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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Sieh genau hin!
Eingestellt am 28. 03. 2002 08:08


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Manuela Schultz
Hobbydichter
Registriert: Jan 2001

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Sie genau hin


Bist du vorbereitet?
Auf das ungl├╝ckliche Schicksal welches dich erwischen wird?
Nein? Dann denk nur einmal kurz dar├╝ber nach, wie du weiterleben w├╝rdest, wenn du w├╝sstest, das morgen dich der Tod ereilt, du es aber verhindern kannst, weil du wei├čt wie es passiert.
Es kann soviel passieren und vor vielen Dingen kann man sich einfach nicht sch├╝tzen. Aber man kann Vorsicht an den Tag legen und versuchen andere Vorf├Ąlle, die uns nicht betreffen, wir aber von ihnen ahnen, zu verhindern.




Es ist durchaus denkbar, dass etwas passieren wird.
Sogar wahrscheinlich, dass es eintreffen wird. Nur wann und wo es eintrifft ist ungewiss. Eine Vorbereitung auf den Eklat ist unm├Âglich, denn niemand wei├č, worauf er sich vorbereiten soll. Ich war damals des Jobs willen in Minnesota, als es die Stadt ├╝berrollte und zu fressen begann. Seine Leckerbissen verschlang es, als w├╝rde es an einem riesigen B├╝fett stehen und von jeder Leckerei probieren. In dieser Zeit arbeitete ich noch bei Consors Discount Broker AG in der Ratsgasse, eine Firma im Auftrag von Kaufhausketten: Eine ├ťberwachungsfirma, die sich mit dem Firmennamen Nature Corporation tarnte. Warum genau das so war, wusste niemand. Ich wei├č nicht mehr genau, wie es eigentlich angefangen hatte, aber ich wei├č noch ganz genau, wie es endete....

Mein Arbeitsplatz zeichnete sich mehr durch Ordnung und Sauberkeit aus als wirklich durch Papier und Arbeitsmappen: Ein kleiner grauer Raum mit einem Stahlschrank an der Wand, in dem B├╝cher und angeblich wichtige Unterlagen verschlossen waren, und nur ich konnte ihn ├Âffnen. Er enthielt au├čerdem Patronen f├╝r meine Waffe, die ich als Wachmann von Nature stets trug. Auf der gegen├╝berliegenden Seite befand sich ein riesiger smaragdgr├╝ner Tisch mit einer Schalterkonsole ÔÇômein Arbeitsplatz- der so breit gef├Ąchert war und so viele Schalter hatte, dass man nach Monaten Arbeit an diesem Ding noch immer Schwierigkeiten hatte einzuordnen, welchen Schalter und welchen Knopf man nun umlegen oder dr├╝cken sollte.
In mitten der blinkenden Kn├Âpfe waren vier Monitore eingebaut, die vier verschiedene Kameraperspektiven im Geb├Ąude zeigten. Es war ein hohler Raum in der Tiefgarage und ich konnte die Leute beobachten, die aus ihren Wagen stiegen und zum Aufzug rannten.

Die Firma NATURE hatte in den letzten paar Jahren einen erh├Âhten Umsatz gemacht. Das lag ganz gewiss nicht allein nur am ├ťberwachungsmanagement, nein, ganz bestimmt nicht. Nature hatte in ihren tiefsten Kellern Labors eingerichtet, mit dem teuersten Laborschei├č, den man sich denken kann. Es gab eine Zeit, wenn ich Langeweile bei der Arbeit hatte, da versuchte ich mir vorzustellen, was die Typen in den wei├čen Kitteln da unten so trieben. Und als ich einmal in die Tiefgarage nach meinem Rundgang durchs Geb├Ąude zur├╝ckkam, sah ich eine Ratte an der Wand entlang laufen und um die Ecke verschwinden; ich dachte, dass diese Ratte vielleicht aus den Labors entwischt war und nun um ihr erb├Ąrmliches Leben rannte.
Ich erinnere mich au├čerdem an eine Nacht, in der ich auf die Monitore starrte und mir war, als ob etwas durchs Bild huschte, wie eine Art Geist. Doch ich redete mir ein, dass das Unsinn war. Eine Stunde sp├Ąter huschte wieder etwas durchs Bild, ein Schatten von etwas, das man nicht erkennen konnte. Es husche durch alle Bildschirme, im Abstand von ein paar Sekunden, doch die Kameras waren alle weit von einander entfernt. Es war ein wenig beunruhigend und obwohl man wusste, man w├╝rde nichts und niemanden finden, wenn man seinen Rundgang machte, schaute ich doch intensiver in die Ecken und die B├╝ror├Ąume hinein. In die Labors kam ich nicht, nur ausgew├Ąhltes Personal und Fachkr├Ąfte hatten mittels einer Karte Zutritt, es gab auch keine Kameras in den unteren Stockwerken, niemand kontrollierte diesen Bereich des Hauses. Zwar war ich nur ein Wachmann mit einem ausreichend guten Gehalt, dennoch ein guter Wachmann und wenn es auch nicht viel zu tun gab und ich nur stumm das Geb├Ąude von oben bis unten kontrollierte, machte ich meine Sache so pr├Ązise wie m├Âglich. Dazu kam noch, dass ich ein sehr ruhiger gesetzter Typ war, der nicht unbedingt darauf versessen war, dass sich immer etwas ereignete.

