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Leselupe.de > Erotische Geschichten
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Eingestellt am 07. 06. 2001 20:43


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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Als recyceltes Plastikteil hast du wirklich nichts zu lachen. Manchmal hĂ€ngst du jahrelang an der Wand als Steckdose und bekommst lauter Sachen in dich reingestopft. Neuerdings hört man auch Horrorgeschichten von den WechselkopfzahnbĂŒrsten, die eine wirklich eklige Arbeit zu erledigen haben.
„Diesmal habe ich es aber mit meiner Inkarnation gut getroffen“, sage ich zum benachbarten Seifenhalter, der, schon etwas verschleimt, mir nicht so recht zustimmen will.
Ich bin zwar nur ein handelsĂŒblicher Duschkopf fĂŒr 24,95 DM bei Obi, aber manchmal hat man auch GlĂŒck. Zwar hĂ€nge ich die meiste Zeit nur dumm rum, aber dann erscheint sie ... schiebt den Kollegen PlaststĂŒr mit einer resoluten Handbewegung zur Seite, der in Anbetracht des zu erwartenden Schauspiels (also dafĂŒr beneide ich ihn wirklich!) anfĂ€ngt, lustvoll zu quietschen. Na, jedenfalls konnte er das bis vor kurzem. Ein paar Tropfen Salatöl haben ihn zum Schweigen gebracht. Nun wirft er mir mit seinen tausend kleinen Kalkaugen immer sehr bedeutungsvolle Blicke zu. Gut, dass er nicht zwinkern kann ... da wĂŒrde mir sicher schwindlig werden. Aber das kommt spĂ€testens dann, wenn die Hitze in mir aufzusteigen beginnt. Es ist jedes Mal ein einzigartiges Empfinden, das all die Jahre des langweiligen und stupiden Plastdaseins schlagartig hinfort spĂŒlt.
Sie ist ein sehr zĂ€rtliches Wesen. Gönnt mir, anmutig an den Armaturen drehend, ein kurzes Vorspiel, mit ersten kaltkitzelnden Tropfen, die verwirbelnd zu einem benetzenden Strom wohliger WĂ€rme anschwellen, bis es mich ganz ausfĂŒllt. Wer einmal diesen langsam ansteigenden Wasserdruck gefĂŒhlt hat, der auf jedem Quadratmillimeter lastend, sich weiter drĂ€ngt und sich, fast schmerzhaft rauschend, durch meinen Kopf hindurch dunstschreiend den Weg nach draußen bahnt ... meistens kommt sie mir aber mit dem Stöhnen zuvor.




Da fÀllt mir ein, ich kenne bis heute ihre Augenfarbe nicht. Solange ich noch die Fassung behalte und von oben herab beobachten kann, wie sie ihre langen schwarzen Haare mit beiden HÀnden sanft hinter die Ohren nach hinten streicht und von den letzten AuslÀufern der Haarspitzen das Wasser herabströmt, ein sich krÀuselnder kleiner Bach, der an die WirbelsÀule gebettet, sich irgendwo da unten verlÀuft ... solange kenne ich nur diesen Gesichtsausdruck von Seligkeit. Ich glaube, selbst Engel könnten nicht emphatischer duschen.
Als wĂ€re ich eine Sonne, deren Strahlen es einzeln zu genießen gilt, streckt sie sich mir entgegen, bis ihre Nasenspitze mich fast zu berĂŒhren scheint.
Und dann dieses leise Stöhnen! Unbeschreiblich! Manchmal erinnert es auch mehr an ein Brummen. Niedlich! Ich mag sie sehr gerne.
Nachdem sie so, mit geschlossenen Augen lÀchelnd, eine Minute regungslos in meinem Wasserschein verharrt hat, ist Kollege Seifenhalter an der Reihe. Eigentlich ja nur insofern, dass er nach der Einseifprozedur, nun noch verschleimter, ein resignierendes Grummeln von sich gibt. Armer Kerl!
Sie stiehlt sich dazu aus meinem Wasserstrahl, und zur Strafe erwachsen fast augenblicklich ĂŒberall auf ihrer Haut hauchzarte kindliche Erhebungen, durchbrechen den Film von NĂ€sse, und auf jeder Brust, umgeben von einer Aura in zarten Rosa, wölben sich erhaben und um vieles grĂ¶ĂŸer
 Hm. Das muss wohl die Mutter von ihnen allen sein. Oder die Königin? ... Aber warum dann zwei?
Ich folge dem Spiel ihrer HĂ€nde, die einen geschmeidig feuchten Mantel von Seife auf ihrer Haut in fast schon verwirrenden Schlangenlinien hinterlassen, ihren Konturen entlang: die Arme, ĂŒber die Rundungen der Schulter, die hervortretenden Wölbungen der SchlĂŒsselbeine, zu den BrĂŒsten, die etwas ausweichend reagieren, bevor sie mit einer seltsamen ErschĂŒtterung wieder ihren ursprĂŒnglichen Zustand einnehmen. Ähnliches passiert auch weiter unten ... hinten. Doch so genau kann ich das von hier aus nicht erkennen. Es muss etwas sehr Weiches sein. Aber ich bin noch nicht dahintergekommen. Das geht ĂŒber meinen Plasthorizont.

