĂŸer, als wir nach der Abfertigung feststellen mussten, dass sich unmittelbar vor der Einfahrt in die FĂ€hre bereits wieder eine Fahrzeugschlange gebildet hatte, deren Herkunft uns bis heute unbegreiflich blieb.
In dieser Schlange stehend, stellten wir noch kurz einige Überlegungen an, ob es lohnenswert wĂ€re erste EinkĂ€ufe im vielleicht dreißig Meter vom Auto entfernten „Duty free shop“ zu tĂ€tigen. Aus SicherheitsgrĂŒnden (wir wollten unter keinen UmstĂ€nden die FĂ€hre verpassen) entschieden wir uns dagegen. Statt dessen beobachteten wir die mutmaßlich von unserer FĂ€hre stattfindenden EntladeaktivitĂ€ten. Nachdem bereits zwei GĂŒterzĂŒge von etwa je einhundert Metern LĂ€nge, zirka fĂŒnfzig Lastkraftwagen sowie an die siebzig PKW in entgegengesetzter Richtung an uns vorbei gerollt waren, begann ich mit meiner Frau eine Diskussion ĂŒber die mögliche GrĂ¶ĂŸe unserer FĂ€hre. Da aber in den nĂ€chsten fĂŒnfzehn Minuten die Fahrzeugschlange von den verschieden Ver- und Entladerampen kein Ende nehmen wollte und unsere FĂ€hre in meinen Gedanken bereits die GrĂ¶ĂŸe einer Arche angenommen hatte, stellte ich meine diesbezĂŒglichen GehirnaktivitĂ€ten ein und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Dass diese unendliche Flotte an Fahrzeugen jeder Art wahrscheinlich wohl nicht nur dem Bauch unserer FĂ€hre entsprang, dieses Licht ging uns erst auf, als wir dann selbst die doch recht engen Spuren des Unterdecks befuhren und meine Frau dankbar bemerkte, dass nicht sie sondern ich am Steuer unseres Wagens sitze.
Nach einer viertelstĂŒndigen Rangiererei hatten Gott sei Dank sĂ€mtliche Opis mit Hut und Ă€ltere Damen in gut zwanzig Jahren alten Autos verschiedenster Herkunft unseren Kombi unbeschadet passiert. Den laut geĂ€ußerten BefĂŒrchtungen meiner Frau, dass man das Schiff in diesem Wirrwarr eventuell im RĂŒckwĂ€rtsgang wieder verlassen mĂŒsse, schloss ich mich im ureigenen Vertrauen in meine FahrkĂŒnste nicht an. Im Übrigen sollten sich derlei Gedanken als völlig unbegrĂŒndet erweisen, da es eine (fĂŒr uns zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht sichtbare) Seitenluke gab, durch die der gesamte Verkehr das Schiff vorwĂ€rts wieder verlassen sollte.

- Auf der FĂ€hre –

Auf dem Passagierdeck des Schiffes angekommen, wichen wir als erstes den drei im Flur umherstehenden Sackkarren voller BĂŒchsenbier aus. Leise in mich hineinlĂ€chelnd und meiner Frau erklĂ€rend, schlussfolgerte ich sofort auf die pro Person zulĂ€ssigen vierundsechzig Liter Bier, was sich anhand der herannahenden und sich der Wagen bemĂ€chtigenden Horde offensichtlich schwedischer Jugendlicher auch bestĂ€tigte. Dieses Insiderwissen stammte natĂŒrlich aus den im Auto verstauten Reiseunterlagen des ADAC und war zudem in jedem der drei mitgefĂŒhrten ReisefĂŒhrern nachzulesen.
Nachdem wir alle drei Bordrestaurants besichtigt hatten, entschieden wir uns fĂŒr ein „All-Inklusive-FrĂŒhstĂŒcksbĂŒfett“ zum Festpreis. Jetzt lud ich mir als erstes den Teller mit rund zwanzig der ebenfalls im ReisefĂŒhrer angepriesenen Kjöttbullar voll und stellte beim Verzehr fest, dass Mamas Klopse sicher auch nicht schlechter schmecken. Doch die Kjöttbullar waren nicht ĂŒbel und so bat ich meine Frau, mir beim nĂ€chsten Gang zum BĂŒfett noch einige dieser Köstlichkeiten mitzubringen, da ich zwar keinen Hunger mehr aber doch noch Appetit hĂ€tte. In ihrer gut gemeinten Art folgte sie meinem Wunsch und erschien wenig spĂ€ter mit weiteren ungefĂ€hr fĂŒnfzehn StĂŒck dieser wohlschmeckenden FleischbĂ€llchen. Auf meine Frage hin, wieviel sie denn davon zu verspeisen gedenke , antwortete sie mit einem LĂ€cheln, dass diese Portion ausschließlich fĂŒr mich bestimmt sei. Mir die Hose aufknöpfend und den GĂŒrtel weitend, machte ich mich also ans Werk, musste allerdings nach gut einer halben Stunde die Waffen strecken und die verbleibenden fĂŒnf Klöpschen (zum Leidwesen meiner Frau) der RestmĂŒllverwertung zufĂŒhren.
Der Rest der Fahrt verlief dann bei ruhigem Seegang recht ereignislos. Die erfahrenen Passagiere hatten es sich bereits auf den in den zugabteilĂ€hnlichen Kabinen vorhandenen Liegesitzen bei schwedischem Fernsehprogramm gemĂŒtlich gemacht, so dass wir mit den HolzbĂ€nken im Gang des Passagierdecks vorlieb nehmen mussten. Nach einigen Liegeversuchen auf den BĂ€nken meinerseits, die sich unmittelbar vor den Spielautomaten des Schiffs befanden, entschlossen wir uns zu einem kurzen Bummel im Schiffsshop, in dem wir neben einer Tafel schwedischer Schokolade auch das Spiel „Vier gewinnt“ erstehen konnten. Wir entschlossen uns zu dieser Maßnahme, da das von uns mitgefĂŒhrte Kartenlegespiel „Carcassonne“ durch den Zukauf aller vorhandenen Erweiterungssets im Spielverlauf leicht Ausmaße von mehreren Quadratmetern erreicht und somit fĂŒr den Gebrauch auf der FĂ€hre völlig ungeeignet erschien. Nachdem ich mehrere Partien „Vier gewinnt“ verloren hatte, wir das Oberdeck besichtigt und nochmals eine Runde im Schiffsshop gedreht hatten, erreichten wir zur planmĂ€ĂŸigen Ankunftszeit unseren Zielhafen Trelleborg.

