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Leselupe.de > Kurzprosa
Serenade - eine shakespearische Tragikkomödie (in Auszügen)
Eingestellt am 28. 04. 2002 18:18


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Morrigan
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Serenade

Ein Schauspiel in dem eine Widerspenstige gezähmt, eine Feenkönigin vertrieben, ein Liebespaar vereint und ein stolzer Prinz gekrönt wird







Es treten auf:

Serenade - die Widerspenstige, Schwester der Emilia

Emilia - Schwester der Serenade, Geliebte des Julian

Lord & Lady DeGliero - deren Eltern

Die Feenkönigin - die Amme der Schwestern DeGliero

Julian - Geliebter der Emilia, später Verlobter der Serenade

Claudio - Prinz von Verona



Desweiteren:

ein wackerer Apotheker

drei alte Frauen

ein Weber mit einem Esel

ein Geist

ein Mohr

Marktschreier, Scholasten und Andere . . .



Ort der Handlung: Verona - eine Stadt in Italien
Erster Akt


1. Szene


( Der Salon der DeGlieros - lautes Gepolter und Stimmen hinter der Bühne - Serenade stürmt schimpfend herein - ihre Mutter hinter ihr)

Serenade:
Und ich sage Euch Mutter, ich werde ihn nicht heiraten! Wie könnt Ihr seinen verlogenen Reden noch länger Glauben schenken, nachdem er die Ehre meiner Schwester auf solch schmähliche Weise in den Schutz gezogen?

Lady DeGliero:
Aber aber liebste Tochter, siehst du denn nicht sein aufrichtiges Herz, das sich dir zuwendet, einmal ganz zu schweigen von seinem immensen Reichtum?

Serenade:
Wie könnt Ihr es nur über Euch bringen die Gefühle meiner armen Schwester auf dem Altare eurer Habgier zu opfern! Nein Mutter, schweigt mir von solchen Greueltaten!

Lady DeGliero:
Oh du hartherziges Kind! Natürlich dauert mich Emilia, doch das Schicksal hat nun einmal dich zu des Julians Weib erwählt. Und welch grausame Mutter wäre ich, den stattlichsten Junggesellen von ganz Verona abzuweisen, nur weil er nach reiflicher Überlegung zu dem Schlusse gekommen, das er bis zu heutigen Tage die falsche Maid umworben!

Serenade:
Die falsche Maid umworben? Sagte er Euch dies? Nun er wird seinen Irrtum nur allzubald einsehen, denn diese Maid wird ihn nicht erhören!

Lady DeGliero:
Aber mein liebes Kind, denke doch an die Reichtümer, die dir zu eigen sein werden! Denke doch daran wie viele der schönsten Frauen dich um diesen Gemahl beneiden werden! Und denke doch einmal daran, daß wir mit dem Brautgeld, das er uns zahlen wird endlich einmal das Loch im Dache flicken können, das schon so lange das Antlitz unseres Hauses zum Spott für ganz Verona macht!

Serenade:
Ich will von seinen Reichtümern nichts wissen! Ich heirate nicht, weder ihn, noch sonst jemanden! Und sollt es doch sein, dann sollt es der niedrigste Pferdeknecht lieber sein, als dieser Julian!

Lady DeGliero:
Aber so bedenke doch, das Dach . . .

Serenade:
Der Kessel, der dazumal das Wasser aufgefangen wird es wohl auch weiterhin tun müssen. Außerdem ist sein blecherner Ton gar lieblich anzuhören, wenn man derlei Musik zu schätzten weiß!

Lady DeGliero:
Ihr seid ein unverschämtes und widerspenstiges Kind! Man wird Euch zu dieser Heirat zwingen, wenn Ihr Euch nicht freiwillig beugt!

( Lady DeGliero wütend ab)

Serenade: (schreit ihrer Mutter nach)
Niemand wird mich zwingen zu heiraten und schon gar nicht einen so einfältigen und leichtlebigen Gesellen, wie diesen Julian! Eine Schande ist es, daß er zuerst meiner Schwester den Hof gemacht und jetzt mich zur Frau begehrt! Eine Schande zu der ich mich niemals, niemals hergeben werde!

(in die andere Richtung ab)

Zweiter Akt


1. Szene


( Eine Kammer im Haus der DeGlieros - die Amme betritt das Zimmer - streift ihren Kittel ab unter dem ein edles Gewand hervortritt)

Amme:
Endlich ledig dieser entwürdigenden Tracht! Wie elend ist doch das Menschendasein! Man mag gar nicht daran glauben das sie ihm so verbunden sind! (blickt sich suchend um)
Bist du zugegen mein dienstbarer Geist?

(ein Geist erscheint)

Geist:
Ich warte hier von Stund zu Stund! Ich lege einen Gürtel um die Erde schneller als der fahle Mond und doch wart ich hier in dieser bedrückenden Kammer auf meine grämlich grausame Gebieterin.

Amme:
Willst du deiner Königin nicht mehr gehorchen so sage es nur. Ich bin sicher es läßt ein ganz wundervolles Menschlein sich aus dir machen!

Geist:
Oh meine göttliche Königin, nie wär ich der Narr, der euren Befehlen wiedersagt! Ihr seid der glänzende Stern des ganzen Elfenreiches!

Feenkönigin:
Der glänzende Stern? Fürwahr ich bin der Stern derweil mein eitler Gatte sich schmückt, wie die Sonne selbst! Sag mir was geht vor sich in meinem Königreich seit ich diesen Körper übernahm?

Geist:
Euer Gemahl durchstreift die Sphären auf der Suche nach Euch, meine Königin, doch er vermag Euch nicht zu finden. Selbst die Blumen verstecken ihre Blüten, wenn er voll des Zornes an ihnen vorüberzieht. Doch mir konnte er nicht folgen, denn ich bin der schnellste Wind des Königreiches!

Feenkönigin:
Eben deshalb nahm ich dich in meinen Dienst, auch wenn ich gesteh, das mir dein selbstherrliches Geschwätz nicht recht behagen will.

Geist:
Oh wenn ich Euch beleidigte edelste Königin dann seid gewiß ich . . .