├ťbrigens, ich hei├če Peter Riley. Aber meine Kollegen und Freunde nennen mich auch einfach nur Pete. Mein Leben verlief ├Ąhnlich wie meine Arbeit: Ruhig und ohne jegliche Hektik, was ja auch nicht falsch war. Damals ging ich stramm auf die f├╝nfundvierzig zu und lebte allein, hang meinen entfernten Tr├Ąumen nach und genehmigte mir am Wochenende ein paar Bier bei Johnny┬┤s.
Ich wohnte in einer netten Zwei-Zimmer-Wohnung direkt unter dem Dach und wusch meine W├Ąsche selbst, lud ab und zu ein paar Arbeitskollegen zu mir ein, die es irgendwie nie vermeiden konnten, ausgedehnt ├╝ber ihren Beruf zu quatschen. Einsam? Vielleicht. Manchmal. Doch durchaus zufrieden.
Fortw├Ąhrend ich an meinem ÔÇôzugegeben- langweiligen Arbeitsplatz sa├č und mir die Zeit mit Kreuzwortr├Ątsel ausf├╝llte, war es doch ein sehr angenehmer Job. Zuverl├Ąssig und genau studierte ich die waagerechten und senkrechten K├Ąstchen des Kreuzwortr├Ątsel, welche auszuf├╝llen waren und warf ab und zu einen Blick auf die Monitore. Nichts ungew├Âhnliches.
Der Blick schweifte zur├╝ck auf das Klatschblatt. Es war ein Uhr durch und in einer halben Stunde w├╝rde ich meinen Rundgang antreten. Noch gen├╝gend Zeit, das R├Ątsel auf der Seite zu l├Âsen, die Munition zu ├╝berpr├╝fen und die Dienstwaffe ins Halfter zu stecken, die unter dem Tisch in der Schublade lag.
Mein Rundgang begann mit dem obersten Stockwerk, der dreizehnten Etage, die noch nicht fertiggestellt war. Ich fuhr mit dem Fahrstuhl bis ganz nach oben und sah mich dort ein wenig
um. Alles bestens. W├Ąhrend ich mich bis zur dritten Etage vorarbeitete und alles wie immer zu sein schien, holte ich mir auf der dritten am Automaten einen hei├čen Kaffee und arbeitete weiter. Im Untergeschoss angekommen hatte ich den Kaffee ausgetrunken und warf ihn in einen Papierkorb. Ich wollte schon zur├╝ck zu meinem Posten gehen, als mir wie sonst ein ungew├Âhnlicher Gedanke kam. Die gro├če Stahlt├╝r zu den Labors im Keller konnte man ungehindert durch einen Mitarbeiterausweis ├Âffnen, nur was da hinter lag, war doppelt und dreifach gesichert. Von meinem Kollegen Franklin hatte ich gerade erst letzte Woche erfahren, dass jede T├╝r dort unten gesichert ist und jeweils mit einem Code zu ├Âffnen war. Ganz sch├Ân abgedreht, hatte ich zu ihm gesagt und er nickte nur. Was in aller Welt machten diese Leute dort unten den ganzen Tag. Ich nahm den Ausweis und schob ihn in das Einleseger├Ąt. Es machte KLICK und die gro├če Stahlt├╝r ├Âffnete. Ein langer grauer Flur erstreckte sich vor mir, links und rechts waren T├╝ren. Es sah sehr modern aus und ich schritt langsam den Flur entlang. Am Ende des Ganges war eine T├╝r und da neben an der Wand befand sich ebenfalls ein Einleseger├Ąt, was bei den anderen T├╝ren nicht der Fall war. Also versuchte ich mein Gl├╝ck und es machte abermals KLICK und die T├╝r ├Âffnete sich. Ich sp├Ąte in einen gro├čen dunklen Raum in dem ich nur einzelne Umrisse von Tischen und Regalen sehen konnte. Links neben der T├╝r war ein Lichtschalter, den ich bet├Ątigte. Nacheinander sprangen die Neonr├Âhren an der Decke an und ich erkannte ein Labor. Es sah eher aus wie ein Chemiesaal mit nackten Stahltischen wie man sie aus der Autopsie kannte.
Erst als ich den Raum betrat, fiel mir auf, wie kalt es hier war. Geradezu eisig. Musste wohl so sein, dachte ich unverwundert, zwecks dem ganzen Zeugs an Chemikalien, die sie hier in Schr├Ąnken und K├╝hlf├Ącher lagerten. Ich durchquerte den Raum und sah mir alles genau an. ├ťber mir die Lichter, die ein bisschen zu grell eingestellt waren. Am Ende des hohen Raum befand sich ein Durchgang, eine Doppelt├╝r, die durch eine Hebelbedienung an der T├╝r zu ├Âffnen war.
Zutritt strengstens untersagt. Nur f├╝r berechtigtes Personal,
stand in gro├čen roten Lettern darauf. Meine Hand legte sich um den gro├čen Hebel, als ich pl├Âtzlich ein Ger├Ąusch vernahm und aufschreckte. Sofort lie├č ich die Hand wieder sinken und lauschte, ob sich das Ger├Ąusch wieder einstellen w├╝rde. Tatsache, es kam aus dem langen Flur, den ich zuvor gegangen war. Vielleicht hinter einer der verschlossenen T├╝ren. Es h├Ârte sich an wie ein Gurgeln. Als wenn man Badewasser abl├Ąsst und es den schwarzen Schlund des Abflusses hinuntersp├╝lt. Ich ging zur├╝ck und die Laute hielten an. Vor einer T├╝r hielt ich an und lauschte. Es war n├Ąher als zuvor und kam eindeutig aus dem Raum dahinter. Ich versuchte sie irgendwie aufzukriegen, aber es gelang mir nicht. Dann war pl├Âtzlich Stille. Schleunigst machte ich mich daran, die R├Ąumlichkeiten zu verlassen und schloss die Stahlt├╝r mit meiner Karte. Was konnte das gewesen sein? Fragte ich mich und ging zur├╝ck zu meinem Arbeitsplatz. Nachdem ich alles andere gecheckt hatte widmete ich mich meiner Studie ├╝ber Hunde. Seit Jahren hatte ich schon vor, mir nun endlich einen Hund anzuschaffen, fand aber nie die Zeit daf├╝r, mich um einen Hund k├╝mmern zu k├Ânnen. Fast alles was ich ├╝ber Hunde wissen musste, wusste ich schon. Warum auch nicht. Ich lebte allein, w├╝rde in meinem Rentenalter viel Zeit f├╝r mich haben und brauchte jemanden, um den ich mich k├╝mmern konnte. Es war im Sommer sechsundneunzig gewesen, als Alice, meine Frau, sich einen Hund w├╝nschte, als Schutz f├╝r ihre n├Ąchtliche Heimkehr von der Nachschicht als Krankenschwester. Nat├╝rlich kaufte ich ihr einen (einen ausgewachsenen Sch├Ąferhund) und sie hat ihn ├╝ber die Scheidung hinweg auch behalten d├╝rfen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich nicht sonderlich bem├╝hte, um den Hund zu k├Ąmpfen. Aber ich h├Ątte es tun sollen. Diese Erkenntnis kam jedoch zu sp├Ąt.
Vom erfahrenen Ingenieur f├╝r Automobiltechnik war ich zu einem Wachtposten in einer gut konkurrierenden Firma gewechselt, der eine ziemliche Anspruchslosigkeit besa├č. Aber man kann ja nicht alles haben und ich fand mich damit ab.
Nach etwa einer Stunde sturen Glotzens auf die Monitore und den blinkenden Schaltkn├Âpfen, die T├╝ren und Fenster und sogar einige Schr├Ąnke ├Âffnen konnten, holte ich meinen Bundeswehrrucksack aus dem Stahlschrank an der Wand und kramte nach meinem n├Ąchtlichen Pausenbrot: Wurst und K├Ąse auf zusammengeklappten Mehrkornbrot, war nicht das Gelbe vom Ei, aber es schmeckte gut und ich sp├╝lte das Brot mit einem Schluck Tee aus meiner Thermoskanne hinunter. Nach jedem Bissen den ich fr├╝her gegessen hatte, steckte ich mir stets eine Zigarette an, so zu sagen als Dessert. ├ťber Jahre hinweg war ich gest├Ąndiger Kettenraucher. Nach der Scheidung begab ich mich regelm├Ą├čig in Therapie und verabschiedete mich vom Glimmst├Ąngel.
W├Ąhrend ich den letzten Bissen Brot hinunterkaute und dazu einen Schluck Tee trank, w├Ąhre mir beinah der Becher aus der Hand gefallen. Mitten auf dem leeren Parkplatz lief eine Ratte. Schon wieder so ein Vieh, das ausgeb├╝chst war, dachte ich.
Ich stellte den Becher auf die Armatur und ging aus dem Raum, schaute ├╝ber den Platz und entdeckte die Ratte wie sie leise wispernd an der Wand hockte, etwa f├╝nfzig Meter vor mir. Sie nagte auf etwas herum, wie ein Eichh├Ârnchen, dass auf einem Baum hockte und eine Eichel zwischen den Pfoten hielt, an der sie emsig herumnagte. Fett und h├Ąsslich grau kauerte sie da an der Wand, ihre Augen bewegten sich ohne Unterlass und musterten die Umgebung. St├Ąndig auf Gefahr bedacht.
┬╗Komm her du bl├Âdes Vieh.┬ź Sagte ich und war mir bewusst, dass sie das bestimmt nicht tun w├╝rde. Langsam ging ich auf sie zu. Einmal schaute sie hoch und sah mich da stehen. Ich hielt kurz inne und dann nagte sie weiter, lief aber nicht weg. Pl├Âtzlich fragte ich mich, was ich hier tat. So w├╝rde ich sie nicht bekommen, nicht mit blo├čen H├Ąnden. Ich scheuchte sie weg, indem ich laut br├╝llte und auf sie zugerannt kam. Mit einem Satz lie├č sie ihre Beute fallen und war um die Ecke verschwunden. Das St├╝ck, was sie zwischen den Pfoten gehalten hatte, lag an der Wand, und nach n├Ąherem Betrachten, sah ich, dass es ein St├╝ck Fleisch war. Wo mochte die Ratte das her haben? Die Kantine lag im ersten Stock und von dort konnte sie es nicht herhaben. Alles war steril und Keimfrei verschlossen und Fleisch wurde ├╝ber Nacht nur in den Gefriertruhen aufbewahrt. Die h├Ąssliche Ratte kam von den Fahrst├╝hlen und mir kam die absurde Idee, dass sie mit dem Fahrstuhl nach oben von den Labors (die eigentlich fest verschlossen waren) gefahren war und versuchte zu entkommen. Sie hatte wohl, bevor sie ihre Flucht angetreten hatte, noch etwas Fleisch mitgehen lassen, das (wenn es denn so war) nur von Versuchstieren stammen konnte. Zur├╝ck im ├ťberwachungsraum warf ich kurz einen Blick auf die Monitore und wendete mich den Schubladen unterhalb des Tisches zu. Die erste, in der sich normalerweise meine Waffe befand, war leer. Die anderen waren, wie ich vermutete, abgeschlossen. Doch wo ein Schloss ist, muss es auch einen dazugeh├Ârigen Schl├╝ssel geben. Ich suchte alles ab und fand schlie├člich was ich brauchte. Unter dem Tisch hing ein einzelner Schl├╝ssel an einem Haken, der dort deponiert wurde, damit man ihn nicht fand. Ich griff mir das Ding und latschte zum Fahrstuhl, fuhr hinunter zu den Labors und ging den selben Flur abermals entlang. An der ersten fetten Stahlt├╝r blieb ich stehen, sah auf den Schl├╝ssel und versuchte es einfach. Mir war klar, dass die Leute, die hier arbeiteten, nur durch einen Code Zutritt gewannen, doch der Schl├╝ssel passte wie angegossen. Es gab ein kurzes schweres Klicken von sich, als die T├╝r entriegelt wurde und einen Spalt nach innen aufschwang. Vorsichtig lugte ich in die dahinterliegende Dunkelheit hinein und sah im ersten Moment nichts. Von meinem Hoseng├╝rtel l├Âste ich die Taschenlampe und knipste sie an. Der helle Lichtkegel schoss in den Raum und lie├č auf einen kleinen kahlen Raum schlie├čen, dessen W├Ąnde wei├č und die Decke gr├╝n gestrichen war.
Ich sah mich um, und sah unz├Ąhlige Glasvitrinen mit einer Unzahl an Fl├Ąschchen und Becher und medikament├Âsen Schachteln. Nichts ungew├Âhnliches. Dann fiel mir ein, dass ich vorhin ein Poltern vernommen hatte. Hinter einer dieser T├╝ren war etwas hinuntergefallen oder umgesto├čen worden. Gegen├╝ber befand sich noch eine T├╝r, ich versuchte es mit dem Schl├╝ssel und es klickte. Ich leuchtete in den Raum und suchte zuerst nach einem Lichtschalter, der sich auch direkt neben der T├╝r befand. Glei├čend helles Licht erf├╝llte den Raum und ich kniff die Augen zusammen. Als ich sie wieder ├Âffnete dauerte es noch einige Minuten, bevor sie sich an das Licht gew├Âhnt hatten. Diesmal befanden sich keine Glasvitrinen oder gar Obduktionstische im Raum, nur kleine Stahlschr├Ąnke (mit Stahl waren die echt nicht knitterig), die mitten im Raum standen. Als ich weiter hinein ging, fielen mir die T├╝ren an den W├Ąnden auf, die unm├Âglich in einen anderen Raum f├╝hren konnten: Es waren K├╝hlkammern. Ein Schild, das ├╝ber den T├╝ren hing, war ohne Zweifel:

Lagerraum.
Betreten strengstens untersagt.
Bei K├╝hlung unter 50 Grad Celsius bitte Schotten schlie├čen.
Lebensgefahr.

In meiner Ausbildung als Beamter des Sicherheitsdienstes habe ich eins gelernt: Alles ungew├Âhnliche auf den Grund gehen und Meldung machen. Ich drehte an dem riesigen Rad, mit dem sich die T├╝r ├Âffnen lie├č, und nach einem ged├Ąmpften Plopp! Schwang sie langsam nach innen auf. Ich besah mir die Regale, die aussahen wie ├╝bereinandergestapelte Krankentragen, genauer an und entdeckte in jeder Reihe gro├če Plastiks├Ącke. Es sah aus, als w├Ąre in die S├Ącke Gas eingelassen worden, das aussah wie gepresster Nebel. Alle Beutel waren beschlagen, als w├Ąre etwas da drin, was atmet. Ich ging ganz nah an einen der S├Ącke heran, um besser sehen zu k├Ânnen, als sich etwas im Sack bewegte und der Nebel aufgewirbelt wurde wie Dampf. Ich schrak zur├╝ck und w├Ąre um ein Haar r├╝cklings gest├╝rzt.
Doch der T├╝rpfosten hinter mir, fing meinen Sturz auf. Mein Herz machte einen Satz und meine Augen waren starr auf das Plastik gerichtet, dass sich eben bewegt hatte und nun ruhig dalag. Angst drang in meinen Kopf ein, als w├╝rde es in mein Gehirn gespritzt, wie etwa eine Spritze, die man in den Unterarm bekommt. Meine Beine, meine Arme, mein ganzer K├Ârper war mit einmal wie Blei; ich konnte mich nicht von der Stelle r├╝hren. Als ich die Stockung in meinen Gliedern ├╝berwand, rannte ich aus dem Raum in den Flur. Drehte mich noch einmal um, sah die Plastiks├Ącke an und machte, dass ich da raus kam. Das Herz schlug mir in der Brust, wie seit meiner Scheidung vor Gericht nicht mehr und ich rannte zur├╝ck zum Wachtposten. Das kann nicht sein, das habe ich mir nur eingebildet, fl├╝sterte mein Verstand. Ich hatte nicht mehr ganz eine Stunde, dann w├╝rde der Morgen grauen und die Wachabl├Âsung w├╝rde eintreffen. Doch ein seltsamer be├Ąngstigender Gedanke schoss durch mein Oberst├╝bchen: Ich hatte das Gef├╝hl, nicht mehr allein zu sein...

