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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Sehr verehrter Leser!
Eingestellt am 21. 02. 2002 18:47


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Rainbow Warrior
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2001

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Sehr verehrter Leser!

Sehr verehrter Leser! Wir befinden uns auf dem Gang eines vier-Sterne-Hotels. Auf der linken Seite halten wir an der achten Tür. An der Türklinke hängt ein Schild: “Bitte nicht stören!” Doch lassen Sie uns trotzdem einen Blick hinter diese Hoteltür werfen.
In dem größten Zimmer steht ein kleiner quadratischer Tisch und auf ihm eine kugelrunde Vase mit Frühlingsblumen. Ein junges Ehepaar sitzt an diesem Tisch und unterhält sich.

Sie sagt: ”Das ist wundervoll! Wenn du annimmst - das tust du doch? - werden wir uns bald ein eigenes Haus kaufen können! Denk nur, wie schön das für die Kinder wird!”
Er sagt: ”Natürlich nehme ich an! So eine Chance bekommt man nur einmal! Stell dir vor, wir können uns alles leisten - gehören zum oberen Mittelstand. Die Kinder schicken wir aufs Gymnasium - die sollen nur fleißig lernen - und auf die Universität!”
Sie: “Und wir fahren jedes Jahr zweimal in Urlaub!”
Er: “Und wir kaufen einen Computer!”
Sie: “Und eine neue Waschmaschine!”
Er: “Und eine Digitalkamera!”

Und so zählen sie sich gegenseitig ihre großen und kleinen Wünsche auf, die sie noch erfüllen wollen. Doch etwas stimmt nicht mit den beiden. Ihre Unterhaltung lässt vermuten, dass sie sich freuen und lachen und durch das Hotelzimmer tanzen, welches von der zukünftigen Firma des Mannes bezahlt wurde. Nichts von dem geschieht. Noch immer sitzen sie fast regungslos an dem quadratischen Tisch mit der kugelrunden Blumenvase, in der Frühlingsblumen stehen. Wohl ist ein Ausdruck von Freude in ihren Gesichtern zu erkennen, doch ihre Augen blicken trübe. Lassen Sie und versuchen, dem auf den Grund zu gehen.

Er denkt: “Dann ziehen wir wieder in eine Großstadt. Dabei ist mir das Haus ihrer Eltern zu einem rechten Heim geworden. Hier müssten wir erstmal in einer stickigen Mietwohnung Unterkunft finden.”
Sie denkt: “Ob ich Vater und Mutter allein lassen kann? Sie ist doch sehr krank. Wenn sie meine Hilfe braucht?”
Er: “Sie wünscht sich so sehr eine eigenes Haus!”
Sie: “Ich kann ihm seine Karriere nicht verbauen!”
Er: “Dabei wollte ich nie wieder in die Stadt. Auf dem Lande ist’s so schön!”
Sie: “Damals ist er für mich von seinen Eltern fortgegangen.”

Er sagt: “Also, dann ziehen wir hierher.”
Sie sagt: “Wir ziehen hierher.”

Die beiden umarmen, halten sich. Einer hofft, der andere merke seinen Kummer nicht. Sie mache Toilette und legen sich zu Bett. Er träumt von Kindern, die unter tobenden Automassen begraben werden; sie träumt vom am Grabe trauernden Vater.
Sehr verehrter Leser!
Und wir können nichts tun.

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müsste dieser text noch ausgebaut, bzw. ausgeschmückt werden? (lohnt es sich überhaupt?) wenn ja, welche stellen wirken noch zu kahl? ich freue mich über jede kritik.
danke!

rainbow warrior
__________________
eyes of fire in a world of ice

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Oblivia
Hobbydichter
Registriert: Feb 2002

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Hi Warrior,

ich kann mir nicht verkneifen, zu antworten. Hoffentlich meinst Du Deinen Kritikwunsch ernst.

Fangen wir am Anfang an. Also, der Titel ist super! Die wenigsten dürften widerstehen können, den anzuklicken. Ging mir auch so. Der erste Abschnitt ist gelungen, der zweite ist auch okay.

Aber dann scheinst du die Lust verloren zu haben. Anstatt dem Leser zu zeigen, was passiert, und ihn selbst erkennen zu lassen, worum es geht, nimmst Du ihm jedes Urteil ab und machst *Dir* *seine* Gedanken.

Die Idee der Story ist gut, und Deine ersten Abschnitte zeigen, daß Du etwas draus machen kannst.Es steckt viel drin, in Deiner Geschichte, aber Du mußt es auch rauslassen.

