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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Sieben Jahre
Eingestellt am 19. 09. 2006 23:25


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ENachtigall
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???

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Sieben Jahre



reinen Duft koche ich in Vorgesterns Laken
in der WaschkĂŒche
wo frischer die Luft mich strömt
und flinker die Finger fliegen
ĂŒbers Waschbrett fliegt auch der Puls
aus den Stimmritzen schrillt eine Ode
an den Todstellreflex:
alle sieben Jahre, sagt man
hÀutet sich der Mensch



naseweis dirigiert das Handpaddel
durch den Nebel der NĂŒstern
ist Lust eine FĂ€hrte
ein Hauch von Haut auf verblĂŒhtem Gras
lasst es nur liegen
ich bin flĂŒchtig danach
mir ein Schlupfloch zu suchen
alle sieben Jahre
sagt man
hÀutet sich der Mensch



verblichen im GewÀsch
schleudern TrÀume Schaumkronen
Halluzinationen
an Land wie falbfarbene Berber
in Steppen getrieben
wieder und wieder evolutioniert
zum Staunen jener fraglosen Weite
deren Leinen Übermorgen
mit Flachs ich bestĂŒcke
prasseln noch TrĂŒmmer
auf Olfaktor, den an der Nase
herumgefĂŒhrten BĂ€ren
den ich tanze alle sieben Jahre
sagt man
hÀutet sich der Mensch?



heiß ist das Eisen mit dem ich gedenke
dieser HartnÀckigkeit
diesen Zweifelsfalten
auf der Stirnseite des Leibchens
schief das verschÀmte LÀcheln zu plÀtten
und dann in den Regen gehen
den Klammerbeutel voll Rache
an den nÀchsten Nagel gehÀngt
geteert und gefedert habt ihr mich
lange bevor ihr mich richtetet
alle
sieben Jahre, sagt man
hÀutet sich der Mensch



behĂŒtet tragen die WaschhĂ€user
statt Schmutzabweisern auf ihren DĂ€chern
Geduld mit der Fallsucht des FĂŒhlens
selbst das WĂŒnschen verfĂ€llt dort
beilÀufig
im Sturz einer Wimper mit ihm sein Fluch



mir bricht kein Himmel mehr
unter den FĂŒĂŸen zusammen
sagt man alle sieben Jahre
wenn ein Mensch sich hÀutet



© Elke Nachtigall
September 2006
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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bonanza
Guest
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etwas viel wÀsche in der trommel.
bunt durcheinander.
wieviel esoterikkurse muß man besuchen, um dein gedicht
halbwegs zu verstehen?
und warum steht es unter "tagebuch"?

bon.

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

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Hallo bonanza,

danke fĂŒr Dein Lesen und die Resonanz.

Mit Esoterik habe ich nichts am Hut und es ist einfach ein persönliches ResĂŒmee. Dass es Dir nichts sagt - naja, so ist das manchmal.

Ich finde auch, dass der schmutzigen WĂ€sche genug im Bottich ist und es passt auch kein Taschentuch mehr rein. Deshalb ist es wohl so lang geworden. Diese Freiheit wollte ich mir nehmen. Deshalb steht es hier und genau so.

Gruß

Elke
__________________
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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

danke enachtigall.

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namaqool
Hobbydichter
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hallo elke,

ich habe diesen text schon mehrmals gelesen und ich finde immer wieder neues faszinierendes in ihm. wie machst du das? kannst du mir das mal erklÀren?

"mir bricht kein Himmel mehr
unter den FĂŒĂŸen zusammen
sagt man alle sieben Jahre
wenn ein Mensch sich hÀutet"

ist das gut oder schlecht?

grĂŒsse, namaqool.
__________________
Phönix ist ein anderer.

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

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der Himmel

danke, namaqool, fĂŒr Deine schöne Antwort.

Wie eine SchutzhĂŒlle betrachte ich "den Himmel" hier, schĂŒtzend rundum das Individuum. Wenn er bricht - zudem unter den FĂŒĂŸen - folgt, wie beim Teppichwegziehen, ein k.o.

Die zitierte Stelle birgt zwei (oder mehr) Auslegungen oder Wege. Ich versuche mal zwei Extreme aufzuzeigen.

- die Erneuerung (hier HÀutung genannt) verleiht StÀrke und VitalitÀt, die zum Eigenschutz bemÀchtigt. Der Himmel kann sich ausweiten und mehr Raum geben ...

- die VerĂ€nderung fĂŒhrt zur VerhĂ€rtung und Verleugnung: wofĂŒr brauche ich einen Himmel (wenn der eh nichts taugt)?

Der dabei anklingende GrĂ¶ĂŸenwahn ist typisch fĂŒr ein GefĂŒhl von Pioniersgeist, das solche UmwĂ€lzungen begleitet und dient der Überspielung der zeitgleich auftretenden Unsicherheit.

Schön, nochmal zum Nachdenken angeregt zu werden.

Liebe GrĂŒĂŸe

Elke
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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