- Endlich Schweden –

Endlich Schweden! Den Bauch der FĂ€hre verlassend, steuerten wir unser Auto auf dem Boden des fremden Landes (nicht zuletzt Dank unserer Shell-Straßenkarte im Maßstab eins zu achthunderttausend) sofort in die korrekte Richtung. Den Anweisungen meiner Frau folgend, die sich im Übrigen fĂŒr eine ausgezeichnete Kartenleserin hĂ€lt (was ich im Grunde nur bestĂ€tigen kann), legten wir die ersten vierzig Kilometer problemlos zurĂŒck, um kurz darauf an einer Tankstelle zu halten. Gut informiert, wusste ich bereits, dass es in Schweden zwei Arten von ZapfsĂ€ulen gibt, welche jeweils mit Konto und Kassa bezeichnet sind, was in dem einen Fall Vorausbezahlung mit Karte oder Bargeld, im anderen Fall die nachtrĂ€gliche Bezahlung an der Kasse meint. Dumm war nur, dass ich bereits wieder vergessen hatte, was nun was meint und dass ich mit dem Begriff Sedel so gar nichts anzufangen wusste. Unsere ReisefĂŒhrer, denen eine entsprechende Information entnommen hĂ€tte werden können, lagen gut verstaut unter all den anderen wichtigen Dingen im Kofferraum unseres Kombis. Ich ließ es also auf einen Versuch ankommen, griff nach der Dieselzapfpistole und drĂŒckte den Hebel. Nichts geschah.
Nach weiteren fĂŒnf Versuchen gab ich entnervt auf und ließ meinen Blick erst hilfesuchend zu meiner Frau und dann in Richtung des Tankwartes (der es sich in seinem HĂ€uschen anscheinend sehr bequem gemacht hatte) gleiten. WĂ€hrend meine Frau prompt und mit all ihrer FĂŒrsorglichkeit reagierte, zeigte der Tankwart keinerlei Regung. Noch wĂ€hrend sich meine Frau nun auf den Tankwart zu bewegte, wagte ich einen Versuch mit der EC-Karte, da es sich bei der betreffenden ZapfsĂ€ule ja offensichtlich um ein im Voraus zu bezahlendes Modell handelte. Der Versuch scheiterte klĂ€glich, da ich (die Sprachauswahl ignorierend) der in Schwedisch gehaltenen MenĂŒfĂŒhrung nicht annĂ€hernd folgen konnte und mich nur der rote Abbruchknopf vor der Eingabe fantastischer AbbuchungsbetrĂ€ge (nĂ€mlich meiner Geheimzahl) rettete. Immer lauter vor mich hin fluchend, erwartete ich meine im Anmarsch befindliche Frau, die den Tankwart im Schlepptau hatte. Entgegen den in den ReisefĂŒhrern getroffenen Aussagen, dass viele Schweden ein paar Worte Deutsch, aber fast alle Englisch sprechen können, verstand unser Tankwart mit Ach und Krach seine eigene Muttersprache. Die einzige Hilfe, welche uns dieser gewĂ€hrte, war das Wörtchen Euro und eine Armbewegung in Richtung des Zahlautomaten. Dieser Aufforderung Folge leistend, warf ich einen zwanzig Euro Schein ein, tankte fĂŒr eben diese Summe und trat mit dem Gedanken - wie man in diesem Scheißland jemals den Tank voll kriegen sollte, wenn man immer im Voraus bezahlen muss – das Gaspedal unseres Turbodiesels durch.

