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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Schweigen im Schnee
Eingestellt am 02. 10. 2004 22:16


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Jona K.
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Schweigen im Schnee

Es war wirklich eine tolle Idee von Inge gewesen, Sebastian zu seinem drei├čigsten Geburtstag ein verl├Ąngertes Wochenende mit seinen Freunden zu schenken. Zu viert fuhren wir daher im Februar zu einer einsamen H├╝tte in den Bergen. Da Erich und ich seine zwei besten Freunde waren, hatten wir die Ehre gehabt, das ganze zu organisieren. Dementsprechend froh waren wir, dass bisher alles so gut geklappt hatte. Erich half mir noch rasch die Kiste mit den Vorr├Ąten aus dem Anh├Ąnger des Schneemobils zu hieven, w├Ąhrend Inge und Sebastian bereits h├Ąndchenhaltend auf die H├╝tte zusteuerten. Der Bauer, der uns heraufgebracht hatte, verabschiedete sich freundlich und fuhr dann den verschneiten Hang zur├╝ck ins Tal. Jetzt waren wir hier allein. Drei Tage lang keine l├Ąstigen Telefonanrufe, kein Fernsehnen, kein Radio, nur eine gem├╝tliche Zeit unter Freunden.
In der H├╝tte erwartete uns eine gem├╝tliche Essecke, eine K├╝chenzeile und eine Eisesk├Ąlte. W├Ąhrend Sebastian gleich damit begann, Feuer zu machen, brachten Erich, Inge und ich das Gep├Ąck nach oben in den Schlafraum. Nach etwa 20 Minuten prasselte zwar das Feuer bereits ordentlich, es w├╝rde aber noch eine Weile dauern, bis die K├Ąlte aus dem Wohnraum vertrieben war. Daher bot ich mich an, eine ÔÇ×F├╝hrung durch den luxuri├Âsen, an die Landschaft optimal angepassten Au├čenbereich des AnwesenÔÇť zu machen. Inge war zwar skeptisch, aber Sebastian und Erich schienen begeistert und so begab sich unser Quartett nach drau├čen. Doch obwohl ich erst f├╝nf Minuten von den Vorz├╝gen der wassersparenden Outdoor-Toilette mit unbegrenzter Frischluft, in anderen Worten vom Plumpsklo vor der H├╝tte, geschw├Ąrmte hatte, traf mich ein Schneeball, der mich wohl zum Schweigen bringen sollte, und aus dem gem├╝tlichen Spaziergang, den sich alle erwartet hatten, wurde eine hitzige Schneeballschlacht.
Als es dann zu schneien begann und die N├Ąsse langsam die Hosenbeine hochkroch, zog es mich wieder in die mittlerweile warme H├╝tte. Auch Erich war froh, sich am Ofen w├Ąrmen zu k├Ânnen. Nur Inge fand einen Spaziergang im Schnee so romantisch, dass Sebastian wohl oder ├╝bel das Aufw├Ąrmen auf sp├Ąter verschieben musste.
Erich und ich hatten das Schachspiel ausgepackt und waren gerade mitten in der ersten Partie, als die T├╝r aufgerissen wurde und Inge tr├Ąnen├╝berstr├Âmt hereinst├╝rmte und sofort die Treppen hinauf in den Schlafraum lief.
Ich warf Erich einen entschuldigenden Blick zu und folgte ihr nach oben um sie zu beruhigen. Als ich zehn Minuten sp├Ąter wieder herunter kam, hatte Sebastian meinen Platz am Schachbrett eingenommen. Er schien kein bisschen aufgeregt und lie├č sich nichts von seinem Streit mit Inge anmerken. Ich schnappte mir einen Topf, sch├╝ttete 2 Dosen Gulaschsuppe hinein und stellte ihn auf den Ofen. Als die Suppe fast kochte, kam Inge herunter. Sie hatte sich Gott sei Dank wieder beruhigt, und so wurde es ein sehr gem├╝tlicher Abend.
