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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Seemanns Garn
Eingestellt am 13. 01. 2004 11:12


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LuziferKyrill
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Seemanns Garn

Marmoriertes Elfenbein liegt meilenweit verstreut auf einsamen KĂŒsten. Breit hat der Wind die Wellen getragen und gefriert nun zu Schollen am Rand der Lagune. Des Mondes Silber rieselt sanft auf die BlĂ€tter der Fichten am Ufer des salzigen Sees. Und fernab im Glanz dort auf dem Wasser, siehst du da den Schatten? Das ist das Schiff des seelenlosen schwarzen Piraten. Dort, in der anbrechenden Nacht kannst du die Masten sehen. Er fĂ€hrt jede Vollmondnacht zur gleichen Zeit hierher. Denn hier verlor er, was ihm teuer war. Seine Seele musste er dafĂŒr hergeben. Im Licht des Vollmonds sucht er danach. Man sagt, dass demjenigen, der es vor ihm findet, geheimnisvolle KrĂ€fte beschert werden. Der Finder kann in allen Welten frei umher wandeln.

Doch wehe! Der schwarze Pirat sucht sein Eigentum und fordert von dem Finder den gleichen preis, den er einst bezahlte.

Es geschah damals, als die Lagune noch eine breite Meerzunge war. Der Pirat hatte mit seiner Mannschaft kurz zuvor ein Schiff erbeutet, ebendieses, mit dem er heut noch hier erscheint. Die Kameraden waren lĂ€ngst betrunken vom Rum und von den Sternen. Die Nacht war klar und frisch. Eine Flaute hielt sie hier in dieser Bucht gefangen. Es gab kein ein noch aus. Dennoch ließen sie es sich gut gehen. Der rote Hering im Lagerraum stank bereits und das Wasser in den FĂ€ssern war schwarz. Doch das spielte keine Rolle, denn der nĂ€chste Landgang war absehbar.

Der einzige, er keinen Rum getrunken hatte, war er, der schwarze Pirat, Schrecken aller Handelsreeder. Dein ruf war berĂŒchtigt und verrucht war er beim Gouverneur.

Als der letzte seiner Mannschaft eingeschlafen war, tauchte der Vollmond das Schiff in glÀnzendes Licht. Zwischen den beiden Masten, genau in der Mitte des Oberdecks erschien eine Nachtigall und begann zu singen. Ihre federn glitzerten nach Tau und um sie herum spiegelte sich ein Regenbogen im
matten Vollmondschein. Doch ebenso wie sie kam, verschwand sie wieder, kaum dass er ihrem Gesang lauschen konnte, und es brach der Tag an.

Seit dieser Nacht kam er jeden Vollmond hierher, doch sah er sie nie wieder. Bis eines Nachts, bei Vollmond und sternenklarem Firmament, er wieder an dieser KĂŒste war. Eine Flaute hielt sie wieder hier in der Meereszunge gefangen. Das Schiff jedoch war diesmal fast zerborsten nach einem erbitterten Kampf mit der Flotte des Gouverneurs. Diesmal war in dem Vollmondschein keine Nachtigall, sondern eine schwarze Gestalt. Er hatte das GefĂŒhl, wieder den Gesang wie einst zu hören, doch da war keine Nachtigall. Nur diese Gestalt. Sie forderte von ihm den Preis fĂŒr den Gesang und er verlor seine Seele. DafĂŒr jedoch erhielt er eine Schatulle, in der eine kristallene Nachtigall sang. Die Schatulle verlor er hier in der Bucht, die nun nur noch eine Lagune ist.

Niemand aber hat je die Schatulle gefunden. Nur in manchen klaren VollmondnĂ€chten, wenn kein Wind weht, erklingt ĂŒber dem Wasser eine seidenzarte Melodie.