- Die Autofahrt –

Die Nadel des Drehzahlmessers kratzte im zweiten Gang gerade eben am roten Bereich, als meine Frau auch schon schrie: Ich sei wohl wahnsinnig und völlig bekloppt, aber ihr sei es ja im Grunde scheißegal, wenn ich meinen FĂŒhrerschein aufs Spiel setzte. Da es natĂŒrlich weder ihr noch mir tatsĂ€chlich egal war, ĂŒberging ich den dritten und bremste (in den vierten Gang schaltend) das Auto auf die erlaubten neunzig Kilometer pro Stunde herunter.
Von unserem Tankstellenerlebnis immer noch etwas aufgekratzt, verlor ich nach etwa zehn Minuten die Geduld. Neunzig km/h – das konnte unmöglich deren Ernst sein. Meine Frau erinnerte mich noch wĂ€hrend meiner Nörgelei ĂŒber dieses Gegammel daran, dass es doch deren Ernst sei und das schon geringste Übertretungen zu beachtlichen Geldbußen fĂŒhren wĂŒrden. Hinzu kam noch, dass etwa alle zwei Kilometer ein etwa drei Meter hoher Blitzer aufgebaut war, der in Schweden auf den wohlklingenden Namen „Hastighetskamera“ hört, was auf den unmittelbar davor stehenden Hinweisschildern zu lesen stand.
Nach einigen stillschweigenden prozentualen Berechnungen bezĂŒglich Tachoungenauigkeit sowie Toleranzbereich des RadarmessgerĂ€tes und unter BerĂŒcksichtigung unseres Urlaubsbudgets beschleunigte ich den Wagen fast unmerklich auf satte einhundertfĂŒnfzehn Kilometer pro Stunde. Ich war mir sicher eine akzeptable Reisegeschwindigkeit gefunden zu haben, befand mich fĂŒr nicht allzu „hastig“ und bremste den Wagen immer wieder vor den nicht enden wollenden aber gut sichtbaren „Hastighetskameras“ auf die erlaubten Neunzig ab. Aufgrund meiner MĂŒdigkeit und der damit verbundenen Unachtsamkeit meines Gasfußes sackte unsere Reisegeschwindigkeit im Verlaufe der Fahrt immer wieder in Bereiche unter einhundert km/h ab. Gerade aus einem solchen Geschwindigkeitsloch herausbeschleunigend und (unter Protesten meiner Frau) die einhundertsiebzehn Kilometermarke erreichend, tauchte im RĂŒckspiegel ein vielleicht zwanzig Jahre altes, einheimisches Fahrzeug vom Typ Volvo auf. Jetzt packte mich die kalte Wut. Einerseits stellen die Schweden solch irrwitzige GeschwindigkeitsbeschrĂ€nkungen auf, so dass man selbst auf Autobahnen (so breit und verlassen wie Flugzeuglandebahnen) nur mit der Geschwindigkeit eines getunten Treckers vorankommt und dann kommt da so eine angerostete schwedische Nuckelpinne daher und will auch noch ĂŒberholen. Oh wie ich mich jetzt nach den guten alten deutschen Autobahnen sehnte. Ein Tritt aufs Gaspedal und der Kerl hinter uns wĂ€re Geschichte.
Nachdem ich langsam aus meinen Gedanken erwachte, unser Fahrzeug im Verlaufe der nĂ€chsten zwei Kilometer auf stattliche einhundertneunzehn km/h beschleunigt hatte und dieser blödsinnige DrĂ€ngler immer noch recht deutlich im RĂŒckspiegel zu erkennen war, gab ich mich geschlagen und fuhr völlig entnervt (wie im ReisefĂŒhrer beschrieben) auf den zum Ausweichen vorgesehenen Seitenstreifen und ließ den Volvo passieren. In Gedanken beschließend meine innerlichen FlĂŒche auf Land und Leute etwas zurĂŒckzunehmen und mich vielmehr auf den bevorstehenden Urlaub zu freuen, fuhr ich auf den nĂ€chsten Parkplatz und ergriff (mit RĂŒcksicht auf meinen Blutdruck) eine drastische Maßnahme. Ich tat was ich sonst Ă€ußerst ungern tue - zugegebenermaßen völlig unbegrĂŒndet. Wahrscheinlich lag es auch an meiner MĂŒdigkeit. Kurz und gut, ich ĂŒbergab meiner Frau das Steuer.
Diese kutschierte uns dann in angemessenem Tempo und ohne ZwischenfĂ€lle bis kurz vor unseren Zielort, so dass ich im Verlaufe der Fahrt meine Augen etwas schonen konnte und nur dann und wann öffnete, um eines der immer zahlreicher werdenden roten HolzhĂ€user zu bewundern. Kurz vor Lönneberga, dem Wohnort von Michel und auch unserer Vermieter den Svenssons (bei denen wir den SchlĂŒssel abzuholen hatten) ĂŒbernahm ich wieder das Steuer. Meine Frau vergrub sich sofort im Kartenwerk sowie in der Wegbeschreibung, gab mir entsprechende Fahranweisungen und freute sich wie immer (wenn sie mich völlig orientierungslosen Volltrottel irgendwo hingelotst hatte) ĂŒber das gelungene Ergebnis. Nach ĂŒber dreihundert Kilometern und knapp fĂŒnf Stunden Autofahrt standen wir gegen siebzehn Uhr vor dem Hause unserer Vermieter und waren somit ĂŒber eine Stunde vor der postalisch angekĂŒndigten Ankunftszeit eingetroffen.

