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Leselupe.de > Ungereimtes
Simurgh
Eingestellt am 12. 10. 2009 14:50


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Meral Vurgun
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Simurgh



König der Vögel
gib mir ein Schluck Himmel
es ist √ľberall dunkel
meine Augen schliessen sich
es gibt kein Diener des Gottes in den Strassen
mein Herz ist ganz leer
kein Regentropfen in meiner Hand
weder warme Sonne auf meinem Kopf
alle Vögel sind geflogen
die Wolken gingen weg
die Erde und der Himmel sind vollkommen leer

Simurgh
fliege nicht zu hoch
tauche nicht in den Träumen
ich schreibe dir Gedichte
mit meinem krummen Bleistift
auf weisses Blatt
die Entfernung ist gross
verletzend
den Kopfsch√ľssel
Tote gehen durch die Mitte meiner Stirn
dieses Herz hier
in meinem Brustgefäss
ist nicht aus Hand voller Kieselsteine
doch mein Gesicht
ähnelt sich zur Zeit nur mir
ich werde bis zur Dämmerung
bis die sonne in deine Augen strahlt
dir und dem Mond anschauen
und werde dein Gesicht in meinem Versteck bewahren

die Reiter des Abends stiessen der Dunkelheit
z√ľnd eine Kerze an, w√§rme mein Herz
inhaftiere die Nacht nicht ins Trauer
komm, heb meine Hand
bringe mich in meine Kindheit
in meiner Erinnerung liegt eine grosse Stadt
auf keinem Meer passen die Möwen so schön

Istanbul
halte deine Arme nicht leer
trag √ľber deinen Kopf liebevolle Wolken
wenn der Abstand Traurigkeit heisst
dann mein Name ist der Herbst
in meinem Sinn blieb nur die Liebe

ich weiss
der Tod kommt mit dem Schnee
rieche die Blumen Simurgh
dieses Gr√ľn bleibt nicht bis zum Fr√ľhling
dieses Gelb, dieses Rot
und diese Orange Stille

ich habe Mai gesehen
tote Mohnblumen
böse Männer
die aus Märchenseiten raus kamen
Mörder, mit blutigen Händen
den Kampf, den ich wie verr√ľckt mochte
jetzt kennt mein Herz kein Schmerzen mehr

ich schmelze Steine im Herzen
wie weisse Getreide
ich bin wie ein Ast mit voller Oliven
die Welt ist Frieden und Liebeshungrig
die bunte Menschengesichter
und die Kinder
mit Rosa farbigen Händen
alle Kinder der Welt
singen sie ein Lied Simurgh?
es sausen mir die Ohren...






Simurgh, Märchenvogel
ein Fabelwesen in der persischen Mythologie



__________________
Wir m√ľssen lieben, bevor es zu sp√§t ist.

Version vom 12. 10. 2009 14:50
Version vom 14. 10. 2009 00:53
Version vom 14. 10. 2009 03:30

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Vera-Lena
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Liebe Meral,

den Vogel Simurgh kenne ich. Er ist ein B√∂sewicht und versucht, die Liebenden zu trennen. Aber es gelingt ihm nie. Ich kenne ein wundersch√∂nes M√§rchen mit ihm. Der K√∂nig der Tiere sagt:"Was Gott zusammengef√ľgt hat, kann der Mensch nicht trennen." Der b√∂se Vogel Simurgh raubt aber das M√§dchen und bringt es zu einem hohen Baum, wo es in einem Nest sitzen muss. Ihr Herzensfreund findet sie dann aber auf sehr abenteuerliche und √ľberrachende Weise wieder. Ja, wahrhaft Liebende kann man wirklich nicht trennen.

Nun wei√ü ich nat√ľrlich nicht, ob Du dasselbe M√§rchen meinst.

Dein Gedicht k√∂nnte wieder √ľberarbeitet werden, um ein noch klareres Deutsch zu bekommen. Aber ich bringe das immer nicht √ľber das Herz, weil die Fehler mir immer einen Aufschluss √ľber Deine Heimatsprache geben und das finde ich sehr interessant.

Ich lese es mir noch ein paar Mal durch, um auch √ľber den Inhalt etwas sagen zu k√∂nnen.

Also bis dann....

Liebe Gr√ľ√üe
Vera-Lena


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Vera-Lena
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In Deinem Text, liebe Meral,

scheint es aber so zu sein, als w√§re Simurgh der Besch√ľtzer der Liebenden. Vielleicht habe ich in dem M√§rchen, das ich kenne, das ich aber nicht schriftlich besitze, jemand hat es mir einmal erz√§hlt, etwas verwechselt.

Dein Text spricht von einer gro√üen Sehnsucht, von Schmerzen, die in der Vergangenheit zugef√ľgt wurden, von dem Wunsch, aus diesen Schmerzen erl√∂st zu werden, von Schmerzen, die so leidvoll waren, dass das Herz versteinern musste.

Aber in der Gegenwart ruft das Lyrische Ich den Vogel Simurgh zu Hilfe und es versucht, die Steine zu zermahlen, damit das Herz wieder Liebe empfinden kann so wie es in der Kindheit war in Istanbul und wie es f√ľr alle Kinder sein sollte auf der ganzen Welt, dass sie voller Freude und Liebe sind.