Lou
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blaustrumpf
???
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hallo, LuziferKyrill

Ich bin weder nachtigall[sic!] noch schwarze gestalt[sic!]. Ich singe dir nichts, noch will ich deine seele.
aber eines fordere ich doch: gib dir mehr mĂŒhe bei der rechtschreibung.

grĂŒĂŸe von blaustrumpf
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DafĂŒr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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LuziferKyrill
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rechtschreibung

ich bitte um verzeihung, wenn worte nicht ganz ihrer dudenentsprechung geschrieben, bzw. getippt wurden.

doch eines gebe ich dennoch zu beachten, ich schreibe grundsĂ€tzlich klein, aus bequemlichkeit und kĂŒnstlerischer vereweglichung. ich falte mich derart nunmal aus.

dennoch bin ich weiterhin versucht, abgesehen von groß- und kleinschreibung, auf ortographische richtigkeit zu achten. gleiches gillt der gramatik.


Luzifer
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blaustrumpf
???
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Hallo, LuziferKyrill

Hier biete ich dir einen lektorierenden Kommentar an. Rot markiert sind die Fehler, die mir beim einfachen Durchlesen auffielen, blau und kursiv habe ich die Stellen gekennzeichnet, die ich nicht unkommentiert lassen wollte.

Da du ja noch ein relativ "junges" Mitglied im Leselupen-Kreis bist, möchte ich noch andeuten, dass ein Lektorat keinen Angriff auf deine Person bedeutet, sondern dir eine Hilfe sein will, deinen Text zu optimieren.

Nun denn.

marmoriertes elfenbein liegt meilen weit meilenweitverstreut auf einsamen kĂŒsten*1 breit hat der wind die wellen getragen und gefriert nun zu schollen*2 am rand der lagune. des mondes silber*3 rieselt sanft*4 auf die blĂ€tter der fichten*5 am ufer des salzigen sees. und fernab im glanz dort auf dem wasser, siehst du da den schatten? das ist das boot des seelenlosen schwarzen piraten. dort, in der untergehenden sonne*6 kannst du die masten seines schiffes sehen*7. er fĂ€hrt jede nacht zur gleichen zeit hierher., denn hier verlor er, was ihm teuer war. seine seele musste er dafĂŒr hergeben. jede nacht sucht er dannach. man sagt, dass derjenige demjenigen, der es vor ihm findet, unsagbare krĂ€fte beschert werden. der finder kann in allen welten frei umher wandeln. *8

doch wehe.*9 der schwarze pirat sucht sein eigentum und fordert von dem finder den selben preis, wie den er damals*10 bezahlte, seine seele.

es geschah damals*10, als die lagune noch eine breite meerzunge war. der pirat hatte dieses*11 schiff selbst erst erbeutet mit seiner mannschaft. die kammeraden waren lĂ€ngst betrunken von rum und von den sternen. die nacht war klar und frisch. die flaute hielt sie genau hier in dieser bucht gefangen. es gab kein ein noch aus*12. also ließen sie es sich gutun gut gehen. der rote hering im lagerraum stank bereits und das wasser in den fĂ€ssern war ebenfalls schwarz*13. doch das spielte keine rolle, denn der nĂ€chste landgang war absehbar.

der einzige, der keinen rumm getrunken hatte, war er, der schwarze pirat, der schrecken aller handelsreederer. sein ruf war berĂŒchtigt und verrucht beim gouverneur. *14

als der letzte seiner mannschaft eingeschlafen war, tauchte der vollmond*15 das schiff in glÀnzendes silber*16. und inmitten der beiden masten*17, genau in der mitte des oberdecks*18 erschien eine nachtigall und begann zu singen. ihre federn glitzerten nach tau*19 und um sie herum spiegelte sich ein regenbogen*20 im matten vollmondsilber*21.

