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Leselupe.de > Kurzprosa
Sinn des Lebens
Eingestellt am 03. 02. 2001 20:36


Autor
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Yossarian
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

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A:
Was ist der Sinn des Lebens ?

B:
Wie kann ich so was wissen...

A:
Wenn du deinen Sinn nicht kennst, kannst du dir ja genauso gut eine Kugel durch den Kopf jagen.

B:
Kennst du den Sinn des Lebens ?

A:
Nat├╝rlich nicht.

B:
Also warum tust du es nicht ?

A:
Mir eine Kugel durch den Kopf jagen ?
Weil ich keine Pistole habe...

B:
Dann spring vor einen Zug...

A:
Aber ich will mich gar nicht umbringen...

B:
Ich dachte das Leben w├Ąre sinnlos ?

A:
Wer sagt dass ?

B:
Na du, gerade eben...

A:
Das w├╝rde ich nie behaupten, weil das Leben auf jeden Fall einen Sinn hat.

B:
Wie kannst du in dieser Sache so sicher sein ?
Ich denke du kennst den Sinn gar nicht...

A:
Sieh mal. Alles was existiert, ganz gleich wie gro├č oder klein, es hat, muss einen Sinn haben, sonst w├╝rde es nicht existieren. Nehmen wir mal ein Glas als Beispiel. Ich wei├č, dass es der Sinn eines Glases ist Getr├Ąnke zu speichern. Wenn es nicht so w├Ąre, h├Ątte Niemand jemals ein Glas erfunden. Das Problem des Glases ist, es wei├č selbst nicht welchen Zweck es erf├╝llt und wird ihn auch nie erfahren, weil es nicht ├╝ber seinen Horizont hinausschauen kann. Wir stehen ├╝ber dem Horizont des Glases und wissen deshalb um seinen Nutzen.

B:
Wenn das so ist, habe ich keinen Grund mich umzubringen, weil mein Leben auf jeden Fall seinen Zweck erf├╝llt.

A:
Ist es aber nicht deprimierend ihn niemals zu erfahren ? Zu wissen, dass es unm├Âglich ist ihn jemals zu erfahren ?

B:
Vielleicht. W├Ąre es aber nicht deutlich frustrierender die Gewissheit zu haben, dass der einzige Sinn deines Seins ist, Getr├Ąnke zu speichern ?

A:
Nein, denn der entscheidende Punkt ist, dass du damit immerhin einen Sinn hast.
Ohne die Gewissheit n├Ąmlich ist dein Leben von deinem eigenen Standpunkt aus gesehen, und nur diesen wirst du jemals haben, vollkommen sinnlos.

B:
Du bist also der Meinung ich sollte mir eine Kugel durch den Kopf jagen, weil es keine M├Âglichkeit gibt den Sinn meiner Existenz zu erfahren, der damit f├╝r mich bedeutungslos wird und jede einzelne Handlung meinerseits ├╝berfl├╝ssig macht, da sinnlos.

A:
Genau.

B:
Wenn ich mich aber umbringe, erf├╝lle ich doch meinen Zweck nicht.

A:
Das ist richtig.

B:
Damit w├Ąre es doch unklug sich umzubringen, weil es zwar aus meiner Sicht durchaus korrekt w├Ąre dergleichen zu handeln, aber meine Existenz damit auch von anderen Perspektiven aus gesehen zur Sinnlosigkeit verkommt. Es ist zwar richtig, dass ich alles stets nur von mir selbst aus betrachten kann, aber tats├Ąchlich, wie du sehr richtig erkannt hast, hat diese Sicht keinen Sinn. Es z├Ąhlt letztendlich n├Ąmlich nur die Sicht desjenigen, der meinen wahren Zweck kennt. Wenn ich mich umbringe habe ich diesen nicht erf├╝llt, h├Ątte also gar nicht erschaffen werden d├╝rfen, weil du selbst sagst, dass alles existente auch seinen Sinn haben muss.

A:
Was du zu ├╝bersehen scheinst, ist, dass sich durch deinen Tod sogleich alle Schwierigkeiten l├Âsen. Wenn du dich n├Ąmlich umbringst aufgrund der Annahme dein Leben habe keinen Sinn, dann liegst du im Augenblick der Tat damit genau richtig, du hast deinen Zweck also erkannt, der in diesem Falle keiner ist. Du erf├╝llst dadurch, dass du deine sinnlose Existenz beendest deine Aufgabe.

B:
Das w├╝rde bedeuten, ich habe schon jetzt die Gewissheit den Sinn des aus meiner Sicht sinnfreien Leben zu erkennen, indem ich mich umbringe und damit mein Leben ├╝ber meinen Horizont hinaus sinnlos mache.

A:
Das k├Ânnte so stimmen. Aber Gewissheit, dass du Gewissheit bekommst, hast du letztendlich trotzdem nicht.

B:
Was spielt es denn deiner Meinung nach f├╝r eine Rolle ob du ein aus deiner Sicht sinnloses Leben f├╝hrst, oder eventuell die Gewissheit bekommst, dass dein Leben sinnlos gewesen ist, das Resultat wird in beiden F├Ąllen gleich bleiben.

A:
Zumindest hast du eine Chance durch deinen Tod Gewissheit zu bekommen.

B:
Aber du hast doch jetzt von dir selbst gesehen auch die Gewissheit, dass dein Leben sinnfrei ist.

A:
Unter diesem Punkt betrachtet muss ich dir recht geben, scheinbar spielt es wirklich keine Rolle...

B:
Wieso recht geben ?
Ich bin nicht der Meinung, dass es keine Rolle spielt.
Stelle dir nur vor, es w├Ąre so und alle Existenzen w├╝rden f├╝r die Gewissheit in den Tod gehen. Zwar w├╝ssten sie dann mit Sicherheit, dass ihr Leben sinnlos war, aber mit einem Schlag w├╝rde sich damit das ganze Universum im Nichts aufl├Âsen.

A:
Dann bleibt einem nichts ├╝brig als in Sinnlosigkeit der Dinge zu harren ?

B:
Man k├Ânnte h├Âchstens versuchen seinem Leben einen aus der eigenen Sicht plausiblen Sinn zu geben um die Zeit des sinnfreien Wartens bis man, um noch einmal auf das Glas zur├╝ck zu kommen, spr├Âde und alt geworden, zusammenbricht.

A:
Gl├Ąser halten sich lange, da kann man nur hoffen, vorher vom Tisch zu fallen.

B:
Ironischerweise w├╝rde man durch den Versuch seinen Leben einen Sinn zu geben, vermutlich genau diesen erf├╝llen.

A:
Leider w├╝rde dies, falls es denn so sein sollte, f├╝r uns v├Âllig bedeutungslos bleiben...


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Brigitte
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Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist f├╝r das Auge unsichtbar.

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