Nachdem ich Waffe und Munition kontrolliert und die Positionen der ├ťberwachungskameras nicht aus den Augen lie├č, wartete ich. Von hellem Tageslicht war hier unten nichts zu sehen, da es keine Fenster gab. Da war nur die Einfahrt, auf die ich alle paar Minuten wachsam blickte, ob die Wachabl├Âsung schon k├Ąme.

... Und sie kam auch. Erleichtert empfing ich meinen Kollegen mit einem freudigen L├Ącheln. Wir tauschten ein paar Worte und dann ging ich. Mit keinem Wort erw├Ąhnte ich, was in der Nacht vorgefallen war. Er w├╝rde mich f├╝r verr├╝ckt erkl├Ąren oder mir zumindest einreden wollen, dass ich unter Hirngespinsten litt, weil ich immer Nachtwache schob. Zu Hause machte ich mir noch eine Kleinigkeit zu essen, trank das letzte Bier aus dem K├╝hlschrank leer und legte mich schlafen. Erst nach einer Stunde schlief ich richtig ein.

Am n├Ąchsten Tag war ich schon fr├╝h dran und erschien kurz vor sieben Uhr abends auf der Arbeit. ┬╗Heute war nicht viel los.┬ź Begr├╝├čte mich mein Kollege.
┬╗Gut,┬ź sagte ich. ┬╗also nichts ungew├Âhnliches?┬ź Mein Kollege war dabei seinen Kram zusammen zu packen. ┬╗Nein nichts. Das hei├čt ... bis auf die Ratte.┬ź
┬╗Was f├╝r eine Ratte? Hast du eine gesehen?┬ź Ich wurde hellh├Ârig.
┬╗Ich nicht, aber eine Frau. Schrie wie am spie├č die Alte. Hat mir ne Heidenangst eingejagt. Ich bin sofort hingerannt, um zu checken, was los ist. Dort hinten soll sie angeblich gehockt haben, die Ratte.┬ź Er deutete mit dem Kopf in die Tiefgarage, dort wo die Wand war. An genau der selben Stelle hatte ich sie auch gesehen. Ich wollte nicht n├Ąher darauf eingehen, weil ich ahnte, wenn ich ihm erz├Ąhlte, was mir letzte Nacht aufgefallen war, er mich auslachen w├╝rde. Dann ging er. Wie immer pr├╝fte ich sorgf├Ąltig den Arbeitsplatz, ob alles so war, wie es sein sollte. F├╝r sechs Stunden war ich nun mit mir und diesem drohenden Betonklotz von einem Hochhaus allein...

2


Eine Stunde lang ereignete sich nichts aufregendes. Ich w├╝rde wie immer um halb elf meine Runde machen und nichts entdecken, wof├╝r es sich lohnte, Alarm zu schlagen. Doch dann geschah doch etwas. Als ich durch Zufall auf die Monitore starrte, sah ich einen Schatten, als wenn jemand mit einem schwarzen Umhang bekleidet in unmenschlicher Geschwindigkeit durch die Kamera lief. Diesmal war die Erscheinung deutlicher, als beim ersten Mal. Ich war verwirrt und doch war ich mir sicher, das hier etwas ├╝bles vor sich ging.
Es war jemand im Geb├Ąude, der eigentlich nicht mehr da sein sollte. Um diese Zeit waren selbst die Leute, die ├ťberstunden liebten, zu Hause bei Frau und Kind und schauten sich wom├Âglich die Sp├Ątnachrichten an. Rasch bewaffnete ich mich mit Taschenlampe und meinem 38er Dienstrevolver. Ging dann zu den Fahrst├╝hlen und fuhr in die siebte Etage, dort wo die Kamera die Erscheinung aufgenommen hatte. Oben angekommen stieg ich aus dem Lift und warf einen Blick in den linken Korridor. Die Kamera war im D-Trakt montiert, also ging ich den rechten Korridor hinunter. Dieser machte eine scharfe Rechtskurve und da war auch schon die Kamera. Ich schaute zu ihr hoch und sah mich dann nach allen Seiten um. Es war eine angsterf├╝llte Stille in der siebten Etage und ich merkte meinen Herzschlag schneller pulsieren. Ruhig tastete ich nach meinem Revolver, der noch immer im Halfter an meiner Hose steckte. Langsam ging ich den Flur weiter, lauschte und h├Ârte pl├Âtzlich den Fahrstuhl hinter mir anrucken. Erschrocken drehte ich mich um, lief zur├╝ck und kam zu sp├Ąt. Der Fahrstuhl war in Bewegung und irgendjemand war da drin. Mir kam das alles nicht geheuer vor und ├╝ber Walkie Talkie wollte ich die Hauptzentrale des Wachschutzes rufen, als ich sah, dass der Fahrstuhl im Untergeschoss hielt. Ich steckte das Funkger├Ąt wieder an die Hose; lie├č jedoch den Lift nicht aus den Augen. Dann ruckte der Fahrstuhl an und fuhr wieder nach oben. Nerv├Âs beobachtete ich die Leuchtziffern ├╝ber der T├╝r. Dritte Etage, vierte Etage, f├╝nfte Etage ... er kam wieder hoch. Ich nahm die geladene Kanone in beide H├Ąnde und zielte auf die T├╝r: Sollte der Lift im siebten Stock halten, war ich vorbereitet. Sechste Etage ... ich merkte, dass mir warm wurde. Meine Empfindlichkeit in trockenen R├Ąumen war verschwunden, ich merkte nur noch meine pulsierenden Schl├Ąfen und stellte mit Schrecken fest, dass ich eine Schei├čangst hatte. Bing. Siebte Etage ... ich hielt die Waffe stur gegen die T├╝r gerichtet. Der Schwei├č lief mir den R├╝cken herunter und mit meiner Atmung stimmte auch etwas nicht: Ich hechelte wie ein Hund. Als sich die T├╝r dann ├Âffnete, h├Ątte ich fast gefeuert, aber ich bekam mich unter Kontrolle und stellte erleichtert fest, dass der Liftkorb leer war. Ich untersuchte ihn und fuhr dann wieder zu meinem Wachposten in die Tiefgarage. Ich wusste, dass da jemand war, der so eben runter ins Labor gefahren und noch da war. Doch erst einmal wollte ich die Zentrale verst├Ąndigen und nachfragen, ob sie vielleicht von einer Person w├╝ssten, die sich um diese Zeit noch im Geb├Ąude aufhielt.

