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Sinnesrauschen
Eingestellt am 03. 07. 2006 14:56


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ScarlettMirro
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Nov 2003

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Sinnesrauschen

Der Sommer war fort geschritten und angenehm mild. Altweibersommer. Eine Frau mittleren Alters sa├č in einem K├Âlner Stra├čencaf├ęs und trank Tee. Ihre Nase nahm sie recht gelangweilt aus ihrer Lekt├╝re heraus und lie├č ihren Blick ziellos durch die vorbeispazierenden Menschen schweifen.

Pl├Âtzlich erblickte sie sein Gesicht im Profil. Diese Gesichtsz├╝ge h├Ątte sie ├╝berall erkannt, sie hoben sich wie funkelnde Diamanten aus der Menge hervor. Sie sprang von ihrem Stuhl auf und rief laut jauchzend seinen Namen. Inzwischen war sie vielleicht schon 52 Jahre alt, sehr rund im Gesicht und f├╝llig auf den H├╝ften. Die weichen flie├čenden Kleider schmeichelten ihr.

Der Gerufene drehte sich um, stockte einen kleinen Moment und bewegte sich strahlend beh├Ąnde auf diese ├Ąltere Frau zu. Er trug ein ├Ąhnliches Alter im Gesicht, wenngleich der K├Ârper viel drahtiger durch die Jahre gezogen war.

"Elke!" rief er strahlend ihr entgegen. Elke hatte sich aus den St├╝hlen um sich herum befreit und kam ihm eilig entgegen. Trotz ihrer F├╝lle bewegte sie sich nahezu anmutig. Vermutlich zitterten ihr die Knie ein wenig.
"Thomas, du bist es wirklich!" Und pl├Âtzlich schossen ihr Tr├Ąnen ├╝ber die Wangen, w├Ąhrend sie ihn anlachte und mit ihrer Hand z├Ąrtlich an seine Wange ber├╝hrte. Er legte warm und weich seine starken Arme um ihre H├╝ften und zog sie eng zu sich heran.
"Thomas!", freudig schluchzend dr├╝ckte Elke ihm ihre weichen Lippen an den Hals und an die Wangen, vergrub ihr Gesicht an seiner Brust; die Freude sch├╝ttelte ihren ganzen K├Ârper.
"Mein Gott, Elke! Liebe liebe Elke", scheinbar konnte auch Thomas diese Gef├╝hle kaum fassen, als rauschte das Meer der Gef├╝h├Âe gegen die Brandung der Vernunft.
Inzwischen hatte Elke seine H├Ąnde gefasst und hielt sie fest, als sie ein wenig auf Abstand ging und ihn fr├Âhlich liebevoll betrachtete. Ihre Augen ruhten warm auf ihn.
"Du siehst wunderbar aus. So habe ich dich all die Jahre gesehen!", eine leichte R├Âte ├╝berzog ihre weichen Gesichtsz├╝ge wie eine Sommerbrise.
"Du bist weich geworden!"
"Kinder!", lachte sie, und es klang nicht mal wie eine Entschuldigung f├╝r ihre Formen.
Er zog sie wieder in seine Arme, schaukelte sie liebevoll hin und her, lange standen sie wortlos eng umfasst. Viele Schaulustige hatten wohlwollend dieses Zusammentreffen verfolgt und gingen wieder ihren unz├Ąhligen Besch├Ąftigungen nach. Allm├Ąhlich gingen sie Hand in Hand an ihren Tisch. Eine Kellnerin brachte einen Piccolo Sekt auf Kosten des Hauses und zog sich l├Ąchelnd zur├╝ck.
Sie sahen sich tief in die Augen, ihre H├Ąnde mit den unterschiedlichen Eheringen waren ineinander gehakt. Kein Wort fiel zwischen ihnen, lange Zeit nicht. Elke suchte aus ihrem Portemonnaie einige Geldst├╝cke zusammen und legte sie auf den Tisch. Er strich ihr liebevoll ├╝ber die Stirn, eine Tr├Ąne rollte ihm am Nasenfl├╝gel vorbei; sie legte den Kopf schr├Ąg und gab ihren Hals frei.
Pl├Âtzlich fragte er fast heiser, ob sie vielleicht zu weit gingen und sie sch├╝ttelte fast m├╝hsam den Kopf. Sie standen auf, ineinander verschmolzen und gingen, der Sekt blieb verschlossen.

