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Leselupe.de > Kurzprosa
Schwer zu beschreiben
Eingestellt am 30. 06. 2008 15:33


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arle
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

Werke: 33
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Kennst du das? Wenn du nach Tagen der Klausur, des Kreisens um dich selbst zum ersten Mal wieder auf die Straße trittst? Die Menschen bewegen sich in Zeitlupe, schwerelos, wie unter Wasser. Als stĂŒndest du vor einem Aquarium. Setz eine Sonnenbrille auf, dann werden die Bilder noch plastischer.

Vielleicht bist auch nur du im Aquarium, und alle anderen stehen draußen und sehen dir zu. Die GerĂ€usche wie durch Watte.

Weißt du, wie es ist, wenn man sich nach Tagen des Schweigens erst wieder an die eigene Stimme gewöhnen muss? Dreimal rĂ€uspern, bevor ein "guten Tag" zustande kommt.

Manchmal bleibst du so lange draußen, bis du wieder dazu gehörst. Manchmal kriechst du ganz schnell zurĂŒck in deinen Bau.

Ich kenne das. Und ich weiß bis heute nicht, ob ich es mag.


__________________
Am jĂŒngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unnĂŒtz uns entfallen. - J.W. Goethe -

Version vom 30. 06. 2008 15:33
Version vom 30. 06. 2008 16:03

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Hakan Tezkan
Guest
Registriert: Not Yet

das kenn ich!
hab ein paar kleine anmerkungen:

quote:
Wenn du nach Tagen der selbst auferlegten Eremitage(dieses wort musste ich nachschlagen, irgendwie mag ich diese blöden fremdwörter nicht...), des Kreisens um deine Gedanken, deine Arbeit, dich selbstoder nicht? zum ersten Mal wieder auf die Straße trittst? Wievorschlag: alle menschen bewegen sich in zeitlupe, schwerelos, wie unter wasser. dann hast du das "wie...wie" problem gelöst... alle Menschen sich in Zeitlupe bewegen, schwerelos, wie unter Wasser.

ansonsten habe ich deinen einsiedler text gerne gelesen.

lg,
hakan

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

eine hĂŒbsche selbstbetrachtung.

den "Guten Tag" mĂŒsstest du, glaub ich, groß schreiben.

leider ist das wort "klausur" neuerdings ziemlich eng mit dem begriff "schriftliche prĂŒfung" verbunden. das reibt sich ein bisschen mit dem "kreisen um sich selbst". und letzteres endet, wenn du ehrlich bist, @arle, nicht damit, dass das lyrdu ins planchbecken springt: es hört sich da drin, wie wir erfahren, nur selbst reden.

warum sagst du nicht einfach:

quote:
Wenn du nach Tagen der Klausur, des Kreisens um dich selbst zum ersten Mal wieder auf die Straße trittst?

die letzten beiden sÀtze deines textes versteh ich nicht ganz. dass dein erzÀhlich den zustand kennt, ist selbstredend. und die frage, ob man "es" (das wissen oder die umstÀnde?) mögen soll, kann bestenfalls rhetorisch gemeint sein.

die gute idee und das schöne bild hĂ€tten wohl einen geschickteren abschluss verdient. so nach art "drinnen ist es genauso wie draußen, nur anders", vielleicht?

lg

bluefin

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arle
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

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Vielen Dank, bluefin, fĂŒr deine BeschĂ€ftigung mit dieser kleinen, wie du zu Recht sagst, "Selbstbetrachtung". Hatte ich gar nicht erwartet. Der Text entstand ganz spontan nach ein paar Tagen der Klausur (also der Schreib-, Lern- und Denkarbeit in fast völliger Stille). In solchen Zeiten ist man fast ausschließlich mit sich selbst beschĂ€ftigt. Darum das "Kreisen um sich selbst".

"und letzteres endet, wenn du ehrlich bist, @arle, nicht damit, dass das lyrdu ins planchbecken springt: es hört sich da drin, wie wir erfahren, nur selbst reden" - Diesen Satz habe ich leider nicht ganz verstanden; vielleicht magst du ihn mir bei Gelegenheit mal etwas genauer erklÀren.

Die letzten beiden SĂ€tze (wobei das "ich kenne das" wohl wirklich zu vernachlĂ€ssigen wĂ€re) sind fĂŒr mich insofern schlĂŒssig, dass der o.g. Zustand ein durchaus angenehmer sein kann. Was aber nichts daran Ă€ndert, dass er auch eine Gefahr des sich völligen ZurĂŒckziehens beinhaltet. Und das ist auf Dauer wohl nicht gesund. Darin, dass man dies geschickter formulieren könnte, stimme ich mit dir ĂŒberein; bisher ist mir nur noch nichts Griffiges eingefallen. Die Aussage "drinnen ist es wie draußen" ist sicher richtig, bei der Intention, die der Text hat, jedoch sinnverfĂ€lschend.

In jedem Fall denke ich ĂŒber deine VorschlĂ€ge nach, danke dir noch mal fĂŒr deinen Kommentar und schicke liebe GrĂŒĂŸe.

Silvia







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gareth
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Registriert: Dec 2003

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Liebe arle,

auch ich kenne dergleichen, zumindest diesen Teil:

Weißt du, wie es ist, wenn man sich nach Tagen des Schweigens erst wieder an die eigene Stimme gewöhnen muss? Dreimal rĂ€uspern, bevor ein "guten Tag" zustande kommt.

Bei mir tritt sowas allerdings manchmal bereits nach Stunden auf. Manchmal genĂŒgt schon die Anwesenheit oder ein bestimmtes Verhalten einer bestimmten Person, um mich des grĂ¶ĂŸten Teils meines Wortschatzes zu berauben.

Aber ich will noch kurz, abseits der wirklichen Textdiskussion, zwei Anmerkungen anmerken und zwar erstens, dass bluefin mir dazu verholfen hat zu erkennen, wie unheimlich bescheuert das Wort filosofieren aussieht und zweitens dass, was das Wort Klausur betrifft, es vielleicht mehr eine Frage der jeweiligen Lebenssituation ist und weniger eine "neuerdings ziemlich enge Verbundenheit mit", wie man es auffasst und natĂŒrlich in allererster Linie eine Frage des genauen Lesens. Ich schreibe eine ist durchaus etwas anderes als ich begebe mich in. Aber das war ja schon klar. :o)

Dies gesagt habend grĂŒĂŸt freundlich und vorlĂ€ufig
gareth






__________________
Wie hÀsslich ist ein schrÀges Treiben,
da lob ich mir mein trÀges Schreiben.

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