3


Ich hatte die Zentrale nicht erreichen k├Ânnen, die Verbindung war gest├Ârt, ich bekam nur ein Rauschen rein. Dann versuchte ich es mit dem Telefon: Aus der Leitung kam nur ein Knacken und dann ein langer Piep-Ton. Die Leitung war tot, es gab keine Verbindung zur Au├čenwelt. Ich besa├č nicht einmal ein Handy, wobei doch heutzutage schon jedes Kind eins besitzt. Was sollte ich jetzt tun? Hier sitzen bleiben und darauf warten, dass die unheimliche Gestalt wieder verschwand oder sollte ich runter fahren, und nachpr├╝fen, wer da um diese Zeit noch Versuche anstrebt zu arbeiten. Ich entschied mich f├╝r das letztere, wobei ich mir gleichzeitig den Morgen herbeisehnte.
Als ich im unteren Gefilde der Labors gelangt war und den langen weiten Flur vor mir sah, ├╝berrollte mich der Gedanke, ich k├Ânnte hier etwas entdecken, was nicht f├╝r die ├ľffentlichkeit bestimmt war. All die vielen Horrorfilme und Reportagen ├╝ber Geheimlabors und Tierversuche, die man irgendwann aufdeckt, spuckten mir im Kopf herum. War dies hier auch so ein Fall? W├╝rde ich etwas sehen, was ich nicht sehen sollte? Aber ich war der Wachmann und ich musste alles ungew├Âhnliche auf den Grund gehen. Schnell entschloss ich mich f├╝r die Vernunft; versuchte mir einzureden, dass alles einen harmlosen Hintergrund hatte. Vorsichtig schritt ich zu der offenen T├╝r, wobei mir klar war, dass diese T├╝r immer abgeschlossen war, genau wie alle anderen auch. Dort hatte ich die Plastiks├Ącke in einem separaten Raum entdeckt, von den einer sich bewegt hatte: Nie im Leben wollte ich da wieder hinein gehen. Die dicke Stahlt├╝r war nach innen geschoben worden und Licht strahlte aus dem Raum dahinter. Es war eindeutig, dass sich jemand hier unten befand. Ich ├╝berlegte kurz, ob ich rufen sollte, um den unangemeldeten Besucher vorzuwarnen, aber ich verdr├Ąngte den Gedanken schnell und betrat stattdessen das gro├če Labor. Jetzt wirkte er geradezu unheimlich und d├╝ster: All die vielen nackten Tische, die klinischgereinigten Ger├Ątschaften, die eingeschlossenen Fl├Ąschchen mit den unbekannten L├Âsungen, die hinter Milchglasscheiben standen. Mir lag das HALLO! auf den Lippen, aber ich bekam keinen Ton heraus. Ich sah, dass die hintere T├╝r zum Raum mit den S├Ącken offen stand. Meine Kehle war schon wieder so trocken, wie bei einem langen Fu├čmarsch durch die Stadt Mexiko im Hochsommer. Ich ├Âffnete den Knopf meines Halfters und nahm die Dienstwaffe in die Hand, dabei versuchte ich so leise wie nur m├Âglich zu sein. Ich entdeckte Fu├čspuren auf dem sauberen Fliesenboden. Von Stra├čenschuhen, die einen schmutzigen Erdfilm hinterlassen haben. Jetzt war es eindeutig: Wenn jemand noch arbeiten wollte, h├Ątte er das Labor nicht mit verdreckten Schuhsohlen betreten, sondern h├Ątte die sauberen Wei├čen genommen, die hier unten Pflicht waren. Jeder Mitarbeiter hatte seinen eigenen Spind und jeder hatte diese wei├čen Kochschuhe an. Ich kam zu der hinteren T├╝re, die weit offen stand, doch der Raum dahinter war nicht beleuchtet. Wenn ich mich recht erinnerte, gab es diesem Raum auch keinen Lichtschalter, zumindest hatte ich ihn letzte Nacht nicht bemerkt. Ich nahm mit feuchten Fingern die Taschenlampe und leuchtete hinein: Die Plastiks├Ącke lagen an Ort und Stelle und l├Âsten bei mir ein Fr├Âsteln aus. Pl├Âtzlich h├Ârte ich hinter mir ein Klappern, dann ein Scheppern und dann ein VERDAMMT!. Erschrocken fuhr ich herum und hielt die Waffe in diese Richtung woher die Ger├Ąusche kamen, aber nichts war zu sehen. Dieser Kerl verursachte einen ziemlichen Krach. Ich ging dem Ger├Ąusch nach und entdeckte die gleichen Fu├čspuren wie zuvor auf dem Flur, die in einen anderen Raum f├╝hrten. Sie f├╝hrten in den kleinen Raum mit den vielen Schr├Ąnken und der gr├╝nen Decke. Jetzt konnte ich nicht mehr an mich halten, meine Nervosit├Ąt wurde zu gro├č und Angst hatte meinen K├Ârper angegriffen.
┬╗Hey, wer zum Teufel ist da?┬ź Hoffentlich h├Ârte man meine Spannung nicht heraus. Abrupt war Stille. ┬╗Wer immer sie auch sind, kommen sie sofort aus dem Raum und treten sie auf den Flur. Ich will Ihre H├Ąnde ├╝ber den Kopf sehen. Zwingen sie mich nicht zu schie├čen.┬ź Mit diesem Spruch f├╝hlte ich mich nicht besser, aber es hatte etwas von einem Gro├čstadtpolizisten. Nichts geschah.
┬╗Wenn sie nicht sofort daraus kommen, machen sie sich strafbar....┬ź
┬╗Reden sie doch keinen Quatsch.┬ź War die Antwort. Nun trat der Mann aus der T├╝r und offenbarte seine fast zwei Meter hohe Gestalt. Sein langer schwarzer Umhang wehte ihm um die Waden und w├Ąhrend ich von seinem ├äu├čeren fasziniert und erschrocken zugleich war, hob er langsam seine H├Ąnde. Ein L├Ącheln umspielte seinen Mund.
┬╗Lassen Sie uns doch vern├╝nftig sein, Mister....┬ź sagte er. Er hatte eine tiefe raue Stimme, die jeden Mann und jede Frau einen kalten Schauer versetzen konnte. ┬╗Mein Name ist Riley, ich bin der W├Ąrter hier und wer sind sie?┬ź Der Mann schien zu ├╝berlegen, ├╝ber seinen Augen hatte sich eine tiefe Falte gesetzt.
┬╗Mann nennt mich den schwarzen Mann ... nein, das ist nicht ganz korrekt. Mein wahrer Name tut nichts zur Sache, au├čerdem sind Sie kein Polizist, sondern nur ein harmloser Hochhausw├Ąchter mit einem Mindestgehalt in der Tasche.┬ź
┬╗Lassen sie die Scherze, ich will jetzt wissen, was sie hier zu suchen haben. Wie konnten sie sich ├╝berhaupt Zutritt verschaffen, wenn sie hier nicht arbeiten? Verdammt, was zum Teufel machen sie hier?┬ź So langsam wurde ich wirklich ungeduldig. Der Mann gegen├╝ber blieb unbeeindruckt und machte mich durch seine sture Ruhehaltung nur noch nerv├Âser.
┬╗Wenn sie wollen, zeige ich es ihnen. Aber sie d├╝rfen es keinem verraten.┬ź Er legte symbolisch den Zeigefinger auf die Lippen. ┬╗Sie r├╝hren sich nicht von der Stelle, kapiert?┬ź
Sagte ich. ┬╗Schon gut, es gibt keinen Grund auszuflippen. Ich f├Ąnde es Schade, wenn wir uns gegeneinander auflehnen. Sie und ich, wir beide haben eine Verbindung, das sp├╝re ich.┬ź Was redete der Kerl f├╝r ein Stuss, dachte ich. Doch ich musste zugeben, dass er mir nicht wirklich gef├Ąhrlich vorkam. Beharrlich behielt er seine H├Ąnde oben und l├Ąchelte fortweg.
┬╗Nun gut. Zeigen sie mir, was sie hier verloren haben und dann reden wir weiter.┬ź Langsam nahm er seine H├Ąnde runter, so bed├Ąchtig, als erwarte er, sie gleich wieder hochnehmen zu m├╝ssen. ┬╗Folgen sie mir!┬ź Pl├Âtzlich war er wieder nebenan im Raum verschwunden und ich hatte ihn nicht mehr unter Kontrolle. Ich folgte ihm, war jedoch vorsichtig, denn er k├Ânnte versuchen mich zu ├╝berw├Ąltigen.