Elke wusste, dass er verheiratet war, damals hatte er es entschieden. Jahre lag es zur├╝ck. Sie trafen sich im Stammcaf├ę, denn seine damalige Freundin mochte nicht, wenn Thomas Elke sah. Nur wegen dieser Dummheit hatte sich Elke von ihm getrennt. Sie bereute. Sie wollte eine zweite Chance, als sich bereits Marie in seinem Leben breit gemacht hatte. Er wollte sie nicht so pl├Âtzlich vor den Kopf sto├čen und blieb noch. Elke erwartete nach all ihrer ungeduldigen Warterei, dass er sich endlich f├╝r sie entschied. Er sch├╝ttelte traurig den Kopf und sagte mit belegter Stimme, dass er heiraten w├╝rde. Marie erwartete ein Kind. Elke wusste, dass Marie alles getan h├Ątte, damit Thomas bei ihm bliebe. Und sie kannte Thomas; er w├╝rde sein Kind gro├čziehen wollen, er w├╝rde als Mann von Ehre der Frau beistehen, auch gegen seine Gef├╝hle.
Elke ist damals so sauer geworden und hatte Marie ein hinterh├Ąltiges Mistst├╝ck genannt, Thomas verwies sie aus Anstand der T├╝r. Davon war sie so schwer getroffen, dass sie aus der Stadt fortzog und Thomas zu verdr├Ąngen versuchte.

Er hielt ihre Hand noch immer sicher gefasst, als sie zum nahe gelegenen Hotel im Wasserturm kamen. Sie f├╝hrte ihn.
"Wir haben nicht reserviert. Aber wir befinden uns seit gerade eben in den Flitterwochen. Sie sollen hier das beste Hotel der Stadt haben; finden Sie f├╝r zwei frisch Verm├Ąhlte nicht noch ein kleines Zimmer?"
Elke versuchte ihr erstaunen zu verbergen, Thomas log. Das war ganz offensichtlich f├╝r ihre Ohren. Er hatte den Portier belogen und das auch noch sehr geschickt.
Sie bekamen sogar eine Suite f├╝r zwei N├Ąchte, mehr konnte der Mann nicht tun, er zwinkerte ihnen freundlich zu und schrieb das Ehepaar Kamm in sein Fremdenbuch.
Im Aufzug sah Thomas sie an, grinste verlegen und sagte: "Politik!"; es klang wie eine Erkl├Ąrung, nicht wie eine Entschuldigung. Elke zog die Lippen zu einem spitzen l├Ącheln zusammen und knuffte ihn leicht in die Seite.

An dem Tag, als sie in eine andere Stadt gezogen war, hatte in ihrem Briefkasten die Einladung zur Hochzeit gelegen. Sie warf den Umschlag unge├Âffnet irgendwann auf den Weg in die Fremde tr├Ąnendurchweicht in einen M├╝llkorb. Sie hatte davon getr├Ąumt, mit Thomas Kinder zu haben und als K├╝nstlerin arbeiten zu k├Ânnen, w├Ąhrend er f├╝r die Familie das Geld verdiente. Pl├Âtzlich wurde durch so eine kleine unschuldige Schwangerschaft leichtfertig alles ver├Ąndert. Weshalb war sie nicht bauernschlau schwanger geworden? W├Ąhrend sie noch dar├╝ber nachdachte, was f├╝r eine Mischung aus Marie und Thomas entstehen m├╝sste, befiel sie mit nicht mal 24 Jahren eine ausgereifte Torschlusspanik. Sie hatte an in den Taschenspiegel gesehen und sich gefragt, ob sie ├╝berhaupt Kinder w├╝rde bekommen k├Ânnen.