- Die Vermieter –

Thord Svensson war ein etwa achtzig Jahre alter, leicht gebeugt gehender, weißhaariger Mann mit einem grauen drei Tage Bart, der uns ohne Umschweife aufs Herzlichste begrĂŒĂŸte und in sein Haus bat. Wie in allen unseren ReisefĂŒhrern empfohlen, machte ich Anstalten mich meiner Schuhe zu entledigen. Daraufhin winkte die mit einer blauen KittelschĂŒrze bekleidete sowie gleichfalls um die achtzig Jahre alte Frau von Thord ab und funkelte uns ebenso freundlich durch ihr siebziger Jahre Brillenmodell entgegen. Erstmals kamen meinerseits Zweifel gegenĂŒber der Richtigkeit der in den ReisefĂŒhrern vermittelten Informationen auf. Geschrieben stand, dass sich das Ausziehen der Schuhe noch aus einer Zeit erhalten hat, in der noch Stallmist aus den eigenen Bauernhöfen an den Schuhen klebte. Ich fragte mich gerade, wer zum Henker, wenn nicht diese beiden Alten (die uns laut Reiseprospekt einen ehemaligen Bauernhof vermieten wollten) sollte sich in Schweden diese Tradition sonst bewahrt haben, als die freundliche alte Frau auch schon eine SchĂŒssel mit einem guten Kilogramm Keksen auf den Tisch stellte. Noch wĂ€hrend uns Thord an den Tisch bat und ich mich (den Bauch noch voller Kjöttbullars und auf der Fahrt vorsorglich verzehrter Brote) gelassen zurĂŒcklehnte, folgte eine TiefkĂŒhlsahnetorte. Um die alten Leutchen nicht zu enttĂ€uschen und getreu den Höflichkeitsvorgaben unserer ReisefĂŒhrer nahm ich mir vor, mindestens ein StĂŒck von der Torte zu probieren und zwei Tassen Kaffee zu trinken.
Noch wĂ€hrend ich so meinen Gedanken nachhang (dabei meine Frau mit ihrem glĂŒcklichen LĂ€cheln betrachtend, dass zweifellos dem bevorstehenden Urlaub galt), fing Thord an zu erzĂ€hlen. Er tat dies zwar weder zu schnell noch zu leise, dafĂŒr aber in schönstem Schwedisch. Keiner von uns Beiden verstand auch nur ein Wort. WĂ€hrend Thord eine kurze Atempause machte, wiesen wir (ihn höflich unterbrechend) darauf hin, dass wir kein einziges seiner Worte verstanden hĂ€tten. Das schien ihn nicht weiter zu stören (oder es war an ihm, der nicht verstand), denn unbeirrt fuhr er mit seiner Rede fort und begann ganz nebenbei einen Dialog mit seiner Frau, die ihm ebenfalls in schönstem Schwedisch antwortete und dabei unaufhörlich grinste. Jetzt war es an meiner Frau zu reagieren, was sie auch unaufgefordert tat und unser Dilemma mit einem siegessicheren LĂ€cheln (sowie der Gewissheit der Konversation doch noch auf die SprĂŒnge helfen zu können) in bestem Englisch zum Ausdruck brachte. Als Thord nun zu ihr aufblickte, aber sonst keine weiteren Reaktionen erkennen ließ, formulierte sie die SĂ€tze etwas einfacher, so dass jetzt auch ich jedes einzelne Wort deutlich verstehen konnte. Doch weder Thord noch seine Frau zeigten auch nur den Hauch von VerstĂ€ndnis und fuhren mit ihrem Dialog (hin und wieder uns anschauend und uns aufmunternd zunickend) fort.
WĂ€hrenddessen brodelte auf dem Tisch eine silberglĂ€nzende mit einem Stecker versehene Kanne, in der ich den Kaffee vermutete, der offensichtlich in einer Art ĂŒbergroßem Espressokocher zubereitet wurde. Als ich im Deckel des Kaffeekochers durch ein kleines Klarsichtfenster die braune FlĂŒssigkeit erkennen konnte, glaubte ich die Funktionsweise des GerĂ€tes verstanden zu haben und wandte mich wieder dem GesprĂ€ch der beiden Alten zu.
So konnte das nicht weitergehen. Die Sverssons erzĂ€hlten sich und vermutlich auch uns die tollsten Sachen und wir verstanden rein gar nichts. Da wir bereits alle uns zur VerfĂŒgung stehenden Sprachkenntnisse erschöpft hatten, beschloss ich der Unterhaltung etwas aufmerksamer zu folgen. So schwer konnte doch Schwedisch nun auch wieder nicht sein. Einige Wörter wie „Sohn“, „Stockholm“ und „Ingenieur“ aufschnappend, reimte ich mir zusammen, dass der Sohn der Beiden sicherlich Ingenieur in Stockholm ist und entschloss mich zu einem (in meinen Augen genialen) Schachzug. Eine GesprĂ€chspause der Alten nutzend, begann ich auf Deutsch zu berichten, dass ich ebenfalls Ingenieur sei und BrĂŒcken baue, meine Frau vor Kurzem Volljuristin geworden ist, wir ebenfalls nach Stockholm fahren wollten und ĂŒberzeugt davon seien, dass es sich bei Stockholm um eine außerordentlich schöne Stadt handelt. Nach einer ungefĂ€hr fĂŒnfminĂŒtigen Rede schloss ich mit der Bemerkung, dass wir aus der NĂ€he von Stuttgart kĂ€men, verschwieg dabei aber unsere ursprĂŒngliche Herkunft, da ich derlei ErlĂ€uterungen in dieser Situation fĂŒr viel zu kompliziert erachtete.