Ruhig und im grellen Licht der Neonr├Âhren von einer wundersamen Aura bestrahlt stand er vor einer Vitrine und holte ein paar Fl├Ąschchen heraus. Stellte sie vorsichtig auf den Tisch, der daneben stand und suchte gezielt nach weiteren L├Âsungen. Ab und zu besah er sich das Etikett und stellte wieder welche zur├╝ck. ┬╗Was machen sie da?┬ź Der Mann wand seinen Blick nicht von den Flaschen und sagte: ┬╗Wissen sie eigentlich, dass alles verkommt? Oh, das wissen sie bestimmt, aber wissen sie auch wie? Die Erdbev├Âlkerung sieht den Schaden nicht, den sie selbst angerichtet hat, weil sie zu blind ist oder es einfach nicht wahr haben will. Der Planet verkommt zu einem unbrauchbaren ... Etwas. Irgendwann wird er nur noch als M├╝llhalde fungieren. Verstehen sie was ich meine? Wenn sie sich wirklich einmal damit besch├Ąftigen, wissen sie wovon ich rede. Wo zum Teufel ist ... ach, da ist es ja.┬ź Er holte ein weiteres Fl├Ąschchen heraus, das rosafarben etikettiert war.

┬╗Es ist nicht so, dass ich es nicht begreife.┬ź Begann ich zaghaft. ┬╗Doch was soll man dagegen unter....┬ź Der Mann unterbrach mich.
┬╗Man k├Ânnte die Welt also doch als einen schmutzigen, stinkenden Fleck
bezeichnen, den wir einigerma├čen bewohnbar gemacht habt? Nur war der schmutzige Fleck, erst da, als die Menschen anfingen mit dem Erdgas zu experimentieren. H├Âher, schneller, weiter, musste es sein. Bauwerk an Bauwerk, Fabrik und meterhohe Schlote, aus dem der Dreck heraus schie├čt und verteilt wird.┬ź Seine Stimme wurde lauter und war jetzt erregter.
┬╗Und wohin sollte der Schmutz sonst gehen, als in die noch ├╝briggebliebende Natur. Wir werden nie aufh├Âren damit, uns den Lebensraum einzuengen. Im Gegenteil: Wir tun doch wirklich alles daf├╝r, damit es noch schlimmer wird. Es ist ein Wunder, dass wir bei diesen vielen H├Ąusern, T├╝rmen und ├Âffentlichen Geb├Ąuden, nicht klaustrophobisch werden. Immerhin ist die USA voll von hochgewachsenen Bauwerken die die Luftzufuhr nur erschweren und der Natur keine Chance l├Ąsst. Wieso nur tun wir das? Wir ruinieren uns selbst. K├Ânnen wir das zulassen? NEIN, sagen wir im Chor und doch denkt jeder, dass der andere sich schon darum k├╝mmern wird. Am Ende jedoch steht die Antwort: Niemand versucht etwas zu ├Ąndern.┬ź Ab und zu warf er mir einen kl├Ąrenden Blick zu. Dann fuhr er fort.
┬╗Klar, wir versuchen den M├╝ll zu trennen, damit es wieder verwertet werden kann, sicher, kaufen wir Naturprodukte, damit sie sich schneller abbauen, sparen an Strom und Wasser und glauben ernsthaft, etwas f├╝r die Umwelt zu tun. SCHWACHSINN!!!
Wir sind unserem Schicksal ausgeliefert und werden nicht miterleben wie eines Tages jemand
das Wort erhebt und sich an die Bev├Âlkerung wendet. Er wird schreien und die Welt wird ihm
zuh├Âren. Dann erst, wenn es zu sp├Ąt ist, werden die meisten aufwachen und ihm zustimmen.
Und er wird immer wieder der Menge zubr├╝llen: Jetzt ist Schluss. Ab heute bricht ein neues Leben an und wir sind da, um das zu vollbringen. Ab heute. Gemeinsam und immer wieder.┬ź
┬╗Und sie wollen dieser Mann sein, hab ich recht. Wie wollen sie das anstellen? Wollen sie die
Bev├Âlkerung bet├Ąuben?┬ź Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen.
┬╗Nein. Das schafft niemand. Aber ich werde sie zwingen, mir zuzuh├Âren.┬ź Als er mit dem
Abz├Ąhlen der Fl├Ąschchen fertig war, schloss er den Schrank ab und packte die farbigen
L├Âsungen in einen Beutel.
Danach ging der Unbekannte an mir vorbei und aus dem Zimmer. Ich folgte ihm stumm.
Noch immer hatte ich die geladene Kanone in der rechten Hand, aber ich zielte nicht mehr auf
ihn. In dem gro├čen Raum, aus dem ich zuvor kam, setzte er die zahlreichen Fl├Ąschchen
auf einen der Tische ab.
┬╗Ich arbeite schon sehr lange an diesem Projekt,┬ź sagte er pl├Âtzlich. ┬╗es ist so zu
sagen, mein Lebenswerk. Immer dann, wenn die anderen gegangen und das Haus
leer war, kam ich hier her, um daran zu arbeiten.┬ź
┬╗Und wie kommen sie ins Geb├Ąude rein?┬ź Wollte ich wissen.
┬╗Das ist einfach: Seit ungef├Ąhr sechs Jahren besitze ich eine Karte und habe sie nach meiner
Entlassung behalten. Ja, ich habe hier gearbeitet. Bis dieser Mistkerl von einem Vorsteher
kam und mir meinen Job wegnahm. Soviel Kraft und Geist habe ich in diese Firma gesteckt
und dann kommt da irgend so ein eingebildeter junger Fatzke daher, der meint, er m├╝sste hier
mal kr├Ąftig aufr├Ąumen.┬ź W├Ąhrend er redete, legte er ein paar Sezierger├Ąte auf den Stahltisch.
┬╗Warum hat er sie denn entlassen? Haben sie Fehler gemacht?┬ź
┬╗Nein, das nicht. Aber dem Kerl hat einfach meine Nase nicht gefallen. Bei einem seiner
Pl├Ąne hatte ich mich gestr├Ąubt. Ich habe mich also dem gro├čen Boss widersetzt und ihm
meine Meinung ├╝ber das Projekt kundgemacht. Er sagte zu mir, wenn ich nicht das tat,
wof├╝r ich bezahlt werde, w├╝rde ich gefeuert werden. Bevor er mich fristlos k├╝ndigte, warf ich
ihm noch an den Kopf, was ich von ihm hielt, und das er mir nicht drohen sollte.
Und das vor versammelter Kollegenschaft. Das hat ihn dann wohl ziemlich w├╝tend gemacht.
Tja, was soll ich sagen? Ich war schon immer ein Aufs├Ąssiger und habe mit meiner Meinung
nie hinter dem Berg gehalten. Mein letzter Chef hat das toleriert, denn er wusste, was er an
mir hatte.┬ź Sauber aufgereiht hatte er die Instrumente bereitgelegt.
┬╗Und was hatte er an Ihnen?┬ź fragte ich nicht ohne Neugier.
┬╗Einen brillanten Wissenschaftler.┬ź Sagte er nur und war mit seiner Suche fertig.
┬╗So Mister Riley, wollen Sie mich noch immer aufhalten?┬ź Er schaute mich fragend an.
┬╗Ich kann das nicht zulassen.┬ź Antwortete ich. ┬╗Was immer sie auch vorhaben, lassen sie
es bleiben! Sie werden nicht damit durchkommen.┬ź
┬╗Oh doch, das werde ich. Sie werden es erleben.┬ź Er war leicht w├╝tend geworden, ├╝ber meine
Ungl├Ąubigkeit. ┬╗Verstehen sie mich recht, Mister. Ich bin ein Mann des Gesetzes, zwar
nur ein Wachmann, aber ich vertrete das Gesetz. Ich kann also nicht anders handeln.┬ź
┬╗Doch sie k├Ânnen anders. Und das wissen sie auch. Mensch, wachen sie endlich auf und
schauen sie mal, wo sie hier sind. F├Ąllt ihnen denn nicht auf, dass wir im Arsch sind? Wir
haben und werden alles zerst├Âren, was uns jetzt geh├Ârt, aber im Grunde nie geh├Ârt hat.
Verstehen sie worauf ich hinaus will? Wenn wir etwas ├Ąndern wollen, k├Ânnen nicht wir es
tun, sondern jemand anderes muss es f├╝r uns vollbringen.┬ź Seine Augen hatten jetzt
eine intensive Klarheit angenommen und waren weit aufgerissen.
┬╗Was soll das hei├čen? Wer soll es dann tun?┬ź Fragte ich und dabei wurde mir bewusst, dass
er nicht von sich sprach. Schlie├člich wollte er mit all diesen Sachen auf dem Tisch etwas be-
zwecken. Er schaute mich an, als erwarte er, dass ich selbst auf die Antwort k├Ąme.
┬╗Es tut mir leid, Mister Riley, aber sie wissen schon zuviel.┬ź Der Mann zog pl├Âtzlich eine
Waffe aus seiner Manteltasche und zielte auf mich. Hatte er vor mir, mich zu erschie├čen? Mir
wurde Bange und ich hatte nicht schnell genug reagieren k├Ânnen, um ebenfalls meine Waffe
zu erheben. Mir brach der Angstschwei├č aus und ich bat ihn, nein, ich flehte ihn an, es nicht
zu tun. Doch er achtete nicht auf meine Worte und schoss.

