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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Sirteka - das sonderbare Mädchen
Eingestellt am 08. 04. 2001 00:03


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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
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Wer waren diese Frauen, die sich wer weiß wie sexy gaben, deren sonstige Art aber gar nicht dazu passen wollte; die vorgaben, aus Leipzig zu sein, diese Stadt aber garantiert nicht richtig kannten und daher an ihrer Luxuskarosse ein mit Sicherheit gefälschtes Kennzeichen führten; die höflich und bescheiden auftraten, weder Alkohol noch Kaffee mochten und die weder durch Mimik noch Rhetorik ihren Gefühlen Ausdruck verliehen, sondern dies ausschließlich mit ihren Händen vollführten?
Wem war ich da begegnet?
Je länger ich darüber nachdachte, um so mulmiger wurde mir. Als ich die drei wundersamen Grazien am Waldrand verschwinden sah, da wünschte ich mir auf einmal, sie mögen nie zurückkehren.

Aber da war ja noch das protzige Gefährt auf meiner Wiese gleich neben dem Wochenendhaus!
Eine Weile saß ich noch grübelnd, dann stand ich auf, verließ die Terasse und ging langsam auf den Riesen-Caravan zu. Dreimal umrundete ich ihn, in der Hoffnung, ausgerechnet dadurch etwas mehr über meine merkwürdigen Gäste zu erfahren. Schließlich preßte ich das Gesicht gegen eine der Fensterscheiben und blickte angespannt in das Wageninnere. Ich wurde arg enttäuscht. Es gab nichts Außergewöhnliches zu entdecken. Ein langer Tisch vor einer gepolsterten Sitzbank - dazu drei riesige Sessel mit extrem hohen Rückenlehnen - das war alles.
Nirgends lag etwas herum - es herrschte eine peinliche, fast sterile Ordnung. Da Frauen hier wohnten, durfte ich das ja fast erwarten. Aber ich vermochte auch keinerlei Tischschmuck und keine Bilder oder Poster zu entdecken. Auf der Sitzbank lagen weder Kissen noch Kuscheltiere. Nichts.

