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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Seid nett zueinander
Eingestellt am 13. 08. 2003 18:58


Autor
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Dorahn Mavelius
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2003

Werke: 15
Kommentare: 10
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Seid nett zueinander

Beruflich komme ich mit einigen sonderbaren Vertretern der menschlichen Rasse in Kontakt. Vom spie├čigen Erzkonservativen nebst Gattin, die noch immer an das Recht der Reichen auf Sklaven glauben und vermeintliche Untergebene wie mich ebenso behandeln ├╝ber allein stehende Frauen jenseits der F├╝nfzig, die nicht bemerken, das sie mich als ihren pers├Ânlichen M├╝lleimer f├╝r triviale Geschichten aus ihrem Familienkreis benutzen bis hin zu ausgedienten Berufssoldaten, f├╝r die noch das Gesetzbuch von 1939 gilt.
Gerade letzterer Fall erregte mein Gem├╝t. Einer meiner Stammkunden, ehemals Stabsfeldwebel und im Allgemeinen pflegeleicht, bemerkte im Gespr├Ąch, Schwule geh├Âren erschossen, so etwas sei ekelhaft und widernat├╝rlich. Ich musste mich zusammenrei├čen, ihm nicht w├╝tend zu widersprechen und dachte bei mir ÔÇ×So ist sie, die Kriegsgeneration.ÔÇť Der Kunde ist, leider, bei uns noch K├Ânig. Sagt zumindest der Inhaber der Firma.
Sein leitendes Personal sieht das etwas differenzierter. So erkl├Ąrte mein Vorgesetzter mir, der Kunde sei keinesfalls K├Ânig, bestenfalls Gast. Und als Solchen haben nicht nur wir ihn zu behandeln, sondern er sich auch zu benehmen. Letzteres nimmt den Kunden in die Pflicht.

Au├čerhalb meiner T├Ątigkeit bin ich selbst Kunde und m├Âchte, da├č man mich freundlich behandelt und ber├Ąt. So abgedroschen es klingt: Freundlichkeit ist ein Bumerang ÔÇô Sie kommt zur├╝ck. Einigen scheint das allerdings zu viel M├╝he zu bereiten und sie begegnen ihrer Umwelt mit einer Mischung aus Ignoranz, Herablassung und ├ťberheblichkeit. Negative Ausk├╝nfte von Verkaufsberatern auf Fragen werden mit Fl├╝chen, vulg├Ąren Ausdr├╝cken oder pers├Ânlicher Einsch├Ątzung der geistigen F├Ąhigkeiten des Selbigen quittiert.

Sehr sch├Ân ist auch das Beobachten von Ungeduld, einer weit verbreiteten Untugend, wenn an der Supermarktkasse eine neue Kassiererin eingearbeitet wird. Wer schon einmal das zweifelhafte Vergn├╝gen hatte, an einer Registrierkasse zu sitzen, wei├č, wie ├╝berladen und un├╝bersichtlich der Arbeitsplatz ist. Vor sich die Kasse mit ihren zig Tasten, dar├╝ber die Preislisten f├╝r Obst & Gem├╝se, Getr├Ąnke und Sonderangebotsaktionen, seitlich daneben der quengelnde Kunde (ÔÇ×Ich hab┬┤s eilig, geht das nicht schneller?ÔÇť), der zwei ach so wertvolle Minuten damit vergeudet,
das die sichtlich nerv├Âse und angespannte Kassiererin die Waren ├╝ber den Scanner zieht. Ich habe mir angew├Âhnt, mich absichtlich an solchen Kassen anzustellen und N├Ârgler mit entsprechenden ├äu├čerungen abzukanzeln.
Es baut die junge Frau im ├ťbrigen ungemein auf, ihr ein paar tr├Âstende Worte zu sagen, Beleidigungen wird sie genug zu h├Âren bekommen.
Jeder macht irgendwann irgendetwas zum ersten Mal, warum sich also nicht in Geduld ├╝ben und l├Ącheln?

Mein Tipp:
Mehr Toleranz und Freundlichkeit. Die Mitarbeiter des Handels sind auch Menschen und verdienen es, so behandelt zu werden. Denken Sie bei Ihrem n├Ąchsten Einkauf daran.

Seid nett zueinander.



┬ę by Thomas M.
13. August 2003

__________________
Dorahn Mavelius
Storyteller and -writer

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