Die Taktik war klar. Durch diesen Konter (in Form meines Redeschwalls) wollte ich den Beiden drastisch vor Augen fĂŒhren, dass wir kein Wort von dem was sie sagten verstehen konnten, so wie auch sie kein Wort von uns verstanden. FĂŒr Sekundenbruchteile schien es gelungen. Und zwar eben gerade bis zu dem Moment als Thord das Wort „Stuttgart“ aufschnappte, die Stadt zu kennen schien und uns mit einiger Gestik und viel Mimik zu verstehen gab, dass dort seiner Ansicht nach viel schlechtere Luft als hier bei ihnen in Schweden sei. Dem gab es nichts mehr hinzuzufĂŒgen. Ich war völlig im Eimer, ich konnte nicht mehr, ich gab auf, war mĂŒde und völlig genervt. Die beiden Alten machten keinerlei Versuche eine einigermaßen verstĂ€ndliche Kommunikation aufzubauen. Außerdem lehnten sie jegliche Zuhilfenahme des Sprachteiles im ReisefĂŒhrer grundsĂ€tzlich ab. Sie wollten einfach nur erzĂ€hlen und freuten sich offensichtlich, in uns so geduldige Zuhörer gefunden zu haben. Noch wĂ€hrend die alte Frau einen Teller mit annĂ€hernd dreißig belegten Broten auf den Tisch stellte, fragte ich mich fĂŒr wieviel Personen die aufgetafelten Speisen wohl reichen wĂŒrden und beschĂ€ftigte mich (die weitere Unterhaltung meiner Frau ĂŒberlassend) mit einem StĂŒck Sahnetorte und einer Tasse Kaffee.
In Gedanken sah ich mich schon vor unserem Ferienhaus sitzen, meine Tabakspfeife in Brand stecken und die untergehende Abendsonne betrachten, als mein Blick auf die Uhr fiel. Kurz zusammenzuckend stellte ich fest, dass wir bereits eine geschlagene dreiviertel Stunde am Tisch saßen, völlig unnötig Essen in uns hinein schaufelten und schon lĂ€ngst alle Sachen aus dem Auto in unserem Ferienhaus hĂ€tten haben können. Nur der SchlĂŒssel, ja der SchlĂŒssel und eine Wegbeschreibung zum Ferienhaus, die fehlten uns nach wie vor. Auf meine Bitte hin versuchte meine Frau von den Beiden zu erfahren, wann wir denn den (von uns so heiß begehrten) SchlĂŒssel zum Haus erhalten wĂŒrden und wo denn das Haus sei. Daraufhin entbrannte eine zehnminĂŒtige Diskussion, der ich mit halbem Ohr lauschte und in deren Verlauf klar wurde, dass Thord uns zum Haus fĂŒhren wĂŒrde. Die Frage war nur wann. In der folgenden halben Stunde, in der meine Frau eben diese Frage zu klĂ€ren versuchte, wurde ich zum maßlosen Bewunderer ihrer Geduld, ihres Gleichmutes und ihrer (trotz offensichtlicher Erfolglosigkeit) anhaltenden Konversationsbereitschaft.
Ergebnis der Diskussion war, wie mir meine Frau mit fragendem Blick mitteilte, dass wir auf irgendetwas oder irgendjemanden warteten. Schlagartig hellwach wurde ich, als Thord (zum ersten von insgesamt zwei Malen im Rahmen unserer Begegnungen) das fĂŒr uns sehr klar verstĂ€ndliche Wort „Katastroph“ benutzte. Jetzt wurde auch meine Frau langsam sauer und etwas lauter, weil sich herausstellte, dass nach Ansicht der beiden Alten unser Ferienhaus ĂŒberbelegt wĂ€re und wir auf weitere Ankömmlinge aus Deutschland warten mĂŒssten, die das Haus mit uns teilen sollten. Das Letzte was wir uns gewĂŒnscht hatten, war ein zweiwöchiger Urlaubsaufenthalt mit völlig fremden Leuten unter einem Dach. Wir wollten eigentlich nur unsere Ruhe haben, auf niemanden RĂŒcksicht nehmen mĂŒssen und einfach abschalten. Noch wĂ€hrend meine bisherige Lethargie in beinahe aufgeregten Aktionismus umschlug (was sonst gar nicht meine Art ist), begann ich erste laute Überlegungen, eine Pension anzumieten. Nach diesem ersten Schreck wollte ich mich gerade in Richtung Auto begeben, um mein Telefon zu holen mit dem ich die ganze Angelegenheit zu klĂ€ren gedachte, als Thord mit zwei Postkarten in der Hand aus dem Wohnzimmer kam. In einer dieser beiden erkannte meine Frau sofort unsere eigene (mit der planmĂ€ĂŸigen Ankunftszeit versandte) Karte und bekam mit dieser auch die zweite uns unbekannte Karte ausgehĂ€ndigt. Nach einem ausgiebigen Studium der zweiten Karte durch meine Frau stellte sich zu unserer großen Erleichterung heraus, dass Thord den An- und Abreisetermin verwechselt hatte und damit nun doch niemand mehr erwartet wurde.
Über die gestiftete Verwirrung etwas Ă€rgerlich und nach diesem nunmehr fast zweistĂŒndigen Antrittsbesuch komplett urlaubsreif bestiegen wir unseren Kombi und gaben Thord so zu verstehen, dass wir jetzt sofort zum Ferienhaus gebracht werden wollten. Er schien das auch gleich verstanden zu haben und so folgten wir ihm kurze Zeit spĂ€ter, als er ebenfalls seinen Wagen anließ und ohne weitere Umschweife vornweg fuhr. Sein Fahrstil entsprach genau meinen Erwartungen, die ich in dem Moment hegte als er sich zu seinem anhaltenden Dauergrinsen (welches nur ab und an von einem lauten Auflachen unterbrochen wurde) völlig ĂŒberflĂŒssigerweise noch einen weißen Anglerhut ĂŒber den Kopf stĂŒlpte. Nach annĂ€hernd