"Neugierig?"
Ich fuhr herum, zutiefst erschrocken! Keine drei Schritte von mir entfernt stand Sirteka, die jüngste der drei sonderbaren Frauen.
Mein Gesicht brannte, und ich war mir sicher, daß mein Kopf in diesem Augenblick verdammte Ähnlichkeit mit einen Feuermelder besaß.
Uff - war mir das peinlch, so in Flagranti ertappt zu werden! Ich stammelte irgendeine Entschuldigung und hielt den Blick wie ein Schuljunge zu Boden gesenkt.
"Neugierig?" wiederholte sie und kam zwei Schritte näher. In ihrer Stimme schwangen weder Spott noch Verärgerung. Ich schielte mißtrauisch nach ihren Händen, aber auch die waren in friedlicher Pose erstarrt.
"Na ja", druckste ich. "So einen Schlitten sieht man schließlich nicht alle Tage. Und da wollte ich nur mal..."
Sah ich richtig? Lag da wirklich so etwas wie ein Schmunzeln in ihrem schmalen Gesicht? Auch ihre Hände wurden plötzlich aktiv und richteten sich einladend auf die Wohnwagentür.
"Kommen Sie!" Das klang fast schon fordernd. Eine wischende Bewegung ihrer rechten Hand ließ die Tür zur Seite gleiten.
"Na los!" Sie stand schon auf der kleinen Treppe.
Während ich mich bemühte, meiner Verlegenheit Herr zu werden, folgte ich ihr zögernd ins Wageninnere.
"Nehmen Sie Platz."
Sie wies auf einen der wuchtigen Sessel. Ich versank förmlich in der tiefen Polsterung.
"Schön bequem", stellte ich fest und fühlte, wie ich wieder etwas an Sicherheit gewann.
Ich sah zu, wie sie ein Wandfach öffnete, hinter dem sich eine Hausbar verbarg.
"Ich hab Durst", sagte sie, während sie sich an den blitzenden Armaturen zu schaffen machte. "Möchten Sie auch einen Saft?"
Ich nickte und bedankte mich artig, als sie das mit einer grünlichen Flüssigkeit gefüllte Glas vor mir auf den Tisch stellte.
Die komische Brühe schmeckte besser, als sie aussah. Undefinierbar fruchtig, ein klein wenig säuerlich und - wie ich mir zumindest einbildete - belebend.
Sirteka leerte ihr Glas in einem Zug und warf sich dann ebenfalls in einen Sessel. Mittels Druck auf einen unter der Lehne verborgenen Knopf brachte sie sich in eine halb liegende Stellung. Sie zog die Beine an, öffnete die dünnen Riemen ihrer Schuhe und ließ die hochhackigen Dinger mit kurzem Schlenkern von den Füßen gleiten. Es schien ihr nicht das Geringste auszumachen, daß ich dabei "Einblicke" gewährt bekam, die mehr als nur kreislaufanregend waren.
"Ich mag die unbequemen Dinger nicht. Kann kaum noch laufen."
Sie rieb sich die offensichtlich arg schmerzenden Füße. Der extrem kurze Rock rutschte dabei noch höher, und ich sah, daß ihr Slip nicht mehr als ein zarter Hauch war.
Sie mußte meinen glasigen Blick bemerkt haben, denn plötzlich hielt sie inne und schaute mich merkwürdig forschend an.
"Regt dich das auf?"
Ich hätte mich um ein Haar verschluckt. Ich brauche wohl nicht zu betonen, daß dies nicht daran lag, daß sie unvermittelt zum "Du" übergegangen war. Meine dämliche Visage hätte ich sehen mögen. Ich erwartete ein schallendes oder zumindest spöttisches Lachen. Doch weit gefehlt. Sie schaute mir ganz ernsthaft ins Gesicht und es schien mir, als erwarte sie auch eine ebenso ernsthafte Antwort.
Ich drehte mit zunehmender Verlegenheit das Glas zwischen den Fingern. Gern hätte ich eine charmant lockere Antwort gegeben, aber es fiel mir keine ein.
"Möchte mal den Mann sehen, den so etwas n i c h t aufregt", murmelte ich schließlich mit kratziger Stimme.
Sie nahm es mit sichtlicher Befriedigung.
"Und das etwa auch?"
Schon knöpfte sie sich in aller Seelenruhe die Bluse auf, obwohl das bei dem durchsichtigen Ding eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre.
Trotz der ausgezeichnet funktionierenden Klimaanlage wurde mir mit einem Mal fürchterlich heiß. Ich fühlte, wie mein Mund auszutrocknen begann. Rasch nahm ich noch einen Schluck von dem grünen Zeug. Es half nur für Sekunden.
Doch nicht der Anblick der zweifellos reichlich vorhandenen weiblichen Reize dieser Sirteka verwirrte mich so. Nein - es war die Situation, mit der ich nicht fertig wurde. Da entblätterte sich direkt vor meinen Augen ein wahnsinnig süßes Wesen, und ich saß da wie ein Stockfisch.
"Nun sag schon. Regt Dich das auf?"
Sie fragte nicht: "Gefalle ich Dir?" oder "Wie findest Du mich?" Nein, sie wollte wissen, ob mich ihr Gebaren anmachte. Merkwürdig.
Bei der Erfahrung, die sie mit Männern zweifellos besaß, mußte sie sich doch der Wirkung ihres Tuns bewußt sein.
Ich quälte mir ein "Aber natürlich" ab und ärgerte mich maßlos, daß mir noch immer nichts Nettes einfiel. Der reinste Brei in der Birne.
"Wirklich?"
Sie richtete sich auf und kam mir mit dem Oberkörper ganz nahe. Ihre Brüste berührten fast meine Schulter. Ich roch die Frische ihrer Haut, von der ein warmer matter Schimmer auszugehen schien.
Der biegsam schlanke Körper und das schmale ein wenig blasse, von glänzend schwarzen Haaren umrahmte Gesicht schienen auf einmal von einem hauchdünnen Schleier umhüllt. Einen Augenblick lang stellte ich mir vor, wie es sein würde, wenn meine Fingerspitzen ganz sacht ihr Gesicht berührten, die feinen Linien nachzeichnend, wie sie sich dann weiter tastend nach unten bewegten, um schließlich ausgiebig auf den kleinen, sanft wippenden Brüsten zu verweilen. Ein Traum.




