Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92255
Momentan online:
251 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Krimis und Thriller
Silbermond (Überarbeitung)
Eingestellt am 30. 10. 2002 01:22


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
JojoBrown
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2002

Werke: 3
Kommentare: 4
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Der Zug läuft zischend, dampfend und planmäßig um 10.31 Uhr in den alten, baufälligen Bahnhof ein.
Das einzig Ungewöhnliche an dieser Szenerie ist, außer dem alten Gebäude, daß die Zugtüren sich nicht öffnen.
Aber für wen sollten sie sich öffnen? Es stieg schon lange keiner mehr auf diesem Bahnsteig aus oder ein.
Außen am Bahnhofsgebäude baumelt eine Uhr, die wahrscheinlich vor etwa 13 Jahren, als hier in der Kleinstadt das Leben noch pulsierte, zum letzten Mal getickt hat.
Seit etwa 8 Jahren sind die letzten Bewohner von hier weggezogen.
Der gesamte Ort ähnelt jetzt einer Geisterstadt. Egal an welchem Haus man vorbeikommt, überall sieht man nur in tote Fenster mit zerbrochenen Scheiben. Die Fensterläden hängen fast alle nur noch an einem Riegel.
Wo man auch immer hinsieht, überall stehen die Gartentore und Haustüren auf, so als wenn die Bewohner nur mal eben zum Nachbarn sind, und jeden Moment wiederkommen.
Aber es kommt keiner mehr zurück.
Alle haben Angst vor dieser Stadt, vor den Geschehnissen und den Schicksalen. Der Letzte, der gegangen ist, war Pastor Funke.
Er konnte es nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren, hier in dieser Stadt zu bleiben, wo so vielen Menschen, so viel Unheil widerfahren ist.
Er mußte hier so oft die Menschen trösten, wie er einen Anderen beerdigen mußte. Irgendwann gingen ihm die Trost spendenden Worte aus.
Aber er hat ausgehalten bis zum Schluß, das heißt, daß er am gleichen Tage wie der letzte Bewohner abgereist ist.
Sein letzter Vorgänger hatte seinem Leben selbst ein Ende bereitet, aber Pastor Funke wollte es bei sich nicht so weit kommen lassen.
Nun ist er mit dem letzten Bewohner in die Zivilisation zurückgekehrt, allerdings in eine andere Stadt.
Vor der Abfahrt hat er noch einen wehmütigen Blick zurückgeworfen.
Er hatte einmal so viel vor mit den anderen Bewohnern, aber das gehört nun leider der Vergangenheit an.
Einst hatte er so viele Ideen, bis dann das Unheil zuschlug.
Es begann alles, an einem sonnigen Tag im Juli.
Der Stadtrat hatte zu einer Sondersitzung aufgerufen.
Es ging darin, um die Genehmigung für einen Freizeitpark im Süden, außerhalb der Stadt. Die meisten Gemeindemitglieder waren für den Bau dieses Parks, da sie mit Mehreinnahmen für die Gemeinde rechneten.
Mit diesen Geldern wollten sie dann das schon lange geplante Schwimmbad finanzieren. Es gab allerdings auch Gegenstimmen, wegen des Natur- und Wasserschutzgebietes, die beide in diesem Gebiet liegen.
Auf diese Einwände hat der Investor und Planer nur gewartet, denn jetzt zeigte sich seine Redegewandtheit. Er rollte eine Skizze von seinem Plan aus, und fing an zu erklären. Er redete immer schneller, und malte alles immer schöner aus, bis alle Einwände vom Tisch waren. Nach etwa 4 Stunden löste sich die Versammlung dann endlich auf, und alle glaubten eine gute Sache verabschiedet zu haben. Bis auf einen, denn er schien das drohende Unheil zu ahnen. Aber alle Anderen sahen es nicht, oder wollten es nicht wahrhaben. Es war auch nur ein Gefühl von Pastor Löh, daß dort etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Er konnte nicht mit Bestimmtheit sagen was es war, aber er spürte, daß etwas nicht stimmte. Zu Hause zurück, ließ im die ganze Angelegenheit keine Ruhe mehr, und er suchte im Gebet unter dem Kreuz, nach Bestätigung oder Erklärung seiner Bedenken. Aber er bekam weder das Eine noch das Andere. Resigniert legte er sich später schlafen. Aber es wurde ein ruheloser Schlaf, ohne Erholung. Er warf sich hin und her, und am Morgen, fühlte er sich schlapp und wie gerädert.
An diesem Tag rückte ein Bautrupp mit vielen Fahrzeugen und Maschinen an. Der Bürgermeister rieb sich schon die Hände, weil es so schnell ging mit dem Anfang, und weil er schon die Mehreinnahmen vor Augen sah.
An anderer Stelle rieb sich noch jemand die Hände, nämlich der, der den Bürgermeister und den Stadtrad dieser Kleinstadt überredet hat, ihm das für ihn so wertvolle Land, praktisch für ein Butterbrot zu verpachten.
Zwar hatte er sich mit seiner Unterschrift dazu verpflichtet, darauf zu achten, daß die Gesetze des Grundwasserschutzes eingehalten werden, doch darüber machte er sich zu diesem Zeitpunkt noch keine Gedanken.
Er wollte die Angelegenheit nur so schnell wie möglich anfangen, denn das Vorhaben benötigte viel Zeit.
Das wußte er alleine schon von den Vorarbeiten, wie Vermessungen, geologischen Gutachten, Grundwasserstands-Gutachten und die Auswertung der alten Bergwerkskarten über die Stillegung alter Stollengänge.
Dieses Alles hatte schon sehr viel Zeit in Anspruch genommen.
Wer will es ihm dann verübeln, daß er am Tag nach Vertragsabschluß, schon mit seinen Maschinen bereit steht.
Da keiner weiß, um was es ihm wirklich geht, denken alle an den Vergnügungspark.
Für alle, die mal zu dem Gelände raus fahren, stehen genug Materialien für einige Attraktionen bereit, die schon im Vorfeld angefertigt wurden.
Also eine perfekte Tarnung, wenn da nicht Pfarrer Löh wäre, der immer öfter zur Baustelle geht.
Seine Gedanken lassen ihn nicht los, daß da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Er muß herausfinden, was dort vor sich geht.