Er sah sie an, strich ihr ├╝ber die Stirn und fl├╝sterte ihren Namen, dabei sp├╝rte Elke seinen Atem an ihrer Wange. Langsam beugte sich Thomas ihrem Gesicht entgegen und k├╝sste sie sanft auf ihre Lippen. Er dr├Ąngt sich nicht auf, alles war behutsam, als tasteten die beiden ihre Liebe durch all ihre Sehnsucht hindurch.

Keine besondere Vorliebe hatte sie nach K├Âln ziehen lassen, man hatte ihr nur immer wieder erz├Ąhlt, wie sch├Ân K├Âln sei. So war sie Mitten in die Innenstadt von K├Âln gezogen, hatte dort in einem Restaurant gekellnert, bis sie ihren Mann kennen gelernt hatte. Er war ein ehrlicher Mensch, er hatte allerhand Prinzipien und er liebte seine Gewohnheiten. Er wollte sie heiraten. Viele Verhaltensweisen erinnerten Elke an Thomas, wenn er auch korpulenter und weniger sportlich war. Sie teilten zwei Hobbys miteinander, bis sie nach und nach abstarben. Sie hatte zwei Kinder mit ihm zusammen, f├╝r die sie alle Zeit aufbrachte, die sie hatte, als sie klein waren. Sie kannte die Gewohnheiten ihres Mannes, sie kannte seine W├╝nsche und sie wusste um seine ├ängste. Sie f├╝hlte sich wachen Auges wie im Dornr├Âschenschlaf. Das h├Ąufige Tr├Ąumen hatte sie sich verboten und nicht einmal mehr bemerkt, wenn es dennoch geschah.

Ihre K├Ârper dr├Ąngten sich eng aneinander, als der Aufzug sanft zum stehen kam. In ihrer Suite angekommen registrierten sie nicht einmal die frischen Blumen auf dem Tisch, ihre Augen galten lediglich dem anderen Menschen. Sie betraten vertrautes Land, das sich doch in all den Jahren v├Âllig ver├Ąndert hatte. Ohne Scheu oder Verlegenheit legten sie still und langsam ihre Kleidung ab. Elke ging h├╝fteschwingend nur mit ihrem Slip bekleidet ins Badezimmer.
"Die Wanne f├╝r die Hochzeitssuite", rief Elke freudig durch das Zimmer. Warmes Wasser rauschte literweise in die runde Wanne. Elke entdeckte ein Badezusatz mit Hotelemblem und goss den T├╝teninhalt in das hei├če Wasser. Ein angenehmer Rosenduft verbreitete sich in dem hellen warmen Badezimmer.

Als die Kinder noch sehr klein waren, hatte Elke sehr viel zu tun. St├Ąndig standen andere wichtige Termine im Familiekalender. Das sie keine Lust auf Z├Ąrtlichkeiten und Sex mit ihrem Ehemann hatte, war ihr im Trubel v├Âllig entgangen. Das Thema war immer brenzliger in ihrer Ehe geworden, so dass Elke sich ein Ritual hatte einfallen lassen. Sie hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, ihn sowohl am Abend des 14. als auch am Abend des 27. eines Monats zu verf├╝hren. Beide Tage wirkten unverf├Ąnglich. Hatten er Geburtstag oder stand der gemeinsame Hochzeitstag an, gab es sozusagen ein Extra f├╝r ihn. Mit diesem Abkommen an sich selbst hatte sie sich immer gut arrangieren k├Ânnen. Er hatte das Maulen gelassen und sich gew├Âhnt.