Als ich wieder zu mir kam, war es um mich herum dunkel. War ich tot? Ich konnte es nicht
Genau sagen. Als ich dann jedoch Schmerzen sp├╝rte, wusste ich, dass ich noch lebte. Mein
Bein tat h├Âllisch weh, dieser Mistkerl hatte mir ins Bein geschossen, um mich au├čer Gefecht
zu setzen. Neben mir sprang eine T├╝r auf und der Kerl kam herein, ├╝ber mir flimmerten die
Lampen auf und ich kniff die Augen zusammen. ┬╗Sie widerlicher Schei├čkerl, sie haben mir
ins Bein geschossen.┬ź Sagte ich sofort.
┬╗Ja, das habe ich. Ich konnte doch unm├Âglich zulassen, dass sie mich an einem
wichtigen Experiment hindern, oder?┬ź
┬╗Was haben sie jetzt vor?┬ź Die Schmerzen schossen mir in den Kopf und ich versuchte
angestrengt, klar bei Verstand zu bleiben. ┬╗Erst einmal m├Âchte ich sie mit jemanden bekannt
machen.┬ź Er deutete auf die gegen├╝berliegende Wand. Dort stand ein K├Ąfig aus grauem Stahl
und in dem K├Ąfig befand sich irgendein Wesen. Noch nie zuvor hatte ich so etwas gesehen.
Ich erschrak. Das Wesen in dem K├Ąfig war nicht menschlich.
┬╗Ich nenne es die apokalyptische Bestie. Es wird uns helfen, zu erkennen, was alles
passiert ist. Wir haben viel Staub aufgewirbelt in den letzten Jahrhunderten.┬ź
Er ging r├╝ber zu dem K├Ąfig und kniete sich daneben. Betrachtete das Ding interessiert, das
da schwer atmend und grauenhaft entstellt hockte.
┬╗Es wird unseren Dreck beseitigen.┬ź Mir spukte ein Gedanke durch meinen Kopf. Ich wagte
ihn kaum auszusprechen.
┬╗Wird es die Menschen auch beseitigen?┬ź Der finstere Mann richtete sich wieder auf und
sah mich mit verst├Ąndnislosen Augen an.
┬╗Sie k├Ânnen nicht mehr r├╝ckg├Ąngig machen, was passiert ist. Wir k├Ânnen auch nicht, die
Umweltverschmutzung aufheben und den Planeten einfach so s├Ąubern. Das geht einfach nicht.
Dieses Wesen hier, wird den Ursprung allen ├ťbels radikal vernichten. Und wenn das
Geschehen ist, kann sich die Erde wieder langsam regenieren.┬ź
Verst├Ąndnislos sah ich ihn an. ┬╗Sie haben doch nicht vor die Menschheit auszurotten? Wie
wollen sie das anstellen?┬ź Er schwieg. Ich hatte Angst, was seine Antwort sein k├Ânnte, und
das sie wom├Âglich die Wahrheit barg.
┬╗Ich habe dieses Wesen erschaffen, um gegen all das anzugehen, was wir au├čer Stande sind,
zu tun. Frieden zu schaffen. Seit meiner Entlassung, das ist genau ein Jahr her, arbeite ich
daran und es hat in den letzten Monaten unheimliche Fortschritte gezeigt. Ich habe ihm ein
Serum verabreicht. Ob sie es nun verhindern wollen oder nicht, Mister Riley, sie k├Ânnen doch
Nichts dagegen tun. Es wird auch sie erwischen.┬ź
┬╗Verdammt noch mal, was haben sie dieser Bestie gespritzt?┬ź
Dieses Mal z├Âgerte der Kerl nicht mit seiner Antwort.
┬╗Diese von mir erschaffene Kreatur tr├Ągt die Pest in sich.┬ź Wie bet├Ąubt h├Ârte ich seine
Worte, die an mein Ohr drangen. Konnte das alles wahr sein? Dachte ich bei mir.
Bin ich in einem Traum gefangen, der nicht enden wollte? Und als ob er meine Gedanken
lesen konnte, sagte er: ┬╗Ja, Mister Riley sie haben richtig geh├Ârt. Dieser Virus wird in
weniger als drei Monaten ein grossteil der Bev├Âlkerung dahin gerafft haben. Ich habe den
Gorilla so erschaffen, dass er sich versteckt, wenn jemand ihn verfolgt und versucht zu
fangen oder zu t├Âten. Durch das Serum hat sich seine Genetik stark ver├Ąndert und seine
Wesensz├╝ge wurden immer besser. Er bekam Anf├Ąlle und Kr├Ąmpfe und seine Sinne sind
dem Menschen weit ├╝berlegen. Dieses Tier hier kann sie bereits aus drei
Kilometern Entfernung kommen h├Âren. Lediglich braucht dieser Affe nur durch die Stra├čen
zu wandeln und die Leute mit dem Virus zu infizieren. Sollte der Affe trotz aller Vorsicht ge-
t├Âtet werden, wird der Virus weiterwandern. Denn dagegen haben wir kein Gegenmittel.┬ź
Ich wollte einfach nicht glauben, was er sagte. Es lag soviel ├ťberzeugung und Wahnsinn
in seinen Worten, dass es gerade aus diesem Grund schwer war, ihm nicht zu glauben.
Die Schmerzen in meinem Bein, die sich durch meinen gesamten K├Ârper bohrten, wirkten
bet├Ąubend auf meinen Verstand. Ich fragte ihn, was er denn mit all den Fl├Ąschchen vor hatte
und er antwortete, dass es die letzte Dosis Kraft sei, die der entstellte Affe injiziert bekommt,
bevor er auf die Welt da drau├čen losgelassen wird. Allm├Ąhlich viel mir das Sprechen schwer
und wenn ich jetzt nichts unternahm, w├╝rde ich es nie mehr k├Ânnen. Bald w├╝rde ich
ohnm├Ąchtig werden und dann war alles zu sp├Ąt. Vor mir im K├Ąfig rasselte und
schnaubte heftig es und das war be├Ąngstigend.
Wenn dieses Ding erst einmal frei war, gab es kein Entrinnen mehr.
Der Kerl mit dem langen schwarzen Mantel sagte, er werde jetzt die Spritze
und die Instrumente holen. Er wusste, dass ich mich kaum noch bewegen geschweige denn
bei Bewusstsein bleiben konnte, deswegen ging er aus dem Raum, um die Sachen zu holen.

