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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
So genannte Feindbilder
Eingestellt am 01. 05. 2011 15:26


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Herbert Schmelz
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SO GENANNTE FEINDBILDER
Was tun bei gestörter freier Meinungsbildung ?

Das >amerikanische Feindbild< sollte uns zu antikommunistischer Weltsicht erziehen. Mit welchem Erfolg? Es war ja nichts Neues. Schließlich wuchs Skepsis, Kritik gar an der amerikanischen Demokratie. Eigenartig, wie diese sich dann den Terrorismus schafft, um ihn zu bekĂ€mpfen.

Und das >sowjetische Feindbild< im zweiten deutschen Staat? Der >bekĂ€mpfte< Kapitalismus, die bĂŒrgerliche Gesellschaft, entpuppte sich zur erstrebenswerten Existenzform, woran Kritik sich abarbeiten kann. Ich finde, die Geschichte macht oft genug undenkbare Umwege und ist dabei unmenschluch brutal. Ob das immer nötig ist,wage ich zu bezweifeln.

Wolf Schneider sagte jetzt, wegen der UmstĂ€nde seiner Karriere sei er „schon aus historischen GrĂŒnden ein Kuriosum“. Er meinte seinen Lernprozess: Unter amerikanischer Besatzungsmacht Journalismus >erlernt< zu haben, ihn seit 62 Jahren >zu betreiben<. Schneider favorisiert den Imperativ, unter allen UmstĂ€nden durch klare, verstĂ€ndliche Sprache der Wahrheit Geltung zu verschaffen.

Wie ist freie Meinungsbildung möglich? Wenn aus den vielen Bedingungen die meisten gĂŒnstig sind. Leistet der Journalist einen Beitrag zur Meinungsbildung? Aus meiner Sicht arbeitet er an diesem Lernprozess mit. Wie kann der frei sein, wenn so viele AbhĂ€ngigkeiten und ZwĂ€nge uns bedrĂ€ngen? Zum Beispiel Sorgen um Arbeit und Lebensstandard. FĂŒr mich weisen solche Fragen auf eine produktiv verwendbare Idee hin. Wir können unsre verschiedenen, ja gegensĂ€tzlichen Welterfahrungen gut aufarbeiten, wenn WillkĂŒr bekĂ€mpft und der Wille zur Wahrheit sich relativ frei entfalten darf.

Schon in >frĂŒhester Kindheit<, im Mutterleib, findet Lernen im Sinn einer frĂŒhen Sensibilisierung statt. NatĂŒrlich kann hier, wie dann in der Jugend noch deutlicher sich herausschĂ€lt, nur vom Lernen die Rede sein, das auf ein selbstĂ€ndig denkendes und handelndes Individuum zuarbeitet. Jedenfalls halte ich es fĂŒr eine faule Übertreibung, schon das Kind wegen seiner AbhĂ€ngigkeit von der Außenwelt zum Ideologiesklaven zu stempeln, der nur die Litanei von Feind und Freund nachbetet. Bevor das Kind die Schönheit von Freund und Feind empfinden kann, muss es sich selbst empfunden und erdacht haben.

Das Feindbild wird nie so heiß gegessen wie es gekocht wurde. Wenn es doch nur so schön einfach wĂ€re, dass der demoskopisch erzeugte >Glauben< an den Kapitalismus im Konjunkturtal das >herrschende Establishment< bereits zu UnterdrĂŒckungsversuchen reizt. Ich bestreite nicht, dass es ĂŒberall auf der Welt solche Versuche gibt. Die fernen SchauplĂ€tze von UnterdrĂŒckung und Krieg bedrĂ€ngen uns tĂ€glich und verdeutlichen den Zusammenhang zum repressiven sozialen Frieden bei uns. Aber die wildeste UnterdrĂŒckung ruft stets auch ihre Gegenbewegungen hervor. Wer ist jetzt so leichtsinnig, der arabischen Revolte eine schöne, wĂŒnschenswerte Freiheitsperspektive vorauszusagen? Eine Frage, die aus fundamental anti-islamischer und islamistischer Sicht verdĂ€chtig ist, mit der AufklĂ€rung ernst zu machen.

Nehmen wir China. Tibet gehört zu China und Taiwan auch. Die KP hat bis 1949 im Befreiungskampf gegen die korrupte Kuomintang China ein neues Aussehen verliehen. Der >Volksrepublik< wohnen alle Versprechungen bĂŒrgerlicher Revolutionen inne, mit halb feudalen, halb kolonialen VerhĂ€ltnissen aufzurĂ€umen.

Klar, dass die ĂŒber 1,3 Milliarden Menschen unterschiedlicher NationalitĂ€t und sozialer Schicht auf ihre Freiheit pochen, sich gegen degradierende Bevormundung wehren, wo ihre unmittelbaren Lebensinteressen angegriffen sind. Aber in der Volksrepublik existiert eine breit angelegte, konditionierte Freiheit, die den Wahrheit liebenden Nonkonformisten und kulturpolitischen Konkurrenten der in sich widersprĂŒchlichen KP schwer zu schaffen macht. Technik und Bewusstsein entwickeln sich rasant, aber auch die soziale Kluft. Dabei haben wir noch kein Wort ĂŒber die Opfer verloren, die dieser Emanzipationsprozess gekostet hat.

Sollen wir nun beispielsweise den Tibetern, auch anderen Völkern der VRCh, raten, sie sollen wegen tatsĂ€chlicher Fortschritte ihre Klappe halten, wenn sie sich gegen korrupte FunktionĂ€re des >kommunistischen Systems< wehren? Das rĂ€t nicht einmal unsre deutsche Regierung. Die stellt eine BilderaufklĂ€rung in Peking aus, und – wird dort in gebeugter Haltung vorgefĂŒhrt. So viel zu den GeschĂ€ften, die >man machen möchte<.

__________________
Ernst H.Stiebeling,EHS

Version vom 01. 05. 2011 15:26
Version vom 01. 05. 2011 15:45
Version vom 03. 05. 2011 19:19
Version vom 15. 06. 2011 20:38

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