fĂŒnfzehn Kilometern Fahrstrecke immer tiefer in den Wald hinein (allerdings immer noch auf asphaltierter Fahrbahn) kam Thords Wagen an der EinmĂŒndung eines kleinen Weges zum Stehen, so dass auch wir unser Auto hinter ihm zum Halten brachten. In der Annahme unser Ferienhaus liege entlang des Weges ein StĂŒck in den Wald hinein und Thord wolle sich die Fahrt dorthin ersparen, baten wir um den SchlĂŒssel und wollten uns verabschieden. Es folgte (ich hatte es befĂŒrchtet) eine zirka fĂŒnfminĂŒtige Diskussion. Der Kerl trieb mich langsam zur Weißglut. Im Auto vor mich hin schwitzend und auf das Lenkrad trommelnd, versuchte ich meinen bedenklich angestiegenen Pulsschlag unter Kontrolle zu bringen, wĂ€hrend meine Frau dankenswerterweise die Unterhaltung fĂŒhrte. Schlussendlich schwang sich Thord wieder in seinen Skoda und meine Frau wusste zu berichten, dass er uns lediglich auf einen Fischereiplatz aufmerksam machen wollte (der ein StĂŒck des Weges im Wald lag) und uns nunmehr zum Haus fĂŒhren wĂŒrde. Nach ungefĂ€hr fĂŒnf Kilometern bog Thord Svensson in einen zweispurigen befestigten Weg ein, um nach weiteren zweihundert Metern in einen einspurig befahrbaren Waldweg abzubiegen, der nach abermaligem Rechtsabbiegen in einen mit Gras bewachsenen Trampelpfad mĂŒndete. Dem vorausfahrenden Fahrzeug im Schritttempo etwa zwei Minuten steil bergab folgend, kamen mir erste Zweifel an der Richtigkeit des Weges zu einem möglicherweise doch noch vorhandenen Ferienhaus. Unmittelbar nachdem ich diese Zweifel meiner Frau gegenĂŒber geĂ€ußert hatte, kam Thords Wagen (wie mir zur BestĂ€tigung) direkt auf dem Trampelpfad und ohne ersichtlichen Grund zum Stehen. Thord stieg in einer Arschruhe aus seinem Skoda und deutete, nachdem er ein paar Sekunden lang schweigend den Waldboden betrachtet hatte, auf eben diesen, zeigte (um genau zu sein) auf einen Pilz und grunzte drei bis vier mal das Wörtchen gut oder etwas in dieser Art. Ich hĂ€tte ihn umbringen können. In Gedanken durchsuchte ich bereits den Kofferraum unseres Kombis nach dem Angelrucksack, in dem sich ein Tauchermesser mit einer fast fĂŒnfzehn Zentimeter langen stehenden Klinge befand. Meine Frau bemerkte wohl das Hervortreten meiner Adern im SchlĂ€fenbereich und riet mir (allerdings auch schon in einem recht entnervten Ton) im Auto zu bleiben, wĂ€hrend sie die Angelegenheit erneut klĂ€ren wĂŒrde.
Erst jetzt bemerkte ich den durch die BĂ€ume schimmernden azurblauen See sowie den roten Angelkahn am Ufer, auf den Thord jetzt gemĂ€chlichen Schrittes zulief. Ich begriff sofort. Das war das im Katalog angepriesene Boot nebst Anlegestelle und irgendwo im Umkreis von fĂŒnfhundert Metern musste sich (wenn man dem Katalog Glauben schenken wollte) unser Ferienhaus befinden. Aber ich sah kein Haus. Ich glaubte an gar nichts mehr. Ich war nur froh unsere Sonnenmuschel im Auto zu wissen, so dass wir wenigstens fĂŒr diese erste Nacht ein Dach ĂŒber dem Kopf gehabt hĂ€tten.
Doch unser lang gehegter Traum wurde Wirklichkeit! Nachdem Thord abermals sein Auto bestiegen hatte und wir (ihm folgend) um zwei Ecken gefahren waren, trafen wir mitten im Wald auf das im Katalog versprochene HĂ€uschen. Allein der Anblick entschĂ€digte fĂŒr alles. Es war nicht nur eins, nein es waren gleich zwei wunderschöne HĂ€user auf einem großen NaturgrundstĂŒck, die uns neben einem ebenfalls in schwedenrot gehaltenem Plumpsklo fĂŒr die nĂ€chsten zwei Wochen ĂŒbereignet wurden. Das Haupthaus war traumhaft. Ein altes, schwedenrotes Blockhaus mit weißen Sprossenfenstern und einem offenen Kamin im Wohnzimmer prĂ€sentierte vor der EingangstĂŒre eine kleine ĂŒberdachte Holzterrasse.
Noch bevor uns Thord darauf hinweisen konnte, erklommen meine Frau und ich (jeweils unabhĂ€ngig voneinander) die hinter dem Haus liegende Felsplattform und standen sprachlos vor einem Panorama, wie es schwedischer nicht sein konnte. Vor uns lag ein Tal, dass im Vordergrund (von dichten NadelwĂ€ldern eingerahmt) den Blick auf einige nach oben herausragende Kiefern und im Hintergrund auf einen See mit einer stark bewaldeten Insel lenkte. In diesem Augenblick waren wir fĂŒr alles entschĂ€digt. Wir hatten die letzten drei Stunden schon fast vergessen und um das zu besiegeln, wurde Thord (mit aller uns noch zur VerfĂŒgung stehenden Höflichkeit) schnellstmöglich verabschiedet. Danach brachte ich unsere Taschen vom Auto ins Wohnzimmer, ließ mich im Anschluss auf eine Bank der besagten Holzterrasse gleiten und steckte meine extra fĂŒr diese Reise angeschaffte und bereits eingerauchte Tabakspfeife in Brand. Ein Blick auf die Uhr zeigte die einundzwanzigste Stunde.