Ich tastete verkrampft nach meiner Pistole, doch er hatte sie mir abgenommen, w├Ąhrend ich
ohnm├Ąchtig war. Hastig sah ich mich um. In meiner schmerzerf├╝llten Panik fiel mein Blick
auf ein St├╝ck Seil, das nicht weit von mir auf dem Boden lag. Ich versuchte danach zu
greifen, doch erst beim zweiten Versuch gelang es mir, das Seil zu mir heran zu ziehen.
Danach robbte ich mich zum K├Ąfig, legte das Seil um den Hebel, mit dem sich die T├╝r
├Âffnen lie├č und knotete es fest. Ich schleifte mich halb ohnm├Ąchtig und mit Tr├Ąnen in den
Augen zu meinem Platz an der Wand zur├╝ck und wartete. Das Ding gegen├╝ber brummte vor
sich hin und konnte es kaum erwarten hinter den Gittern hervorzukommen.
Es dauerte nicht lange und der Kerl kam zur├╝ck; mit einem Tablett voller kleiner Flaschen,
einer ├╝bergro├čen Spritze und einem Seziermesser. Er kniete sich vor das Gatter und zog eine
Ampulle ├╝ber die Spritze, dann stellte er die Ampulle auf den Boden und spritzte etwas vom
Inhalt in die Luft. Als er das Gatter ├Âffnen wollte, bemerkte er erst, das eine Schnur daran be-
festigt war. Noch ehe er dar├╝ber nachdenken konnte, zog ich mit letzter Kraft an dem Seil
und das Gatter ├Âffnete sich. Erschrocken drehte er sich zu mir um und sah mir in die Augen.
┬╗Sie werden die Menschheit nicht t├Âten. Der einzige, der vernichtet werden muss, sind sie.┬ź
Dann sprang auch schon das Monstrum aus dem K├Ąfig und fiel den Mann an. Ein
heller Schrei durchdrang die Mauern des Hauses und w├Ąhrend der verknorpelte Affe ihn bei
lebendigem Leib aufriss und zerfleischte, schleifte ich mich auf den Flur. Ich schloss die T├╝r
von au├čen zu, so dass es nicht entkommen konnte und atmete auf.

Nachdem ich mich in die Garage geschleppt und ├╝ber Funk die Polizei verst├Ąndigt hatte, lag ich auf dem Boden meines kleinen Wachh├Ąuschens und dachte (um mich wach
zuhalten) dar├╝ber nach, was der Kerl gesagt hatte. Nat├╝rlich hatte er recht: Irgendwann gibt es keinen Lebensraum mehr f├╝r die Menschen dieser Erde.
Doch bis dahin wird noch viel Zeit vergangen sein....








E N D E

__________________
Manuela Engel

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willow
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo,

beim Fr├╝hst├╝ck habe ich deine Geschichte gelesen und mich gut dabei unterhalten. Sie ist gut und spannend geschrieben... ein wenig musste ich ├╝ber den Anfang nachdenken.

Die Theorie, dass die Menschheit irgendwann einmal keinen Lebensraum mehr hat, dass Armut und Hunger die Konsequenz daraus sind, h├Ąlt sich in unserer Gesellschaft sehr hartn├Ąckig, viele haben genau davor Angst.

Gut gelungen ist dir die Beschreibung von Pete, der nicht nur f├╝r die Menschheit, sondern auch f├╝r sein eigenes Leben k├Ąmpft.

Vom Stil her h├Ârt sich das ein wenig an, wie Outer Limits oder auch X-Factor... mit happy ending, welches dazu geh├Ârt.

Wirklich eine gute Geschichte.

Lieber Gru├č,

willow

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