Feenkönigin:
Genug jetzt davon! Ich habe eine Aufgabe für dich, die dich mit sehr viel Freude erfüllen wird. Wie du weißt kann ich nur die Macht des Feenreiches erringen, wenn ich die Kraft der unerfüllten Liebe in meinem Körper vereinige. Ha! Mein selbstgefälliger Gemahl mag sich damit brüsten stets Gutes getan zu haben, er tats nur um meine Macht mir zu stehlen! Doch nun steht mein Triumph nur allzu nah bevor, denn mit den Tränen, die diese beiden dummen Mädchen vergießen, werde ich stark werden, wie nie zuvor!

Geist:
So ist also Euer Plan geglückt den Geliebten des Mädchens und den Prinzen nach Euren Wünschen zu behexen?

Feenkönigin:
So zweifelst du also an meiner Macht? Ich könnte dir eine Demonstration meiner Kraft geben! Was möchtest du sein? Ein Wurm? Eine Ratte? Wähle und dein Wunsch wird sogleich erfüllt!

Geist:
Oh herrliche Demona, nie käme ich auf den Gedanken Eure Macht zu schmälern, die so unendlich ist, das . . .

Feenkönigin:
Es ist genug! Du wirst schon bald sehen, daß die Macht des Prinzen, oder gar dieses liebestollen Jünglings nichts ist, gegen meinen Zauberbann! Und nun zu deiner Aufgabe! Hast du die beiden Schwestern schon gesehen?

Geist:
Ich sah sie wohl das ein oder andre Mal, doch sie sind so unscheinbar neben Eurer vollendeten Gestalt, daß mein Auge sich wohl trügen könnt!

Feenkönigin:
Ach ich bin deiner Schmeicheleien müde, lieber Puck! Höre denn also, was du zu tun hast und verdirb es nicht! Die beiden Schwestern besprechen gerad in ihrer Kammer auf welche Weise sie der Hochzeit entgehen können. Ich weiß dies, da ich es war, der ihnen diesen Gedanken eingab. Die Ältere wird sich also zum Markt begeben, um davonzulaufen, die Jüngere dagegen lechzt nach einem tödlichen Gift.

Geist:
Doch wo, oh schöne Königin, bleibt da eine Aufgabe für Puck? Es scheint das die törichten Mädchen so ganz in Eurer Gewalt sich befänden?

Feenkönigin:
Deine Aufgabe soll sein zu verhindern, daß Serenade davonläuft und so zur Heirat gezwungen werden kann, während du sicher sein mußt, daß Emilia das Gift zu sich nimmt, damit ihr Geist auf ewig gepeinigt wird. So erwächst für Beide der größte Schmerz aus ihrem Schicksal und ich werde die Macht bekommen, nach der es mich verlangt!

Geist:
Ihr sollt nicht enttäuscht werden, oh göttliche Demona. Ich werde schneller eilen, als der Wind und Euer Ruhm wird sich erstrecken von . . .

Feenkönigin:
Laß das Geschwätz! Eile, wie du es sagt’s und du sollst reich belohnt werden, wenn die Krone des Elfenreiches erst in meinen Händen liegt! (beide ab)

4. Szene


( die Apothekerschule - Magister, Scholasten - Auftritt Emilia)

Emilia:
He da Apotheker!

Apotheker:
Sieh da ein junges Fräulein! Mit welcher Arznei vermag ich Eure Pein zu lindern?

Emilia:
Mein Leiden läßt keine Hoffnung mehr. Sag mir wer ist der ärmste Student in dieser Zunft?

Apotheker:
Ei das wäre ich gar selbst. Auch wenn es mich beschämt, es einer solch reizenden Dame zu entdecken!

Emilia:
Hilf mir in meinem Leid, kleiner Apotheker, und du wirst länger nicht arm sein! Gib mir ein Gift von der Art, daß es sogleich zum Tode führt!

Apotheker:
Ich weiß wohl wie eine solches Gift zu berieten ist, doch Ihr überantwortet mich dem Tode, wenn ich es Euch verkaufte!

Emilia:
Du bist so arm und fürchtest noch den Tod? Hier, ich gebe dir vierzig Dukaten!

Apotheker:
Ich will Euer Geld nehmen, doch nur um meiner Armut Willen!

Emilia:
Ich wählte dich nach deiner Armut, so zahle ich ihr auch.

(Apotheker gibt Emilia ein Fläschchen)

Apotheker:
Nehmt dies und trinkt es aus. Und hättet ihr die Stärke von zwanzig Männern es vermochte noch Euch zu töten. Und nun geht bevor man uns sieht!

Emilia:
Habt Dank kleiner Apotheker! Ihr habt soeben eine tödliche Krankheit geheilt! (ab)


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WuZhao
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beeindruckend

... wieviele "shakespearische Gedanken" man in einem kurzen Auszug verwickeln kann ;-))

Hausaufgaben gemacht, Resultat gut gelungen, find ich

Erfahren wir wie's weiter geh?

Liebe Grüße
WuZhao
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Gelobt sei der Zweifel! Ich rate euch, begrüßt mir heiter und mit Achtung den, der euer Wort wie einen schlechten Pfennig prüft! (Brecht)

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Morrigan
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Auszüge aus der Fortsetzung (wenn nötig bitte kritisieren)

Vierter Akt


1. Szene

(Zimmer im Haus der DeGlieros - Emilia schlafend in einem großen Bett - Auftritt Julian)

Julian:
Oh meine schöne, meine einzige Emilia! Warum bist du so schön noch, jetzt wo du mir auf immer entrissen! Oh ich elender Wurm, der dir das angetan! Ich Narr, ich Narr des Schicksals, siehst du mich an dieser Schwelle stehen? Nein, ihre Augen sind verschlossen! Gift hört ich war dein Ende vor der Zeit, Geliebte und hättest du nur einen Tropfen mir zurückgelassen ich tränk ihn hier auf das ich ewig an einer Seite wandelte! Doch bin ich nicht ein Mann, trage ich keinen Dolch bei mir? Ha willkommne Waffe! Mein Herz werde dir zur ew’gen Scheide!

( er hebt den Dolch - Auftritt der drei Frauen)

Erste Frau:
Halt ein törichter Jüngling! Noch ist das Ende nicht da für Euch!

(Julian sieht sie verwirrt an - die Frauen scharen sich um Emilia)

Zweite Frau:
Noch ist Leben in ihr! Schnell das Gegengift!

(sie flößen Emilia das Gegengift ein)

Dritte Frau:
Seht sie erwacht! Erhebe dich holde Schöne zu neuem Leben und neuer Liebe!