Als sie das Wasser ausmachte, kreiste sie mit ihrem faltigen Arm einige Mal eine liegende Acht durch das Wasser.
"Ich habe Kerzen gefunden!" Leise war er an sie heran getreten und fixierte drei Kerzen mit Wachs auf dem Wannenrand.
Elke stand schr├Ąg hinter ihm und k├╝sste ihm die Schulter, schon lange unterdr├╝ckte sie den Impuls, sich auf ihn zu st├╝rzen. Sie wollte jeden Moment ganz und gar auskosten, wollte sich alle Zeit nehmen, so als k├Ânne sie damit die vergangenen Jahre ausl├Âschen. Allerdings wurde der Impuls immer st├Ąrker, so ausgetrocknet war das Flussbett ihrer Lust gewesen.
Thomas drehte sich zu ihr und fl├╝sterte ihr ins Ohr: "Wei├čt du, ich habe mich oft gefragt, was ich am meisten vermissen w├╝rde, wenn ich nun an diesem Tage st├╝rbe. Die Antwort warst stets du. Dich wollte ich noch einmal in meinen Armen halten. Mit dir noch einmal eine einzige Nacht verbringen d├╝rfen. Mit dir noch ein einziges Mal einen Sonnenaufgang beobachten. Mit dir wollte ich nur noch ein einziges Mal sprechen und dir sagen, dass ich mit dir noch so vieles gemeinsam erleben wollte."
Das war der Moment, in dem Elke ihren Impuls nicht mehr unterdr├╝cken konnte. Sie dr├╝ckte ihm fordernd und fest ihre schmalen Lippen auf den Mund und hielt ihn fest. Ihre Fingern├Ągel zeichneten sich in seinen Schultern ab. Sanft dr├╝ckte er sie nach einem langen Kuss nochmals von sich und lud sie mit einer kleinen Geste ins Becken ein. Beinahe h├Ątte sie ihren Slip vergessen. Sie streifte ihn schnell ab und schl├╝pfte ins Wasser.
Ein vertrautes Spiel, er seifte sie ein, sie seifte ihn ein. Erst der R├╝cken, dann die Beine und die Arme, dann wurden Bauch und Brust gereinigt. Am Gipfel der Sauberkeit tauchten sie in die Lust ab. Er begann sie sanft ├╝berall zu k├╝ssen, an den F├╝ssen, den Schenkeln, in der Armbeuge und am Hals. Er begr├╝├čte jede K├Ârperstelle, an der er Halt macht wie einen vertrauten Bekannten. Sie bog sich ihm entgegen, er genoss das Spiel mit der langsamen Qual. Fr├╝her vielleicht w├Ąre er nach diesem ersten Appetithappen nochmals aus der Wanne gestiegen, h├Ątte eine duftende Lotion geholt, h├Ątte sie zuerst abgetrocknet, ganz vorsichtig und langsam, anschlie├čend die Lotion gro├čz├╝gig auf ihren einladenden K├Ârper verteilt und langsam in ihre weiche Haut massiert. Seufzend verschob er diesen Teil auf sp├Ąter, denn er selbst konnte sich kaum noch zur├╝ckhalten.

Wie sehr hatte er sie in all den Jahren vermisst. Als er vor dem Standesbeamten gestanden hatte, mit Marie an seiner Seite, hatte er gehofft, sie w├╝rde kommen und diesen Fehler verhindern. Sie war die Frau mit dem L├Âwenherz und dem unbeherrschten Naturell. Ihr Zigeunerblut ÔÇô so hatte sie es immer genannt ÔÇô ging mit ihr so oft durch. Sie aber war nicht gekommen.
Als er sp├Ąter erwartete, dass sie ihm gratulieren w├╝rde, wenigstens der H├Âflichkeit halber, wurde er entt├Ąuscht. Wieder nach einiger Zeit rief er an, sucht ihre alte Wohnung auf, doch alles war vergebens, denn seine Elke war fort. Er hatte auf ein Lebenszeichen gehofft.

Elkes Haare klebten nass am R├╝cken und an den Wangen, rote Flecken im Gesicht waren Echo des Flammenmeeres ihrer Leidenschaft. Sie f├╝hlte, dass Thomas nun nicht l├Ąnger w├╝rde ausweichen k├Ânnen und drehte ihm ihren Hintern zu. Er drang langsam und vorsichtig in sie ein, sie st├Âhnte leise auf und dr├╝ckte ihre Stirn gegen die k├╝hlen Kacheln an der Wand. Wasser perlte von ihrer Haut. Thomas zog sein Glied langsam raus, nur die Eichel war noch in ihr und schob ihn ebenso langsam wieder hinein. Elke rollte lustvoll mit den Augen und biss sich auf die Kn├Âchel ihrer rechten Hand.

