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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Seelenrelief
Eingestellt am 27. 01. 2001 11:55


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Otmar
???
Registriert: Aug 2000

Werke: 97
Kommentare: 23
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Seelenrelief

Der Raum wird zart vom Tageslicht erhellt.
Zwei k├Ârperlose Gestalten stehen sich gegen├╝ber.
Beide schweigen sich aus.
Der Holzfu├čboden riecht nach Bienenwachs.
Verstaubte Bilder h├Ąngen an der Wand - manche wirken wie Mahnmale der Zeit.

Wir wollten uns doch austauschen ├╝ber den Geist unseres Daseins.
Dar├╝ber wer wir sind und woher wir kommen - und nat├╝rlich ├╝ber das was wir
vorhaben.
Machen sie den Anfang und bleiben sie stets bei der Wahrheit - unser Ich ist
schon Schande genug.

Ich bin ├╝berall dort wo das Unrecht herrscht.
Ich atme dort, wo man die Zuneigung verachtet.
Ich f├╝hle mich dort wohl, wo der Morgentau nach Verbitterung duftet und jeder
Wassertropfen aus einer Tr├Ąne entstand.

Wir scheinen die gleichen Wurzeln zu haben.
Ich bin ├╝berall dort wo Missgunst herrscht.
Ich atme dort, wo man die Achtung verachtet.
Ich f├╝hle mich dort wohl, wo das Ego weidet - Freundschaft aufgefressen wird
und jedes Herz nur seinen eigenen Namen kennt.

Ich w├Ąrme mich an der Anonymit├Ąt unserer Zeit.
Ich sauge an den Missverst├Ąndnissen des Alltags.
Tyrannei und Ungeduld blasen den Wind in meine Segel.
Ich n├Ąhre mich auch an den Gedanken und Handlungen der monolateralen Gesellschaft.

Egoismus und Kadavergehorsam lassen mich ├╝berleben.
Ehre und Anerkennung lassen mich ersticken.
Nehmen ist f├╝r mich Labsal - geben bringt mir nur Tr├╝bsal.

Wir werden in den K├Âpfen der Menschen geboren, wir haben viele M├╝tter und V├Ąter,
jedoch einige verachten uns.

Unsere Existenz wird von den Menschen bestimmt - deren Selbstachtung zu lange
Schatten werfen.

Ich bin der Neid
und
Ich bin der Hass.

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Andrea
???
Registriert: Aug 2000

Werke: 21
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7 von 10 Punkten

Die Idee ist klasse, und lesen l├Ą├čt es sich auch noch sehr gut. Am Anfang habe ich mich gefragt, wie sich zwei k├Ârperlose Wesenheiten gegen├╝berstehen k├Ânnen, aber dann fiel mir ein, da├č Gedanken sich ja auch gegen├╝berstehen k├Ânnen. Etwas komisch klingt es am Anfang aber schon.
Seltsam finde ich jedoch, da├č der Ha├č sein Ich f├╝r eine Schande h├Ąlt. Ist das Selbstha├č? Oder schlicht aufoktroyierte Moral?

Das ist dann auch der gr├Â├čte "Kritikpunkt" (deshalb in "" gesetzt, weil es nicht an deinem Text, sondern lediglich an meinen Lesevorlieben festzumachen ist): Dem Leser werden Fakten vorgetragen. Diese beiden Emotionen sind so und so.

Aber wenn man es schon macht, dann doch wenigstens sprachlich ansprechend.

(Ach, ehe ich es vergesse: noch mal ├╝berlesen und das sie in Sie verwandeln?)


__________________
Andrea Rohmert

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Otmar
???
Registriert: Aug 2000

Werke: 97
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Hallo Andrea!
Ja! - Ich habe den Hass sich selbst hassen lassen!
Du hast das Ganze in die N├Ąhe meiner Gedanken
interpretiert.
Liebe Gr├╝├če Otmar

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