Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92241
Momentan online:
94 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schwesternliebe
Eingestellt am 28. 02. 2004 07:54


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
anno nymus
Hobbydichter
Registriert: Feb 2004

Werke: 1
Kommentare: 6
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um anno nymus eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

„Nicht schon wieder!“, dachte ich, als das Telefon erneut klingelte. Schon seit Stunden lĂ€utete es im Viertelstundentakt, seit meine Schwester beschlossen hat, eine Anzeige in der Zeitung aufzugeben. Sie hat es immer noch nicht aufgegeben zu behaupten, dass sie telepathische FĂ€higkeiten besitze, eine Spinnerei, die ich mit dem zu hohem Fernsehkonsum und ihren eigenartigen Freunden in Verbindung setze. Wie schon die anderen drei Mal in dieser Stunde wirft Eva nun einen kurzen Blick in den Spiegel, der neben der Wand hĂ€ngt, und hebt mit ernster Miene den Hörer ab. Als sie bemerkt, dass ich ihr zusehe, wirft sie mir einen verĂ€rgerten Blick zu: niemand darf die Namen ihrer Kunden erfahren.
Das hatte ich zwar nicht vor, aber umso besser, dass sie mich raus wirft, so kann ich mich aus dem Raum stehlen, ohne nach einer Ausrede suchen zu mĂŒssen. Gelangweilt sehe ich aus dem Fenster. Die Wand des Nachbarn gehört mal wieder neu verputzt, sie bröckelt schon ab, aber um so ein „HĂ€uslbauerzeug“ hat er sich ja noch nie gekĂŒmmert, nur der Garten ist im heilig. Der ist ja auch wirklich gut gepflegt. Aus dem Wohnzimmer dringen seltsame GerĂ€usche, wahrscheinlich handelt es sich dabei um das, was meine Schwester „konzentrationsfördenden Rhythmus“ nennt, was aber in Wirklichkeit aber nur aus wirren GerĂ€uschen und unzusammenhĂ€ngenden Tonfolgen besteht. Dieser Rhythmus ĂŒberflutet unsere Wohnung bei jeder Sitzung. Er kĂŒndigt an, dass bald wieder ein armes Schwein betrogen wird, und danach glaubt einer KĂŒnstlerin oder Übersinnlichen, wie Eva sich selbst zu nennen pflegt, begegnet zu sein. Ich habe das LĂ€uten diesmal gar nicht gehört, falls es mein Unterbewusstsein nicht absichtlich verdrĂ€ngt hat. WĂ€hrend Evas Sitzungen ist das Wohnzimmer immer Sperrzone, deshalb mache ich es mir in der KĂŒche bequem und vertiefe mich in meine Sonntagszeitung. Ich muss wohl eingenickt sein, denn als Eva die KĂŒche betritt, ist schon Stunde vergangen. „Eigentlich eine Schweinerei, wie viel Geld sie fĂŒr ihre BetrĂŒgereien verlangt, so viel wĂŒrde sie nie verdienen, wĂ€re sie bei ihrem ehrlichen Beruf, Lehrerin, geblieben.“ denke ich bei mir.
„Stimmt“, sagt Eva und lĂ€chelt sĂŒffisant.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


bettina
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Feb 2004

Werke: 1
Kommentare: 1
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um bettina eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo anno nymus!

Deine Geschichte ist dir wirklich sehr gut gelungen. Vor allem das Ende finde ich toll.
Mach weiter so.

lg Bettina
__________________
Bettina MĂŒller

Bearbeiten/Löschen    


Wirrwarr
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Feb 2004

Werke: 4
Kommentare: 10
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Wirrwarr eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

GefÀllt mir sehr gut, sind nur ein paar Rechtschreibfehler drin (und zweimal aber)

Beim Schluss ist mir was aufgefallen:
„Eigentlich eine Schweinerei, wie viel Geld sie fĂŒr ihre BetrĂŒgereien verlangt, so viel wĂŒrde sie nie verdienen, wĂ€re sie bei ihrem ehrlichen Beruf, Lehrerin, geblieben.“ denke ich bei mir.
„Stimmt“, sagt Eva und lĂ€chelt sĂŒffisant.

-> Wieso denkst du das bei dir, aber sie antwortet?