Wenn sie sich fertig mit Seife bekleidet hat, naht der interessanteste Teil. Sie greift mit glitschigen HĂ€nden nach mir und entreißt mich der Halterung, erwĂ€hlt mich dazu, sie wieder ausziehen, und ich tue mein Bestes. Ich zerreiße förmlich die herabgleitenden SeifenvorhĂ€nge, bis sie in plĂ€tschernden Strömen bodenwĂ€rts rinnen und erschaffe mit aller mir gebotenen Kraft ihre Nacktheit neu, tobe auf ihrer Haut mit Mustern meiner unzĂ€hligen Strahlen.
An manchen Stellen - ich weiß nicht warum- verharrt sie lĂ€nger, obwohl die Seife schon fort ist. Auch die dunkle Verschattung zwischen ihren Beinen hat sie trotz intensivster BemĂŒhungen nie wegwaschen können. Und ich weiß, wie sie das quĂ€lt. Immer, wenn sie dort zugange ist, verĂ€ndert sich ihr Gesicht. Zwar bleiben die Augen geschlossen, aber das LĂ€cheln entschwindet und es erscheint ein Ausdruck erhöhter Konzentration, als gelte es, eine komplizierte Bedienungsanleitung in Blindenschrift zu lesen. Ich weiß nicht, ob sie verstand, was sie da las. Aber es muss sie sehr beschĂ€ftigt haben. Jedes Mal auf’s neue.
Kurz bevor es mir dann zu langweilig wird, stöpselt sie mich wieder auf die Halterung zurĂŒck. Rechtzeitig genug fĂŒr uns beide, um zu verschnaufen. Schlagartig erlischt der Wasserdruck und mit einem Ausatmen verlassen sie und der Dunst die Dusche. Ich sehe noch kurz ihr wippendes Hinterteil und freue mich auf Morgen. Kollege PlasttĂŒr wird mich dann aus tausend neuen Augen bedeutungsvoll ansehen, und der Seifenhalter grummelt wie eh und je.

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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 17
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Martin, Martin ... ich habe einen neuen Blick zu meiner Dusche bekommen *schmunzel* ...

sehr kurzweilig, und hervorragend aus der Sicht des Duschkopfes geschildert ... ich mußt unweigerlich schmunzeln ... herrlich ...

liebe GrĂŒĂŸe
ReneĂš

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

Werke: 64
Kommentare: 1400
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Hallo Martin,

ich bin sprachlos! Nicht nur, weil mir vom Lachen immer noch die Gusche weh tut, sondern...also...nee, dieses Feuerwerk an herrlichen EinfĂ€llen. Wenn man die hier alle aufzĂ€hlen wollte.... man mĂŒĂŸte fast die ganze Geschichte komplett abschreiben. Martin - das Ding hier ist einfach Spitze!!!!!!!
Du behaupte noch mal, Du wĂŒrdest dich mit Prosa schwer tun!

Gruß Ralph
__________________
Schreib ĂŒber das, was du kennst!

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

Werke: 68
Kommentare: 695
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Sternstunden

Hi Renee und Ralph

ursprĂŒnglich glaubte ich mich schon in einer dichterischen Sommerpause dĂŒmpelnd ... aber gestern nachmittag hatte ich diese spontane Eingebung mit dem Duschkopf (fragt mich bloß nicht warum!)
Offenbar wirkt sich ein Monat Abstinenz vom Schreiben wie Ă€hnliche, unsublimierbare BedĂŒrfnisse aus ;-) Sogesehen befand ich mich wohl gestern ... Ă€hm ... in einem Zustand poetischer Ekstase :-) Ich denke, beim Vorhandensein ein guten Idee (die sind leider sehr selten) geht der Rest fast wie von selbst. Ich hoffe nur, daß das existenzielle Hineinversetzen in andere Daseinsformen nicht irgendwann zu einem Wirklichkeitsverlust fĂŒhrt ;-)

GrĂŒĂŸe Martin

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boo
Guest
Registriert: Not Yet

zu lange geduscht?

ahhhhhh ja,

"poetische" ekstase also...

ich darf sagen, das ist wirklich gross
du sagtest mal, dass "an beethoven" heute nicht zu wiederholen sei, weil das andere zeiten waren, aber das ist genau das gleiche kaliber

kleiner inhaltlicher fehler: erst weiss er nicht, was das weiche hinten unten ist, und am schluss sieht er ihrem hinterteil nach, aber das ist zu verschmerzen (ich habe lange nach fehlern gesucht :-))

köstlich unterhalten boo

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

Werke: 68
Kommentare: 695
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Hi boo

ja, dieses Problem ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe es fĂŒr mich dahingehend gelöst, daß hier eine Trennung der beim Menschen normalen VerknĂŒpfung zwischen optischer Wahrnehmung (Schwingungs- und Verformungsverhalten der Haut ;-)) und sensitiver Erinnerung (BerĂŒhrungsempfinden) stattgefunden hat. Der Duschkopf hatte nie die Möglichkeit, sie an diesen Stellen zu berĂŒhren. Insofern bleiben ihm (außer der optischen und akustischen) aller anderen sensitiven Erfahrungen versagt und somit geheimnisvoll. Hm ... kann man das gelten lassen? :-))

GrĂŒĂŸe Martin

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