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Leselupe.de > Ungereimtes
ShirouKamoSantoku
Eingestellt am 27. 08. 2008 03:19


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Milko
AutorenanwÀrter
Registriert: Nov 2006

Werke: 284
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ShirouKamoSantoku
das meer erzÀhlt mir meine geschichte
jede nacht wenn die wellen den gleichklang in der strandung finden
ĂŒbersĂ€t es ein glitzern an sternentönen
mit einer transparenz
keine schichtung von geistern oder schutz gewahr
nimmt

weiter als der horizont und tiefer als jedes meer
scheinbar ein nichts an gefĂŒhlten lebenskrĂ€mpfen ohne sonne

begleiten traumnÀchte teile des tages
wird der korpus wÀssernd und entsagt festes

sumpfschlagheil ist untat contenance deren frĂŒchte meeresböden zieren
werden felder bestellt mit einer macht an ernte und nichts macht davor halt

meer an varenheit
durchfÀhrt so
lebensmass
mehrmals meere
wahre

ShirouKamoSantoku

es ist ein schnitt     die schĂ€rfe ist keine
es teilt unmerklich    durchfĂ€hrt die klinge
fast ohne zu berĂŒhren
fallen
die geteilten stĂŒcke
zu beiden seiten

zweigeteilt ein jedes fĂŒr sich
erkennt man klar das fehl ende
oder war es das ergÀnz ende
im beiden steckt ein
ende

ohne leben
erzÀhlt
ewig
das meer


__________________
gedachtDenn die Einen sind im DunkelnUnd die Andern sind im LichtUnd man siehet dieIm LichteDie im Dunkeln sieht man nichtBerthold Brecht

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penelope
Guest
Registriert: Not Yet

lieber milko,

dauert immer etwas lĂ€nger bei mir, bevor ich antworte: habe es wirken lassen, gelesen, erspĂŒrt... ich habe ĂŒbrigens ein messer von shirou kamo, kein santoku, sondern einen migaki... aber ich lese es hier sowieso anders, denn dein shiroukamosantoku wĂŒrde ich mit "aufs messers schneide" ĂŒbersetzen, denn das sehe ich darin, einen gedanken, einen ausdruck, den du versuchst in eine bestĂ€ndige, dennoch aktive form zu bringen, die auch seine zum unsagbaren offenen, aus noch stummer erfahrung bereichterten rĂ€nder fasst, wenn du zunĂ€chst die klinge durch den körper fahren lĂ€sst, und dann in dieser neusprachlichen brillianz möglichkeiten vorfĂŒhrst, an die man kaum denken wĂŒrde: zweigeteilt ein jedes fĂŒr sich/erkennt man klar das fehl ende/oder war es das ergĂ€nz ende/im beiden steckt ein/ende... fĂŒr mich ist deine sprache ein allem-anderen-voraussein, denn es ist fast so, als entwickle das gedicht selbst die stelle mit, an der die begriffe sich befanden, als sie noch keine waren, und du schaust ihm dabei nur zu. du verschließt dich dem konzeptuellen zugriff, mit nichts begabt als einer dringlichkeit, einer fixation, ganz offen nur noch und wirklich eindringlich. ein davor. vor was? die versifikation gliedert die zeit, den reißenden raum, in sinnlich fassbare teile, ein metrum, eine form, in die die zeitdimension allen verstehens deutlicher eingang gefunden hat. ja, dein ganzes gedicht ist ein einziger schnitt: ein zeitschnitt: eine lebenswunde: deshalb auch: ohne leben/erzĂ€hlt/ewig/das meer...
stets nachvollziehbar fĂŒr den hörenden leser und lesenden hörer ist der vorgang deines poetischen erkennens nicht, aber was kĂŒmmert uns schon der leser: denn wahre dichtung will und darf nicht preisgeben und entblĂ€ttern bis zum letzten kern, sie will und kann ihn nicht enthĂŒllen. das ist ihre grenze, und deine grenze: die herrliche grenze der dichtung, die freirĂ€ume schafft, also echte freiheit... ĂŒbrigens erinnerte mich dein gedicht an eines aus meiner jugend, und ich konnte ihn wirklich wieder ausgraben: es ist nichts besonderes, nichts, was sich veröffentlichen ließe, dennoch schaute ich in meine jugend zurĂŒck, denn ich war sechszehn oder siebzehn als ich es zu papier brachte: dort sitzt es heute noch:

nur ein trieb

ich begann mit dem kleinen finger
fein sÀuberlich durchtrennte ihn das

schlachtermesser

danach habe ich meine rechte hand
zerstĂŒckelt, endlich meinen unterarm

als meine beine mit einer kreissÀge
ich dann durchtrennte

vermischte sich das viele blut
mit meiner ohnmacht

und ich sah gerade noch diesen
einen großen schwarzen vogel

der sich eigens anschickte sich
in meinem gehirn einzunisten


lg penelope

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