- Der Kaffeekocher -

Nachdem wir noch in der Nacht mit MĂŒhe und Not sĂ€mtliche Sachen und VorrĂ€te in die mehr oder weniger leeren SchrĂ€nke und Ecken des Hauses verteilt hatten, fielen wir todmĂŒde in unser Doppelbett. Zuvor hatte ich mich jedoch aufgrund der abgeschiedenen Lage unseres Hauses dazu entschlossen die GolfausrĂŒstung in unserem Schlafzimmer zu deponieren, da ich mittlerweile die mitgebrachten SchlĂ€ger (in Erinnerung an einige gute Fernsehkrimis) als tödliche Waffen zu schĂ€tzen wusste. Weiterhin wurden das Tauchermesser, eine mitgenommene Taschenlampe sowie der HaustĂŒrschlĂŒssel auf meinem Nachtschrank hinterlegt. Diese Sicherheitsvorkehrungen behielt ich fĂŒr den gesamten Aufenthalt in unserem Ferienhaus bei. Da auch meine Frau nicht zu ĂŒbertriebener Risikobereitschaft neigt, wusste sie meine Vorsorge zu schĂ€tzen und wir fielen sofort nach dem Zubettgehen in einen tiefen und ruhigen Schlaf. Bevor wir nun (gegen Mittag des nĂ€chsten Tages ohne den störenden Wecker aus unserem Schlaf erwachend) das Haus grĂŒndlicher in Augenschein nehmen wollten, machte ich mich daran einen unbedingt notwendigen Kaffee fĂŒr unser FrĂŒhstĂŒck zuzubereiten.
Da stand sie vor mir – eine im Sonnenlicht silberglĂ€nzende Kanne der Marke „Husqvarna“, die ich nur vom Hörensagen schwedischen GelĂ€ndemotorrĂ€dern zuzuordnen wusste. Es war exakt das gleiche Modell, welchem Thord am Vortage einen starken und wohlschmeckenden Kaffee zu entlocken wusste. Die Sache hatte nur einen Haken. Die Kanne stand völlig ausgeweidet neben dem zugehörigen Elektrokabel und ohne Deckel vor mir. Wo kam jetzt der Kaffee hinein? Kurzerhand entschlossen, fĂŒllte ich den Kaffee auf den Boden der Kanne und gab einen guten Liter Wasser hinzu, um die so angesetzte BrĂŒhe in der offenen Kanne zu kochen und im Anschluss durch die selbstverstĂ€ndlich mitgebrachten FiltertĂŒten abzugießen. Plötzlich erzitterte das gesamte Haus unter einem mörderischen GerĂ€usch, dass ich nach kurzer Suche der anspringenden Wasserpumpe zuordnen konnte. Man wĂŒrde sich daran gewöhnen. Noch wĂ€hrend ich das neben der Kanne liegende Elektrokabel in den Kaffeekocher und die Wandsteckdose einstöpselte, ließ meine Frau aus dem Bad (unter der Dusche stehend) ein deutliche vernehmbares Igitt Igitt hören. Sie schrie, was das denn fĂŒr eine braune und stinkende BrĂŒhe sei, die hier aus dem Wasserhahn kĂ€me und machte mir recht deutlich klar dieses Wasser nicht einmal zum ZĂ€hne putzen verwenden zu wollen. Auch mir fiel schlagartig wieder der leichte Modergeruch ein, welchen ich beim Öffnen des Wasserhahnes vernommen hatte, den ich aber in meiner Weisheit und zu diesem Zeitpunkt dem ungelĂŒfteten Haus zuschrieb. Noch wĂ€hrend sie leise vor sich hinschimpfend aus dem Badezimmer kam, fiel ihr Blick auf die von mir angesetzte Pampe, die einmal unseren FrĂŒhstĂŒckskaffee abgeben sollte. In ihrer leisen und hintergrĂŒndigen Art gab sie mir zu verstehen, dass ich wohl nicht mehr ganz richtig im Kopf sei und sie von diesem Gesöff keinen Fingerhut voll trinken wĂŒrde. Im Übrigen solle ich doch erst einmal meine Kontaktlinsen einsetzen, statt hier wie ein blinder Maulwurf in der Gegend herumzublödeln und meinen dann geschĂ€rften Blick auf die im Trockenkorb der SpĂŒle verstreuten Einzelteile lenken, was ich dann auch tat. Das Gesehene ĂŒbertraf all meine Erwartungen. Vor mir lag eine lange strohhalmĂ€hnliche verchromte Stange (an die im oberen FĂŒnftel eine Feder angeschweißt war), ein becherförmiges Metallteil mit einem Sieb als Boden, ein weiteres siebartiges Metallgebilde, der sofort von mir als Deckel identifizierte Verschluss der Kanne mit Sichtfenster sowie eine leicht ausgebeulte Gummischeibe. In dem Gummiteil vermutete ich sofort den Dichtring, den ich von unserem heimischen Espressokocher her kannte und wunderte mich nur etwas ĂŒber dessen scheibenartige und undurchlĂ€ssige Konstruktion.
Sofort ging ich ans Werk. Ich kippte die angesetzte BrĂŒhe in den Abfluss, spĂŒlte die Kanne aus, ließ den Siebbecher auf den Boden des Kochers gleiten und steckte die Metallstange (durch das vorgesehene Loch im Siebbecher) senkrecht stehend in die Kanne ein. Kurz vor dem EinfĂŒllen des Wassers aus einer der (von insgesamt achtzehn StĂŒck) mitgefĂŒhrten eins Komma fĂŒnf Liter Wasserflaschen kam ich ins Stocken. Still vor mich hingrĂŒbelnd betrachtete ich das zweite Sieb in meiner linken und die vermeintliche Gummidichtung in meiner rechten Hand. Nach einer geschlagenen Viertelstunde und unzĂ€hligen Zusammenbauversuchen mit allen mir zur VerfĂŒgung stehenden Teilen ließ ich mich erschöpft auf einen KĂŒchenstuhl fallen. Ich beschloss (getreu dem Motto: „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“) die Sache analytisch anzugehen. Nach einigen Überlegungen zum Aufsteigen von kochendem Wasser in einer Kapillaren, welche vom erfolglosen Suchen nach der Bedienungsanleitung begleitet wurden, begann ich erneut mit der Montage. Als erstes setzte ich den Metallstab ein. Danach befĂŒllte ich die Kanne mit dem besagten Flaschenwasser und fĂŒhrte den Siebbecher in dem dafĂŒr vorgesehenen Loch ĂŒber die Metallstange, bis er auf der Feder aufsitzend kurz unter dem Rand des Kochers verschwand. Anschließend tat ich Kaffee in den Siebbecher, setzte das etwas kleinere Sieb oben drauf, um dann die Kanne mit dem dafĂŒr vorgesehenen Deckel zu verschließen. Man kann mein Dilemma bereits erahnen, denn trotz aller BemĂŒhungen fand sich fĂŒr die vermeintliche Gummidichtung kein Platz mehr. Meinen Berechnungen zufolge hĂ€tte das Wasser (nach seiner Erhitzung durch die elektrisch beheizte Bodenplatte) in der Röhre aufsteigen sollen und sich durch das befĂŒllte Kaffeesieb nach unten ergießend in Kaffee verwandeln mĂŒssen. Unklar blieb mir, wann dieser Vorgang beendet sein wĂŒrde, da sich ja das zunehmend brauner werdende Wasser immer wieder aufs Neue in diesen immerwĂ€hrenden Kreislauf begeben wĂŒrde. Allerdings war ich durch meine bei Thords Kaffeekocher gemachten Beobachtungen von der Richtigkeit meines Vorhabens ĂŒberzeugt. Ich hoffte auf eine Abschaltautomatik (die möglicherweise durch ein Bimetall gesteuert hĂ€tte sein können), befand aber auch, dass ich im Zweifelsfall jederzeit den Stecker ziehen konnte. Lediglich die fehlende Gummidichtung bereitete mir noch Kopfzerbrechen.
Um meine Frau nicht unnötigerweise der eventuell drohenden Explosionsgefahr auszusetzen, bat ich sie die KĂŒche zu verlassen und steckte in einem Anfall von Wagemut den Stecker in die Dose. Sofort begann die Maschine begleitet von rhythmischen KlopfgerĂ€uschen zu arbeiten. Dass diese GerĂ€usche ein Hinweis auf den ordnungsgemĂ€ĂŸen Gebrauch des Kochers waren, wusste ich ebenfalls noch von unserem Kaffeegelage bei den Svenssons. Wie durch Zauberhand stellte die Maschine tatsĂ€chlich nach knappen zehn Minuten ihre Arbeit ein, so dass ich meine Frau wieder in die KĂŒche bitten konnte, um ihr stolz meinen ersten schwedischen Kaffee zu prĂ€sentieren.
Was soll ich sagen? Der Kaffee war ganz vorzĂŒglich und meine GenialitĂ€t unĂŒbertroffen. Noch wĂ€hrend ich mich dem Kaffeegenuss sowie meinem bereits erkalteten FrĂŒhstĂŒcksei hingab, öffnete ich meine völlig verkrampfte und zur Faust geballte linke Hand. Oh diese Dichtung! Oder war es gar keine Dichtung? Was war es dann? Um mich nicht allzu sehr auf diese Fragestellung konzentrieren zu mĂŒssen, erklĂ€rte ich meiner Frau, dass dies eine offensichtlich völlig unnötige Gummidichtung sei, was sie (von meiner anhaltenden Orakelei erlöst) auch dankbar zur Kenntnis nahm. Anschließend legte ich meine heiß geliebte Gummidichtung an ihren angestammten Platz (den SpĂŒlkorb) zurĂŒck und verbannte sie aus meinen Gedanken. Als ich mich nach einem ausgiebigen FrĂŒhstĂŒck gerade ein wenig im Haus herumdrĂŒcken wollte, um meiner Frau beim anstehenden Abwasch nicht unnötig im Wege zu stehen, vernahm ich einen Hilferuf aus der KĂŒche. Meine Frau erklĂ€rte mir ohne Umschweife, dass sie ein dringend benötigtes Teil suche (da sie ansonsten unmöglich das Wasser in der KĂŒchenspĂŒle halten könne), als mich auch schon der Geistesblitz traf. Über beide Ohren grinsend und von Gott erleuchtet, schaute ich ihr fĂŒr ein paar Sekunden in die Augen, griff in den SpĂŒlkorb und prĂ€sentierte meiner Frau den gerade vermissten und zum Abfluss des SpĂŒlbeckens gehörigen Stöpsel!

