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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Sein Kind
Eingestellt am 03. 12. 2004 10:50


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lapismont
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Sein Kind

Der Lehm an der Wand war bröckelig. Nur mühsam bedeckte er das alte Stroh im Holzskelett der Hütte.
Die drei Männer warfen ihre Steine abwechselnd dagegen.
„Und wenn es nun ein Mädchen wird?“ fragte der Älteste der Drei.
„So ist es sein Wille.“
„Aber wird es stark genug sein?“ Der Alte streckte sein Kreuz durch und musterte den Jungen und den Ruhigen.
„Wie es geschieht, ist es richtig.“ Der Junge hatte eine feste Stimme.
Der Ruhige nickte.
„Sprechen die Sterne nicht aber von einem der kommt, uns zu erlösen?“ Der Tag war schon alt, aber noch reichte das Licht der Sonne, die Sterne zurückzuhalten.
„Wir werden das Kind erkennen, ob Mädchen oder Junge. Seine Aufgabe ist festgelegt. Was willst Du Dich in die Ordnung einmischen?“ sorgenvoll schaute der Junge auf seine schlecht liegenden Steine.
„Wenn das Kind offenbart ist, wird es dann wissen, was zu tun ist? Wird es seine Aufgabe sehen?“
Der Wind blies warm in die Umhänge der Männer.
„Willst Du seine Antworten kennen, bevor die Fragen gestellt wurden?“ fragte der Ruhige.
Die Anderen musterten ihn. Etwas skeptisch der Alte, zustimmend der Junge.
„Es sollte ein Junge sein.“
Der Ruhige nahm die Steine, verteilte sie neu und stellte sich an den kaum noch erkennbaren Strich im Sand.
„Seine Stimme ist zu hören. Die schöne Blume singt von Liebe, doch der Sturm reißt Blüte und Lied mit sich fort.“
„Aber er wird auch eine Blume sein.“ sprach der Junge, den Ruhigen ernst musternd.
Der Alte antwortete, als der Ruhige stumm blieb: „Doch er wird ihnen wie ein Stein erscheinen, stark und schwer. Und wenn der Sturm ihn mit sich nimmt, wird er jenseits aufschlagen, mit der Blüte und seinem Lied.“
Er schaute in den Himmel.
„So lasst uns das Kind prüfen.“ beschloss der Junge und hob aus dem Staub seinen Stab.
„Und wenn es nun ein Mädchen wird?“ fragte der Älteste erneut.
„Es ist nie still in den Häusern Bethlehems!“ entgegnete der Ruhige und der Alte fuhr fort:
„Es geschieht. Seine Hand wird uns führen. Er kennt sein Kind besser als wir.“
Der Ruhige nahm seinen Beutel und seinen Stab ebenfalls aus dem Staub.
„Wir sind das Werkzeug. Er gibt uns Gedanken und er gibt uns Taten. In einer Woche soll das Kind geboren werden.“
„Es wird das Kind Gottes sein.“
Drei Männer gingen durch die Pfade des Ortes. Sie lauschten den Reden der Männer und vernahmen die Worte der Frauen.
Und so lag in der Krippe sein Kind.

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Montgelas
???
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Hirten als Gottesmacher

Quote
„Und wenn es nun ein Mädchen wird?“ fragte der Älteste erneut.
„Es ist nie still in den Häusern Bethlehems!“ entgegnete der Ruhige und der Alte fuhr fort:
„Es geschieht. Seine Hand wird uns führen. Er kennt sein Kind besser als wir.“
Der Junge nahm seinen Beutel und seinen Stab ebenfalls aus dem Staub.
„Wir sind das Werkzeug. Er gibt uns Gedanken und er gibt uns Taten. In einer Woche soll das Kind geboren werden.“
„Es wird das Kind Gottes sein.“
____________________________________________________


lieber lap,

gott spielt nicht,
wie deine hirten.
er korrigiert den biologischen zufall,
wenn not am mann scheint.
die 3 männer sind sich einig.
das kind wird ein knabe sein.
der älteste unter ihnen,
der vielleicht noch im unbewussten
die stärke des vergangenen matriachats fühlt,
zwingt mit seinen wiederholten nachfragen,
die andren zum nachdenken und zur stellungnahme.
der ruhige weiss, dass in bethlehem
zu dieser zeit nicht nur ein kind geboren werden wird;
es werden jungen und mädchen sein.
der jüngere ist zu allem entschlossen,
glaubt er doch von gott geführt zu sein.
die hirten werden in einem jungen "sein Kind" sehen, eine andere alternative lassen sie nicht zu.

die idee einer fälschung schmuggelts du unauffällig und mit warmer sprache in die von lukas überlieferte geschichte.


ein häretischer gedanke, der mir so noch nie gekommen war.

muss die weihnachtsgeschichte
neu geschrieben werden ?

fragt ein irritierter

montgelas

p.s. dies vorerst , ich komme nochmal wieder !

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Montgelas
???
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Re: Hirten als Gottesmacher

nachtrag: und natürlich kann man deine geschichte
auch so lesen, dass in jedem kind, gottes tochter oder sohn, wohnt.
einzig und allein der zufall und der stand des sternes entscheiden, wo die hirten hingeführt werden.

dir einen guten tag

wünscht


montgelas

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lapismont
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Hallo Monti,

ja ich dachte schon an eine Selektion. allerdings funktioniert der Text tatsächlich auch ohne den Mord.
Häresie, oh Monti!

cu
lap
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Montgelas
???
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lieber lap,

an mord habe ich kurzzeitig gedacht,
aber mord und lap ? -
irgendwie kriegte ich das im hirn
nicht zusammen, halt horrorseelenunerfahren !

;)

ahoi

montgelas

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Christoph M. Mühlmann
???
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...

... dieser Text kommt für meine Begriffe recht schmalbrüstig daher sowohl was Inhalt und Form anbelangt .Ausserdem wird das bekannte ihm zugrunde liegende Motiv mehr schlecht als recht umgesetzt , was zusätzlich einen schalen Nachgeschmack hinterlässt .

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lapismont
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Hallo Christoph M. Mühlmann,

Danke für Dein Feedback. Ich wollte sowieso noch einmal an den Text ran, da ich noch einige andere Anmerkungen bekommen habe.
Allerdings waren sie etwas konkreter.

quote:
Ursprünglich veröffentlicht von Christoph M. Mühlmann
... dieser Text kommt für meine Begriffe recht schmalbrüstig daher sowohl was Inhalt und Form anbelangt .Ausserdem wird das bekannte ihm zugrunde liegende Motiv mehr schlecht als recht umgesetzt , was zusätzlich einen schalen Nachgeschmack hinterlässt .

Da ich Dich nicht kenne, kann ich schmalbrüstig nicht einordnen, es wäre schön, wenn Du mir das etwas näher erläuterst.
Formale Bedenken kann ich auch nicht verifizieren. Was meinst Du?

Inhaltlich: Worin besteht der schale Nachgeschmack?
Magst Du grundsätzlich eine kontroverse Auseinandersetzung mit christlicher Mythologie nicht?
Welches Motiv meinst Du?
Mir geht es ja um die Möglichkeit einer absichtlichen Selektion des Kindes. Das führt dazu, dass es nicht gewiss ist, ob Jesus durch Geburt zum Messias wurde oder durch sein Leben.
Da will ich hin.
Also jeder Schubser hilft mir!

cu
lap


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