Er hatte verloren, auf ganzer Linie. Und das war ihm passiert, dem Planer. Er konzentrierte seine ganze Liebe auf das M├Ądchen, welches Marie mit einem Kaiserschnitt zur Welt gebracht hatte. Nachdem das M├Ądchen gesund geboren war, lie├č er sich sterilisieren. Er k├╝mmerte sich um das kleine Wunderwesen und dachte oft, dass es ein Kind mit Elke h├Ątte sein m├╝ssen. F├╝r die kleine junge Dame hatte er immer Zeit. Er machte den Erziehungsurlaub; er war bei der Einschulung dabei, er w├Ąlzte sich schlaflos im Bett, als sie bei einer Freundin ├╝bernachtete und er streichelte ihr den ersten Liebeskummer aus dem Gesicht. Marie aber war ihrer Wege gegangen, sie hatten nur nebenher gelebt.

Immer wieder trieb Thomas sein Glied langsam in Elkes Vulva, immer wieder zog er ihn langsam hinaus. Dann hielt er inne, blieb in ihr, hielt ihre H├╝ften fest umschlungen und schloss die Augen. Elke spannte den Beckenboden rhythmisch an, Thomas begann zu st├Âhnen. Sie wechselte das Tempo und er wiegte sie hin und her auf seinem Glied als tanzten sie. Wie schon fr├╝her kamen sie beide nahezu gleichzeitig zum H├Âhepunkt. Die Spannung verlierend rutschten sie zur├╝ck in das warme Wasser und blieben eng umschlungen. Irgendwann glitt sein Glied aus ihr raus und Thomas tastete sich zu ihrer Klitoris vor. Ihn berauschte es zu sehen, wie sie sich lustvoll wand und bog unter weiteren Orgasmen.

Als Angelika langsam zu einer jungen Dame herangewachsen war, existierte die Ehe zwischen ihm und Marie nur noch auf Papier. Eines Abends er├Âffnete sie ihm, dass sie seiner m├╝de war. Schon lange vermutete sie, dass er eine andere Frau habe. Anders k├Ânne sie sich sein Desinteresse nicht erkl├Ąren. Er hatte dazu nichts gesagt. Sie hatte die Koffer gepackt und war zu ihrem neuen Freund gezogen.

Sie drehte sich zu ihm, bedeckte sein Gesicht mit K├╝ssen, Tr├Ąnen standen ihr im Gesicht.
"Warum nur?", fragte sie leise.
Thomas sch├╝ttelte den Kopf.
Sie weinte und er hielt sie fest. Das Wasser wurde kalt. Er trocknete sie ab und sie krabbelten frierend ins Bett. Eng schmiegten sie sich aneinander und sagten lange nichts.

"Ich werde nicht in mein altes Leben zur├╝ckgehen. Es bestand nur aus L├╝gen. Ich habe gedacht, es w├Ąre nicht schlimm, wenn ich dich so heimlich noch ein bisschen lieben w├╝rde. Ehrlich gesagt, ich kann so nicht mehr leben!", sie nahm seine Hand und k├╝sste jeden Finger. Er sagte nichts.
"Ich habe meine Liebe verraten, h├Ârst du!", sie war lauter geworden.
"Ich auch. Ich habe gedacht, es macht nichts. Ich habe gedacht, es macht mir nichts aus", er sah sie traurig an. "Viele Jahre sind das inzwischen. F├╝nfzehn Jahre. Und wir haben nicht mal nur andere belogen. Wir haben uns belogen und verraten. Unsere Liebe."
"Ja", hauchte Elke, "ich werde es ihm sagen und die Scheidung einreichen."
"Und deine Kinder?"
"Sie werden damit leben m├╝ssen. Sie sind auch nicht mehr so klein. Sie werden damit leben lernen."
Sie legte den Kopf zur├╝ck an seine behaarte Brust, die Haare kitzelten in der Nase.
"Lass uns von hier an den Weg zusammen gehen! Egal was kommt. Egal was vor uns liegt, Elke. Das ist vermutlich unsere letzte Chance!"
"Und das sagst du! Das w├Ąre mein Part gewesen", sie suchte in seinem Gesicht und entdeckte erste F├Ąltchen, die Schl├Ąfen waren lichter geworden. Er hatte sich ver├Ąndert. Ihr gefiel der Gedanke, dass sie ihm neu begegnen w├╝rde, dass sie unbekannte Saiten an ihm entdecken w├╝rde.
"Ja, gehen wir gemeinsam. Es wird wohl unsere einzige Chance sein", sie kr├Ąuselte seine Haare mit ihren Fingern.
"Und lass uns gemeinsam spielen", er lachte und zog die Decke ├╝ber ihre K├Âpfe.
"Auszeit", rief Elke mit Stoff im Mund, doch Thomas war bereits wieder dabei ihren ver├Ąnderten K├Ârper zu erkunden, wanderte mit der Zunge ihren R├╝cken entlang bis zu den wogenden H├╝ften.