Emilia: (erwachend)
Wo bin ich? Sollt ich nicht tot sein? Oh ich muß es sein, denn nur ein Engel könnt meinem verlorenen Julian an Schönheit gleichkommen!

Julian:
Oh meine Emilia!

Emilia:
Was Ihr sprecht? Sag mir denn, bin ich nicht tot? Seid Ihr kein Traumbild, sondern mein wahrer Geliebter?

Julian:
Der bin ich holde Geliebte! Und noch mehr denn von nun an auf immer dein!

Emilia:
Oh edler Jäger den Falken wieder herzulocken! In Abhängigkeit von Euch ging ich dem Tode entgegen, doch nun kehr ich um auf Euer Geheiß allein!

Julian:
Und welch Narr bin ich gewesen, daß ich Euch ziehen ließ! Euch, die sogar der Mond neidisch betrachtet, da Ihr ihn an Schönheit bei weitem übertrefft! Sagt, wollt Ihr mir verzeihen? Ich geb Euch meinen Liebesschwur auf ewig. Nehmt ihn und verwandelt ihn in Glück oder Verzweiflung es ist mir gleich, solange ihr mir nur etwas zurückgebt!

Emilia:
Ist nicht das Meer unendlich? Ebenso unendlich ist meine Liebe zu Euch und so nehmt denn Euren Schwur unverstellt zurück.

Julian:
Oh wüßt ich nur einen Namen für dich, der dir an Schönheit und Güte gleichkommt, ich ließe ihn in tausend Bücher schreiben und in tausend Steine meißeln!

Emilia:
Welche Bedeutung hat schon ein Name? Eine Rose duftet ebenso lieblich wenn man sie auch Tulpe heißt. Aber sage treuer Julian, wünschst du immer noch die Hochzeit mit meiner Schwester?

Julian:
Grausamer Engel mir davon zu sprechen! Ich werde diese Grausamkeit von Eurem Munde waschen!

(er küßt sie)

Emilia:
Oh holder Geliebter so hat dein Mund nun zum Dank für dies Geschenk meine törichte Grausamkeit zu tragen? Dies kann nicht sein! Gebt sie zurück!

(sie küßt ihn)

Julian:
Ich wünsche Ihr wäret bereits meine Frau!

Emilia:
Ich sehe also Eure Liebe ist so ehrlich, daß sie Vermählung wünscht. Aber sagt mir, werdet Ihr mich nicht verachten . . . mich für ein Mädchen mit allzu leichtem Sinn halten, da ich Euch so einfach Eure Tat vergab? Denn meine Liebe zu Euch könnt niemals flatterhaft und flüchtig werden und würd eine solche Zurückweisung weder verdienen noch ertragen!

Julian:
Wenn Ihr es wünscht schwöre ich beim vollen Mond, der gerade jetzt den Horizont säumt . . .

Emilia:
Schwört nicht beim Mond, der nur wandelbar und unstet ist! Ich müßte denken Eure Liebe würde sich ebenso wandeln!

Julian:
Niemals Geliebte! Nun wohl denn wie soll ich schwören?

Emilia:
Schwört bei Euch selbst, bei Eurer Gestalt, dem Abbild meiner Anbetung!

Julian:
Nun wohl so soll es sein! Ich schwöre bei meinem Herzblut, bei meiner Ehre und beim innersten Kern meiner Seele, daß ich Euch liebe und immer lieben werde!

Emilia:
Dann will ich zufrieden sein! Ich lege dir mein Glück zu Füßen und will dir als meinem Gebieter folgen, wohin du auch gehst!

3. Szene

( Auftritt Lord & Lady DeGliero)

Lady DeGliero:
Emilia! Mein Herz, mein Kind, mein einziges Leben! Du bist gesund! Oh welch göttliches Wunder!

Weber:
Mit Verlaub meine verehrte Dame, doch nicht Gott habt Ihr für dieses Wunder zu danken sondern mir, dem Weber! Ich brachte diese heilkundigen Frauen zu Eurem Haus und fand zudem Eure verlorene Tochter wieder!

Lady DeGliero:
Ihr seid ein Bote Gottes! Denn nur ein Engel kann so viel Gutes tun!
(sie küßt ihn auf die Wange - verbeugt sich vor den Frauen)
Und auch Euch muß ich danken! Ohne Euch lebte meine Tochter sicher nicht mehr!

Serenade:
Aber Mutter freut Ihr Euch gar nicht mich wiederzusehen?

Lord DeGliero:
Meine Tochter ich sage dir du hast uns viel Sorgen bereitet, doch es macht mir Freude zu sehen, daß du zur Einsicht gekommen bist und dich nun nicht weiter gegen die wohlmeinenden Ratschläge deiner Familie zur Wehr setzten wirst!

Serenade:
Es stimmt was du sagst, mein Vater. Eine Weigerung von meiner Seite wird Euch nicht länger das Leben erschweren!

Lady DeGliero:
Ist das wahr mein liebes Kind? Oh welch freundenreicher Tag!

Serenade:
Frohlocke nicht zu früh liebste Mutter, denn sieh ich weigere mich nicht Julian zu heiraten, wohl aber verschmäht er mich!

Lord DeGliero:
Was redest du nur Tochter? Warum sollte der edle Managua dich verschmähen, wo er doch noch auf dem Feste noch so leidenschaftlich um deine Hand geworben?

Julian:
Ihr sprecht wahr, edler Herr, und doch bitte ich Euch laßt mich frei aus diesem Versprechen, da ich es nicht halten kann.

Lord DeGliero:
Du verschmähst also die Hand meiner Tochter Elender? Aus welchem Grunde . . .

Julian:
Ich bitt Euch versteht, mich! Meine einzige Liebe gehört der holden Emilia und just erkundete ich ihres Herzen Rat und fand sie bereit sich mir zu vermählen! Ich flehe Euch an stellt Euch unserem Glück nicht in den Weg!

Lady DeGliero:
Aber wie kann dies alles geschehen? Erst tändelt Ihr mit meiner Emilia, dann verlangt ihr Serenades Hand von mir und verschmäht sie nun? Wer soll den Grund Eures Herzens verstehen?

Erste Frau:
Laßt uns erklären!

Zweite Frau:
Hört auf unsere Worte!

Dritte Frau:
Wir werden Euch alles enthüllen!

