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Leselupe.de > Kindergeschichten
Seifenblasen
Eingestellt am 20. 08. 2006 19:00


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Ully
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Registriert: Jan 2006

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Seifenblasen


Irgendwo, in einer unbekannten Stadt, in einem wunderschönen Park, an einem herrlichen Sommertag, hockte die kleine Rabea unter dem Schatten spendenden BlÀtterdach ihrer Lieblingslinde. Mit verweinten Augen starrte sie vor sich hin.

„Hallo MĂ€dchen, warum bist du so traurig?”
Verwundert schaute Rabea in das lachende Gesicht eines Clowns.
„Ich..., weil...”, dicke TrĂ€nen kullerten ĂŒber ihre Wangen.
„Na na, komm, erzĂ€hle mir deinen großen Kummer”, tröstete sie der Fremde.
„Ach”, seufzte das Kind schwer, ``mein Kater Bobby ist vom fĂŒnften Stock aus dem Fenster gestĂŒrzt. Nun liegt er in der Tierklinik und kommt vielleicht nie mehr nach Hause.”
Er strich der schluchzenden Kleinen sanft ĂŒber den Kopf, schenkte ihr Seifenblasen und behauptete verschmitzt, dass es Zauberblasen wĂ€ren. Dann verschwand der Faxenmacher hinter einem großen Schlehenbusch.

Noch eine ganze Weile saß Rabea nur still da. Doch dann öffnete sie langsam das bunte Laugenröhrchen, blies lustlos hinein, schaute den schillernden Gebilden hinterher und ließ noch mehr Blasen aufsteigen. WehmĂŒtig flĂŒsterte sie:
„Könnte ich doch einfach mit euch weit weg fliegen.”
Eine der glitzernden Blasen wurde groß und grĂ¶ĂŸer und grĂ¶ĂŸer, bis sie das MĂ€dchen völlig einschloss. Plötzlich schwebte es in der Riesenblase davon. Über die BĂ€ume des Parks, ĂŒber HĂ€user und Straßen, ĂŒber Wiesen, Felder und WĂ€lder. Gefangen von dem unbeschreiblich schönen Anblick vergaß Rabea ihre Angst um Bobby. Am Horizont tauchte ein Turm auf. Es war, als ziehe das Bauwerk die Blase magisch an. Ganz sachte landete das berstende Flugobjekt mitten auf dem Innenhof eines kleinen Schlösschens. Noch etwas verwirrt schaute sich die Kleine um und wurde gleich darauf freundlich begrĂŒĂŸt.
„Sei mir willkommen, mein Kind, ich habe dich schon erwartet”, sprach die seltsam aussehende alte Dame. Sie schien einem MĂ€rchenbuch entstiegen zu sein. Nur wenig grĂ¶ĂŸer als Rabea, leicht rundlich, Kleidung und Kopfputz mussten aus lĂ€ngst vergangener Zeit stammen. LĂ€chelnd bat die warmherzige Schlossherrin ihren Gast einzutreten. Sie bewirtete das MĂ€dchen mit heißer Schokolade und Kuchen. Unvermittelt brach die Dunkelheit herein und so willigte Rabea ein, ĂŒber Nacht zu bleiben.
*****
Freche Sonnenstrahlen kitzelten das MĂ€dchen in einem prunkvoll ausgestatteten Raum wach. Wo war es bloß? TrĂ€umte es etwa? Schnell kleidete es sich an und fand in der Rocktasche das Geschenk des Clowns. Nun fiel Rabea wieder ein was ihr aufregendes passiert war. Erleichtert schaute sie sich neugierig um und entdeckte ein kostbares WandgemĂ€lde. So etwas Schönes hatte sie zuvor noch nicht gesehen. Viele uralte, knorrige BĂ€ume standen an einem Waldsee. Auf den Uferwiesen Tausende BlĂŒten, man konnte sie beinahe riechen, und mittendrin unzĂ€hlige Elfen und Feen. Die feierten ein rauschendes Fest. Wie gerne wĂŒrde sie jetzt dort mittanzen können. Doch halt, vielleicht funktionieren die Zauberblasen hier auch? Erwartungsvoll machte sie einige Blasen, kniff die Augen fest zu und wĂŒnschte sich an den mĂ€rchenhaften Waldsee. TatsĂ€chlich! Plötzlich stand Rabea auf der duftenden Blumenwiese, und ringsherum fröhlich tanzende Wesen. Sie tanzten im Gras, in der Luft, auf BĂ€umen, ja sogar auf dem Wasser.
Eine Elfe mit Hibiskus im Haar nahm sie bei der Hand, um mit ihr zu tanzen. Viele Stunden mochten sie so miteinander gefeiert haben, als die liebliche Musik verstummte:
„Hört, meine Schwestern”, sprach eine der wunderschönen Feen, ``das Menschenkind hat unser Versteck entdeckt. Deshalb muss es nun fĂŒr alle Zeit bei uns bleiben.”
„Aber nein, das geht doch nicht”, wehrte Rabea erschrocken ab.
„Ja, ja, du kannst niemals wieder fort gehen”, lĂ€chelte der hĂŒbsche Elferich neben ihr.

