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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Sinn?
Eingestellt am 09. 07. 2008 22:16


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are-T
Hobbydichter
Registriert: Jul 2008

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Sinn?

Ich bin ein Kind meiner Zeit. Kind doch als wohlhabend zu charakterisierender Eltern. Hinein geboren in eine Zeit ohne Grenzen. Ohne Anhaltspunkte, aber unzähligen Möglichkeiten. Jeden Tag neu. Stetig im Wandel begriffen. Schnelllebig – kurzatmig. Mauern zum Anlehnen werden jeden Tag aufs Neue nieder gebrochen und an anderer Stelle wieder hochgezogen in einen für die Zukunft immer blauen Himmel, an dem die Wolken dezent übergangen werden.
Ich suche Orientierung, suche Sinn, suche mich. Warum bin ich? Warum bin ich so, wie ich bin? Wieso bin ich nicht anders? Und wozu eigentlich?
Biologisch korrekt kommt mir spontan die Erhaltung der wölfischen Spezies Mensch in den Sinn.
Jedoch ist dies als Ursprung und Triebfeder jedweden menschlichen Handelns ungenügend, wenn nicht gar sinnlos. Denn uns alle auf mehr oder weniger individuelle Triebviecher zu reduzieren fällt mir doch sehr schwer.
Eventuell ist es ja die Liebe, das Dasein als Da-Sein für eine andere Person, die dieser evolutionären Komponente doch noch Legitimation verschafft. Aber kann Liebe auch als dauerhafter Antrieb unseres Triebes und Tuns gelten? Ist sie nicht vielmehr, wie ein sterbender Stern beschaffen? Vom kleinen Funken Hoffnung in der Unendlichkeit des Nichts unseres Lebens, nach dem wir sehnend streben, schwillt sie zur leuchtend hellen Supernova und verschwindet dann gänzlich, ein schwarzes Loch zurücklassend, uns herunter ziehend. Kann eine solche Kraft konstant den Menschen lenken? Ich vermag es nicht zu sagen.
Liebe und Hass liegen dicht beieinander. Vielleicht sind sie es also vereint, die uns prägen. Wo Liebe ist, bleibt keine Zeit zum Hassen, doch bleibt von der Liebe nichts, ist die Zeit des Hassens gekommen - nicht immer, aber immer öfter.
Stellen wir uns doch einfach das Kontraszenario vor: eine Welt auf Drogen - alle friedlich, freundlich miteinander im Einklang vereint und jegliche Emotion getötet. Ist es das, was wir wollen? Die ganze Menschheit lächelnd gleichgültig, ihre Gefühle unterdrückend?
Gleichgültig ist sie ja schon. Jeder auf sich fixiert. Nach persönlichem Glück suchend. Oder negativer ausgedrückt: egoistisch verschlossen.
In meiner Zeit ohne Werte und Wahrheiten wird meine Umwelt, die Gesellschaft, die mich umgibt und die auch mich, Hillary Clinton folgend, die sagt es bedarf eines Dorfes, um ein Kind zu erziehen, prägt, nur von einem nahe am Zereisen gespannten Korsett der Scheinetiquette und Mainstreamkurztrends, welches immer wieder geflickt wird mit neuen Einfältigkeiten, gestützt, um nicht zusammen zu klappen.
Dachte er an Deutschland in der Nacht, war Heyne um seinen Exilschlaf gebracht. Besehe ich mir dagegen unsere ganze westliche Welt, so sehe ich ein mehr und mehr ins Feudale ab driftende System, in dem Macht gleich Geld und Geld wiederum Macht bedeutet, sowie Wissen und dass dies ja seit jeher Macht bringt, also wiederum Geld, dĂĽrfte allgemein bekannt sein.
Hier gilt es also seinen Platz zu finden und zu sichern, will man morgen noch ein Heute haben. Ist es also das Streben nach einem Platz an der gesellschaftlichen Sonne, welches uns treibt?
Wäre aussteigen hier nicht eine ideale Lösung, um dem Druck zu entgehen und sich seinen eigenen privaten Raum zu schaffen? Hier möchte ich ein entschiedenes Jein anführen.
Wer sich aus unser vernichtenden und aufzehrenden Informationsgesellschaft zurückziehen will braucht hierfür sehr wahrscheinlich mehr Kraft, als von Nöten wäre, um in ihr zu bestehen. Außerdem ist es traurig und schmerzhaft mit sich alleine zu sein; man muss sich mit sich selbst auseinander setzen. Jedoch, ist dies notwendig, um zu dem zu werden, was man ist. Sprich um zu sich selbst zu finden; sich zu finden und sich damit, Glück findend, abzufinden
Womit wir wieder bei meiner ursprünglichen Fragestellung wären:
Die - immer wieder neu zu vollziehenden - Selbstfindung - denn nur der bleibt sich treu, der sich stetig verändert - als der eigentliche universell gültige Sinn des irdischen Seins. Denn er zieht alle anderen nach sich. Nur wer zu sich selbst gefunden hat, kann wirklich Lieben, sich in Liebe vermehren, kann trotz, oder gerade auf Grund von Gefühlen glücklich werden.
Somit ist der immer wieder vollzogene kurzzeitige Ausstieg aus der Gesellschaft, der sinnstiftende Einstieg in selbige und die Lösung für eine Zeit ohne Anhaltspunkte: Ich halte mich an mir, beziehungsweise mit mir selbst, meinen Wahrheiten und Werten, egal an welchem Punkt.

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