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Leselupe.de > Kurzprosa
Sehr geehrter Empfänger
Eingestellt am 17. 11. 2008 01:02


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anbas
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Registriert: Mar 2006

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Sehr geehrter Empfänger,

anbei erhalten Sie die von Ihnen so sehnlichst erwartete Sendung. Ich hoffe, dass sich Ihr Leben von nun an deutlich verbessert und Sie noch über viele Jahre Ihr irdisches Dasein genießen können.

Aus den mir vorliegenden Informationen entnehme ich, dass Sie schon lange auf diese Lieferung warten. Es ist mir eine große Freude und Ehre, dass ich es bin, der Ihnen Ihren größten Wunsch erfüllen darf. Ich hoffe sehr, dass Ihre Erwartungen und Hoffnungen, die mit dieser Sendung verbunden sind, zu Ihrer vollsten Zufriedenheit erfüllt werden. Da ich für mögliche Nachfragen nicht mehr zur Verfügung stehe, möchte ich Ihnen gerne vorab einige Informationen weitergeben, die möglicherweise von Bedeutung sein könnten:

Ich habe mein Leben lang nicht geraucht und war dem Alkohol in keiner Weise zugetan. Daraus würde ich an Ihrer Stelle aber nicht unbedingt auf einen gesunden Lebenswandel schließen. So war meine Ernährung leider nicht sonderlich vorbildlich. Vor allem mein Verlangen nach fleischlicher Nahrung war schier unersättlich, während sich mein Interesse an Obst und Gemüse doch sehr in Grenzen hielt. Sportlichen Betätigungen bin ich vornehmlich aus dem Wege gegangen. Allerdings habe ich gerne hin und wieder ausgiebige Spaziergänge und Wanderungen unternommen. Insgesamt erfreute ich mich weitgehend bester Gesundheit, so dass Sie keine qualitätsbedingten Zweifel oder gar Befürchtungen haben müssen.

Vor meinem endgültigen Entschluss, diese Lieferung in die Wege zu leiten, habe ich mich mit der gesamten Thematik ausführlich beschäftigt. In diesem Zusammenhang bin ich auch auf Berichte von Begleiterscheinungen gestoßen, die sich die Fachwelt nur bedingt erklären kann. Sollten Sie also in Zukunft beispielsweise neue musische Seiten an sich entdecken, auf den Geschmack von süßen Speisen kommen oder plötzlich unter einer leichten Schlangenphobie leiden, so könnte es sich um eines dieser besagten Phänomene handeln.

Leider bleibt mir nicht mehr die Zeit, Ihnen noch mehr von mir zu berichten. Die Vorbereitungen zur Erstellung dieser Lieferung sind bereits fast abgeschlossen, und ich habe - wie Sie sich vermutlich vorstellen können - noch einige andere Vorkehrungen zu treffen. Daher möchte ich mich nun von Ihnen verabschieden. Leider war es uns nicht gegönnt, dass wir einander persönlich kennen lernen konnten. Doch Sie können sich gewiss sein, dass ich in Gedanken bei Ihnen bin und ein Teil von mir für immer bei Ihnen bleiben wird. Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Spender
__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

Version vom 17. 11. 2008 01:02

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

lieber @anbas,

dass ein organspender sich aus anderen als altruistischen gründen zur verfügung stellte, halte ich für so unwahrscheinlich, dass ich diesen "begleitbrief" leider nur für ein mäßig witziges konstrukt halten kann. letztlich ist er ja quasi die (technische) anamnese eines behandelnden arztes.

wirklich interessant wär's gewesen, hätte der spender das zum ausdruck gebracht, was er im empfänger mit "sich" noch kennenzulernen oder zu erleben wünschte. sozusagen ein appell à la "gemeinsam sind wir stark".

so aber fragt man sich fast bis zum schluss, wo angesichts der aneinandergereihten floskeln der witz denn wäre, bis man dann erkennt, dass es wohl kein chinesischer zum tode verurteilter oder ein junger motorradfahrer, sondern ein beamter des nichttechnischen, gehobenen verwaltungsdienstes kurz vor dem sprung aus dem fenster sein wird...*aua*...

ein wenig missglückt auch, dass zwar eine leichte arachnophobie erwähnt wird, nicht aber die neigung zum suzid - dabei wär doch letztere etwas, das dem empfänger die sendung wirklich gründlich vermiesen könnte.

tipp: neu ansetzen und etwas mehr "herzlichkeit" in den text packen - dann könnte man vielleicht schmunzeln.

liebe grüße aus münchen

bluefin

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Franka
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