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Columbus

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Columbus
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Warum gibt niemand eine Meinung ab?

Hallo alle zusammen,

bin etwas enttĂ€uscht, dass sich niemand zu meinem Beitrag Ă€ußert. Ist er zu lang oder wirklich so schlecht?
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Columbus

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Marius Speermann
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Nachdem Du nun direkt fragst, lass mich ein paar Kommentare dazu abgeben, warum ich den Text anstrengend fand:

Gleich zu Beginn startest Du mit ziemlich langen SchachtelsĂ€tzen. Gerade bei einer Urlaubsbeschreibung wĂŒrde ich da einen "lockeren" Stil, sprich kĂŒrzere SĂ€tze erwarten. Auch sollten diese Lust auf den Urlaub machen. Du steigerst Dich aber gleich in zuviele Details rein (was ihr alles eingepackt habt), ohne den Grund dafĂŒr zu beschreiben. Das scheint mir mehr eine mechanische AuzĂ€hlung von Aktionen, aber nicht so sehr eine gefĂŒhlsmĂ€ssige Beschreibung zu sein. So ein bisschen nach dem Fokus: "Warum sind wir dort hin", und nicht "Wie sind wir dort hin".

Weiters verwendest Du leider sehr viele kommentare in Klammern. Das sollte besser in den Text eingebaut werden. Von irgendeinem berĂŒhmten Schriftstelle habe ich mal den Kommentar zu Klammern gelesen, "wenn man den Text in den Klammern nicht im normalen Text unterbringen kann, dann soll man ihn weglassen"(oder so Ă€hnlich).

Mach mehr AbsÀtze und nicht riesige Paragraphen.

Generell, wie schon erwĂ€hnt, sollte eine Reisebeschreibung Lust machen, und nicht pingelig jedes einzelne Detail auskosten. Mehr auf GefĂŒhlsebene, denn auf der StĂŒcklistenebene.

Und zum Schluss verstehe ich nicht genau, warum das unter Humor&Satire ist? Aber da Humor eben verschieden ist, kann ich das einfach ĂŒbersehen haben.

Eventuell wĂŒrde die Aufarbeitung einer einzelnen Anekdote aus der Schwedenreise wesentlich mehr ĂŒber das GefĂŒhl der Reise aussagen, als der vorliegende Ă€usserst lange Text.

Soviel von mir, sieh das bitte aber als konstruktive Kritik.

Mario

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flammarion
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nun

hab ich mich auch endlich durch das lange werk gelesen und meine, es wÀr ein guter tagebuchtext.
einzelne anekdoten wĂ€ren fĂŒr humor und satire gĂŒnstiger.
lg
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Old Icke

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