Ist aber wirklich gut geschrieben!
Lg

Bearbeiten/Löschen    


anno nymus
Hobbydichter
Registriert: Feb 2004

Werke: 1
Kommentare: 6
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um anno nymus eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Liebe/r Wirrwarr!

Freut mich, dass es dir gut gefallen hat. Das nÀchste mal werd ich mir den Text besser durchlesen, um die Fehler zu vermeiden

Noch kurz zu deiner Frage: Am Schluss ist mir eigentlich kein Fehler unterlaufen. Ich hab das Ende bewusst so gewÀhlt, um den Leser zu animieren, selber zu entscheiden, ob es sich um einen Zufall, dass Eva weiss, was der ErzÀhler denkt, oder vielleicht doch um Telepathie handelt.
Falls mir das nicht gelungen ist, tut's mir leid, und ich hoffe ich konnte den Irrtum jetzt aufklÀren.
Danke auf jeden Fall fĂŒr dein Feedback

Bearbeiten/Löschen    


Wirbelsturm
Hobbydichter
Registriert: Feb 2004

Werke: 5
Kommentare: 1
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Wirbelsturm eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

quote:
UrsprĂŒnglich veröffentlicht von anno nymus
„Nicht schon wieder!“, dachte ich, als das Telefon erneut klingelte. Schon seit Stunden lĂ€utete es im Viertelstundentakt, seit meine Schwester beschlossen hat, eine Anzeige in der Zeitung aufzugeben. Sie hat es immer noch nicht aufgegeben zu behaupten, dass sie telepathische FĂ€higkeiten besitze, eine Spinnerei, die ich mit dem zu hohem Fernsehkonsum und ihren eigenartigen Freunden in Verbindung setze. Wie schon die anderen drei Mal in dieser Stunde wirft Eva nun einen kurzen Blick in den Spiegel, der neben der Wand hĂ€ngt, und hebt mit ernster Miene den Hörer ab. Als sie bemerkt, dass ich ihr zusehe, wirft sie mir einen verĂ€rgerten Blick zu: niemand darf die Namen ihrer Kunden erfahren.
Das hatte ich zwar nicht vor, aber umso besser, dass sie mich raus wirft, so kann ich mich aus dem Raum stehlen, ohne nach einer Ausrede suchen zu mĂŒssen. Gelangweilt sehe ich aus dem Fenster. Die Wand des Nachbarn gehört mal wieder neu verputzt, sie bröckelt schon ab, aber um so ein „HĂ€uslbauerzeug“ hat er sich ja noch nie gekĂŒmmert, nur der Garten ist im heilig. Der ist ja auch wirklich gut gepflegt. Aus dem Wohnzimmer dringen seltsame GerĂ€usche, wahrscheinlich handelt es sich dabei um das, was meine Schwester „konzentrationsfördenden Rhythmus“ nennt, was aber in Wirklichkeit aber nur aus wirren GerĂ€uschen und unzusammenhĂ€ngenden Tonfolgen besteht. Dieser Rhythmus ĂŒberflutet unsere Wohnung bei jeder Sitzung. Er kĂŒndigt an, dass bald wieder ein armes Schwein betrogen wird, und danach glaubt einer KĂŒnstlerin oder Übersinnlichen, wie Eva sich selbst zu nennen pflegt, begegnet zu sein. Ich habe das LĂ€uten diesmal gar nicht gehört, falls es mein Unterbewusstsein nicht absichtlich verdrĂ€ngt hat. WĂ€hrend Evas Sitzungen ist das Wohnzimmer immer Sperrzone, deshalb mache ich es mir in der KĂŒche bequem und vertiefe mich in meine Sonntagszeitung. Ich muss wohl eingenickt sein, denn als Eva die KĂŒche betritt, ist schon Stunde vergangen. „Eigentlich eine Schweinerei, wie viel Geld sie fĂŒr ihre BetrĂŒgereien verlangt, so viel wĂŒrde sie nie verdienen, wĂ€re sie bei ihrem ehrlichen Beruf, Lehrerin, geblieben.“ denke ich bei mir.
„Stimmt“, sagt Eva und lĂ€chelt sĂŒffisant.

Hallo Anno nymus!
Mir persönlich gefÀllt deine Geschichte sehr gut, sie ist zwar kurz, hat aber einen sehr ausgefallenen und interessanten Inhalt.Weiter so :-)
Lg

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!