Am n├Ąchsten Morgen war ich als erster auf. Der Ofen war fast ausgegangen und das Holz herinnen aufgebraucht. Also musste ich hinaus in die K├Ąlte, um welches von den Tristen vor der H├╝tte zu holen. Aber als ich hinaustrat, traute ich meinen Augen nicht. Mit einem lauten Schrei lief ich zu der reglosen Gestalt, die zwischen H├╝tte und Plumpsklo im Schnee lag. Ich fiel neben ihr auf die Knie und f├╝hlte ihren Puls, aber da war nichts, was ich f├╝hlen konnte. Inges lebloser K├Ârper war bereits kalt. In ihrem R├╝cken steckte bis zum Schaft eines der gro├čen K├╝chenmesser. Das Blut, das nicht von ihrer dicken Jacke aufgesogen worden war, bildete obskure Muster im Schnee.
Erich und Sebastian kamen durch meinen Schrei alarmiert angelaufen. W├Ąhrend Erich in eine Mischung aus Heulen und Schreien ausbrach und sich nicht mehr zu beruhigen schien, stand Sebastian wie angewurzelt da und starrte auf Inge herunter. Er brachte kein Wort heraus. Es dauerte eine Weile, bis wir fassen konnten, was wir sahen.
Schweigend drehte sich Sebastian um, ging in die H├╝tte, kam mit seinem Mantel zur├╝ck und deckte damit Inges Leiche zu. Wie aus einem Bann gerissen h├Ârte Erich endlich auf zu schreien. Er murmelte leise: ÔÇ×Wer hat das getan?ÔÇť, bevor er ganz verstummte. Damit hatte er ausgesprochen, was sich jeder von uns fragte. ÔÇ×Und wenn derjenige noch da ist?ÔÇť, stellte ich erschrocken fest. Mit einem M├Ârder gemeinsam auf einer einsamen Bergh├╝tte.
Zu dritt umkreisten wir leise die H├╝tte. Au├čer dem Knirschen des Schnees unter unseren Schuhen war nichts zu h├Âren. Es hatte gestern Abend aufgeh├Ârt zu schneien, aber au├čer unseren Spuren zwischen H├╝tte, Toilette und Quelle gab es keine Fu├čabdr├╝cke im Schnee. Dadurch hatten wir Gewissheit: Der M├Ârder war noch hier.
Wir mussten ihn finden! In der H├╝tte bewaffneten wir uns mit gro├čen Messern und einem schweren Sch├╝rhacken. Ein Gef├╝hl der Panik begleitete uns, als wir mit der Suche begannen. Au├čer dem Plumpsklo und einigen Winkeln im ├╝berdachten Bereich vor der H├╝tte gab es drau├čen keinen Ort, an dem sich jemand verstecken konnte. Einerseits waren wir beinahe erleichtert, als wir dort niemanden fanden, andererseits steigerte es noch unsere Angst vor dem Durchsuchen des Innenraums. Unsere Angst verdr├Ąngend, stellten wir trotzdem die ganze H├╝tte auf den Kopf. Am Ende suchten wir nur mehr, um einer kaum fassbaren Tatsache nicht ins Auge sehen zu m├╝ssen. Schlie├člich gaben wir doch auf und setzten uns an den Tisch. Sebastian war der erste, der die Sprache wieder fand. ÔÇ×Wer von Euch beiden war es?ÔÇť, stie├č er hervor und starrte uns abwechselnd an. Erich fing leise an zu weinen. ÔÇ×Woher sollen wir wissen, dass Du es nicht warst?ÔÇť, entgegnete ich. ÔÇ×Sie war meine Freundin, welchen Grund sollte ich haben, sie zu t├Âten?ÔÇť Daraufhin konnte ich nicht anders, als ihn mit dem zu konfrontierte, was mir Inge von ihrem Streit erz├Ąhlt hatte. Sie war schwanger von ihm, aber er wollte nichts von dem Kind wissen. Er wollte, dass sie das Kind abtreiben lie├č, aber f├╝r sie kam das nicht in Frage.
Sebastian wurde noch blasser, als er ohnehin schon war. Aufgebracht bestritt er, dass der Streit so abgelaufen war. Allerdings wirkte sein Erkl├Ąrungsversuch, dass es in ihrem Streit nur um eine baldige Hochzeit gegangen war, f├╝r die er sich noch nicht bereit f├╝hlte, nicht ├╝berzeugend. Von der Schwangerschaft hatte er angeblich nichts gewusst.
Aus Erichs Gesicht war der letzte Rest von Farbe gewichen. Pl├Âtzlich sprang er auf und lief hinaus. Seit wir die H├╝tte wieder betreten hatten, hatte er noch immer keinen Ton gesagt. Sebastian und ich starrten ihm hinterher.