Oder doch Realität?
Schon zuckte es verräterisch in meiner Hand - da hörte ich wieder ihre Stimme.
"Möchtest Du mit mir... schlafen?"
Ich erstarrte. Nicht, weil ich es nicht gewollt hätte. So prüde bin ich nun wahrlich nicht. Nein - es war der Klang ihrer Stimme, der mich schlagartig ernüchterte. Der geheimnisvolle Schleier zerfaserte. Der Zauber, der bis eben noch von diesem Mädchen ausging, wo war er auf einmal geblieben? Da war kein zärtliches Werben oder verheißungsvolles Raunen. Hätte sie mich gefragt, ob ich eine Zigarette will - es hätte nicht anders geklungen.
"Nein?"
Sie verstand meine Reaktion falsch, aber sie schien nicht gerade enttäuscht zu sein. Im Gegenteil. Ihr Körper verlor alle Spannung. War sie gar erleichtert?
Ich riß mich zusammen. Natürlich wollte ich! Ich war es nur nicht gewöhnt, daß man ein solches Angebot derart trocken serviert bekam. Wenn ich etwas beim Sex hasse, dann ist es Gleichgültigkeit. Ich möchte g e w o l l t und nicht nur geduldet werden. Und Sirtekas Angebot schien - weiß der Teufel warum - eben nur Duldung einzuschließen. Andererseits war es schon verdammt lange her, daß ich mit einer Frau geschlafen hatte.
"Unsinn! Natürlich möchte ich...", hörte ich mich sagen. Ich beugte mich vor und faßte sie sanft bei den Oberarmen und versuchte, sie an mich zu ziehen. Doch mit einer geschickten Körperdrehung entzog sie sich der beabsichtigten Umarmung.
Sie sprang auf, ging zur Polsterbank und verwandelte sie per Knopfdruck in eine bequeme Doppelliege. Ich staunte nicht schlecht.
Dann sah ich mit nicht weniger Erstaunen zu, wie sie sich ohne jegliche Hast ihrer wenigen Kleidungsstücke entledigte und diese sorgfältig über die Sessellehne legte. Mich schien sie dabei überhaupt nicht zu beachten. Ihre ganze Aufmerksamkeit richtete sich einzig und allein auf das pedantische Ordnen ihrer Sachen. Erst als sie völlig nackt auf der Couch lag, glitt ihr Blick wieder zu mir herüber.
"Und Du? Willst Du Dich nicht auch ausziehen?"
Wieder dieser gleichmütige Ton. Es hätte auch heißen können: "Willst Du die Zigarette nicht anzünden?"
"Wie? Ach so. Na klar!"
Ich lachte verlegen, stand auf und streifte mir mit wilder Entschlossenheit das T-Shirt über den Kopf. Der Wunsch, dieses Mädchen zu besitzen, war nicht stark genug, um meine zunehmende Beklommenheit zu verdrängen. Ich schalt mich einen Esel, denn wann würde mir eine solche Gelegenheit je wieder so unverhofft in den Schoß fallen? Was sollte also das blöde Zögern? Wer A sagt, muß auch B sagen. Wer das T-Shirt auszieht, muß auch die Jeans fallen lassen.
Verdammt! Sowohl Gürtel als auch Reißverschluß mußten sich gegen mich verschworen haben. Endlich lag das gute Stück am Boden. Blieb noch die Badehose. Sirtekas unverhohlenen Blicke stachen förmlich auf der Haut. Ich atmete tief durch.
Brust raus, Bauch rein - Hose runter.
Da stand ich nun, nichts mehr diesen ungemein aufmerksamen Augen des Mädchens verbergend. Wie befürchtet, blieb ihr Blick auch prompt unterhalb der Gürtellinie hängen.
Spielte da nicht ein ganz kleines spöttisches Lächeln um ihre Mundwinkel? Wenn ja, dann würde es doch hoffentlich nicht daran liegen, daß.... nun ja, ER zählte im Kreise seiner Artgenossen nicht gerade zu den Riesen.