Du weißt ja, ich liebe die Art und Weise, wie Du etwas erzählst.

"Es gibt kein Diener des Gottes in den Strassen."

Ich bin befreundet mit einigen sehr frommen T√ľrken hier in meiner Stadt und ich wei√ü, dass auch sie so sprechen w√ľrden.

Aber wenn ein Deutscher schreiben w√ľrde: "Die Stra√üen sind leer gefegt, hier wandelt kein Diener Gottes." dann w√ľrde man denken, er spinnt und ist nicht ganz richtig im Kopf.

Bei Dir ist es ganz anders. Jedes Wort kommt blutwarm aus Deinem Herzen. Und alle Vergleiche, welche Du benutzt wirken glaubhaft.

An diesem Text freut mich besonders, dass Du ihn so hoffnungsvoll enden lässt. Eine Vision beschwörst Du herauf von Kindern, die in der Liebe sind und vielleicht auch weltweit als Erwachsene Liebende bleiben werden? So deute ich Deine letzte Frage an den Vogel Simurgh.

Liebe Gr√ľ√üe
Vera-Lena


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Meral Vurgun
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Liebe Vera_Lena,
nein Simurgh ist nicht nur bösewicht.

"Der Simurgh (auch Simurg in Persisch oder Senmurv in Pahlavi) (wörtlich Si=30 und murgh="Huhn") ist ein Fabelwesen der persischen Mythologie. Simurgh bedeutet auch König der Vögel. Er wird als großer weiblicher Falke dargestellt oder als eine Mischung aus Greifvogel, Hund oder Löwe und gilt auch als Schutzvogel." Wikipedia.

danke dir. du hast mein Gedicht sehr gut analysierst.

ja es besteht, aus Sehnsucht, aus Liebe, aus Hofnung, aus Einsamkeit. aber wie du sagtest, alles kommt aus dem Herzen.

ich danke dir herzlich f√ľr das Lesen und deinen langen Komentar.

Liebe Gr√ľsse.
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Heidrun D.
Guest
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Liebe Meral,
liebe Vera-Lena,

gern möchte ich noch zwei andere Aspekte des Mythos beisteuern, der mir während meines Ethnologie-Studiums in die Hände & das Herz fiel.

Im arabischen Kulturkreis sind 51 Definitionen der Liebe bekannt, aus denen Fatema Mernissi den Begriff "Hanan" speziell f√ľr Frauen ausw√§hlte. Hieraus entwickelten sich mit der Zeit der sog. Hanan-Dialog und die Hanan Bridge, die islamische Frauenkultur und unsere zu einen suchte.

Diese Hanan-Frauenkultur wählte den Simurgh als Symbol.

Der Perser Fariduddin beschreibt ihn im 12. Jahrhundert in seiner durch den Sufismus inspirierten Dichtung (Konzert der Vögel) als ein äußerst faszinierendes Tier:

Einst versammelten sich tausende Vögel, die von der Pracht & Herrlichkeit des Simurgh gehört hatten. Viele Tage und Nächte waren sie unterwegs, um zu ihm zu gelangen. Die meisten starben während dieser Reise, die sie jedoch zuvor einen Grad spiritueller Vollkommenheit erlangen ließ, der sonst nicht möglich gewesen wäre.

Nur 36 √ľberlebten und bekamen den Simurgh zu Gesicht (si=36; murgh=Vogel). Er l√ľftete sein Geheimnis: In Wirklichkeit sei er nur ein Spiegelbild ihrer selbst. Jeder, der nach Vollkommenheit strebe, k√∂nne seinen / ihren Glanz bewundern, der jeweils nur die Sch√∂nheit und Klugheit des anderen widerspiegele.


Hoffentlich habe ich euch nun nicht gelangweilt ... , aber ich finde diesen Mythos ungemein interessant.

Zum Gedicht selber hat Verena-Lena soviel Gutes gesagt, dem ich mich gern anschließen möchte.

Liebe Gr√ľ√üe
Heidrun

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Meral Vurgun
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Liebe Hiedrun,
Liebe Vera-Lena,

herzlicen Dank f√ľr eure Komentare.
Liebe Heidrun dir auch vielen Dank f√ľr deine Information.

ja. der √§hnliche M√§rchenv√∂gel gibt fast in alle Kulturen. zum Beispiel, der Simurg heisst bei uns Z√ľmr√ľd√ľ Anka, aber es gibt bei uns noch ein √§hnlicher Legendenvogel und der heisst huma kuşu (alte name ist Umay) Du kannst den "huma kuşu* in tausend Liedenrn h√∂ren. in tausend Gedichten lesen. aber diese V√∂gel, diese Legende waren vor Islam da. Die T√ľrken waren ja Schamanisten, bevor sie ins Islam treten.
der huma kuşu soll sehr hoch fliegen, sehr sch√∂n singen, sehr sch√∂ne Feder haben. Aber nimand hat ihn gesehen. man sagt, wenn man hat grosse Gl√ľck wenn man ihn h√∂rt oder seht, oder wenn man sein Schatten auf den Kopf hat. Bei uns gibt es noch ein Legendenvogel, der heisst Tuğrul kuşu. der √§hnliche gib es in auch in Ungarn.
sihe,
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Aber ich liebe die Mytologie und die Volkslegenden in Alle Kulturen.


Liebe Gr√ľsse euch.

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