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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Nette Nachbarn
Eingestellt am 11. 04. 2012 08:13


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Carina M.
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Walk√ľra

Meine Nachbarin, ich habe sie Walk√ľra getauft, wenn man sie sieht, wei√ü man auch, warum ich das tat.
Sie ist so ungefähr 170 bis 175 groß, keine so große Erscheinung aber ihre Figur ist gewaltig. Ihr Alter weiß ich nicht, schätze sie aber so um die 65 oder etwas mehr, denn sie ist schon Rentnerin.
An warmen Tagen im Sommer tr√§gt sie ein weites, blaues oder rotes T-Shirt √ľber einer kurzen, weiten Hose, Beige oder manchmal auch gemustert, dazu noch gro√üe, gr√ľne Gummistiefel.
An k√ľhleren Tagen, eine lange Hose, die gut eine M√§nnerhose sein k√∂nnte.
Ich sehe sie, wie sie mit ihrer Schubkarre durch den Garten schiebt, damit √ľber schmale Plattenwege balanciert und ihr der m√§chtiger Hintern hin und her schaukelt.
Nein, zierlich ist sie wahrhaftig nicht, auch hat sie eher etwa m√§nnliche Z√ľge, die das Gesicht ein bisschen hart erscheinen lassen. Das Haar ist blondgelb gef√§rbt, in dem aber an einigen Stellen schon wieder etwas Grau sichtbar wird, sehr kurz geschnitten. Ihr Gesicht sieht manchmal etwas verkniffen aus und in ihren unruhigen Augen liegt meist etwas Lauerndes.

Sie macht sich m√§chtig zu schaffen in ihrem Garten, rupft hier was raus, pflanzt dort wieder etwas ein, legt neue Wege mit Kieselsteinen an. Manchmal, wenn sie sich lange b√ľckt um in der Erde zu w√ľhlen, sieht man sie nicht hinter der Mauer des Gartens. Aber dann, wie von Zauberhand, taucht sie urpl√∂tzlich, wie von einer mechanischen Feder geschnellt, hinter der Mauer auf, die den Garten von der Stra√üe trennt um zu sehen, ob nicht doch ein Opfer sich f√§nde, f√ľr ein kleines Schw√§tzchen. Wenn es ja nur kurz w√§re.

Nein, Stunden lang stellt sie dir Fragen, saugt dir damit dein Hirn aus, als wenn es nichts anderes mehr gäbe auf der Welt was noch von Wichtigkeit sein könnte.
Ich dachte auch schon daran, einen anderen Weg zu nehmen, doch ich muss trotzdem immer an ihr vorbei, nichts zu machen.
Erleichtert schl√ľpfe ich in die Toreinfahrt und seufze, wenn sie mich einmal nicht erwischt hat.

Bald ist Winter, dann liegt der Garten still, ich bezweifle allerdings, dass ihr Mundwerk dann auch ruht.

Bestimmt steht die dann irgendwann vor meiner T√ľr um nur mal eben etwas zu fragen.

Auszug

Nun ist sie weg, die Walk√ľra, meine Nachbarin.
Ein paar Tage vor Weihnachten stand ein M√∂belwagen vor der T√ľr.
Sie hat die Wohnung, in dem Haus, in dem sie mit Tochter, Schwiegersohn und Enkel bewohnte, verlassen. Tochter nebst Ehemann und Enkel sind derweil weggefahren und kamen erst wieder als der M√∂belwagen mit Walk√ľra weggefahren war. Nachbarn haben ihr geholfen alles aus dem ersten Stock herunter zu tragen.
Sie selber war noch etwas gehbehindert, weil sie eine Operation hinter sich hatte.
Obwohl ich eigentlich so gut wie keinen Kontakt zu ihr hatte, außer ein paar freundlichen Worten zum Gruß, tat es mir in der Seele weh.
Wie w√ľrde ich mich f√ľhlen, wenn mir so etwas geschehen w√ľrde?


Singel Frauen

Ich habe jetzt drei neue Nachbarinnen, alle allein stehend.
Eine davon, ist gegen√ľber von mir eingezogen, wo Walk√ľra gewohnt hatte.
Nebenan sind gleich zwei neue Mieterinnen.
Die Wohnungen waren leer, weil die Dame des Hauses gestorben ist.
Ich frage mich, wieso sind sie alle unbemannt?
Schlaue Frauen, denke ich.
Welche Frau will sich schon von einem m√§nnlichen Wesen herumscheuchen lassen, die meinen, sie allein w√ľssten wo es langgeht.
Wieder einmal denke ich, was f√ľr ein Gl√ľck es ist, nicht mehr im Mittelalter leben zu m√ľssen, wo die Frau keinerlei Rechte besa√ü und das tun musste, was der Herr Gemahl verlangte.
Das ist mir so deutlich vor Augen gekommen, weil ich momentan historische Romane lese. England 15. Jahrhundert.
Bei heutigen Männern gibt es so gut wie gar keine ritterlichen Manieren mehr.
Das Machogehabe ist allerdings geblieben.