Lord DeGliero:
Wie wollt Ihr uns dies Mysterium erklären, da Ihr doch nicht wissen könnt, was geschehen? Oder seid Ihr gar dunkle Zauberinnen? Dann macht Euch fort aus diesem Hause!

Weber:
Oh welch Frevler Ihr doch seid edler Lord! Wisset denn das diese frommen Frauen Nonnen sind, die gottesfürchtigsten, die Ihr wohl zu finden vermögt! Und nicht nur dies! Sie sind zudem ausersehen von höchster Stelle dem unbändigen Treiben einer garstigen Feenkönigin . . .

Erste Frau:
Verzeiht unserem geschwätzigen Diener edler Herr, doch es ist, wie er sagt.

Zweite Frau:
Wie wurden gesandt Euer Haus vor großem Leid zu bewahren, daß eine grausame Fee über Euch bringen wollte.

Dritte Frau:
Sie belegte diesen Jüngling mit einem Zauberbann und erst durch die Macht unseres Herrn konnte er davon befreit werden.

Julian:
Wirklich erscheint es mir, daß meine Liebe zu Serenade nun wie ein Traum, oder eine kindliche Jagt nach unnötigem Pomp.

Serenade:
Oh Ihr schmeichelt mir zu sehr, edler Herr!

Lady DeGliero:
Du bist recht undankbar Tochter, denn als der edle Managua noch umgarnt von diesem Ränkespiel deinen Namen in höchsten Tönen lobte, da schmähtest du ihn in übelster Weise!

Lord DeGliero:
Doch wo befindet sich dies widernatürliche Weib nun, von dem Ihr spracht?

Erste Frau:
Durch die Kraft der reinen Liebe wird sie verbannt.

Zweite Frau:
In das Reich aus dem sie kam.

Dritte Frau:
Aus dem sie nicht entkommen kann solange diese Liebe existiert.

Weber:
Und so ward der Tag gerettet durch die frommen, feisten, frohgemuten Dienerinnen unseres Herrn!

Lady DeGliero:
Oh welch exquisiten Humor habt Ihr doch, edler Weber!

Lord DeGliero:
Nun im Lichte dieser erstaunlichen Begebenheiten kann ich mich Eurem Flehen nicht länger entziehen edler Managua. So nehmt denn die Tochter die Euch behagt und ich werde meinen Segen geben.

Julian:
Ich danke Euch aus tiefstem Herzen großmütiger Herr!

Lord DeGliero:
So laßt uns nun also Hochzeit feiern! Auch wenn der Prinz zürnen mag!

Lady DeGliero:
Ach Himmel der Prinz! Oh wie wird er uns zürnen! Unsere Schulden! Und der Herzoginnen Rang für Serenade! Dahin! Oh grausames Schicksal!

Erste Frau:
Seid beruhigt auch der Prinz weiß von dem niederträcht’gen Plan.

Zweite Frau:
Er ward von unserem Herrn befreit und entsagte Emilia.

Dritte Frau:
Auch wenn er sehr betrübt über sein Geschick.

Lady DeGliero:
Dann laßt uns Hochzeit feiern, denn es ist trotz allem ein froher Tag für uns alle! Holt Speisen, Blumen, feines Geschirr und einen Geistlichen! (alle ab)
Fünfter Akt

in einer Szene

( der Festsaal des Schlosses - die Hochzeitsgesellschaft - der Prinz und bei ihm Teleos)

Claudio:
Oh Teleos, welch betrübliches Geschick hat doch meine süße Königin wieder von meiner Seite gerissen! Denn obwohl der Zauberbann gebrochen ist sie immer noch ein höchst schönes und reines Weib.

Teleos:
Das ist sie Eure Majestät. Doch wie steht es mit ihrer Schwester? Wäre sie nicht geeigneter Ersatz für das was Ihr verloren?

Claudio:
Doch ich hörte sie wolle der Welt entsagen und Nonne werden?

Teleos:
Das hört ich auch. Doch konnt sie, so scheint es, den angenehmen Seiten ihres Daseins nicht so vollständig entsagen wie die kalte Nonnentracht dies verlangte . . .

Claudio:
Und du meinst sie wär nun bereit mein Anliegen anzuhören? Es heißt sie sei äußerst widerspenstig und nur schwer zu zügeln?

Teleos:
Sie hat ein recht feuriges Wesen doch haben auch durch die Erfahrungen von Hunger, Kälte und frommer Strenge ihr Temperament gezügelt. Seht da kommt sie heran mit ihrer Mutter.

( Auftritt Serenade und Lady DeGliero)

Claudio:
So will ich mein Glück versuchen Teleos! Nur Mut ist Glück, Zögern Versagen!

(verbeugt sich vor den Damen)

Edle Lady DeGliero, liebreizende Serenade ich bin erfreut Euch zu sehen!

Lady DeGliero:
Auch wir sind entzückt, daß Euer Majestät uns diesen Teil des Schlosses für unsere Feiern zur Verfügung gestellt hat. Es ist eine fast zu große Ehre für uns, nachdem unsere Familie Euch so viel Unbill gebracht hat.

Claudio:
Die geschah ohne Eurer Zutun und kann mir so nicht Vorwurf werden. Doch gestattet mir ein Wort mit Eurer Tochter, hochverehrte Lady.

(sie gehen ein Stück beiseite)

Serenade:
Was wollt Ihr von mir, mein Prinz?

Claudio:
Die Gewogenheit Eures Herzens erkunden schöne Serenade.

Serenade:
Mein Herz vergibt seine Gunst nicht, wie Ihr wißt, Majestät.

Claudio:
Dennoch biete ich Euch meine Hand und meine Krone, auf das Ihr sie nehmt oder verschmäht, oh ungewogene Serenade.

Serenade:
Ihr ehrt mich Majestät, doch sagt mir, warum Euer Augenmerk gerade auf mich gefallen ist, die ich doch weder so sanft noch so schön wie meine Schwester bin?

Claudio:
Ihr seid schön, schöner noch als sie, denn in Euch brennt ein unbändiges Feuer, da sie in ihrer leutselgen Reinheit nicht kennt. Nun sagt mir also wie ist Eure Entscheidung?

Serenade:
Ihr werdet König, wenn ich mich Euch vermähle?

Claudio:
Ja.

Serenade:
Und ich würde Königin?

Claudio:
Ja.

Serenade:
Ich müßte nie mehr Hunger fürchten, oder Kälte, oder Armut?