Drei Wochen später.
Und wieder findet er das kleine Loch, durch das er durch den Zaun auf das Geschehen sehen kann.
Er sieht Bauwagen, die oft hin und herfahren, um dann an einer Stelle, die der Pastor nicht einsehen kann, etwas abzuladen.
Er ist enttäuscht, und begibt sich wieder in die Stadt. Er traut sich nicht mit jemandem darüber zu reden.
Damals wäre es besser gewesen, wenn er mit jemandem über seine Bedenken und Beobachtungen gesprochen hätte.
Aber er überlegte auch, daß er ja noch nicht viel gesehen hatte.
Und genau das wollte er ändern. In den nächsten Tagen konnte er allerdings nicht zur Baustelle gehen, da ihn sein Kirchenamt voll in Anspruch nahm.

Heute schreiben die Zeitungen, daß Pastor Löh, dadurch daß er zu diesem Zeitpunkt die gesamte Tragweite noch nicht überschauen konnte, absolut richtig reagiert hat, und seine wenigen Beobachtungen und Bedenken, erst einmal für sich behalten hatte.

So vergingen erst einmal einige Wochen, in denen in der Kleinstadt nichts nennenswertes passierte.
Aber in der nächsten Woche, verkündete ein Aushang am Rathaus, daß Arbeiter für die Baustelle zum Vergnügungspark gesucht werden. Es versteht sich, mit bester Bezahlung.
Auf diesen Aushang haben sich einige Bewohner gemeldet.
Etwa 1/3 von ihnen wurden genommen. Alle waren nicht älter als 25 Jahre.
Die Arbeit machte ihnen Spaß, wenn man sie fragte, was sie machen, sollten sie sagen, sie arbeiten unterirdisch am Ausbau einer geplanten Fahrattraktion. Zu dieser Aussage haben sich alle schriftlich verpflichtet.
Um die Aussage zu bekräftigen, bekam jeder der Arbeiter eine ziemlich oberflächliche Skizze von dem angeblich kompletten Plan in die Hände gedrückt. Unter Tage war die Stimmung gut, denn jeder war stolz, am geplanten Park mitzuhelfen.
Etwa 1 ½ Monate später passierte ein tragischer Unfall unter Tage, bei dem ein junger Mann, von einer eisernen Stützstrebe zerquetscht wurde.
Die darauf folgende Untersuchung der Unglücksursache, legte das Bauvorhaben für knapp 6 Wochen lahm.
Danach konnte alles, mit neuen Auflagen, weitergehen.
Aber nach dem Unfall war die Stimmung gedrückt, da der Vorarbeiter seine Leute immer mehr zur Eile antrieb.
So ging die Arbeit unter Tage, ohne weitere Zwischenfälle weiter.
Bis zu einem Tag, es war schon Winter, da wurde ihnen mitgeteilt, daß sie am nächsten Tag, beziehungsweise den gesamten Monat nicht mehr kommen brauchten, weil das benötigte Material noch nicht geliefert worden ist.
Sie würden durch einen Aushang am Rathaus benachrichtigt.
Die jungen Männer diskutierten eifrig darüber als sie das Gelände verließen. Keiner der Arbeiter hatte eine Vermutung, was das für ein Material sein sollte, daß so dringend benötigt wurde.
Die Meisten der jungen Männer gingen noch in eine Gaststädte, um ihren Ärger hinunterzuspülen. Es wurden viele Gläser geleert, und viel diskutiert.
An diesem Abend klopfte es bei Pastor Löh an der Türe
Dort stand ein junger Mann, den er kannte.
Er bat ihn herein, denn es war Klaus, einer aus der Jugendarbeit. Ca. 2 Jahre hatten sie kein längeres Gespräch mehr miteinander geführt, aber dieses wollte der junge Mann jetzt nachholen.
Pastor Löh merkte, daß es wohl länger dauern würde, darum bat er seinen späten Gast in seine Privaträume, und öffnete eine Flasche Rotwein.
Nachdem sie geendet hatten, standen 4 leere Weinflaschen auf dem Boden. Pastor Löh wurde immer stiller über das gehörte.
Kurz darauf verabschiedeten sich die Beiden, worauf der Pastor versprach, sich um die Angelegenheit zu kümmern, wenn sein Gast versprach, die Sache nicht weiter zu erzählen.