Laut sprach ich aus, was mir schon eine ganze Weile im Kopf herumschwirrte: ÔÇ×Erich ist schon seltsam. Ich meine, nat├╝rlich nimmt uns das alle mit, aber ab und zu habe ich das Gef├╝hl, dass das ganze bei ihm nicht echt ist. Sein Verhalten ist so ├╝bertrieben, dass es schon beinahe gespielt wirkt.ÔÇť
Sebastian schaute mir direkt in die Augen. ÔÇ×Ich wei├č nat├╝rlich, dass Erich f├╝r Inge geschw├Ąrmt hat, aber er ist ein solcher Tr├Ąumer, dass ich ihm so etwas eigentlich nicht zutraue.ÔÇť ÔÇ×Ja, eigentlich. Das Problem ist nur: Eigentlich traue ich es keinem von euch beiden zu.ÔÇť
Erich tauchte kurze Zeit sp├Ąter wieder in der H├╝tte auf und wir verbrachten die Zeit damit, uns gegenseitig schweigend anzustarren. Obwohl dieses schweigende Warten beinahe unertr├Ąglich war, gab es nichts anderes zu tun. Ohne Schneemobil und Kenntnis von der Gegend, kamen wir hier nicht weg. Und ohne Handy konnten wir niemanden informieren. Wer war auf die glorreiche Idee gekommen, keine Handys mitzunehmen, damit wir nicht von l├Ąstigen Telefonanrufen gest├Ârt werden konnten? Egal.
So sa├čen wir rund um den Tisch und die Zeit kroch dahin. Wir versuchten instinktiv, zusammen zu bleiben, obwohl uns bewusst war, dass einer von uns ein M├Ârder war. Aber alleine in dieser Katastrophe zu sein, w├Ąre noch unertr├Ąglicher.
Als Sebastian einmal nach drau├čen ging um Holz zu holen, sprach Erich mich auf den Streit von Sebastian und Inge an: ÔÇ×Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sebastian sie wirklich zur Abtreibung ├╝berreden wollte.ÔÇť ÔÇ×Ich fand diese Reaktion auch schrecklich. Aber Sebastian ist nun einmal ein enormer Hitzkopf. Vielleicht sind sie in der Nacht noch einmal in Streit geraten und bei ihm sind die Sicherungen durchgebrannt. Ich kann mir das Ganze nicht erkl├Ąren. Wie konnte so etwas nur geschehen.ÔÇť In dem Moment ging die T├╝r auf, und Sebastian kam wieder herein, worauf wir unser Schweigen fortsetzten.
Langsam wurde es dunkel drau├čen, und die Spannung in der H├╝tte wurde noch unertr├Ąglicher. Erich war der erste, der nach oben in den Schlafraum ging. Nat├╝rlich war es eine gute Idee, die Zeit bis morgen fr├╝h mit Schlafen zu ├╝berbr├╝cken, allerdings konnte ich im Moment nicht einmal an Schlaf denken. Zu aufgew├╝hlt, ver├Ąngstigt und verwirrt war ich von den Geschehnissen des Tages. Gott sei Dank w├╝rde morgen der Bauer mit dem Schneemobil kommen, um uns abzuholen. Dann konnte sich die Polizei um die ganze Sache k├╝mmern.
Sebastian schien es ├Ąhnlich zu gehen.
Ich bin mir nicht sicher, ob er eine Antwort auf seine Frage wollte, oder ob er nur die Stille nicht mehr aushielt, als er mich fragte: ÔÇ×Hast Du sie get├Âtet?ÔÇť Auch ich ertrug das Schweigen kaum mehr, und daher kam mir dieses Gespr├Ąch, trotz seines unangenehmen Charakters, gerade recht. ÔÇ×Welchen Grund h├Ątte ich wohl gehabt, sie zu t├Âten? Wir hatten schon vor vier Jahren Schluss gemacht, und ihr wart bereits seit drei Jahren zusammen. Wenn ich sie deshalb h├Ątte t├Âten wollen, dann h├Ątte ich das wohl schon l├Ąngst getan. Du hattest meiner Meinung nach einen viel besseren Grund, und Erich auch. Du denkst vielleicht, er hat nur ein bisschen f├╝r Inge geschw├Ąrmt, aber f├╝r einen Tr├Ąumer wie ihn, war es bestimmt die ganz gro├če Liebe. Und dann musste er st├Ąndig euer Geturtel mit ansehen. Vielleicht hat er sich letzte Nacht ein Herz gefasst und ihr seine Liebe gestanden und sie hat ihn zur├╝ckgewiesen.ÔÇť Sebastian sagte nichts zu dieser Theorie. Es war stockdunkel, als auch wir nach oben in den Schlafraum gingen.