Claudio: (lächelnd)
Abermals ja! Ihr werdet die erste Frau des Reiches, Eure Familie sähe sich aller Schuldenlast enthoben und Eure Schwester wäre die mächtigste Herzogin im Lande, so wie ich es einst versprochen!

Serenade: (sinnend)
Nun wohl . . . ja es sei! Ich muß gestehen ich entsagte der Liebe vielleicht allzuschnell. Es gibt vielleicht doch mehr zu entdecken, als nur das tägliche Joch einer Ehe. Und ich gestehe, wenn ich mich einem Manne hätte vermählen wollen, so wäret Ihr es gewesen. Ich litt ein wenig, als Ihr Euch meiner Schwester verlobtet und ein solch Gefühl hat bisher noch kein Mann in mir zu wecken vermocht.

Claudio:
Dies meine liebliche Serenade waren die schönsten Worte, die ich je gehört! Schon jetzt scheint Euer sanfter Schein durch diese düsteren Mauern und erhellt mein freudloses pflichtbeladenes Sein! Ich will Euch hier und jetzt schwören, daß Ihr meine Liebe nie verlieren und Euren Beschluß nie bereuen werdet!

(er küßt sie)

Serenade:
Nun ich sehe wohl mein Herr Ihr habt die Wahrheit gesprochen! Doch will ich mich nicht als Eurer unwürdig erweisen!

(sie küßt ihn)

Lord DeGliero:
Beide Töchter gleich vermählt und beide gleich begünstigt in Glück und künftigem Ansehen! Welcher Segen bliebe mir da noch zu geben?

Lady DeGliero:
Ja beide Liebespaare voller Glück und Leben! Zu wünschen bleibt nur Glück, Freude, Frieden und täglich neue Liebe!

(Puck erscheint)

Geist:
Da sind sie nun und alles ist gewendet hin zum Guten!
Ich will hoffen das Euch das Spiel gefiel und wo nicht seid gnädig und laßt uns der Kritik noch einmal entgehen! Nach bestem Wissen und Gewissen zeigten wir Euch was Euers ist und wenn Ihr ein wenig guten Mutes seid, wie diese Leute hier, dann klatscht mit ihnen zum guten Ende das die Geschichte nehmen konnt, dank der Kraft der Liebe, der Einsicht eines jungen Mädchens und der Tapferkeit eines schneidigen Webers!

Ende


So ich denke aus diesen Szenchen kann man den Gang der Handlung in etwa erahnen. WIe gesagt das Ende ist noch ziemlich unüberarbeitet, also wenn es kritik gibt, dann macht euch ran und agt mir, was Sache ist!

Liebe Grüße Morrigan

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WuZhao
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Lieber spät als nie....

Salut liebe Morrigan!

hier also jetzt der versprochene Kommentar: vorweg mal - ich finde die Idee nach wie vor toll, eine ganze Wagenladung Shakespeare in ein einzigs Stück zu packen. Zumal du ja auch nicht "Tarnst", ganze Charaktere oder gar Namen direkt übernommen hast. Im großen und ganzen wird die Handlung aus diesen wenigen Szenenausschnitten ganz gut klar - an manchen Stellen (z.B. in einer Szene "Festsaal Schloß") ist mir der Einstieg in die Handlung schwergefallen. Hier fehlt meines Erachtens (auch im Auszug) eine kurze Erklärung, was im 4. Akt passiert ist.) aber daran möchte ich mich jetzt nicht aufhängen.

Sehr schön finde ich, daß Du diese Rundumadaption nicht, wie so oft gelesen ganz modern wirst, sonder beim ursprünglichen Sprachstil bleibst.

Was Du bestimmt noch ein bißchen intensiver hinbekommst, ist die Ausarbeitung der Charaktere; ganz besonders Serenade, die ja schließlich die Titelheldin sein soll, geht ein bißchen unter. Serenade strahlt hier für mich nur sehr zaghaft Wiederspenstigkeit aus - greif ins Volle! so unverschämt wie Katharina und so geistreich wortwitzig wie Beatrice - Hau Rein! Bei Emilia und Julian ist das ziemlich gut gelungen (die sind richtig lieb!)

zur Handlung (bzw. zum Ende) fällt mir noch ein, daß sich die "Wendung zur Auflösung des Gewirrs in letzter Sekunde sozusagen" eigentlich schon gut abzeichnet. Allerdings finde ich, daß auch hier Serenade wieder zu kurz kommt. Der Überraschungseffekt, daß sich ausgerechnet Sie, die ja eigentlich die Nase gestrichen voll hat, nun doch verliebt kommt bei mir nicht so recht an. Das klingt momentan noch wie : ok, heirate ich halt. Kohle hat er ja - und wenn ichs mir recht überleg ist er auch ganz nett. Da fehlt noch der "Knall" der die beiden füreinander entbrennen läßt. (Auch hier kann ich nur wieder Emilia und Julian ins Feld führen, die sich vorher seitenweise Ihre romantische Liebe erklären)

zum guten schluß noch: Pucks Schlußwort: das ist aber jetzt vielleicht gar nicht konstruktiv sondern eher persönlich geschmacksgefärbt.... ich fände es hier z.B. schön, wenn Puck, namentlich übernommen und teils fast wörtlich zitiert, (If we shadows have offended, think but this (and all is mended.........) dann auch ganz so bleiben würde, wie er ist, nämlich reimend.

Alles in Allem hoffe ich Du bleibst dran und stecks noch viel Herzblut dort hinein - Es lohnt sich bestimmt.

Liebe Grüße
Wu
(und wenn Du die restlichen Szenen irgendwann an den Mann, äh die Frau, bringen willst.... immer her damit
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Morrigan
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Hi Wu!