Sie f√ľrchten sich.
Die Frauen von heute sind ihnen zu stark geworden.
Da f√§llt ihnen dann nichts Besseres ein, als sich mal so richtig mies dar√ľber auszulassen und eine Satire zu schreiben.
Wie hilflos ist das denn?
Welch ein Gl√ľck, dass wir Frauen doch eine gewaltige Portion Humor aufweisen k√∂nnen.



Der Frosch auf der Fensterbank

Etwas merkw√ľrdig scheinen sie ja zu sein, die Mieterinnen von gegen√ľber. In der Tat sind es zwei, wie sich jetzt herausstellte.
Vielleicht ist das Alleinleben doch nicht so ganz ihr Geschmack.
√úberhaupt m√∂gen sie wohl noch nicht ganz fertig zu sein, mit ihrem Einzug. Es stehen leere Flaschen auf den Fensterb√§nken. Wenn ich hier aus meinem Zimmer, wo der PC steht, hinausschaue, bleibt mir der Blick hin√ľber nicht erspart.
Möglicherweise werden sie noch Blumen hineinstecken, so als Deko.
Das bringt mich auf die Idee, meinen großen Frosch aus Pappmaschee ins Fenster zu stellen.
Ist vielleicht auch lustiger, als leere Flaschen.

Aber bitte, jeder wie er mag. Man darf ja wählen. Zumindest das ist uns seit Jahren gestattet. Immerhin.
Obwohl wir den Männern noch immer hinterherhinken, was die Bezahlung am Arbeitsplatz betrifft.
Aber ich bin sicher, auch das wird sich eines Tages noch ändern.

Meine Gedanken bringen mich zu der Frage: warum gehen Männer so unsensibel und grob mit ihrer Rippe um, die ihnen doch so am Herzen liegen sollte.


Meine Nachbarin, die Taube.

Zunächst ist sie mir aufgefallen, wie sie mit Zweigen im Schnabel, in das Geißblattgewächs, gleich an der Hauswand, neben meinem Balkon geflogen ist.
Aha, dachte ich, da bauen sie sich ein Nest.
Ein paar Tage später, sah ich dann eine Taube darin sitzen.
Als sie einmal ausgeflogen war, konnte ich zwei Eier darin entdecken.
Daraufhin habe ich sie jeden Tag dreimal besucht um nach ihr zu schauen.
Vorsichtig nat√ľrlich und mit: Hallo Taube habe ich sie begr√ľ√üt.Ich fand es schon aufregend, das so hautnah miterleben zu k√∂nnen, so aus n√§chster N√§he.

Aber dann, ich weiß nicht, was geschehen ist. Eines Tages war das Nest leer.
Nur zwei weiße Flaumfedern lagen noch im Nest.
Keine Eierschalen, auch keine geschl√ľpften Taubenk√ľcken.
Einmal ganz fr√ľh am Morgen habe ich heftiges Fl√ľgelschlagen geh√∂rt. Ob da ein Rabenvogel das Nest ausger√§ubert hat?
Ich bin schon sehr betr√ľbt dar√ľber, hatte ich mich doch schon gefreut mal etwas Besonderes mit meinen tierischen Nachbarn erleben zu k√∂nnen.

Normalerweise finde es nicht gerade sch√∂n, wenn Tauben ihren Dreck auf meinem Balkon ablassen. Doch werdende M√ľtter brauchen besonderen Schutz.
Eltern m√ľssen ihre Kinder besch√ľtzen. Doch manchmal denke ich, Kinder m√ľssen auch vor ihren Eltern besch√ľtzt werden.


Ich habe eine Meise.

Nein, das stimmt nicht so ganz, ich habe eine Menge Meisen.
Jeden Tag kann ich sie an meinem Vogelhäuschen beobachten, wenn sie sich auf die Kante des Häuschens setzen und die Sonnenblumenkerne mit ihren kleinen Krallen festhalten, um sie von der Schale zu befreien.
Blaumeisen, Kohlmeisen und Schwarzkopfmeisen.
Da muss ich leider die Tauben vertreiben, denn die wollen ihr Futter.

Das Kleine muss besch√ľtzt werden, egal ob Natur oder Mensch.
Aber die Natur braucht den Menschen nicht, aber der Mensch die Natur.

Sp√§testens dann wenn das Wasser versiegt und Regenw√§lder Vergangenheit sind, wird das auch dem Letzten klar werden m√ľssen.
H√§tte ich den Blauen Planeten erschaffen, w√§re ich auch ziemlich sauer √ľber die Menschen, die alles f√ľr selbstverst√§ndlich halten, als w√§re es ihr Eigentum.

Wie schön und wunderbar kann ein Blick in den Himmel sein.