__________________
Kritik? Gern sachlich und konstruktiv, aber bitte mit Sahne!

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MichaelKuss
Guest
Registriert: Not Yet

Wo rauschen hier die Sinne?

Zun├Ąchst: Wieso eigentlich "Sinnesrauschen"? Das einzige was hier wirklich rauscht, sind das Badewasser im Hotel, die Tr├Ąnendr├╝sen deiner Protagonisten, der Kitsch und die Fehler in deiner Geschichte.

├ťber die zahlreichen Rechtschreibefehler (die du als Lehrerin l├Ąngst h├Ąttest berichtigen k├Ânnen) kann ich gerade noch hinweg sehen. Aber was diese kitschige Tr├Ąnenlangzeitgeschichte im Forum "Kurzgeschichten" soll, bleibt mir ein R├Ątsel. Hier wurden alle handwerklichen Werkzeuge einer Kurzgeschichte vernachl├Ąssigt. Hier wurde wieder einmal der Fehler gemacht, ein ganzes Leben, einen endlosen Roman in eine einzige Geschichte zu packen; mit R├╝ckblenden, Szenenwechsel, mit mehr Tr├Ąnen als Badewasser, mit dem langatmigen Aufrollen zweier Leben, mit einer Anh├Ąufung von Kitsch und Klischees, dass man vor Wut nicht mehr sachlich kritisieren kann. Und ganz schlimm wird es durch den Versuch der Autorin, wahrscheinlich eigenes Erleben (oder Erleben aus dem Bekanntenkreis) in einer Kurzgeschichte zu verarbeiten, ohne bereits die n├Âtige Distanz, ohne die n├Âtige Reflektion zu haben. Schade, dass es in der LL kein Forum "Kitsch und Triviales" gibt. Da h├Ąttest du von mir eine 9 und eine Top-Besprechung bekommen; bei der hier vergebenen 4 war ich mehr als gro├čz├╝gig.

Wie ich deiner Signatur entnehme, m├Âchtest du "sachliche" Kritik mit Sahne. Um sachlich zu kritisieren, und obendrein mit Sahne, dazu m├╝sstest du erst einmal eine sachliche Geschichte vorlegen und mindestens etwas Vollrahmmilch. Die vorliegende Geschichte ist aber nur lauwarmes und tr├╝bes Abwaschwasser. Wer m├Âchte dazu seine Zeit f├╝r eine sachliche Kritik opfern, wo es hier in der LL so viele andere gute Geschichten zu beurteilen gibt?!

Ich sehe ein, dass es tausende solcher "Wiedersehen" gibt, bei denen man noch mal Lebensr├╝ckblenden einschaltet, Vergleiche zieht, neue Perspektiven anpeilt (und mitunter sogar im Bett landet). Deine Grundidee, dein Anliegen ist also gut und nachvollziehbar. Aber die Realisierung dieser "Frau-mit-Herz" oder "Neue-Revue"-Geschichte ist einfach peinlich, meint
Michael

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ScarlettMirro
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Danke Michael ...

und den Rest werde ich mir nun denken ... ├Ąh schenken ...

Gruss
Scarlett
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