Danke für deine überaus ergiebige Kritik. Es wärmt doch das Herz wenn man mit dem was man schreibt auch Leute findet, die einen verstehen;-)
Was du so über den Charakter Serenade gesagt hast, ist mir - vor allem am Ende - auch schon aufgefallen, andererseits fällt mir auch keine Lösung ein, die sowohl ihre ersten zaghaften Neigungen erkennen läßt und dabei auch die Geschichte nicht noch so unmöglich in die Länge zieht. Weißt du ich dachte wenn schon Emilia und ihr Julian schon solche Probleme haben, wäre es doch lustig wenn ausgerechnet Serenade es da leichter hätte - naja aber irgendwie stimmt da noch was nicht, da gebe ich dir völlig recht. Hast du irgendeinen Vorschlag?
Pucks Abschluß zu reimen ist mir ehrlichgesagt noch gar nicht in den Sinn gekommen - den Abschluß habe ich in einer tödlich langweiligen Geschichtsstunde geschrieben, wahrscheinlich liegs daran, da kann man ja nicht kreativ sein!;-) Aber ich werde auf jeden Fall mal drüber meditieren und dir dann auch das Ergebnis vorlegen.
So und jetzt gehe ich und sehe mal, was für Szenen du noch nicht kennst:-)

Bis Bald Morrigan
__________________
Semper eadem - Anne Boleyn

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Morrigan
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Fortsetzung 2

Ok der vierte Akt . . . laß mal sehen. Und ein paar Szenen in denen Sereande auch mal vorkommt, ne? Bitte sehr!

1.Akt 3. Sezne

(Auftritt Lord & Lady DeGliero, Serenade, Julian, Emilia und Andere)

Claudio:
Nun siehst du es selbst Teleos! Ist sie nicht die Perfektion eines Weibes? Sind ihre Bewegungen nicht elegant, ihre Kleidung und Bescheidenheit nicht erlesen und stilvoll?

Der Mohr:
Mit Verlaub, Euer Majestät, doch es scheint mir eher, als sei sie betrübt. Und sehe ich nicht Julian, den ältesten Sohn der Managuas in ihrer Begleitung? Man sagt sie wären einst in Leidenschaft zueinander entbrannt.

Claudio:
Dies zeigt nur, wie wenig du aus den Gesichtern der Menschen zu lesen verstehst. Wisse denn, das ihre ältere Schwester dem Managua zur Heirat versprochen ist.

Der Mohr:
Und doch scheint es, das keine der beiden Schwestern so recht fröhlich zu sein vermag.

Claudio:
Die Ehrverletzung ihrer Familie drückt auf ihre treuen Seelen, doch nun still davon!

( Lord & Lady DeGliero und ihre Töchter schreiten sich verbeugend durch den Raum und kommen heran - sinken in eine tiefe Verbeugung)

Lord DeGliero:
Majestät es ist mir und meiner Familie eine hohe Ehre auf Eurem Fest erscheinen zu dürfen! Nehmt dafür meinen tausendfachen Dank!

Claudio:
Auch mir ist eine große Freude Euch auf meinem Feste begrüßen zu dürfen. Doch spart Euch Euren tausendfachen Dank für lohnenderes auf. Indes möchte ich gern einiges mit Euch besprechen.

( Der Prinz, Teleos, Lord & Lady DeGliero ab)

Julian:
Schönste Serenade, dein Glanz blendet mich, wie die Sommersonne! Selbst die Sterne verblassen im Licht deiner Augen! Nur du lehrst die Kerzen in diesem dunklen Raume hell zu glühn!

Serenade:
Werdet Ihr dieses Liebesgesäusels nicht müde? Es müßt Euch doch entmutigen auf taube Ohren stets zu stoßen!

Julian:
Oh hartherzige Geliebte! Niemals kann ich ablassen Euch zu verehren! Ich werde Euch solange umschwärmen, bis Ihr Eurer Hartherzigkeit müde werdet!

Serenade:
Dann nehmt meine besten Wünsche für dieses Vorhaben, denn es wird Euch sicherlich nicht gelingen!

Emilia: (apart)
Ach könnt ich nur fröhlich tun, auch wenn mein Herz ins Grabe sinkt! Vielleicht würd mein Loblied dann wieder erklingen von seinen Lippen!

Julian: (sich umblickend)
Oh was sehe ich! Eurer Vater winkt mich zu sich! Auf bald Geliebte, mein Herz bleibt bei Euch zurück! (ab)

Serenade:
Wie lächerlich! Als würde er mir ein Lebewohl auf immer entbieten! Wirklich Schwester ich kann nicht verstehen, was Ihr an ihm gefunden!

Emilia:
Oh Schwester ich bitte Euch mehrt nicht mein Herzeleid, indem Ihr mir meinen einzigen Geliebten schmälert! Mir ist, als müsse ich sterben vor Trauer! Täusch ich mich, oder ist mein Gesicht in diesem Spiegel bleich?

Serenade:
Sei guten Mutes Emilia. Ich werde dies lächerliche Spiel nicht viel länger mit mir treiben lassen. Wenn er bemerkt, daß er auch einen Frosch im Teiche besingen könnte und dasselbe Ergebnis erzielte, dann wird er sich Euch wieder zuwenden!

Emilia:
Aber wie soll ich ihn wieder aufnehmen, nachdem er unsere Liebe verraten?

Serenade:
Das allerdings weiß ich auch nicht zu sagen, da es mich überhaupt befremdet, daß Ihr noch so gut von ihm sprecht!

Emilia:
Ja wie sollte ich ihn den schmähen, der doch meine einzige, wahre Liebe ist?

Serenade:
Nun, wenn dem so ist, dann könnt Ihr ihn auch wieder aufnehmen!

Emilia:
Ach aber wie erniedrigt wäre ich, wenn ich dies täte!

Serenade:
Liebe Schwester Ihr seid nicht zu verstehen!

( Auftritt Prinz, Julian, Lord & Lady DeGliero)

Claudio: (in die Hände klatschend)
Kapelle spielt, wir wollen tanzen!

( eine versteckte Kapelle beginnt zu spielen - es beginnt ein Reigen - Serenade und Emilia werden von Julian und dem Prinzen aufgefordert)

Julian:
So süß ist das Wiedersehen, meine Geliebte! Ich dachte das Herz müßte mir brechen, derweil ich Euch verlassen mußte!

Serenade:
Und dabei ward Ihr gerade einmal fünf Minuten fort! Ein wirklich erstaunliches Phänomen!

Julian:
Oh ja, die Liebe ist eine Naturgewalt! Kein Bollwerk kann ihr wehren! Und wenn es auch nur fünf Minuten waren, die mich von Euch trennten, so haben doch eben diese wenigen Minuten mein gesamtes Leben verändert!

Serenade:
Wie das?

Julian:
Indem sie meine kühnsten Träume erfüllten! Denkt Euch Geliebte, Euer Vater und der Prinz haben bestimmt, daß wir noch heute Abend unsere Verlobung bekanntgeben!

