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Leselupe.de > Gereimtes
Schwein gehabt
Eingestellt am 03. 01. 2006 16:36


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Ralph Ronneberger
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Schwein gehabt


Rosarot und dämlich grinsend,
steht die Sau aus Ton gebrannt
auf dem Schreibtisch von Herrn Vincent.
AngefĂĽllt bis an den Rand.

Voll mit MĂĽnzen und auch Scheinen,
die Herr Vincent hart erspart.
Jahrelang hat er sich keinen
Wunsch erfüllt – und das war hart.

Stets Verzicht auf Sinnesfreuden
keine Weiber, keinen Suff.
So war’s bisher, aber heute
will Herr Vincent in den Puff.

Schluss soll sein mit all dem Jammer
sparsamster Enthaltsamkeit.
Ein entschloss’ner Griff zum Hammer
Vincent ist zur Tat bereit.

Nur ein Hieb, dann fliegen Scherben.
Welch brutaler Schweinemord!
Vincent kommentiert’s mit herbem
Lachen und schon reißt’s ihn fort.

Seht! Er eilt mit schnellen Schritten
zu dem Freudenhause hin.
Heiße Hintern, stramme Titten –
Danach steht ihm jetzt der Sinn.

Honorar rasch ausgehandelt
Schon geht’s hin zum Separee.
Ach wie grazi-ös sie wandelt
Schöööön - wie eine Märchenfee.

Und dann schubst sie ihn zum Bette.
„Komm! Mach schnell, die Zeit ist knapp!“
Beide müh’n sich um die Wette,
doch sein bestes StĂĽck bleibt schlapp.

Lustlos hängt der müde Kleinwicht
bammelnd unter Vincents Bauch.
Viel zu spät kommt nun die Einsicht.
Was lang rastet - rostet auch.

Tief beschämt flieht er von hinnen.
Hohngelächter schallt ihm nach.
Erst in einer Kneipe drinnen
Wird sie ihm bewusst – die Schmach.

Er ersäuft sein hehres Leiden.
Plötzlich kommt an seinen Tisch
ne Bekannte früh’rer Zeiten.
Graue Maus und nicht ganz frisch.

Sie so einsam – er frustriert,
leiden beide fĂĽrchterlich.
Und wie’s manchmal so passiert…
Zack! Auf einmal mag man sich.

Kurz gesagt – nach allem Anschein
kommt da richtig Liebe auf
und der Rest vom Porzellanschwein
geht dann fĂĽr Viagra drauf.

__________________
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ENachtigall
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Hallo Ralph

Dein Gedicht gefällt mir in puncto Heiterkeit, mit seinen überraschenden Wendungen und dieser eigentümlichen Schanktischromantik. Solche Happy Ends fallen nur Optimisten ein!

GruĂź

Elke
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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Kasper
One-Hit-Wonder-Autor
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Selten so gelacht !!!

Hallo Ralph - absolut gelungen, schwungvoll, humoristisch - ich bewundere Leute, die solch lustige Gedanken derart lieb und nett in eine sich reimende Geschichte zu verpacken vermögen. - Danke für die Unterhaltung !

Lieben GruĂź,
Kasper

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
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Hallo Elke, hallo Kasper,

Wenn jemand zu einem Text, der in der Rubrik "Humor und Satire" steht, mit den Worten "Selten so gelacht" reagiert, dann empfinde ich das schon als verdammt dickes Lob. Und noch etwas hat mir gefallen: der von Kasper verwendete Begriff "sich reimende Geschichte". Ja - ich bin der Meinung, dass gereimte Gedichte vor allem Geschichten erzählen sollen. Alles andere (Gefühle, Gedanken, Wortmalereien usw. sollten der Lyrik vorbehalten sein. Oder irre ich mich da?

Dass solche Happy Ends nur Optimisten einfallen können, liebe Elke, halte ich für einen interessanten Gedanken. Ich werde mal in mich gehen und versuchen rauszukriegen, ob ich mich tatsächlich vorbehaltlos zu dieser Spezies zählen darf. Und wenn der Selbsttest negativ ausfallen sollte, bleibt mir immer noch das, was ich auch für eine wesentliche Triebfeder für solche Machwerke halte - nälich: Eine ausreichende Portion Selbstironie.

So - nun sag ich aber artig danke fĂĽr eure netten Kommentare, stecke klammheimlich das Lob ein und schleich mich fĂĽr heute von dannen.

GruĂź Ralph
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Walther
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Mit einem Wort: Coooooool!

Bänkelsang ist nicht so leicht, wie er aussieht. Und hier sieht er verdammt leicht aus.

Das Motto, das gute Ende, gehört zu dieser Art von Bänkelsang wie der Knödel zum Schweinsbraten. Alles Andere hätte den Leser enttäuscht. Man muß kein Optimist sein, um dem armen Helden einen guten Ausgang zu gönnen. Schließlich hatte er ihn sich verdient.

GruĂź W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Herr MĂĽller
Häufig gelesener Autor
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Viel zu selten

findet man solchen Genuss an geübter Reimkunst. Die Leichtigkeit des Seins eines Wasserbauers schlechthin. Als ich die Zeilen las, konnte ich die Worte schön im sächsischen Monolog einpendeln lassen. Dann las ich die Biographie und mir war alles klar.

Klasse!

Henrik aus Dresden
__________________
Wer das Wort sucht, wird den Reim ernten.

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