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Leselupe.de > Kurzprosa
Siegen - oder fliegen
Eingestellt am 21. 06. 2005 11:57


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Josie
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2005

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Siegen - oder fliegen

Ein schrill anhaltender Pfiff ert├Ânte und durchfuhr seinen K├Ârper wie ein Blitz, suchte sich durch seine Ohren einen Weg hinunter - zu seinem Herzen.
Sekundenlang stand er wie gel├Ąhmt, war keines Wortes, keiner Regung m├Ąchtig. Dann qoll sein Herz ├╝ber und suchte sich als ein See voller Tr├Ąnen ein Ventil, gelangte durch seine Augen nach draussen - ins Leben.

Der Kampf ums runde Leder war gewonnen. Der erste Sieg nach einer langen Reihe verlorener Fu├čballspiele.
Blind vor Tr├Ąnen verga├č er seine selbst anerzogene H├Ąrte und fiel seinen Spielern gl├╝cklich um den Hals. Nahm wie in Trance das Get├Âse der Fans im Stadion wahr, in dem sich die ganze Angst und Verzweiflung der vergangenen neunzig Spielminuten in Begeisterungsrufen und Jubelliedern entlud.
Ausgerechnet Franco hatte das Siegestor geschossen! Franco, den er wochenlang auf der Ersatzbank hatte braten lassen. Er h├Ątte geschickt stolpern und daneben schie├čen k├Ânnen, im Bewu├čtsein, sich damit vielleicht seines ungeliebten Trainers entledigen zu k├Ânnen. Aber er hatte ebenso f├╝r ihn gek├Ąmpft, wie seine Kameraden. F├╝r ihn den Ball im gegnerischen Tor versenkt. Und damit seinen Trainer vorl├Ąufig vor dem Todessto├č bewahrt, wieder Leben eingehaucht, in seine Trainerseele.
Ein Gef├╝hl von Scham ergriff ihn und gesellte sich zu den Emotionen dieser Gl├╝cksmomente. `Danke┬┤, stand in seinen braunen Augen, als er Franco herzlich an seine Brust dr├╝ckte. `Respekt┬┤, gaben ihm Francos gr├╝ne Augen sch├╝chtern zur├╝ck. Respekt vor seinem Trainer, der ein Mensch geworden war.

"Entweder unsere Elf gewinnt die n├Ąchsten beiden Spiele, oder sie sind als Trainer fristlos entlassen!"
Langsam kehrte dieses Ultimatum wieder in seinen Kopf zur├╝ck.
Er wu├čte dass dieser, seine Existenz bedrohende, Kampf noch nicht gewonnen war. Denn in drei Tagen hie├č es noch einmal: Siegen - oder fliegen! Aber jetzt schn├╝rte ihm nicht mehr die Angst die Kehle zu. Ruhe kehrte ein, in seinen Kopf. Ihre gemeinsam geweinten Freudentr├Ąnen legten sich wie heilsame Salbe um sein wundes Herz, hatten ihn und seine Spieler einander n├Ąher gebracht.

Wortlos stieg er zu seinen Spielern in den Mannschaftsbus. Und f├╝hlte sich - als ob er nach Hause k├Ąme.


( ├ťberarbeitet 02.07.05 ; 04.07.05 )

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Charlene
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Hallo Josie!

Mir hat dein Text sehr gut gefallen, besonders den Anfang und das Ende finde ich wunderbar formuliert.
Zwei Dinge, die mir nicht so gefallen haben:

quote:
F├╝r jeden Trainer ist jedes neue Spiel ein erneutes Hoffen und Bangen. Auch nach der besten Vorbereitung auf den n├Ąchsten Gegner ist der Verlauf eines Fu├čballspieles nicht vorauszuahnen. Die Tagesform der Spieler ist ebenso entscheidend, so wie auch das kleine Quentchen Gl├╝ck, das zu jedem Spiel geh├Ârt. Aber als \"Fortuna wochenlang verreist\" war, die Mannschaft, vom Pech verfolgt, Spiel auf Spiel verlor, sagte man ihm knallhart: \"Entweder unsere Elf gewinnt die n├Ąchsten beiden Spiele, oder sie sind als Trainer fristlos entlassen!\" Getreu dem Motto: Trainer gibt┬┤s wie Sand am Meer,der n├Ąchste wartet schon auf seinen Einsatz.
Dieser Absatz passt irgendwie nicht zum Rest der Geschichte dazu. Klingt ein bisschen wie ein Text aus einem Sachtext, der die Emotionen eines Fu├čballtrainers erl├Ąutern soll, und auch das Zitieren des Ultimatums gef├Ąllt mir im Kontext nicht so ganz.
Die zweite Sache, ist am Schluss die so direkt formulierte Erkenntnis des Trainers:
quote:
[...]so w├╝rde er dann seine Spieler als ein Mensch verlassen. Und nicht als der Stein, als der er hier vor drei Monaten angekommen war.
Ansonsten, wie gesagt, sehr sch├Ân!

Tsch├╝s,
~Charlene~
__________________
"You live to make trouble, don't you?"
"Life is nothing without a little chaos to make it interesting."

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Josie
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2005

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Hallo Charlene

Vielen Dank f├╝r deinen Kommentar !!

Ich werde die beiden Kritikpunkte, die du angesprochen hast noch einmal ├╝berdenken.

...F├╝r jeden Spieler ist jedes neue...

Ja, das h├Ârt sich vielleicht etwas zu sachlich an. Es war zwar einerseits von mir voll beabsichtigt an dieser Stelle k├╝hl und sachlich zu werden, aber es ist wohl etwas zu dick aufgetragen. Ich denke auf jeden Fall dar├╝ber nach.

Nochmals vielen Dank!

Gru├č Josie

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