Als ich am n├Ąchsten Morgen aufwachte, war ich ans Bett gefesselt. Ich konnte es nicht glauben. Neben mir standen Erich und Sebastian. ÔÇ×Was soll das?ÔÇť, stie├č ich hervor.
Es war Sebastian, der mir antwortete. ÔÇ×Erich und ich hatten gestern eine nette Unterhaltung, w├Ąhrend Du drau├čen auf der Toilette warst. Uns ist einiges seltsam vorgekommen. Zum Beispiel, dass keiner von uns aufgewacht ist, als Inge in der Nacht aufstand ist, obwohl die Balken ziemlich knarren. Oder, dass Inge Dir angeblich von einem Streit erz├Ąhlt hat, der nie stattgefunden hat. Im Laufe des Tages, hast Du dann versucht, uns gegeneinander aufzuhetzen. F├╝r jeden hattest Du ein Motiv parat. Am Abend, als Erich vorgab, zu Bett zu gehen, hat er in Wirklichkeit Deinen Rucksack durchsucht, und ein starkes Schlafmittel gefunden. Ich wei├č, dass Du oft schlecht schl├Ąfst, daher w├╝rde mich das alleine nicht wundern. Allerdings: wenn Du uns das vorgestern Abend ins Essen oder in ein Getr├Ąnk gemischt hast, w├╝rde das erkl├Ąren, warum keiner von uns aufgewacht ist. Und Du kanntest Inge gut genug, um zu wissen, dass sie immer mehrfach in der Nacht zur Toilette muss. Erich hat mir gestern Abend dann etwas von dem Mittel gebracht, w├Ąhrend Du wieder einmal drau├čen warst. Als Du dann mir gegen├╝ber wieder Erich mehr oder minder beschuldigt hast, hast Du mich endg├╝ltig von Deiner Schuld ├╝berzeugt. Daher habe ich Dir das Zeug in dein Bier gemischt. Dadurch war es kein Problem, dich hier festzubinden. Eines verstehen wir aber beide nicht: Warum? Warum hast Du das nur getan?ÔÇť
ÔÇ×Ihr verstehet das nicht? Das habe ich mir gedacht. Inge ist zu weit gegangen. Sie ist einfach zu weit gegangen. Ich habe immer nur darauf gewartet, dass sie genug von Dir hat und zu mir zur├╝ckkommt. Dann, vorgestern, als sie aufgebracht von eurem Streit zur├╝ckkam, habe ich eine Chance f├╝r mich gesehen. Sie hat allerdings nur dar├╝ber geweint, dass Du sie nicht heiraten willst. Sie hat mir auch erz├Ąhlt, dass sie schwanger war, dass sie dir aber nichts davon gesagt hat, da sie nicht wollte, dass Du sie nur deshalb heiratest. Schon damit war sie zu weit gegangen. Dass sie etwas mit dir angefangen hatte, war eine Sache, aber mir mein Vorrecht auf ein Kind mit ihr zu nehmen eine andere. Sie geh├Ârte mir, nicht dir, aber das schien sie vergessen zu haben. Ich schluckte meinen ersten Zorn hinunter, gab vor, sie zu verstehen und tr├Âstete sie. Ich wollte in der Nacht noch einmal in Ruhe mit ihr reden. Daher sorgte ich daf├╝r, dass ihr mich dabei nicht st├Âren w├╝rdet. Ich folgte ihr, als sie in der Nacht zur Toilette musste und sprach sie unten im Wohnraum an. Ich bot ihr gro├čz├╝gig an, sie zu heiraten und das Kind als meines anzunehmen. Aber sie lehnte ab, meinte nur, dass das Angebot lieb von mir w├Ąre, dass sie das aber sicher noch mit dir kl├Ąren w├╝rde. Dann verlie├č sie die H├╝tte. Damit war sie dann endg├╝ltig zu weit gegangen. Welcher Mann h├Ątte sich das gefallen lassen? Wenn sie und das Kind nicht mir geh├Âren sollten, dann sollte sie keiner haben. Ich nahm mir also ein Messer aus der K├╝che und den Rest, nehme ich an, versteht ihr auch ohne, dass ich es euch erkl├Ąren muss.ÔÇť Beide sagten kein Wort zu mir, drehten sich nur um und gingen hinaus. Ob sie mich verstanden haben, kann ich nicht sagen.