In Zukunft wollten sie sich jeden zweiten Abend hier treffen.
Nachdem sein Gast gegangen war, setzte sich Pastor Löh in seinen gemütlichen Sessel, und dachte noch einmal über das eben gehörte nach, das konnte er am besten in diesem Sessel.
Dieses kam ihm so gigantisch und unvorstellbar vor, daß er jetzt gerne seinen früheren Kaplan Reinhard Priesnitz an seine Seite gewünscht hätte, denn dieser besaß kriminalistische Fähigkeiten.
Aber dieser Kaplan ist nach seiner Mission in Uruguay aus dem Kirchendienst ausgetreten. Nun war Pastor Löh also auf sich allein gestellt.
Schon am nächsten Abend, zog er in der Dunkelheit los, um die Baustelle zu beobachten.
Es verging etwa einen Monat, wo er sich nur eine Erkältung zuzog, aber nichts verdächtiges beobachtete.
Aber dann, eines Montags Abends, sah er, daß einige schwere Lkw`s, die große Maschinenteile brachten.
Er konnte nicht erkennen was das für Teile waren, da sie mit Plane eingepackt waren, um vielleicht vor dem Regen geschützt zu werden.
Aber eines konnte er erkennen, und zwar, daß die Lkw`s ziemlich schwer beladen waren, da sie sehr tief in den aufgeweichten Boden einsanken.
Jetzt wurde das Tor wieder geschlossen, und Pastor Löh konnte sein Versteck wieder verlassen.
Darum ging er schnell wieder nach Hause, denn er wollte sich heute wieder mit Klaus treffen. Endlich hatte er Neuigkeiten zu berichten, darum beeilte er sich auch, von hier wegzukommen.
Klaus wartete schon auf ihn. Er hatte für den Pastor ein selbst gebasteltes Gerät dabei.
Er hatte zusätzlich noch etwas eingebaut, so daß er mit Hilfe seines Gegenstückes dieses Gerät wiederfinden kann, wenn es einmal verlegt wurde. Nach einer Erklärung zur Benutzung, wurde über die Beobachtungen des Pastors geredet.
Klaus wurde still, denn er überlegte, was wohl auf den Lkw`s war.
Er hatte einmal gehört, wie der Vorarbeiter zu einem älteren Kollegen gesagt hatte, daß sie bald größere Stützen brauchten, da es bald soweit wäre.
Er hatte aber nicht mitbekommen, was bald soweit wäre. Er hatte dem Gehörten nachher keine Bedeutung mehr geschenkt.
Jetzt sah es allerdings anders aus. Sie überlegten, wozu die größeren Stützen angeblich gebraucht wurden.
Klaus, sagte gerade, daß für die Gänge in denen sie arbeiteten, noch mehr als genug Stützen da waren, außerdem waren diese auch lang genug.
Es sei denn, man wollte eine ganze Decke abfangen und stützen.
Aber das hieße ja... Er redete nicht weiter, sondern überlegte.
Pastor Löh wurde nervös und fragte: „Klaus, was denkst du? Was hieße das?“ „Sherlok Holmes, ich glaube ich habe die Lösung.
Die wollen überhaupt keinen Park bauen, die wollen ganz etwas anderes. Aber was können die dort unten suchen?
Mir ist, als ich noch dort war, nichts aufgefallen.“ Er überlegte wieder, und sagte dann: „Ich glaube, wir sollten uns mal Karten aus dem Bergbau besorgen, vielleicht finden wir da etwas.“
Pastor Löh wunderte sich nur noch über den jungen Mann, war aber sofort mit Eifer dabei, und wollte am nächsten Tag versuchen, an solche Karten heran zu kommen.
Aber der nächste Tag wurde überschattet von einem Grubenunglück von nicht vorstellbarem Ausmaß.
Gegen 10.50 Uhr gab es eine sehr starke Erschütterung, und aus dem Stolleneingang kam kurz danach eine dicke, undurchsichtige Staubwolke.
Nach einiger Zeit, hörte man schon die Martinshörner, der zur Hilfe herbeigerufenen Rettungskräfte.