Hastig zerrte das MÀdchen die Laugenröhre hervor, pustete hinein und rief verzweifelt:
„Lieber wĂ€re ich auf..., auf...., na auf einer winzigen Insel!”
Sofort sauste eine schillernde Kugel mit dem Kind los und gleich darauf purzelte es in warmen, weißen Sand. Verschwunden war der Waldsee mit dem bunten Völkchen. DafĂŒr rauschte ein großer Ozean direkt vor seiner Nase.

Kokospalmen, Bananenstauden, bunte Papageien aber weit und breit kein einziger Mensch zu sehen.
„Ich laufe einfach am Strand entlang, bis ich jemand finde”, sprach Rabea zu sich selbst.
So stapfte sie lange durch Sand, wurde sehr mĂŒde und legte sich in den Schatten einer Palme. Auf der Stelle schlief sie ein, trĂ€umte von wild aussehenden Inselbewohnern denen sie folgen sollte. Aber, als sie das ablehnte zogen und zerrten die Kerle heftig an ihr rum. Von dem Gezerre erwachte die TrĂ€umerin und bemerkte ein Äffchen, dass sich an ihr zu schaffen machte.
„Na, du bist aber ein lustiges Kerlchen.”
Der furchtlose Frechdachs kletterte munter auf dem Kinde herum, zupfte mal hier und kniff mal dort.
„Oh sieh mal, da kommen wohl deine drei BrĂŒder?”
Auch die Neuankömmlinge wollten das MÀdchen genau untersuchen. Wie waren die vier possierlich. Auf einmal tummelten sich aber mehr als zwanzig von ihnen im Sand. Gerade fand sie die Neugier der Tierchen noch putzig, aber das Ànderte sich im Handumdrehen, als die ganze Bande versuchte, der neuen SpielgefÀhrtin die Kleidung zu mausen.
„He, hört auf damit. Ihr könnt mich doch nicht ausziehen. Aufhööööören!”
Geschwind ergriff sie die Seifenröhre und flehte:
„Bitte, bitte nach Hause!”
Ihr Wunsch erfĂŒllte sich augenblicklich. Aber oh weh, die Blase kam nicht voran. Einer der Affen war mit eingeschlossen. Trudelnd stĂŒrzten beide in die Tiefe. PLATSCH...!
*****
Hundegebell schreckte Rabea auf. Nanu, da saß sie immer noch, mit dem Laugenröhrchen in der Hand, im Park an der gleichen Stelle. Der Clown kam ihr wieder in den Sinn und warum sie hier ĂŒberhaupt alleine hockte. Schweren Herzen machte sie sich auf den Heimweg.
„Da bist du ja endlich. Wo warst du bloß solange?”, fragte die Mutter vorwurfsvoll.
„Komm mal mit, da wartet nĂ€mlich jemand auf dich.”
Kaum hatte sich die ZimmertĂŒr geöffnet jauchzte die Kleine:
„Juchhu, mein Bobby ist wieder da!”
Der Kater lag bandagier auf einem weichen Kissen und schnurrte glĂŒcklich, als er liebevoll gestreichelt wurde.
Nun war die Welt fĂŒr das MĂ€dchen Rabea wieder in Ordnung.











__________________

© by Ulla Magonz

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MĂ€rchentante
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Liebe Ully,

eine sehr nette Idee Deine Geschichte mit den Seifenblasen, und schön erzĂ€hlt. Ich wĂŒrde jedoch den Anfang etwas umschreiben, weil die ersten beiden SĂ€tze sich nicht so gut lesen lassen, finde ich.

Liebe GrĂŒĂŸe
MĂ€rchentante

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