Nein, so schlimm ist es ja gar nicht, wenn Du den dritten Absatz entweder streichst, oder die beiden Protagonisten selbst zeigen läßt, was sie fühlen, und im letzten Abschnitt auch nicht einfach sagst, was die beiden denken, sondern sie ihre Empfindungen darstellen läßt, ist das schon eine gute Story.

Viele Grüße

Oblivia

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Rainbow Warrior
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2001

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salve oblivia,

und wie ernst ich diesen kritikwunsch nehme!

also du meinst ich nehm dem leser das denken ab? aus den gründen hab ich schon einiges gestrichen und für die nächste überarbeitung werd ich mir's noch mal hinter die ohren schreiben!

"aber du mußt es auch rauslassen" - du stellst ja anspruche! {ok - ich versuchs...}

hmm... mit dem denken ist das so eine sache: wenn meine protagonisten etwas tun, woran man ihre gedanken erkennt, werden sie bemerken was ihr partner denkt UND müssen ihre wahren wünsche zeigen - gerade dazu sind sie aber nicht in der lage!
aber ich werd mal darüber nachdenken

vielen dank jedenfalls für deine kritik und ich wünsche dir noch viel spaß in der leselupe!

lg
rw
__________________
eyes of fire in a world of ice

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Oblivia
Hobbydichter
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Hi Warrior,

das ist natürlich genau das Problem, dass Du zu lösen hast. Vielleicht nicht ganz trivial, aber es gibt ja Dinge, die der Leser sieht, und der Partner nicht. Beim umarmen sieht man zum Beispiel nicht das Gesicht des anderen...

Du musst auch nicht mit dem Megaphon herausbrüllen, was die beiden denken; der Leser ist schließlich nicht schwerhörig. Ein paar leichte Andeutungen, und das Gefühl des Zweifels, der Unsicherheit sind da oft viel wirkungsvoller. Lass dem Leser ein bisschen mehr Raum für seine Phantasie.

Ich bin gespannt, viele Grüsse

Oblivia

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Sanne Benz
Guest
Registriert: Not Yet

hallo rainwow w.,

ich danke für den rundgang..
sehr interessant..wirklich..
hoffe,es ist nicht zu lang,was ich da an gedanken hatte..
Gute Idee!
Früher gab es mal ne serie,die ich schaute "Hotel"
lG
sanne

sind NUR mal kleine vorschläge:

"wir befinden uns HIER...auf dem Gang.."
"auf der linken seite sehen wir acht türen..an der klinke der letzten sehen wir ein schild mit"bitte..""
"natürlich wird dieser eindeutige hinweis sonst streng befolgt,doch machen wir heute eine ausnahme und blicken einmal dahinter"
"in (der mitte des größten)dem größten zimmer dieser suite(es muss eine sein,sonst hätte sie nicht EIN GÖßTES ZIMMER)..."
"SIE:" hast du sonst auch schon weg gelassen..das "sagt"
SIE schwärmerisch?

"Und so zählen sie ALL ihre großen und kleinen Wünsche auf.."

"Regungslos sitzen sie da, an dem quadratischen Tisch mit der kugelrunden Blumenvase, in der Frühlingsblumen stehen. Und kein Ausdruck von Freude ist in ihren Geischtern zu sehen und (ihre Augen blicken trübe.)"

Jeder hängt statt dessen seinen eigenen Gedanken nach.
Er:"......"

Sie sagt: "Ja,ziehen wir hierher."



" Stumm umarmen sich diese beiden Menschen und halten sich ganz fest und jeder von ihnen hofft,der andere würde ..? ..den Kummer nicht merken..."
Und während sie im Bett liegen,träumt er ...von Kindern, die unter tobenden Automassen begraben werden; sie träumt vom am Grabe trauernden Vater.
Sehr verehrter Leser!
Und wir können nichts tun.

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Rainbow Warrior
Festzeitungsschreiber
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nur mal eine antwort...

salve sanne,

vielen dank für deine konreten hinweise, ich werde sie morgen durcharbeiten und bei der überarbeitung auf jeden fall im hinterkopf behalten.

eine frage an alle:
mal angenommen ich streiche den "er denkt,sie denkt"-absatz raus --> dann geht eine menge information verloren. diese könnt ich in form von bildern (der mutter, des hauses usw.) oder kurzen anmerkungen wieder hineinbringen. mein problem: ich wollte den text schlicht, klar und deutlich schreiben. ohne viel anhängsel.
würde der text beladener klingen wenn ich ihn auf diese weise bearbeite? (vielleicht hat jemand von euch mal ein ähnliches problem gehabt.)

zweite frage:
ich wollte den leser neben die handlung stellen und direkt zusehen lassen. ist das geglückt?

viele grüße
rainbow warrior
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