Pastor Löh lief sofort Richtung Baustelle, durfte aber nicht näher heran, als die anderen Schaulustigen.
Nachdem er mit dem Feuerwehrmann gesprochen hatte, und ihm gesagt hatte, daß er der Pfarrer dieser Gemeinde ist, durfte er zu den Verletzten.
Allerdings traf er sehr wenig Verletzte an, mehr Tote, für die die letzte Ölung leider zu spät kam.
Er konnte aus den Gesprächen der Rettungskräfte hören, daß wohl eine ganze Decke in einem Stollen heruntergekommen sein mußte.
Sofort dachte er an die Gedanken von seinem jungen Freund, die dieser gestern angedeutet hatte.
Nachdem er hier nicht weiter helfen konnte, ging er schnellen Schrittes zum Rathaus, um sich die nötigen Karten zu besorgen.
Pastor Löh hatte Glück, denn daß er diese bekam, das lag wahrscheinlich nur an der Aufregung der Angestellten, über das Unglück.
Als der Bürgermeister von der Unglücksstelle zurück ins Rathaus kam und die selben Karten verlangte, war der Pastor wieder daheim, und saß mit Klaus bereits über diesen, seltsamerweise so plötzlich sehr begehrten Karten. Nachdem sie sehr schnell fanden, wonach sie suchten, überlegten sie, dieses Beweismaterial der Polizei oder dem Bürgermeister zurück zu geben.
Dieses wollte der Pastor am nächsten Morgen gleich machen, ebenso die alten Karten von den Landesgrenzen um die Jahrhundertwende, die er sich zur Tarnung auch noch hat mitgeben lassen.
Sie studierten also stundenlang die Karten, als sie dachten, daß sie nur ihre Zeit vergeuden, sah Pastor Löh auf einer der Karten einen handschriftlichen Eintrag, den sie vorher übersehen hatten, da er sehr klein war.
Er nahm eine Lupe zur Hilfe, konnte diesen Eintrag aber immer noch nicht entziffern. Klaus, saß ihm gegenüber, und starrte auf die Stelle, wo der Pastor seinen Finger hatte.
Auf einmal nahm er dem Pastor die Lupe weg und suchte damit diese Stelle ab. Plötzlich schlug er sich mit der flachen Hand gegen die Stirn.
Dann sank er auf dem Sessel zurück.
Der Pastor sah ihn an, und war sehr aufgeregt. „Klaus was ist?“
Dieser deutete nur mit dem Finger auf die Karte.
„Drehen.“ Stammelte er nur. Der Pastor drehte die Karte, und nahm noch einmal die Lupe zur Hand.
Aber auch danach machte er ein unwissendes Gesicht.
Er sah zwei Buchstaben und unter einem Schrägstrich drei einzelne Ziffern. Klaus klärte ihn auf: „Soviel ich noch von der Schule weiß, bedeuten die beiden Buchstaben, wenn ich sie richtig als Ag entziffert habe, Silber.
Nur was die drei Ziffern bedeuten, weiß ich noch nicht. Noch nicht.
Jetzt wollen wir mal überlegen. Wenn jemand notiert hat, daß dort ein Silbervorkommen ist, sollen die drei Zahlen hundertprozentig eine bestimmte Stelle angeben. Es könnte zum Beispiel eine Meterangabe sein.“
Das leuchtete dem Pastor ein. Nun fragte er: „Kann sein, nur von welcher Stelle aus gemessen.“ Pastor Löh sagte noch: „Vielleicht haben wir morgen eine Idee. Laß uns für heute Schluß machen.
Ich muß auch die Karten zurück geben.“ Klaus machte noch schnell eine Skizze, und verabschiedete sich dann.
Am nächsten Abend trafen sie sich wieder, und machten weiter. Der Pastor öffnete wieder eine Flasche Rotwein, Klaus war inzwischen dabei, anhand des angegebenen Maßstabes, die drei Ziffern in Metern auszumessen, und auf der Skizze zu bestimmen.
Nach einigen Versuchen, fragte er: „Wo hat sich das Unglück ereignet?“
Pastor Löh überlegte kurz. „Ich glaube gehört zu haben, daß die Decke zwischen der 6. Und 7. Sohle eingestürzt ist.“ Klaus überprüfte noch einmal sein Ergebnis. Alles stimmte. Jetzt stand es auf jeden Fall fest:

Der Pächter war ein Betrüger. Er wollte keinen Park, er wollte nur das Silber.

Die Frage war nur, wie konnten sie das beweisen? Wer würde ihnen glauben? Wem konnten sie das erzählen? Fragen über Fragen.
Die Beiden entschlossen sich dazu, erst einmal zu schweigen und abzuwarten, bis sie hundertprozentige Beweise hatten.
In dieser Nacht passierte das nächste Unglück, bei dem 38 Rettungskräfte hier aus der Stadt umkamen, die noch damit beschäftigt waren, die Verunglückten von dem vorgestrigen Unglück zu bergen.
Klaus und der Pastor, hörten und spürten das Grollen des Bodens bis an die Kirche, wo sie sich draußen gerade von einander verabschieden wollten. Nachdem sich Pastor Löh den warmen Mantel angezogen hatte, eilten sie zur Baustelle. Hier war alles in heller Aufruhr.
Der Feuerwehrmann, der Pastor Löh vorgestern zu den Verletzten durchgelassen hatte, ließ heute beide in das Gelände.
Er sagte noch, wir können jede Hand gebrauchen.
Klaus wollte versuchen, noch etwas herauszufinden.
Der Pastor mußte vielen die letzte Ölung geben. Bei Anderen war dieses schon zu spät.
Er hatte Tränen in den Augen, da er einige von ihnen persönlich kannte.
Aber nicht nur die Tränen in den Augen, oder die Trauer machten ihn fertig, mehr noch war es die Wut.
Die Wut zu wissen, oder zu Glauben etwas zu wissen, aber Machtlos gegen diesen Verbrecher zu sein.
Hier auf dem Gelände sah es aus, wie nach einem Bombenangriff.
Überall lagen Verletzte oder Tote herum, die die Rettungskräfte schon nach oben gebracht hatten.
Die Krankenwagen, RTW, von der Feuerwehr und Fahrzeuge vom THW fuhren pausenlos die Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser. Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte, auch Notärzte kümmerten sich vor Ort um Geschädigte. Nach einiger Zeit, sah Pastor Löh auch Klaus wieder.
Dieser kam sofort auf ihn zu, und wollte gerade berichten, was er erfahren hatte, als dieser ein Auto sah, daß draußen vor der Absperrung hielt.
Aus diesem Wagen stieg kein Anderer als der Pächter persönlich.
Als Klaus ihn sah, wollte er sich sofort auf ihn stürzen, aber Pastor Löh hielt ihn zurück. „Mach dich nicht unglücklich, es soll doch noch keiner wissen was wir herausbekommen haben.
Das wäre zu gefährlich für uns.“ Klaus sah das dann auch ein, aber sein Blick war voller Haß, und verfolgte den Pächter.
„Irgend etwas müssen wir doch machen können.“
Pastor Löh schüttelte verzweifelt den Kopf. „Ich weiß nicht, was wir tun sollen, beziehungsweise was wir tun können.