doch ebenso wie sei sie kam, verschwand sie wieder, kaum dass er ihrem gesang lauschen konnte, und es brach der tag an. seit dieser nacht kam er jeden vollmond*22 hierher, doch sah er sie nie wieder. bis eines nachts, bei vollmond und sternenklarem firmament, er wieder an dieser bucht war. eine flaute hielt sie gefangen. das schiff jedoch war diesmal fast zerborsten nach einem erbitterten kampf mit der armarda des gouverneurs. diesmal jedoch*23 stand in dem vollmondsilber keine nachtigall *24, sondern eine schwarze gestalt. er hatte das gefĂŒhl, die nachtigall singen zu hören, doch da war keine nachtigall. nur diese gestallt. sie forderte von ihm den preis fĂŒr den gesang. und er verlor seine seele. dafĂŒr jedoch erheilt erhielt er eine schatulle, in der eine kristallene nachtigall sang. diese*25 aber verlor er hier in der bucht, die nun nur noch eine lagune ist.

keiner*26 aber*27 hat je die schatulle gefunden. nur in manchen klaren vollmondnĂ€chten, wenn kein*26 wind weht, erklingt ĂŒber dem wasser eine seidenzarte melodie.

*1
Gut, es ist Geschmackssache, aber wenn du - den Plural meidend - es bei einer KĂŒste beließest, hĂ€ttest du eine zwar ungenaue, doch recht poetische Beschreibung des Handlungsortes. Ich frage allerdings lieber nicht nach, was genau du dir unter "marmoriertem elfenbein" vorstellst.

*2
Der Wind gefriert zu (Eis-)Schollen? Das Sprachbild mag poetisch sein, es schildert allerdings eine meteorologische Unmöglichkeit.

*3
FĂ€llt dir nicht doch noch eine andere Beschreibung des Mondlichts ein als dieses alte, abgedroschene Klischee?

*4
Das Klischee setzt sich fort.

*5
Fichten gibt es viele. Die einzigen bekannten, die BlÀtter haben oder besser hatten, sind Hubert F. (1935-1986, Schriftsteller), Immanuel Hermann F. (1796-1879, Philosoph) und Johann Gottlieb F. (1762-1814, Philosoph). "Die" Fichte (Picea abies, P. glauca, P. orientalis, P. pungens, P. sitchensis, P. omorika) gehört zur Nadelholzgattung der KieferngewÀchse.

*6
Ich dachte, es sei eine Mondnacht?

*7
Was denn nun, Boot oder Schiff?

*8
Wenn die KrÀfte "unsagbar" sind, wieso kann man dann sagen, was möglich ist?

*9
Wenn schon ein "Wehe" als Warnung, dann bitte auch mit Ausrufungszeichen. Sonst wehe!

*10
Um das doppelte "damals" zu vermeiden, reicht es, das erste durch ein auch recht poetisches "einst" zu ersetzen.

*11
Dieses? Sind da noch mehrere? Oder zÀhlt das ominöse Boot von Anmerkung *7 da mit?

*12
Das klingt aber reichlich verzweifelt. Warum Àngstigen sich die Piraten da nicht wenigstens ein klitzepetites bisi?

*13
Wer ist denn sonst noch schwarz? Den Hering hast du doch justeben als rot bezeichnet.

*14
Dieser Satz hÀtte ebenfalls Chancen dazu.

*15
Da macht dir die deutsche Grammatik einen Strich durch den ErzÀhlungstrang. "Seine Mannschaft" bezieht sich entweder auf den Gouverneur oder den Vollmond, aber nicht auf den Piraten.

*16
Die Wiederholung macht die Metapher nicht frischer.

*17
Zwei Masten reichnen nicht, dass etwas inmitten von ihnen sein kann.

*18 zwischen den beiden masten, mitten auf dem oberdeck – so vermeidest du auch die Doppelung des "mitten".
*19
Nachdem es geregnet hat, kann sicher so Einiges glÀnzen. Aber ich vermute, dass die Nachtigallenfedern nicht nach dem Tau glitzern, sondern von ihm.

