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Leselupe.de > Kurzprosa
Selbstkritik
Eingestellt am 16. 05. 2004 02:51


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darkling
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2004

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An gott oder wen auch immer

ich weiss nicht wer ich bin.

Die n├Ąchste frage die ich mir zwangsl├Ąufig stellen muss, ist ob ich ├╝berhaupt jemals wirklich gewusst habe oder wissen werde wer ich eigentlich bin.

Ich gebe ehrlich zu das ich mich selbst nicht verstehe. In wie weit sind wir ├╝berhaupt f├Ąhig zu verstehen?
Ist es dann ├╝berhaupt m├Âglich zu sagen wer man eigentlich ist? Wie soll ich jemandem erkl├Ąren wer ich bin wenn ich mir doch selbst so fremd vorkomme?
Es gab eine zeit in der ich scheinbar wusste wer ich bin und ich war stolz auf das was ich war. Es war zweifellos eine Illusion, die ich mir selbst jahrelang - mit Erfolg wohlbemerkt - vorgegaukelt habe.
Aber warum? Um mich vor meinem wahren selbst zu besch├╝tzen, um mich nicht selbst blo├čzustellen und mich nicht von mir selbst angewiedert zu f├╝hlen, um nicht das wundervolle bild zu zerst├Âren das ich und alle anderen von mir hatten, was zweifellos auch alles zerst├Ârt h├Ątte woran ich festgehalten habe und was mich stark gemacht hat.
Ich habe mir selbst und allen anderen etwas vorgemacht und es hat gut getan sich selbst zu bel├╝gen, vor allem deshalb weil ich ziehmlich gut darin war.

Nun, da diese Illusion in sich zusammenbricht, wie auch alles irgendwann zusammenbrechen muss, was aus falschen Motiven gegr├╝ndet wurde, wird mir alles bewusst.
Langsam aber sicher erscheint vor mir das kleine H├Ąufchen Elend, das ich wirklich mein wahres selbst nennen kann, welches nicht f├Ąhig ist allein zu bestehen und noch viel weniger dazu f├Ąhig ist mit anderen zu bestehen.
Trotz allem herrscht in mir eine unheimliche Ruhe.

Vielleicht weil das fundament meiner illusion schon vor geraumer zeit zu br├Âckeln anfing und ich nicht das geringste dagegen getan habe oder tun wollte. Vielleicht dachte ich es w├Ąre an der zeit mir selbst gegen├╝berzutreten und vor mir selbst rechenschaft abzulegen.

Aber wozu? Um zu erkennen wie sehr ich doch eigentlich unter mir selbst litt oder um mir vor augen zu halten was f├╝r ein j├Ąmmerlicher Schw├Ąchling ich war? Wenn ich nicht einmal mir selbst gegen├╝bertreten konnte wie sollte ich dann jemand anderem gegen├╝bertreten k├Ânnen, mich zur Wehr setzen, falls mir jemand ein unrecht antun wollte?

Vor den tr├╝mmern meiner selbst wird mir jedoch bewusst, das der einzige mensch, der mir je unrecht angetan hatte, ich selbst war.
Ich hatte mir selbst das recht genommen, das zu sein, was ich letztlich war und die m├Âglichkeit an mir selbst zu wachsen und ├╝ber mich hinaus zu wachsen und dadurch vielleicht wirklich der mensch zu werden, den ich allen vorgegaukelt habe.




__________________
in memoriam P.

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yuki
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hallo darkling,

ich finde deinen text sehr flie├čend; irgendwie hat man beim lesen den eindruck einem intimen selbstgespr├Ąch zu lauschen, so als ob es da zwei personen g├Ąbe, eine die langsam verbla├čt und eine andere, erkennende; zum schlu├č hat man dann das gef├╝hl ein unterirdischer bach dringt langsam ans licht,
du hast einige beistriche vergessen, ansonsten habe ich an deinem text nichts auszusetzen,

liebe gr├╝├če

yuki

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