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Leselupe.de > Ungereimtes
So kalt
Eingestellt am 11. 01. 2010 19:43


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Walther
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So kalt


Du hast letztens
Sehr laut gesprochen Dein
Ich sage jetzt was ist
Und wird
Es steht immer noch

Im sonst leeren Raum
Schartig stolz
Aufrecht
UnaufgerÀumt aber
Wahr

Das fĂŒr immer Du
Hat diesen Ort verlassen
Es zerstob in den
Vier Winden
Und mir ist so kalt

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 11. 01. 2010 19:43

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Ralf Langer
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Hallo walther,

sehr komplexe lesekunst
ist erforderlich um den Zeilen -
und InhaltsprĂŒngen dieses Gedichtes
zu folgen.

Ich denke Strophe drei war zuerst da.
Hier strebt alles dem Ende und
der KĂ€lte entgegen.

Vielleicht setzte ich
in Strophe Eins statt "letztens" "zuletzt".

Möglicherweise ist auchein Wort zuviel

aufrecht und stolz bedingen doch auch unausgesprochen
aneinder.

lg
Ralf
__________________
RL

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Walther
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Lb. Ralf,

das Adverb "letztens" könnte man mit "vor kurzem", aber eher im Sinne von "en passant", "ĂŒbersetzen". Ich habe in der ersten Strophe ein "Es" vergessen, das mag die Verwirrung ausgelöst haben.

Es war der Anfang zuerst da. Der Rest wuchs dem Text dann zu.

Meine Vers libre Texte sind immer mit komplexen ZeilenumbrĂŒchen und GedankengĂ€ngen versehen. Sie sollen absichtsvoll nicht einfach lesbar sein.

Danke fĂŒr Hinweise und Eintrag.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Vera-Lena
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Lieber Walther,

mit Deinen ZeilenumbrĂŒchen trotz Großschreibung am Anfang der Zeile und abwesender Zeichensetzung hatte ich noch nie MĂŒhe.

Eines ist mir aufgefallen:

Wenn jemand in aller Deutlichkeit sagt, was ist und was werden soll und diese Aussage auch wahr ist, kann sie eigentlich nicht "UnaufgerĂ€umt" sein. Ja, so wĂ€re das bei meiner MentalitĂ€t, aber.... es gibt natĂŒrlich auch Menschen, die voreilige EntschlĂŒsse fassen, selbst wenn sie schwerwiegend sind. Um so jemanden muss es sich also wegen dieses einen Wortes "unaufgerĂ€umt" handeln.

Das sind dann allerdings oft Menschen, die ihre scharfkantige Aussage wieder korrigieren. Insofern kann man noch hoffen, dass dem Lyri nicht dauerhaft kalt sein muss.

Der "leere Raum" vermittelt mir, dass das Lyri seinerseits eine solche Aussage nicht erwartet hatte, völlig ĂŒberrascht dasteht und auch so rasch keine Entgegenung finden kann.

Auch die letzte Strophe vermittelt noch ein Mal, dass das Lyri zunĂ€chst ausschließlich seinen Empfindungen ausgeliefert ist und noch keinen klaren Gedanken fassen kann.

Geschickt ausformuliert die Innenansicht dieser Abschiedsszene.

Liebe GrĂŒĂŸe
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Walther
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Lb. Vera-Lena,

danke fĂŒr Deine sehr tiefsinnige Betrachtung des Gedichts. Du hast viele Intensionen sehr schön getroffen, bist aber ĂŒber das Wort "unaufgerĂ€umt" gestolpert, das auf den ersten Blick im Widerspruch zum (menschen)leeren Raum steht.

Vielleicht hilft Dir der Hinweis, daß dieses Eigenschaftswort zwei Bedeutungen hat. Man bezeichnet einen Menschen als "in aufgerĂ€umter Stimmung", wenn er gelöst und problemfrei sich ganz der Freude an seinem Da- und Hiersein hingibt. Mit derart innerlich "aufgerĂ€umten" Menschen lassen sich gute GesprĂ€che erleben.

Jener Mensch, von dessen knallhartem Statement das Gedicht berichtet, aber ist in der Tat völlig "unaufgerĂ€umt", also das glatte Gegenteil von einem Gutelauneverbreiter. Genau diese Stimmung bleibt im (menschen)leeren Raum zurĂŒck, der damit selbst "unaufgerĂ€umt" ist, womit das von mir gerne herangezogene Spiel "innen-außen" seinen Kreis schließt.

Des Wortes doppelte Bedeutung war zu erahnen, will ich damit sagen. Und die IrrefĂŒhrung war gewollt und aufgelöst.

Denn ein Raum mit einer solchen AtmosphĂ€re zerstört das Vertraute (= "fĂŒr immer Du") und lĂ€ĂŸt die Winde hinein. Der Zug der Vergeblichkeit, der einem Eishauch gleicht, lĂ€ĂŸt das LyrIch rufen:

quote:
Und mir ist so kalt

LG W.
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Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Vera-Lena
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Ah, danke!

Auf das Gegenteil von "aufgerĂ€umter Stimmung" wĂ€re ich nun gar nicht gekommen, lieber Walther. Aber auch ĂŒber meine Version dieses Wortinhaltes bin ich ja zu den Aussagen Deines Textes trotzdem vorgestoßen.

Allerdings lese ich es jetzt noch entspannter als einen Augenblick, der sich sehr schnell auch in sein Gegenteil verwandeln kann.

Liebe GrĂŒĂŸe
Vera-Lena




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