‚Aber beklagt hat sich bisher noch keine', dachte ich trotzig. Außerdem waren ja noch längst nicht alle Reserven mobilisiert. Ich gab den Befehl dazu nach unten durch, doch dort wurde er prompt verweigert. Der sonst so stramme Soldat erwies sich plötzlich als widerlich störrischer Pazifist.
Mein Gott - auch das noch!
Nicht einmal die Aussicht, schon bald von wundervoll feuchter Wärme zart umschlossen zu sein, verhalf ihm zu straffen Selbstbewußtsein. Im Gegenteil! Schüchtern verkroch er sich mehr und mehr in sich selbst. Es gab nur noch eine Chance. Sirteka mußte ihn für das Gefecht motivieren.
Also ging ich entschlossen zur Couch und legte mich neben das Mädchen.
Wenn ich erwartet hatte, jetzt von weichen Armen fest umschlungen, von brennenden Lippen geküßt oder von einem vor glühender Erregung in all seinen Fasern bebenden Körper empfangen zu werden, so sah ich mich bitter getäuscht. Nichts dergleichen. War Sirteka nicht sogar ein wenig abgerückt, als ich mich zu ihr legte? Still lag sie auf dem Rücken, die Beine fest geschlossen, die Arme förmlich an den schmalen Körper gepreßt.
Ich richtete mich halb auf, rammte den Ellenbogen des linken Armes in das straffe Polster und stützte den Kopf in die Hand. Mit der anderen fuhr ich scheu tastend über ihr Haar. Sie ließ es still geschehen und rührte sich nicht.
Ich verstand überhaupt nichts mehr. Erst überredete sie mich förmlich, mit ihr zu pennen, und dann blieb sie steif wie ein Laternenpfahl.
"Was hast Du denn auf einmal?" Vergeblich suchte ich in ihrem Gesicht nach einer Antwort auf meine Frage. Es blieb völlig unbewegt.
"Wieso? Was soll ich haben?"
Das klang verwundert. Und dann, fast tonlos und den Blick starr an die Decke gerichtet: "Nun fang schon an!"
Ich spürte, wie mein bißchen Stimmung mehr und mehr verflog. So ging das doch nicht! Erwartete sie etwa so etwas Ähnliches wie eine Vergewaltigung? Okay, aber nicht mit mir!
Während ich mit den Fingerspitzen der rechten Hand vorsichtig bis zu den weichen Innenseiten ihrer Schenkel vorzudringen versuchte, beugte ich mich halb über sie und küßte den leicht geöffneten Mund. Sie ließ es geschehen. Aber das war kein Kuß, sondern lediglich ein gleichgültiges Hinhalten der Lippen. Ich versuchte es mit den Augenlidern, den Nasenflügeln, dem Kinn, dem Halsansatz, den Brüsten..... keine Reaktion! Es war schier zum Verzweifeln!
Ganz zufällig fiel mein Blick auf ihre Hände. Wie leblos neben dem Körper liegend, schienen sie in einer eigenartigen Haltung förmlich erstarrt. Ich erschrak. Die merkwürdig verkrampft gegen mich gerichteten Handflächen und die bizarr abgespreizten Finger drückten Abwehr aus - nichts als Abwehr!
Nun war die Ernüchterung perfekt. Ich ließ mich zurück fallen und starrte nun meinerseits Löcher in die Luft.
"Was soll das eigentlich?" wagte ich schließlich zu fragen. "Was für ein Spiel treibst Du hier mit mir?"
Bei dem Wort "Spiel" rieselte es mir plötzlich eiskalt den Rücken hinunter. Wer weiß, vielleicht war das alles nur ein Jux, den sich diese Sirteka hier mit mir erlaubte. Die wüstesten Gedanken schossen mir durch den Kopf. Schon suchte ich mit den Augen die Wände ab, weil ich eine versteckt angebrachte Videokamera vermutete. Am Ende wollten sich die drei Damen heute Abend nur darüber amüsieren, wie dämlich ich mich hier angestellt hatte. Dieser Gedanke trieb mir den Schweiß auf die Stirn. Wie aus weiter Ferne hörte ich ihre Stimme.