*20
Auch eine schöne Metapher. Allerdings ist ein Regenbogen in der Nacht bisher selten beobachtet worden, vermutlich weil das Mondlicht in der Regel nicht ausreicht, um den Effekt zu erzielen.

*21
Es gibt sehr hĂŒbsche WĂŒrfelspiele, die auf bestimmten Feldern die Erledigung von Aufgaben vorschreiben, bevor man seine Figur weiter vorwĂ€rts bewegen kann. Hier ist deine Aufgabe: Du darfst erst dann weiterschreiben, wenn du mindestens drei andere Umschreibungen als "Silber" fĂŒr das Mondlicht gefunden hast.

*22
Die Wirkung wÀre eindrucksvoller, wenn du zu Beginn nicht behauptet hÀttest, der Pirat sei dort jede Nacht anzutreffen.

*23
Allerdings nimmst du dir mit der Wiederholung des "jedoch" allerdings jedoch ein Großteil der erhofften Wirkung.

*24
Anatomisch hast du sicher Recht. Aber dass eine Nachtigall steht, ist eine eher ungebrĂ€uchliche Beschreibung fĂŒr einen Vogel.

*25
Was hat er verloren: Die Nachtigall oder die Schatulle?

*26
Wenn du aus dem "keiner" ein "niemand" machst, vermeidest du die Doppelung im gleichen Absatz.

*27
Auch hier kannst du eine Wortwiederholung (zum vorherigen Absatz) vermeiden. Mach einfach aus dem "aber" ein "jedoch". Das kommt zwar kurz vorher auch vor, aber, allerdings und jedoch steht es etwas weiter entfernt.


Schlussbemerkung
Es geht mir mit diesem lektorierenden Kommentar nicht darum, dir das Schreiben zu vermiesen. Deine Idee finde ich nĂ€mlich sehr schön. Wenn du es schaffst, die ErzĂ€hlung sprachlich auf das gleiche Niveau zu bringen, wie sie die Spannung zwischen dem Piratenmythos und dem des Nachtigallengesangs hat, kann dein "Seemannsgarn" eine der besonderen Texte in der Leselupe werden – lĂ€stige kleinschreibung hin oder her. aber wenn du deiner leserschaft den zugang zur geschichte absichtlich erschwerst, dann wĂ€re es schön, wenn du sie durch erhöhten genuss entschĂ€digen könntest.

Soderla. NatĂŒrlich bin ich mir sicher, dass ich das eine oder andere ĂŒbersehen habe. DafĂŒr nehme ich einiges vermutlich zu ernst. Ich hoffe, du kannst mit den Hinweisen etwas anfangen.

Schöne GrĂŒĂŸe von blaustrumpf

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DafĂŒr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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LuziferKyrill
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Zeit vergeht

Hallo Blaustrumpf,

nach zehn langen Jahren voll gesammelter Erfahrungen stolpere ich wieder ĂŒber dieses eigentlich wunderbare Lektorat. Habe mich nie dafĂŒr bedankt.

Das wunderbare an dem großen Zeitabstand ist, dass ich selbst auf meinen Text anders und mit nahezu unverstelltem Blick schauen kann. Einige deiner Kommentare, besonders den Anfang betreffend, beziehen sich auf von mir damals absichtlich besetzer Formulierungen, die unsinnig sein sollen. Zum beispiel die meteorologische Unmöglichkeit des gefrierenden Windes. Allerdings sind diese eingestreuten AbsurditĂ€ten (Dunkel wars, der Mond schien helle...) in der Geschichte selbst leider nur Klekse, die, wie ich dir Recht geben muss, dem Leser den Zugang zur eigentlichen Story erschweren.

ZunÀchst dies ersteinmal als Danke und Antwort. Sobald ich etwas Zeit finde, gehe ich den Text nochmal durch. Vielleicht kann ich mit den gesammelten zehn Jahren eine doch passable Geschichte daraus formen...

GrĂŒĂŸe, Luc
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