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Leselupe.de > Ungereimtes
Sehfahrt
Eingestellt am 31. 01. 2012 02:28


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H├Âldereden
Festzeitungsschreiber
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Werke: 18
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STILL
    schiff im schatten
    segel zu

STAND
    steuer lose
    planken leer


WIND
    wogen wallen
    anker rei├čt

TREIBEN
    tiefen unter
    horizont


BRUCH
    bug kiel masten
    schleppen last

LANDEN
    laut auf leisem
    paradies

__________________
Stille Erkenntnis und lauter Humor - Die W├╝rze des Lebens

Version vom 31. 01. 2012 02:28
Version vom 31. 01. 2012 12:28

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gitano
Guest
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Hallo H├Âldereden!
Von der Form her pr├Ąsentierst Du uns hier einen interessanten Text!
Ein integrativer Aufbau von sich umschlie├čenden Sequenzen. Wenn man so will, eigentlich 3 Kurztexte:
Gro├čgeschriebene Statusaussagen
(STILL STAND WIND TREIBEN BRUCH LANDEN)
...hier bemerke ich f├╝r mich eine Idee; Sch├Ân w├Ąre es gewesen wenn diese Zwischenaussagen f├╝r sich auch noch einen lesbaren Vers ergeben h├Ątten...Mit den ersten drei Worten k├Ânnte dies noch funzen: WIND STILL STAND

Die Kleingeschriebenen, fragmentartigen Zustandsbilder stehen jeweils in zwei Zeilen scheinbar beziehungslos (aufz├Ąhlend)zueinander...nat├╝rlich haben sie assoziativ (Wirkung des Status) etwas miteinander zu tun.

...und wenn man nun den Text liest zeigen sich fr├╝h Rhythmische Empfindungen ...aber auch Fragezeichen.

Meiner Meinung nach sind die kleingeschriebenen Zustandsbilder assoziativ etwas zu weit entfernt, soda├č sich die Bildbez├╝ge kaum erschlie├čen...es fehlt das Aufsummieren, der AHA Effekt im Perspektivwechsel.

(vorletzte Zeile: m├╝├čte es nicht hei├čen "auf leisem paradies"? und meintest Du nicht "Bug" in S5?)

Die Form finde ich sehr interessant!....schon eher experimentell
Die Tendenz zum Fragmnentieren in den Bildbez├╝gen finde ich schade! iat einerseits schwierig in der Erfassung: andererseits auch sehr im "R├╝ckzug" begriffen (R├╝ckzug ins Paradies...)...dies ginge bestimmt treffender!

Auch weil der Text keine metrische Ordnung aufweist, kann keine Melodie bindend wirken.

Im Klang finde ich keine Besonderheiten...

Soweit erste Anregungen
Sch├Âne Idee! an der Du weiter arbeiten solltest.

Liebe Gr├╝├če
gitano

P.S.
Als H├Âlderlinliebhaber sollte man doch in T├╝bingen seine Doktorarbeit schreiben..., sich in antiken Versformen und Metaphysik ├╝ben oder? Fichte und Co. waren auch dort...Ist ne sch├Âne schw├Ąbische "K├Ąseglocke" das T├╝bingen...sehr romantisch.

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H├Âldereden
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Lieber gitano,

erstmal herzlichen Dank f├╝r Dein ausf├╝hrliches Feedback!
Genau das w├╝nsche ich mir hier, kreatives arbeiten an den Texten.

Du hast das richtig erfasst es sind im Grunde 3 zusammengef├╝gte Teile, die ich nun durch Einf├╝gen eines Absatz (hab endlich rausgefunden wie das hier geht hoffentlich deutlicher gemacht habe. Dadurch bekommen die Zwischenw├Ârter auch ihren Zusammenhang, n├Ąmlich Stillstand, Windtreiben und Bruchlanden.
Diese sollen Phasen im Leben des lyrischen Ichs darstellen.
Insgesamt dienen die kleinen manchmal aufz├Ąhlenden W├Ârter mehr einer Stimmungsbildung, um gewisses Bilder zu malen.

Die Metrik ist vllt nicht immer gleich, aber die Anzahl der Silben (daher etwas aus einem Heiku entlehnt)und ich habe probiert den Zusammenhang zwischen den Statusw├Ârtern (Still, Stand etc.) und den "malenden" kleingeschriebenen Teilen herzustellen, indem ich jeweils gleiche Anfangsbuchstaben verwendete.
Nochmal lieben Dank, und ja, T├╝bingen ist eine wundersch├Âne Stadt, aber wenn man das Steuer lose l├Ąsst kann einen der WInd auch schonmal nach Amsterdam tragen..
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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo H├Âldereden,
auch von mir ein herzliches Gruezi.
Ich freue mich, dass nun wieder j├╝ngere Autoren in das Forum kommen, gleich mit einer frischen Brise im Gep├Ąck.
Gitano kommentierte bereits ausf├╝hrlich und gut. Insofern bleibt mir inhaltlich nichts hinzuzuf├╝gen.
Formal k├Ânnte ich mir allerdings noch etwas Optimierung vorstellen.
Die nachtr├Ąglich vorgenommenen Einr├╝ckungen finde ich dienlich. - Was mir nicht ganz so sinnstiftend scheint, sind deine Umbr├╝che, weil du damit m. E. gute Enjambements verschenkst.
Du erlaubst mir sicherlich, dass ich diesbez├╝glich ein wenig mit dem Text spiele, ohne jedoch die Einr├╝ckungen vorzunehmen (dazu bin jetzt einfach zu faul; denk sie dir halt dazu).

quote:
still

schiff
im schatten
segel zu
stand
steuer lose
planken leer

wind
wogen wallen
anker rei├čt
treiben tiefen unterm
horizont

bruch

bug kiel masten
schleppen last
landen
laut auf leisem

paradies

Wie du siehst, ergeben sich so zus├Ątzliche Sinneseindr├╝cke. Das ein wenig ausgereizte Paradies wird zum Bruch-Paradies. Der Rest hingegen bek├Ąme mehr Fluss.
Es g├Ąbe nat├╝rlich viele andere M├Âglichkeiten. Wenn du magst, kannst du einmal dar├╝ber nachdenken.
[Umbr├╝che sind das A & O zeitgen├Âssischer Lyrik, weil so die Sprache selbst, jedes Wort, jede Silbe in den Bedeutungsrahmen einbezogen wird.]
Dir einen herzlichen Gru├č und ebensolchen Dank f├╝r diesen interessanten Erstling.

Der 8. Zwerg

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H├Âldereden
Festzeitungsschreiber
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Hallo AchterZwerg,

ich freu mich wenn so kreativ mit den Worten gespielt wird. Es bringt in der Tat durch die kleinen Umstrukturierungen neue Sinnzusammenh├Ąnge und Schwerpunkte.

Schade ist, das jeder nat├╝rlich so ein Gedicht anders liest als man selbst gedacht hat. Man m├╝sste es vorlesen, denn ich denke auch der Vortragsstil wird in zeitgen├Âssischer Lyrik immer bedeutender.
Man muss sich die Zwischenworte in einer anderen Stimme vorstellen (laut+schnell) als die kurzen beschreibenden Strophen (leise-nachdenklich), aber relativ flink ineinander gewoben, so dass es klingt als ob zwei verschiedene Personen zu einem sprechen.

Daher habe ich es nun noch etwas umstrukturiert.
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