"Was meinst Du damit? Ich verstehe dich nicht."
"Ich verstehe dich nicht", äffte ich sie nach. "Wenn hier einer etwas nicht versteht, dann bin ich das! Glaubst Du denn, ich hätte nicht gemerkt, daß Du gar nichts von mir willst?"
Ich sagte das, ohne meinen aufkommenden Ärger zu unterdrücken.
"Hätte ich mich dann hierher gelegt?" kam es ungerührt zurück. Und nach einer winzigen Pause: "Also, was ist jetzt. Ich denke, Du willst es auch?"
Da sollte sich einer auskennen. Aber ich hatte den Kanal voll. Ihr Körper strafte ihre Worte Lügen.
"So kann ich nicht", knurrte ich daher nur und angelte nach meiner Badehose.
"Aber Du hast es ja noch gar nicht versucht."
Das klang ausgesprochen naiv. War sie nun wirklich so unerfahren oder grinste sie sich heimlich eins? Verdammt - das mußte doch rauszukriegen sein! Wieder regte sich Trotz in mir. Nein - ich durfte mich hier nicht verschaukeln lassen. Wenn sie es unbedingt darauf anlegte... Sie sollte ihren Willen und ich meinen Spaß haben.
Ich begann mich erneut in den Gedanken zu verbeißen, daß ich diese Gelegenheit einfach nicht so sang und klanglos vorübergehen lassen durfte. Ich versuchte mir vorzustellen, wie ein anderer an meiner Stelle gehandelt hätte. Schon begann ich meine übertriebene Sensibilität zu verfluchen. Also Augen zu und drauf! Weg mit den störenden Gedanken. Die hochempfindlichen Sensoren, mit denen ich jede Reaktion des Mädchens registrierte, einfach abgeschaltet. Warum sollte ich nicht wenigstens e i n m a l ein blinder Draufgänger sein, der sich einen Dreck um die Gefühle seiner Partnerin scherte.
Ich wandte mich ihr wieder zu, schob einen Arm unter ihren Nacken, mit dem anderen fuhr ich ihr unter die linke Kniekehle. Urplötzlich und fast brutal riß ich sie an mich. Nein - ich unternahm keinen Versuch mehr, diesen Eisberg irgendwie zum Abtauen zu bringen. Jetzt wollte ich dieses Mädchen nur noch besitzen - auch um den Preis, Ekel in ihr auszulösen.
Ich mühte mich nach Kräften, und es gelang mir sogar, den Wehrpflichtigen einigermaßen in Stellung zu bringen. Schon blies ich zum alles entscheidenden Angriff, doch da merkte ich zu meinem Entsetzen, daß das Tor zu dieser Festung von meinem müden Krieger heute ganz bestimmt nicht aufzubrechen war.
Sirteka war noch Jungfrau!
Meine grenzenlose Überraschung wandelte sich sehr schnell in endgültige Resignation. Aus dem heißblütigen Stier wurde schlagartig wieder ein verstörter Ochse.
Verwirrt entließ ich sie aus meiner Umklammerung. Wie um Verzeihung bittend streichelte ich ihr Gesicht.
"Es tut mir leid, Sirteka", sagte ich schließlich. "Aber es will heute einfach nicht klappen."
Meine Stimme mußte wohl sehr niedergeschlagen geklungen haben, denn die Worte schienen in Sirteka fast so etwas wie Mitgefühl auszulösen. Zumindest wandte sie mir ihr Antlitz zu, und ich sah auf einmal eine Menge Fragen in ihren Augen. Doch ich schwieg. Was hätte ich auch sagen sollen? Für mich stand fest, daß der Grund meines Versagens eindeutig in ihrem Verhalten zu suchen war. Aber ich mochte ihr keine Vorwürfe machen. Auf einmal tat sie mir leid. Das heißt, vielleicht taten wir uns sogar beide leid.
Als sie mich schließlich direkt nach dem Grund des Mißerfolges fragte, faselte ich etwas von Überarbeitung, was sie ziemlich ungerührt zur Kenntnis nahm. Nein - da war nichts von Anteilnahme zu spüren. Da mußte ich mich soeben getäuscht haben Dann fragte sie mich in sachlich kühlem Ton, ob das bei mir öfter vorkäme.