Meine Nachbarn die Bäume

Ich stelle mir vor, ein Baum zu sein.
Fest verankert in der Erde mit tiefen Wurzeln. Als Nachbarn Eichen, Buchen, Kastanien, Tannen und Fichten.
Eichhörnchen und die ganze Vogelschar.
Meisen, Raben, Tauben, Eichelhäher und Amseln kommen jeden Tag zu Besuch.
Ein Apfelbaum vielleicht, wie es sie in Avalon gab.
Vielleicht käme auch einmal die Herrin vom See vorbei und ich könnte ein wenig mit ihr plaudern?
Oder möglicherweise Merlin, der Zauberer mit der Harfe.
Ein Baum, der Schutz bietet mit seinem reichen Bl√§tterdach. Der Bl√ľten und Fr√ľchte tr√§gt, je nach Jahreszeit.

Doch irgendwann ist bestimmt jemand da, dem ich im Wege stehe, kurzen Prozess mit mir macht und mich umhaut


Version vom 11. 04. 2012 08:13
Version vom 17. 04. 2012 09:32
Version vom 17. 04. 2012 10:02
Version vom 27. 04. 2012 07:54
Version vom 28. 04. 2012 11:03
Version vom 28. 04. 2012 11:20
Version vom 28. 04. 2012 17:02
Version vom 10. 05. 2012 09:36

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nachtvogel
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Männer

Liebe Carina, ich möchte mich doch noch einmal zu Wort melden. Wieso ist eine Frau schlau, wenn sie unbemannt bleibt? Wieso haben heutige Männer keine guten Manieren mehr? Wieso sind die Männer nur Machos, die die Frauen schlecht behandeln?

Bleiben die M√§nner nicht berechtigt auf Abstand, wenn jemand so √ľber sie denkt? Wie war das noch mit dem Wald, in den man hineinruft?

Und außerdem, gab es da nicht noch etwas sehr schönes mit den Männern?
Und das Beste, die Kinder sind auch nur durch "Kooperation" mit der M√§nnerwelt zu haben. Also: Carpe diem oder auf Deutsche: Pfl√ľcke den Mann:-)





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Carina M.
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Noch mehr schmunzel.
Liebes Nachtvögelchen, gemeint war MEIN Text, der eine gewisse Ironie beinhalten soll.
Kam wohl nicht so richtig an.

quote:
Einen der vielen Gr√ľnde, warum eine Frau alleine lebt /leben muss, sehe ich - und hier wiederhole ich mich - in einer unfreundlichen Haltung gegen√ľber der M√§nnerwelt.

Wieso muss?
Es geht hier um Single Frauen und nicht um Beziehungen zwischen Mann und Frau. Oder meinetwegen auch Mann und Mann, Frau und Frau.

quote:
In Deinen Texten beispielsweise bringst Du nicht ein Argument, warum es schön sein kann, mit einem Mann zusammen zu sein.

Daf√ľr sind meine Liebesgedichte da.


quote:
Die Natur jedenfalls hat anderes mit uns geplant. Und jetzt verrate ich etwas: Ich finde Männer wie Frauen toll.
Ich bin ersch√ľttert, du findest Frauen UND M√§nner toll?

Jetzt verrate ich dir mal was, ohne zu viel aus dem Nähkästchen zu plaudern. Nur So viel:
Ich bin Mutter von zwei S√∂hnen und Gro√ümutter von zwei Enkel. Es ist also nicht so, als w√ľrde ich wie ein Blinder von Farben schreiben.

PS ich liebe Männer, Frauen weniger.

Ich w√ľnsche dir eine gl√ľckliche Zeit,
Carina
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Lieber Vogel der Nacht,

falls du erwartest, etwas in der Art wie *Sex and the City* hier zu lesen, muss ich dich wohl enttäuschen.
Ich kenne das Liebesleben meiner Nachbarinnen nicht und ehrlich gesagt interssiert es mich auch nicht sonderlich.

Es sei denn, eine davon w√§re so eine Art *Walk√ľra*

Ich w√ľnsche dir einen fr√∂hlichen Tag,
Carina
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Anmerkung!

ich m√∂chte hiermit deutlich machen. dass dieser Text rein gar nichts mit meiner pers√∂nlichen, wie vermutet negativen, Einstellung M√§nnern gegen√ľber zu tun hat.
Nur auf Grund dieser Zeilen einen Vergleich ziehen zu wollen, ist völlig absurd wie falsch.


Einen fröhlichen Tag euch allen und den Herren der Schöpfung

K√ľsschen, K√ľsschen




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Carina M.
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Ich habe eine Meise.

Nein das stimmt nicht so ganz, ich habe eine Menge Meisen.
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Das Kleine muss besch√ľtzt werden, egal ob Natur oder Mensch.
Aber die Natur braucht den Menschen nicht, aber der Mensch die Natur.

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H√§tte ich den Blauen Planeten erschaffen, w√§re ich auch ziemlich sauer √ľber die Menschen, die alles f√ľr selbstverst√§ndlich halten, als w√§re es ihr Eigentum.

Wie schön und wunderbar kann ein Blick in den Himmel sein.

© Carina M.
08.05.2012

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Carina M.
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Himmel

Gekreutzte Fl√ľge
weiße Linien
der Himmel Seidenblau

Eine Wolke schwebt vor√ľber
Ein Kranich hebt ab

© Carina M
08.05.20212

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