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Leselupe.de > Gereimtes
Sie aßen Brot, sie tranken Wein...
Eingestellt am 20. 10. 2003 12:14


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Penelopeia
Autorenanwärter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
Kommentare: 1964
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Sie aßen Brot, sie tranken Wein –
ein Müllmann und ein Dichterlein.
Sie schmierten Butter, strichen Schmalz
und streuten meistens darauf Salz.
Und bei besonders schönen Frauen
mußten sie beide lange schauen.

Sie lebten in der großen Stadt,
sie hatten oft das Leben satt.
Dann schlurften sie durch den Stadtpark
und dachten traurig: alles Quark.
Hätten sie sich je angesehen!
Sie hätten müssen sich verstehen...

Sie waren beide meistens blank,
auch oft bekümmert; manchmal krank.
Der eine wegen Müll und Aas,
der andre, weil man ihn nicht las.
Der eine, weil ihn Ratten bissen,
der andre, wenn man ihn verrissen.

Der eine sah den Müll am Platz,
der andere im fremden Satz.
Den beiden war so ziemlich klar,
daß voll die Welt mit Müll doch war.
Gemeinsam war ihnen das Träumen
von einem gründlichen Aufräumen.

Gelegentlich, da stanken sie:
das kam zumeist von Empirie,
also von der Erfahrung her,
daß unendlich der Müllberg wär
und keine Halde jemals fasse,
was so die Welt heut von sich lasse...

Sie wuchsen auf und wurden groß,
und schluckten manchen großen Kloß
und manche Kröte bis zum Grab.
Dann traten sie fast zeitgleich ab.
Die Würmer hatten was zum Fressen,
der Runde Rest nichts zum Vergessen.





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Bruno Bansen
Guest
Registriert: Not Yet

Mül

Hi Penelopeia,

witzige Idee, Müllman und Schrifsteller zu vergleichen aber bei deinem Text, der sich gut anhört, weil der Rhythmus gut ist, fehlt teilweise die Logik. Wenn zettbeh, beide im letzten Absatz ...wachsen auf und wurden groß... liest man nochmal zurück und sucht etwas, was man evtl überlesen hat, denn aufwachsen und groß werden passiert eigentlich immer am Anfang einer Geschichte.

Ähnlich der letzte Absatz. da frage ich mich, wieso stinken die von der "Empirie". der Erfahrung?

...der eine wegen Müll und Aas, der andre, weil man ihn nicht las... das wkederum hört sich sehr gut an, wie auch andre Passaagen. Schade drum, da solltest du die unlogischen und verkrampften Stücke rausnehmen, kürzen und den Vergleich der beiden in den Vordergrund stelln, sowie am Ende ne richtige Pointe ... denn das Thema ist gut, originell und du hast schon ne ganze Reihe schöner Zeilen!

Grüße von

Bruno

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Penelopeia
Autorenanwärter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
Kommentare: 1964
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Empirie

Hallo Bruno,

stimmt schon, der Text ist bißchen eckig, war aber auch so gewollt... Die "Empirie" ist nichts weiter als die "Arbeits-Erfahrung", für den Müllmann also die tägliche Begegnung mit den "Objekten" seiner Arbeit, für das Dichterlein die tägliche Auseinandersetzung mit dem Geist- und Schriftmüll der anderen...
Die letzte Strophe ist als Zusammenfassung des "spurenlosen" Wirkens der beiden gedacht. (Vielleicht ist auch ein Nachsinnen darüber ergiebig, welche Spuren geblieben wären, hätten die zwei ihren Job nicht erledigt...)

Liebe Grüße

Pen.

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DeGie
Guest
Registriert: Not Yet

Nein, nein, ich komme mitnichten zum Mosern!

Finde das Werk eigentlich gelungen und auch rhxthnisch / betonungstechnisch viel besser als andere Sachen von Dir.

Nur ein paar Stellen würde ich ändern, z.B. in:

"und streuten darauf meistens Salz"
"mußten beide lange schauen"
"Dann schlurften tumb sie durch den Park"
"Ach, hätten sie sich angesehen"
"Gemein war beiden doch das Träumen
der (bzw. vom) Wunsch, mal gründlich aufzuräumen"
"was heißt: von der Erfahrung her"

oder so...

An den meisten Stellen stimmt es aber jetzt schon so, wie es ist.

Auch der Grundgedanke an sich hatte bestimmt schon lange darauf gewartet, bedichtet zu werden...

SchöSano,
DeGie

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