"Nein - nie!" log ich hastig.
"Und weshalb heute? Warum bei mir?"
Ihre Augen waren voll blanker naiver Neugier auf mich gerichtet. Vergeblich suchte ich nach Hohn in ihrer Stimme. Hätte ich ihn gefunden, so wäre mein ganzer Frust aus mir heraus gebrochen, hätte ich sie mit Vorwürfen überschüttet. Aber so?
"Irgendwann wirst Du es wissen", sagte ich nur und stand abrupt auf. Wortlos streifte ich mir meine Klamotten über. Dabei vermied ich es, ihrem wieder starr gewordenen Blick zu begegnen.
Fix und fertig angezogen zögerte ich einen Moment, dann ging ich langsam zur Tür. Was sagte man in solch einem Moment? Müßte ich nicht wenigstens zum Abschied....?
"Es lag an mir, nicht wahr?" Eine fast tonlose Stimme in meinem Rücken. Was war das, was sich da plötzlich in mir zusammen zog?
Ich drehte mich um, ging die paar Schritte zurück und setzte mich auf die Kante der Couch. Behutsam nahm ich ihre eiskalte Hand und suchte nach Worten. Was dabei heraus kam, klang wohl eher wie eine wohlwollend väterliche Belehrung.
"Hör mal", sagte ich in eindringlichem Ton. "Ich glaube, es wäre gut, wenn Du das, was eben passiert oder vielmehr nicht passiert ist, ganz schnell aus deinem Gedächtnis streichst. Mach so etwas nie wieder. Gerade für das erste Mal ist es verdammt wichtig, wenn Du es mit jemanden tust, mit dem Du es auch wirklich willst. Wahrscheinlich war es ganz gut so, daß es nicht geklappt hat. Für dich - meine ich."
Ich beugte mich über sie und küßte sie auf den schmalen Mund. Täuschte ich mich, oder kamen mir ihre Lippen tatsächlich ein ganz klein wenig entgegen? Doch das war jetzt egal. Alles war gesagt.
"Du meinst, es müßte jemand sein, den ich liebe? Ist es das?" fragte sie plötzlich in die entstandene Stille hinein.
"Das wäre zumindest optimal", sagte ich und ärgerte mich über diese furchtbar unpassende Formulierung. Doch ich sah keine Notwendigkeit, mich zu verbessern oder noch etwas hinzuzufügen. Sirteka schien längst wieder in ihre unergründlichen Gedanken versunken. Still lag sie auf dem Polster, die Augen halb geschlossen und die Hände zu einer undefinierbaren Geste erstarrt. Nur ihr Brustkorb hob und senkte sich im Rhythmus der flachen Atmung. Ich betrachtete diesen schmächtigen, fast schon zerbrechlich wirkenden Leib, und plötzlich war mir, als sähe ich ihn zum ersten Mal. Ein seltsames Gefühl begann sich in meinem Inneren auszubreiten - ein Gefühl, das ich nicht zu beschreiben vermocht hätte. Rein mechanisch nahm ich wahr, wie sich auf den Armen und Beinen des Mädchens eine leichte Gänsehaut auszubreiten begann. Rein mechanisch suchten meine Augen vergeblich nach einer Decke. Und rein mechanisch sagte ich: "Du wirst dich erkälten."
Ich sah, wie ihre Lider ein wenig flatterten, ehe sie sich gänzlich hoben. Wo kam plötzlich dieses seltsam faszinierende Leuchten in ihren Augen her? Ein Licht schien von ihnen auszugehen, dessen Strahlen sich bis in mein Innerstes brannten. Was verursachte auf einmal dieses seltsame Rauschen in meinen Ohren? Was war das für ein Damm, hinter dem sich unerwartet hervor strömende Gefühle zu stauen begannen?
"Dann wärme mich. Bitte!"
Und während mich ihre Arme umfingen, spürte ich ihren Körper weich werden. Der Damm brach.



