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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schweine
Eingestellt am 21. 06. 2002 16:54


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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Schweine

Der Schweinestall war lange genug vernachlĂ€ssigt worden. „Es riecht nach Schwein!“ sagte Elfriede in der Wohnung zu dem Bauern. „Ach was!“ meinte der Bauer und kehrte auf dem Absatz um. Das hĂ€tte ihm gerade noch gefehlt, dass sie ihm jetzt Vorhaltungen machen wĂŒrde, dass er den Stall vernachlĂ€ssigt. Sicherlich kĂ€me das am Ende bei der Diskussion heraus. Da zog er es doch lieber vor, rechtzeitig aus ihrem Blickwinkel zu verschwinden.

Bauer Hub, wie ihn alle nannten hielt sich in der letzten Zeit wirklich recht selten im Schweinestall auf. NatĂŒrlich steckte viel Arbeit darin und wenn er statt zu Elfriede lieber zur Resi ging; irgendwann musste Elfriede es ja bemerken, aber nicht gerade jetzt: - Da schleich ich mich doch lieber! – war seine Reaktion darauf. Doch Elfriede war eine energische Person. Sie kam hinter ihm her, gerade als er mit der Überlegung beschĂ€ftigt war, den Stall zu misten oder lieber statt der Mistgabel den AutoschlĂŒssel zu nehmen und zur Resi zu fahren. Er hĂ€ngte schnell wieder den AutoschlĂŒssel ans Brett als er Schritte hinter sich vernahm und entschied sich fĂŒrs Ausmisten. „Ich werde dir helfen!“ dröhnte die Stimme seiner Frau hinter ihm, die er heute so gar nicht gerne hörte und er seufzte recht laut und war der Meinung, dass die Schweine heute ruhig schon ins Freie dĂŒrften.

„Was?“, ließ Elfriede ihre schrille Stimme vernehmen „Es hat doch noch gefrorern diese Nacht und du willst die armen Tiere an die Luft schicken?" "Ich brauche deine Hilfe nicht, komme auch ohne dich ganz gut klar!“ knurrte der Bauer und blickte missmutig in die Richtung, wo Elfriede sich daran machte, die Mistgabel zu schultern.

Seine Kehle war bereits nach wenigen Minuten wie ausgetrocknet in diesem Schweinestall und wĂ€re seine Frau nicht in seiner NĂ€he, er sĂ€ĂŸe lĂ€ngst in Resis Kneipe. So allerdings hielt er Ausschau nach einem Bier und verschwand fĂŒr kurze Zeit im Keller. Wenig spĂ€ter stand er mit der Bierflasche in der TĂŒre und sah seiner Frau zu, wie sie die Mistgabel hob und senkte. Ja, sie konnte anpacken, das musste der Neid ihr lassen. Was sie anpackte, das klappte auch und gleiches erwartete sie ebenfalls von ihm. Doch er hatte schon lange keine Lust mehr und suchte Ausweichmöglichkeiten, die er meinte jetzt gefunden zu haben und zwar in Resis Kneipe. Seine LieblingsbeschĂ€ftigung hieß: Kartenspielen und nicht mehr Schweine, Schweine, Schweine. Ausserdem war Resi immer so freundlich zu ihm und sie war allein. Bauer Hub seufzte und packte die zweite Mistgabel in die Hand – Wirt mĂŒsste man sein! – dachte er.

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jon
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Was ist die Geschichte?

Im (klein- und mittelbĂ€uerlichen) Schweinestall riecht es IMMER nach Schwein – egal ob er vernachlĂ€ssigt wurde oder nicht.


__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

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anemone
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Hallo Jon,

Ich habe den Text zum besseren VerstÀndnis leicht geÀndert.
Normalerweise riecht man in der Wohnung nichts von der Tierhaltung, da Haus und Hof durch eine Duftschleuse von einander getrennt sind. In diesem Fall konnte man die Tiere bis ins Wohnzimmer riechen.

ZufÀllig war es ein Schweinestall, es hÀtte auch ein Kuhstall sein können. Es hat keine besondere Bedeutung.

freundliche GrĂŒĂŸe
anemone

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