__________________
Jojo Brown

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Phantom
Guest
Registriert: Not Yet

Hier meine Kritik, Verbesserungsvorschläge etc.:

"Wo man auch immer hinsieht, überall stehen die Gartentore und Haustüren auf, so als wenn die Bewohner nur mal eben zum Nachbarn sind, und jeden Moment wiederkommen."
Ich finde dieser Vergleich hinkt ein bisschen, die Menschen kommen garantiert nicht in Hauser mit zerbrochenen zerstörten Fenstern zurück... lass die Fenster weg...

"Nun ist er mit dem letzten Bewohner in die Zivilisation zurückgekehrt, allerdings in eine andere Stadt. "
Das klingt nicht gut, ist Stadt keine Zivilisation?

"Heute schreiben die Zeitungen, daß Pastor Löh, dadurch daß er zu diesem Zeitpunkt die gesamte Tragweite noch nicht überschauen konnte, absolut richtig reagiert hat, und seine wenigen Beobachtungen und Bedenken, erst einmal für sich behalten hatte." Welche Zeitungen?? Die örtliche Zeitung gibt es doch gar nicht mehr, wenn alle Menschen verschwunden sind...

"An diesem Tag rückte ein Bautrupp mit vielen Fahrzeugen und Maschinen an. Der Bürgermeister rieb sich schon die Hände, weil es so schnell ging mit dem Anfang,..." der letzte eingeschobene Nebensatz klingt ein bisschen komisch, am besten du veränderst ihn, oder setzt ein Komma zwischen ging und mit...

"An anderer Stelle rieb sich noch jemand die Hände, nämlich der, der den Bürgermeister und den Stadtrad dieser Kleinstadt überredet hat..." da bist du im falschen Tempus gelandet, es heißt "überredet hatte"... irgendwie bist du ab da im falschen Tempus, das stört mich irgendwie...

"Sie würden durch einen Aushang am Rathaus benachrichtigt.
Die jungen Männer diskutierten eifrig darüber als sie das Gelände verließen. Keiner der Arbeiter hatte eine Vermutung, was das für ein Material sein sollte, daß so dringend benötigt wurde." Ab da bist du wieder im richtigen Tempus...