Serenade: (maßlos erschrocken)
Was noch an diesem Abend? Aber . . . aber warum diese plötzliche Eile?

Julian:
Der Prinz hat es so befohlen, da er zur gleichen Zeit seine Verlobung mit eurer Schwester Emilia bekanntgeben will!

(sie gehen weiter - der Prinz und Emilia kommen heran)

Claudio:
Nun holde Emilia, wie Ihr vielleicht bemerktet sprach ich soeben mit Eurem Vater.

Emilia: (mühsam fröhlich)
Ach Majestät was soll ich dazu sagen? Ich spreche mit ihm fast jeden Tag!

Claudio:
Euer Witz ist unübertroffen. Doch ich sprach mit ihm über Euch.

Emilia:
Über mich, Herr? Oh was könnte Eure Majestät schon über mich zu sagen wissen?

Claudio:
Ich sehe auch Eure Bescheidenheit sucht ihresgleichen. Eine rühmliche Eigenschaft für die schönste Maid im Königreich! Und aus genau diesem Grunde habe ich bei Eurem Vater um Eure Hand angehalten!

Emilia:
Um meine Hand, Euer Majestät? Aber . . . aber wieso?

Claudio:
Da seht Ihr es! Diese Bescheidenheit, diese unschuldigen Augen und dieses zarte erröten Eurer Wangen! Ihr werdet meine Königin!

( er hält an und gebietet den Musikern zu schweigen - die Gäste wenden sich ihm zu)

Ich möchte etwas verkünden! An diesem Tag gebe ich, der Prinz von Verona, meine Verlobung mit der schönen Emilia DeGliero bekannt!

( die Gäste applaudieren frenetisch und verneigen sich vor Emilia - der Prinz gebietet Ruhe)

Aus diesem Grunde werden ihrer Familie all ihre Schulden erlassen und ich ernenne hiermit ihre Schwester Serenade zur höchsten Herzogin im Reich, solange bis mir eine Tochter geboren wird.

( wiederum Beifall der Gäste, die sich diesmal vor Serenade verbeugen)

Und zu guter letzt gebe ich die Verlobung Serenades mit dem edlen Julian Managua bekannt!

(der Jubel der Gäste wird lauter - Serenade und Emilia sehen betroffen und unglücklich zu Boden)

2. Akt 2.Szene


2. Szene


( ein anderes Zimmer im Hause DeGliero - Serenade und Emilia)

Emilia:
Oh liebe Schwester ich flehe dich an, mehre nicht noch meinen Schmerz mit deinen harten Worten! Ich sage dir die Schmach die ich erfuhr ist mein Tod und sollt sie es nicht sein so mußt du andre Gründe finden!

Serenade:
Aber sieh doch Emilia! Ist das Leben nicht Grund genug zu leben? Warum willst dem Tode du dich jetzt schon übergeben, wo noch keine zwei Jahrzehnte du gesehen! Lohnt eine solche Treue einem Schurken, wie dem, der die Ehe dir versprochen und sie nun trägt zu meiner Schwelle?

Emilia: (für sich)
Julian ein Schurke? Oh er ist ihm himmelweit entfernt!

Serenade:
Ich sage dir Schwester lebe! Lebe, lache, liebe, wo ich es nicht kann!

Emilia:
Ach du kannst es nicht und ich soll es vermögen? Nein Schwester so einfach kannst du über mein Haupt nicht entscheiden! Warum sollt ich mich quälen, wenn du es nicht auf dich nehmen willst?
Wo du die Kraft zu sterben hast, da habe ich sie auch!

Serenade:
Liebste Schwester du verstehst mich nicht. Ich wähle nicht den Tod, sondern die Verbannung! Ich gehe fort und niemand hier soll je wieder mein Gesicht sehen! Und doch wär es mir ein unbeschreiblich Glück dich vermählt und glücklich zu verlassen.

Emilia:
Verbannung? Oh Gott sei gnädig! Verbannung trägt der Schrecken mehr als Tod! Oh sage nicht Verbannung!

Serenade:
Sei nicht töricht! Verbannt wär ich aus Verona, doch die Welt ist groß und weit!

Emilia:
Auch außerhalb dieser Mauern ist das Leben Fegefeuer, Marter, Tod! Und du spottest meiner, weil ich den gnädigeren Weg gewählt? Du spottest meiner, mit mildtätigen Ratschlägen? Schwester du bist grausam!

Serenade:
Ach Emilia, wie soll ich erklären, was du nicht verstehen willst? Du wolltest dich abhängig machen von einem Mann, warum nicht dann von einem Anderen? Ich jedoch kann diese Folter nicht ertragen! Verbannung ist ein süßes Wort gemessen an diesen wie Tugend, Ehe und Pflicht! Ich bitt dich Schwester! Laß ab von deiner tödlichen Sehnsucht und wähle das Glück und tätest du es nur um meinetwillen!

Emilia:
Führt ehrliche Sorge dir die Zunge?

Serenade:
Ich geb mein Wort es ist so! Und so nicht mag Gott mich strafen!

Emilia:
Amen!

Serenade:
Wie?

Emilia:
Ihr habt mich wahrlich getröstet Schwester. So geht denn und seid gewiß, das all mein zukünftiges Glück aus Eurem Antriebe entspringen mag!

(Serenade umarmt sie - will abgehen - in der Tür)

Serenade:
So sei Gott mit dir Emilia. Und vergiß mich nicht! (ab)

Emilia:
Hinweg leutselige Ratgeberin! Du die du die Liebe schmähst, willst mein Glück begründen? Geh und sieh ob du dein eigenes zu finden vermagst! Ich will zur Schule der Apotheker eilen, denn wo du nur zur Flucht den Mut findest, hab ich den Willen zu sterben! (zur anderen Seite ab)

3. Szene


( ein Marktplatz - Marktschreier, Gesellen, Volk - Auftritt Serenade)

Serenade:
So bin ich nun verbannt aus meines Vaters Haus, aus meiner Mutter Schoß zu finden mein eignes Glück! Wohlan denn!
He Marktschreier! Ich sehe du bist schon alt. Fehlen dir nicht ein Paar junge Arme die Lasten zu tragen? (ab)

(Auftritt Puck)

Geist:
Nun mocht ich den ganzen Markt auf den Kopf stellen, nirgends fand sich ein Mädchen daß der Serenade gleicht! Sie wird dem schlauen Puck doch nicht entkommen sein?
Doch halt! Was seh ich? Da hinten eilt sie umher! Oh gutes Herz, fandst keinen Einlaß bei dem fetten Marktschreier dort? Ich werde dir einen Zauber eingeben, der dir deine Flucht sogleich vergällt! Eh du dich versiehst erscheint dir jede Qual wie ein fröhlicher Reigen gegen diese Arbeit hier! (ab)

Dritter Akt


1. Szene

( Der Marktplatz - in einer Ecke drei schwarz gekleidete Frauen)

Erste Frau:
So treffen wir uns wieder Schwestern.