(Allen, die sich bis hierher durchgekämpft haben, möchte ich erklären, daß dies ein arg zurecht gestutztes Kapitel aus einem noch in Arbeit befindlichen Roman ist)

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Ralph Ronneberger
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Hallo Analogie-st,

jetzt bin ich aber platt. Dir hat d i e s e Geschichte gefallen? Ich hielt sie eher für zu langweilig und vor allem zu harmlos für die Geschmäcker der meisten hier. Es sollte eigentlich nur ein Versuch sein.
Hm -sorry - irgendwie bist Du jetzt aus der Schublade heraus gepurzelt, in die ich dich vor einiger Zeit gesteckt habe. Hätte eigentlich bereits stuzig werden müssen, als Du irgendwann angemahnt hast, daß es doch auch andere Dinge, als die von dir oben zitierten gibt, die erotisch sein können. Auch ich mag es weder bierernst noch platt. Und ein wenig (Selbst)ironie darf ruhig auch mal sein. Ich freue mich, wenn da wenigster einer ebenfalls dieser Meinung ist.

Gruß Ralph
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Jasmin
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Hallo Ralph,

deinen Text habe ich schon gestern gelesen. Zu Ende gelesen!
Und er hat mir gefallen. Allerdings haette ich einige Verbesserungsvorschlaege, die ich dir vielleicht besser bei Gelegenheit maile. Und zu Analogie: Er (sie?) ist eigentlich ein ganz netter Kerl, der mich oft zum Lachen bringt, wenn ich nicht gut drauf bin.

LG

Jasmin
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Jasmin

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kolibri
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Ralph,

nun also wird mir klar, warum man die Wehrpflicht wohl doch nicht abschaffen sollte... ;-)

Was bin ich froh, daß diese mit Witz, Charme und erotischem Knistern erzählte Geschichte doch noch ein glückliches Ende gefunden hat.

Ausgezeichnet!

viele Grüße
kolibri

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Ole
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2001

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Hallo Ralph,

also, da bin ich sprachlos, irgendwie.
Sehr sehr schööööööön!
(kling auch irgendwie blöd, egal)
Vorerst dachte ich, es wird wieder
mit dem Versagen des "Soldaten" enden.
Aber die Spannung kam wieder....
"durchgekämpft"?--> nein, verschlungen!
Schreibe bitte den Roman so schnell wie möglich
fertig, signiere mir die Erstausgabe, und teile
mir die Termine der öffentlichen Rezitationen mit!
Ich möchte laut jubelnd dem tosenden Applaus beiwohnen!

Tief verneigend grüße ich!
__________________
"...Wir sitzen mit unsern Gefühlen
meistens zwischen zwei Stühlen --
und was bleibt, ist des Herzens Ironie..."

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Fee
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2000

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Kommentare: 156
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Hallo Ralph,
ich kann mich Ole nur anschließen. Von Durchkämpfen keine Spur!
Ich finde, Du hast durchgehend die Spannung gehalten.
Für mich war die Story viel zu schnell zu Ende, hätte gern mehr gelesen.
Also, schreib diesen Roman fertig!

Liebe Grüße
Fee

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