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Zeichnen ist Sprache f├╝r die Augen, Sprache ist Malerei f├╝r das Ohr. (Joseph Joubert)

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Roni
Manchmal gelesener Autor
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hallo jona,

eine schwierige konstellation, in die du dich da selbst bringst. eine leiche - drei moegliche taeter.

die idee selbst gefaellt mir ... bei der umsetzung habe ich das gefuehl, mehr beschreibung denn erlebnis zu bekommen.


z.b.:

"Aufgebracht bestritt er, dass der Streit so abgelaufen war. Allerdings wirkte sein Erkl├Ąrungsversuch, dass es in ihrem Streit nur um eine baldige Hochzeit gegangen war, f├╝r die er sich noch nicht bereit f├╝hlte, nicht ├╝berzeugend. Von der Schwangerschaft hatte er angeblich nichts gewusst."

warum nicht als dialog? warum bewertend? warum nicht den leser schliessen lassen, wie ueberzeugend seine argumentation wirkt?

ich glaube, ein straffen und kuerzen wuerde die spannung des textes steigern.

lieben gruss
roni

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Jona K.
???
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Hallo Roni!

Vielen Dank f├╝r Deinen Kommentar.
Ich habe versucht, sehr bewu├čt beschreibend aus der Sicht des Ich-Erz├Ąhlers zu schreiben. Das hat anscheinend nicht ganz so gewirkt, wie ich das erhofft habe.
Mit dem K├╝rzen habe ich immer leichte Schwierigkeiten. Einerseits m├Âchte ich eine stimmige, glaubw├╝rdige Situation aufbauen, die die Handlungen der Personen schl├╝ssig erscheinen l├Ą├čt ohne in einer platten Darstellung einzelner Punkte zu enden. Andererseits sollte die Spannung nat├╝rich nicht darunter leiden. Ich werde beim n├Ąchsten ├ťberrbeiten versuchen, die Geschichte zu komprimieren, um die Spannung zu steigern.

Gr├╝├če,
Jona
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Zinndorfer
???
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Hallo Jona,

der erste Satz ist ein Hammer. Du bringst 18 Worte/Angaben, bevor ein erl├Âsendes Verb auftaucht, dass dem Ganzen (dann eigentlich erst im Nebensatz) einen Sinn gibt.

quote:
Zu Sebastians drei├čigstem Geburtstag f├╝r ein verl├Ąngertes Wochenende zu viert in eine einsame H├╝tte in den Bergen zu fahren, war wirklich eine tolle Idee.

Vorschlag: alles umdrehen und etwas weglassen.

Es war eine tolle Idee gewesen, zu Sebastians drei├čigstem Geburtstag f├╝r das Wochenende in eine einsame H├╝tte in den Bergen zu fahren.

Das zu viert kannst du sp├Ąter noch unterbringen.

Das ist mir zwar immer noch eine Angabe zu viel, man k├Ânnte also noch die Berge in den Satz mit dem Bauer verschieben, aber es ist schon ein St├╝ck gekl├Ąrter ...


Verzwirbelte Morgengr├╝├če, Zinndorfer

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Jona K.
???
Registriert: Dec 2002

Werke: 11
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Hallo Zinndorfer!

Oje, der Satz ist ja wirklich nach dem Motto: Wie halte ich erfolgreich einen Leser vom Weiterlesen ab. Mir ist das noch nicht einmal aufgefallen.
Ich werde das sofort ├Ąndern.
Vielen Dank,
Jona
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Zeichnen ist Sprache f├╝r die Augen, Sprache ist Malerei f├╝r das Ohr. (Joseph Joubert)

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