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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Skorpion
Eingestellt am 22. 10. 2001 09:02


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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Es war keine reine Freude, denn er war ein ausgekochter Hund. Ich war sein Opfer, welches er einkreiste. Immer enger drehte er seinen Kreis, um mich am Ende mit seinem Stachel zu lÀhmen.

Er war im wahrsten Sinne des Wortes: EIN SKORPION.

Wie konnte ich an so ein Sternzeichen geraten?

Ich muss vorausschicken, dass er mir faszinierte. Er war so anders, als die Leute, die ich bisher kennen gelernt hatte und es begann mit einem harmlosen Grillnachmittag.

Wie auch immer er plötzlich auf unser Pfarrfest geriet, er stand auf einmal da, verlangte nach einer Waffel. Ich fragte ihn, welcher Art die Waffel sein solle und er antwortete nur „Na, lecker soll sie sein!“ Ich musste plötzlich so lachen, dass ich mich dabei verschluckte.

„NatĂŒrlich schmecken alle unsere Waffeln lecker,“ versicherte ich ihm. Er schien zuerst darauf etwas antworten zu wollen, hielt sich dann aber doch zurĂŒck und starrte auf die Schiefertafel, die ich selbst beschrieben hatte. Er suchte sich eine Waffel aus mit Kirschen und Sahne.

Sobald er in die Waffel biss, lag sie auch schon am Boden, noch bevor ich ihn warnen konnte „Vorsicht heiß!“ Er schien mir beim ersten Eindruck der totale Tollpatsch zu sein.

Nachdem wir uns spĂ€ter besser kannten, gestand er mir, dass ich der Grund seiner Tollpatschigkeit war. Kann sein, dass mir das gerade an ihm so gefiel. Diese Hilflosigkeit mir gegenĂŒber!

Leider, die Waffel lag im Dreck und er beförderte sie gleich nach dem Kauf also wieder in den Abfalleimer. „Es tut mir leid!“ stammelte ich, denn es tat mir wirklich leid. Er winkte ab.
„Das braucht dir nicht leid tun! Ich habe sie sowieso nur deinetwegen gekauft! “Nun war ich aber perplex. Im ersten Moment fiel mir darauf keine Antwort ein, obwohl ich selten eine Antwort schuldig blieb.

Am Abend sollte ich dem Typ noch einmal begegnen. Ich traf ihn in der nahegelegenen Disco. Wir kamen immer mit 5 Leuten dorthin, weil einer von uns den Wagen fuhr.
Diesmal war Maren an der Reihe. Sie wollte fahren, weil sie gerade ihren FĂŒhrerschein gemacht hatte und Vaters Wagen nehmen durfte.

Er kreiste immer um mich herum und suchte ein GesprĂ€ch mit mir. Ich quatschte ihn an: „Und knurrt dir jetzt nicht der Magen?“ „Ich muss dir gestehen, der knurrt mir ganz enorm!“ gestand er mir und lud mich zum Essen ein. Wir suchten das Restaurant auf und aßen eine Kleinigkeit.

Wir bemerkten beide, dass wir das Essen hinauszögerten, es war so angenehm, uns so nah gegenĂŒber zu sitzen. Er schlug mir einen Nachtisch vor, doch auch der war irgendwann verspeist. Ich meinte, meine Leute wĂŒrden mich vermissen. Ich hatte sie nicht darĂŒber informiert und wir saßen doch schon recht lange im Restaurant.

Widerwillig stand er also auf. Er hieß Ralf. Bis dahin gefiel mir Ralf sehr. Ich begann mich fĂŒr ihn zu interessieren.

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anemone
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Der Skorpion

Er schob seinen Arm unter den meinen und wir suchten meine Leute auf. Alles klar, sie blinzelten mir zu. Jetzt konnten wir uns der Musik widmen. Ralf blieb an mir kleben. Auf die Frage, ob er denn ganz allein gekommen sei, antwortete er nur mit „Ja“. Viel mehr bekam ich aus ihm nicht heraus.

Als ich auf meine Uhr blickte, bekam ich einen Schrecken, tatsĂ€chlich wartete Maren schon auf uns, denn sie hatte ihrem Vater versprochen den Wagen pĂŒnktlich abzuliefern. Ralf schien das nicht sehr zu gefallen. Er bot sich an, mich allein zurĂŒck zu fahren, was ich aber ablehnte.
Er bedauerte das sehr, akzeptierte es aber.



Am nĂ€chsten Morgen klingelte mein Handy. Ralf wollte mir einen guten Morgen wĂŒnschen, was mich sehr freute. Dass er gleichzeitig in seinem Bett auch seiner Freundin persönlich einen „Guten Morgen“ wĂŒnschte, konnte ich ja nicht wissen. Denn ich wusste noch nicht einmal von deren Existenz. Das sollte ich erst viel spĂ€ter erfahren.

Am Nachmittag stand er bereits mit seinem Wagen vor der TĂŒr. Er lud mich ein mit ihm in den Zoo zu gehen. Wir schlenderten an den Tieren vorbei, er kaufte uns ein Eis und wir verbrachten einen angenehmen Tag miteinander.

Hinterher hielt Ralf sich noch geraume Zeit in meiner Wohnung auf. Wir kamen uns auch körperlich nÀher. Ich mochte seinen Geruch. Seine Körperhaare, die in meiner Nase kitzelten, wenn ich meinen Kopf auf seine Brust legte, einfach alles an ihm. Doch unmerklich begann er so langsam, seine Kreise zu ziehen.

TatsĂ€chlich war es eine Angewohnheit von ihm, immer um einen Menschen oder einen Gegenstand einen großen Bogen zu ziehen. Es machte mich nervös, wenn er dieses mit mir versuchte. Doch schlimmer noch war es, wenn er versuchte, mich mit seinen hypnotischen Augen zu fixieren. Das betĂ€ubte mich, lĂ€hmte mich. Er tat es regelmĂ€ĂŸig, bevor er mich verließ.

Ein Grund fĂŒr mich einzuschlafen und fĂŒr ihn zu verschwinden, bevor ich etwas fragen konnte.

Eines Tages dann hatte er mich so weit. Ich befand michauf meinem Bett. Seine Zangen hielten mich und sein Stachel stieß zu. Ich lag betĂ€ubt auf dem RĂŒcken, konnte mich nicht wehren.

Doch das allein war noch nicht das Ärgste: Bevor er mich und meine Wohnung verließ, um wieder zu seiner LebensgefĂ€hrtin zu verschwinden, nahm er mich mit seinen Scheren auseinander, portionierte mich quasi. Dann machte der ausgekochte Hund sich aus dem Staub.

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flammarion
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nun,

wenn du als leiche noch so schreiben kannst, dann mach mal weiter. aber er faszinierte mich, nicht mir. ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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anemone
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Danke oldicke

es schleicht sich doch immer ein Fehler ein. Tut mir leid, kann ihn im Moment nicht korrigieren.

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flammarion
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ja,

in der geposteten geschichte kann man nur bis 15 min nach dem senden etwas Ă€ndern. hier wissens ja nun auch alle, bleibt nur, bei dir zu hause Ă€ndern. ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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