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Leselupe.de > Kurzprosa
Sind Sterne geil?
Eingestellt am 26. 01. 2009 12:45


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Perry
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Registriert: Aug 2004

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Sind Sterne geil?


Billardspielen in der Hose kostet nichts
und ist auĂźerdem nicht so ansteckend
wie Rummachen auf dem Bahnhofsklo.

Die Tussi am Nachbartisch blickt herĂĽber.
Sie scheint heiß zu sein, leckt sich ständig
mit der Zunge ĂĽber die geglossten Lippen.

Meint sie mich oder den Typ hinter mir?
Der hat eine Tätowierung auf dem Oberarm:
Eine Schlange, die sich in den Schwanz beiĂźt.

Er ist schneller als ich und spricht sie an:
„Gehen wir eine Runde Sterne gucken?“
Sie scheint astronomisch interessiert zu sein.

Dann spiel ich eben noch ’ne Partie.



Version vom 26. 01. 2009 12:45
Version vom 26. 01. 2009 18:02

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lapismont
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Hallo Perry,

Dein Text hat vielleicht mehrere wunde Stellen.
Zunächst hält sich jegliche Lyrik so stark zurück, dass die Versform ungerechtfertigt erscheint. Es ist Prosa. Eine kurze Szene, sachlich beschrieben.

Der zweite klaffende Kummerkasten ist die Banalisierung, die nur Klischees bedient. Tussi, Tatoo-Hero, Looser.
Dass hier Frauen wenig Freude am Lesen finden, ist nicht verwunderlich.

Dann ist der Text auf eine Pointe ausgerichtet. Also eigentlich ein Witz.
Und so ein humoristisches Textlein ĂĽberzeugt sowieso niemals jeden und gerade an der Pointe finde ich, kann noch gefeilt werden.
Das astronomische Interesse von Tatoo-Man dĂĽrfte gering sein und somit die Anmache plump, Tussi strohdoof und Looser hat von diesen Erkenntnissen auch nichts. Aber da Looser das eh gar nicht mitbekommt, ist es egal.-
Nicht lustig.

Somit tendiert der Text eher zur Melancholie. Die Szene ist trüb. Looser weiß, dass da eine Frau ist, die nicht allein sein will, doch er traut sich nicht, darum gewinnt der, der immer gewinnt und Looser tröstet sich selbst und mit Zynismus.

Das ist an sich hochdramatisch, geiler Stuff, aber, noch nicht gut genug umgesetzt.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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jon
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Als Mini-Szene find ich's nicht schlecht (auch wenn es besser sein könnte) – aber es hat wirklich gar nichts, was die Versform rechtfertigen könnte, weder Reime, noch irgendwas wie Metrik, noch lyrische Sprache. Deshalb ist der Text in der Klinik ganz richtig: Man müsste als allererstes seine (Zeilenum)Brüche heilen …
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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jon
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Tu ich doch gar nicht, denn: Das hier ist nur zerhackte Prosa – kein "Prosa-Gedicht", kein "freies Gedicht" und auch kein "freies Prosa-Gedicht" (weil für "Gedicht" so ziemlich alles fehlt. Natürlich kann der Autor das behaupten, aber das macht es nicht wahrer, als wenn ein Bäcker sein Brot als Steak deklariert.). Es gibt nur eine einzige Stelle, an der der Zeilenumbruch eine zusätzliche Dimension (falls man das überhaupt so hochtrabend sagen kann) in den Text bringt – das ist zu wenig als Rechtfertigung.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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OhrenschĂĽtzer
???
Registriert: Oct 2002

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Hallo!

Ich schau immer wieder gern in die sogenannte "Textklinik" weil sich hier immer wieder sehr gute Texte finden, fĂĽr die man keine Schublade findet. (Warum auch immer man eine braucht - Ungereimtes oder Experimentelles eignet sich meiner Meinung nach beides).

Grammatikalisch hab ich keine Fehler gefunden, es ist stilistisch durchgängig, transportiert eine kühle, von sich selbst abgewandte (!) Stimmung, auch wenn es stark narrativen Charakter hat. Gefällt mir, braucht den Vergleich mit kategorisierbaren, "eindeutigen" Texten nicht zu scheuen.

Schöne Grüße,
__________________
Der OhrenschĂĽtzer

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

da hat @perry recht - in die werkstatt gehört der text wriklich nicht. ich vesrteh den eifer der kritiker nicht so recht, ebensowenig @perrys uncoole reaktion darauf.

den ersten vers nenn ich mal "obergeil": da sitzt alles. wer den für eine pennälergeburt hält, hat keinen peil von literatur.

dass im zweiten eine nutte als tussi bezeichnet wird, läßt ihn in der tat ein wenig schwächeln - da wär der klarere ausdruck der bessere gewesen (wo doch das bahnhofsklosett gleich in der nähe ist).

im dritten die anspielung entweder auf herrn mannichl (da war dieses tattoo hinterm ohr) oder auf einen schwanz, den's gar nicht gibt (wo finge der bei einer schlange denn an?): cool!

da plötzlich ein "gehn wir eine runde sterne gucken?" nicht "kennen wir uns?" oder "wie wär's denn mit uns beiden?" oder "lust auf ein nimmerchen?" - nein, sondern "gehn wir eine runde sterne gucken?" ein typ fragt aus dem nichts: "gehn wir eine runde sterne gucken?" das ist nicht banal. das ist was beonderes.

ich halte das kleine ding auch nicht für ein gedicht, aber für lyrische prosa, die berührt. sie berührt deshalb, weil sie eine jener selten gelingenden hervorbringungen ist, die ich "trauriger witz" nenne: er geht hier nicht auf kosten dritter, sondern fällt parabolisch auf das lyrische ich zurück.

wenn ich könnte, @perry, würde ich dir neun punkte dafür geben - zehn deshalb nicht, weil du mit den kritikern nicht cool genug umgehst.

liebe grĂĽĂźe aus mĂĽnchen

bluefin







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