"Die Meisten der jungen Männer gingen noch in eine Gaststädte, ..." Gaststätte wird mit "tt" geschrieben, nicht mit "dt"...

"Aber dieser Kaplan ist nach seiner Mission in Uruguay aus dem Kirchendienst ausgetreten. Nun war Pastor Löh also auf sich allein gestellt. " Wieder falscher Tempus!

"Es verging etwa einen Monat, wo er sich nur eine Erkältung zuzog, aber nichts verdächtiges beobachtete." "wo er sich" klingt schrecklich, nimm "in dem"....

"Er konnte nicht erkennen was das für Teile waren, da sie mit Plane eingepackt waren, um vielleicht vor dem Regen geschützt zu werden." Es muß Planen heißen, die Dinger waren doch sicher nicht nur mit einer verhüllt...

"Nachdem er mit dem Feuerwehrmann gesprochen hatte, und ihm gesagt hatte, daß er der Pfarrer dieser Gemeinde ist, durfte er zu den Verletzten." "ist", wieder ein Tempusfehler, es muß heißen war....

"Sie studierten also stundenlang die Karten, als sie dachten, daß sie nur ihre Zeit vergeuden, ..." Tempusfehler, "vergeudeten" muß es heißen...

Hm, der Anfang macht neugierig, doch schade, das du den Leser jetzt so im Unklaren lässt... wieso ist die Stadt verlassen? Hat alle der Stollen verschluckt ???

Zu deiner Story kann ich nur sagen, dass der Spannungsbogen eigentlich bis zu einem bestimmten Punkt recht konstant bleibt, doch bei dem Dialog zwischen Pfarrer Löh und Klaus hätt' ich dann am liebsten aufgehört... da war die Spannung dann entgültig raus...
Weiterhin machen mir deine Tempusfehler zu schaffen, sowie ab und an dein "träger" Stil, der wär noch bearbeitungsbedürftig. Deine Figuren, Klaus u. Pfarrer Löh wirken so plastisch... beschreibe mehr die Menschen, wie sehen sie aus ??? Ich kann mich kaum daran erinnern, dass du das Aussehen deiner Figuren je richtig beschrieben hast... außerdem, warum steht deine Story im Krimi-Forum??? Ich find' sie ist nicht ganz der "typische" Krimi... oder kommt da noch was???

Gruß Phantom












Bearbeiten/Löschen    


JojoBrown
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2002

Werke: 3
Kommentare: 4
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Silbermond

Vielen Dank für deine Einschätzung, und deine Veränderungsvorschläge. Es tut mir Leid, dass ich deine Nachricht erst jetzt gelesen habe, aber meine Gesundheit hat es mir vorher nicht erlaubt. Sorry. Also mal vorweg gesagt: Krimis sind nicht mein Metier. Darum wollte ich auch nie soetwas schreiben. Aber ich nehme an, du weisst genau, wie es ist, wenn man einen Gedanken im Kopf hat, und den unbedingt zu Papier bringen möchte. Ich weiss, es war übereilt, ihn so schnell hier herein zu stellen. Aber ich gelobe Besserung. Nun zu deinen Verbesserungsvorschlägen: Alle haben natürlich Hand und Fuss, wie man so schön sagt.
Ich wünschte du hättest meine anderen Sachen hier auch gelesen und beurteilt. Mit deinen Äusserungen kann ich wenigstens etwas anfangen. Ich werde mir alles aufschreiben,
und dann abarbeiten. Nochmal, mein herzliches dankeschön an dich. Jetzt möchte ich dir noch meine anderen Versuche ans Herz legen. Da ist mein erstes Buch: Mirco und seine Erlebnisse. Kinder/Jugendbuch. Das zweite: Einmal ist genug.
Meine Lebens/Leidensgeschichte. Das dritte, über das, über das wir hier reden.

Ich hoffe, bald mal wieder von dir zu hören.

Jojo030156







__________________
Jojo Brown

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Krimis und Thriller Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!