Zweite Frau:
Noch bevor der Tag zuende geht ein Werk zu tun, das seinesgleichen sucht.

Dritte Frau:
Der Regen und der Sturm erheben sich ihr zu Ehren.

Erste Frau:
Ihr folgen Vernichtung und Tod!

Zweite Frau:
Wann ist die Zeit und wo der Ort zu sprechen mit unserem Diener?

Dritte Frau:
Dort kommt er schon!

(Auftritt Weber und sein Esel)

Erste Frau:
Nun Weber was tatest du, seit wir dich das letzte Mal ersucht?

Weber:
Ich brachte feine Stoffe zu den reichen Familien und Freude zu deren Töchtern!

Zweite Frau:
Lüstern und lasterhaft wie gewöhnlich!

Weber:
Oh Ihr verkennt mich! Ich habe mehr gute Seiten als die Bibel selbst!

Dritte Frau:
Und gotteslästerlich dazu!

Weber:
Aber genug von meinem bescheidenen Leben. Sagt mir wozu Ihr mich braucht! Soll ich einer schönen Maid hinterher spionieren? Einen Jüngling bewachen oder einem reichen Geizhals die Börse stehlen? Oh Ich könnte selbst den König selbst täuschen in meinen Verkleidungen! Und ich könnte dem Papst selbst sein Kruzifix stehlen ohne das er es bemerkte! Ich könnte, ich könnte . . .

Erste Frau:
Deine Fähigkeiten sind unbestritten doch sollst du dieses Mal nur etwas für uns in Erfahrung bringen.

Weber:
Ach nur einen Laufburschen seht ihr in mir? Wohlan ich kann auch einen solchen spielen! Ich könnt sogar als mein alter Esel hier gehen! Welcher Art soll meine Tarnung sein?

Zweite Frau:
Du kannst in deiner eigenen Gestalt gehen.

Weber:
In meiner eigenen Gestalt? Oha Ihr benötigt also die Auskunft einer Frau? Ha! Ich werde sie derart becircen, daß sie nicht mehr ein noch aus weiß! Ich werde . . .

Dritte Frau:
Das wird nicht nötig sein! Begib dich einfach zur Villa DeGliero und ersuche um eine Audienz als der Weber, der du bist. Du kannst vorgeben von den Hochzeiten gehört zu haben, die den Töchtern DeGliero bevorstehen. Unterhalte dich ein wenig mit der Mutter und versuche einen Blick auf die Amme zu werfen. Das ist alles!

Weber:
Alles? Ha Ihr werdet erstaunt sein wie trefflich ich diese Aufgabe meistern werde! Auf bald ihr dunklen Schwestern! Wir begegnen uns bei meiner Rückkehr wieder! (ab)

Erste Frau:
Wann treffen wir wieder zusammen?

Zweite Frau:
Wenn die Aufgabe erfüllt und die Schlacht gewonnen ist.

Dritte Frau:
Dann laßt uns eilen! (nach verschiedenen Richtungen ab)

3. Szene

( dieselbe Stelle auf dem Marktplatz - Auftritt der drei Frauen)

Erste Frau:
Nun Schwester wo warst du? Und war deine Tat erfolgreich?

Zweite Frau:
Ich besuchte den Prinzen und heilte ihn von der bösen Feenkönigin Bann. Und Schwester du?

Dritte Frau:
Ich besuchte Julian und heilte auch ihn. Er lief sogleich seine Emilia zu besuchen. Und Schwester du?

Erste Frau:
Ich suchte den Apotheker auf und er gab mir von Reue geschüttelt ein wirksam Gegengift es zu verabreichen der armen Emilia.

Zweite Frau:
So laßt uns aufbrechen und Hilfe bringen wo wir es vermögen!

Dritte Frau:
Wartet und seht, denn dort eilt Duncan herbei!

Weber:
Heil Euch ihr dunklen Schwestern!

Erste Frau:
Heil dir Duncan. Bringst du uns gute Kunde?

Zweite Frau:
Heil dir Duncan. Wie ist die Gesundheit der Emilia?

Dritte Frau:
Heil dir Duncan. Sahst du die Königin?

Weber:
Meiner Treu nicht den kleinsten Scherz vertragt ihr trübseligen Schwestern! Da dacht ich mein Gruß wär ein gelungener Scherz und schon gebt Ihr ihn ungewürdigt zurück! Wahrlich Ihr seid keine lustige Gesellschaft!

Erste Frau:
Welche Kunde bringst du uns nun, Weber?

Zweite Frau:
Eile dich und sprich, wo die Zeit läuft gegen uns!

Weber:
So höret denn das die schöne Emilia durch einen Gifttrunk dem Tode entgegen welkt, während ihre Schwester die unbändige Serenade davon lief und nicht zu finden ist.

Dritte Frau:
Und die Königin? Saht Ihr sie?

Weber:
Ihr meint die Amme? Nun wohl die sah ich nicht, doch es dünkt mich auch, daß sie wohl schwerlich die Königin sein kann, von der Ihr sprecht, denn warum sonst hätte sie den Körper einer fetten Amme der entzückenden Gestalt der Lady DeGliero vorgezogen?

Erste Frau:
Sie ist es, sei gewiß. Gerade diese Schläue verrät sie! Nun wir sollten eilen!

Zweite Frau:
Du sagst es Schwester! Weber geh du und suche nach Serenade! Wir indes kümmern uns um ihre Schwester!

Dritte Frau:
Hinfort denn! (alle ab)


So das waren glaube ich bis auf einige kurze Zwischenspiele alle Szenen, die du noch nicht kennst. Ich hoffe du hast ein wenig Spaß beim lesen!

Liebe Grüße Morrigan
__________________
Semper eadem - Anne Boleyn

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