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Leselupe.de > Ungereimtes
Seifenblasen
Eingestellt am 06. 01. 2005 21:21


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Twinanni
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Seifenblasen

Seifenblasen zerplatzen -
schwebend am Gartenzaun ...
Vom Wind getrieben
fliegen sie lautlos
davon, wie um abzuhau'n.
Doch sie können nicht flĂŒchten,
sie dĂŒrfen nicht fliehen

- entstanden aus duftigem Schaum -

sterben sie qualvoll
und klagend bis leise
an ihrem Lebenstraum.

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lapismont
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Das Platzen der Seifenblasen

Hallo Twinanni,

also versuche ich einmal zu ergrĂŒnden, warum mir Dein Gedicht so wenig zusagt.
Im Prinzip hantierst Du mit der alten Metapher der platzenden Seifenblasen, mit denen Hoffnungen oder TrÀume verglichen werden.
Du machst hier quasi die Metapher selbst zum Thema. Baust das Bild weiter aus. Aber irgendwie fĂŒllt sich fĂŒr mich der Text nicht mit weiterer Bedeutung. Es bleiben Seifenblasen.
Der "Lebenstraum", ein hochgestochenes, aber hier unerklÀrtes und damit inhaltsleeres Wort, beendet das Gedicht zu dem bedeutungsschwanger, aber dennoch leer.
Welcher Traum? Welches Leben haben Seifenblasen, welche TrÀume?

Aber eines hat Dein Gedicht bewirkt!
Es erinnerte mich an die sehr gute phantastische Kurzgeschichte "Auf der Seifenblase" von Kurt Laßwitz (u.a. in: Das Raumschiff, Neues Leben Berlin, 1977)

cu
lap
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Twinanni
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Seifenblasen

Hallo Lapismont!
Danke fĂŒr deine ErklĂ€rungen ... .
‚Die Seifenblasen bleiben Seifenblasen‘, ‚Du machst die Metapher selbst zum Thema‘.
Ja, das hast du völlig Recht!
Mehr soll es auch gar nicht sein – eigentlich wollte ich es eher so verstanden haben, dass die Seifenblasen keine metaphorisierten TrĂ€ume und WĂŒnsche sind, sondern sie viel mehr selbst personifiziert werden.
Sie sind was sie sind, entstanden aus Schaum, fliegen herum, platzen am Gartenzaun, machen dabei plopp oder auch nicht.
Das steht nicht fĂŒr etwas anderes sondern nur fĂŒr die Tatsache an sich!
Und das mit dem Lebenstraum: Sie ‚sterben‘ sozusagen daran, dass sie davon fliegen wollten, sterben also an oder durch ihren Lebenstraum ‚Freiheit‘!
Findest du es mit der ErklÀrung logischer?
Irgendwie wĂŒrde ich dich gern ĂŒberzeugen
Gruß Twinanni

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lapismont
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Hallo Twinanni,

ich kann Deiner Intention schon folgen. Nur enthĂ€lt Dein Gedicht fĂŒr mich als Leser keine Spannung oder Erstaunliches.
Auch stilistisch kann es mich nicht begeistern.
Schau mal, was Du den Seifenblasen an Verben, Partizipien und Adverben beifĂŒgst:

zerplatzen schwebend
getrieben
fliegen lautlos
wie um abzuhau'n.
können nicht flĂŒchten,
dĂŒrfen nicht fliehen
entstanden
sterben qualvoll
klagend leise

FĂŒr mich vergrĂ¶ĂŸert diese ausfĂŒhrliche Beschreibung die Distanz, die ja an sich schon schwer zu ĂŒberbrĂŒcken ist, da Seifenblasen fĂŒr eine kurze Lebensdauer an sich stehen.
Sie sind Chemie. Warum sollte ich ihrem Platzen eine Qual zuordnen oder gar mitfĂŒhlen?
Sie wollen erst einmal nichts, denn sie sind tote Materie. Aber ihrer Beobachtung ein Denken aufdrĂŒcken, mĂŒsste den Beobachter mehr in die Mitte rĂŒcken.
FĂŒr mich fehlt in dem Text etwas, das ĂŒber das Beschreiben hinaus geht und auch noch nachvollziehbar ist.

cu
lap
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Twinanni
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Hey Lapismont!
‚Warum soll ich ihrem Platzen eine Qual zuordnen‘?
Vielleicht liegt da der Unterschied, den man in das Gedicht hineinlesen kann oder hineindeuten kann und der es eventuell auch zu etwas Besonderem macht – auch wenn die Seifenblasen eine oft verwendete Metapher darstellen.

Ich persönlich habe mit den Seifenblasen eben nicht ‚tote Materie‘ verbunden, sondern sie vielmehr als lebendige Wesen angesehen – und das ist es auch, was ĂŒber die normale Beobachtung hinausgeht.
Man soll als Leser nicht beobachten sondern sich in die Seifenblasen hineinversetzen!
Das ist vielleicht nicht unbedingt nachvollziehbar, dass muss es meiner Meinung nach aber auch nicht sein, es war eben meine Empfindung.
Danke fĂŒr deinen Kommentar!
Gruß, Twinanni

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