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Leselupe.de > Gereimtes
So kam die Schwalbe unters Dach!
Eingestellt am 18. 04. 2003 22:04


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Ikarus
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So kam die Schwalbe unters Dach!

Ortszeit in Süd-Afrika,
Am Flugplatz von Namibia.
Heiß! - Plus/minus 40 Grad,
Die Schwalben - Airline steht parat
Zum Abflug nach West - Germany,
1 Uhr p.m. – Da kommen sie,
Die Passagiere und es schallt:
„Das Rauchen einstell’n, angeschnallt!“

Mit Schubkraft geht es in die Höh’,
First Class bei reichlich Wurmfilet.
Ortszeit! 6 Uhr in der Früh!
Ankunft in West – Germany!
Jetlag...alle sind konfus,
Sie fliegen nun den Rest zu Fuß,
Ausspähend nach `ner Baumpension,
Wenn möglich Zimmer mit Balkon.

Jedoch da der Tourismus blüht,
Ist man zur Suche schwer bemüht,
Sodass man bald verzagt und flucht,
Weil Buchen restlos ausgebucht,
Von Meisen, frei nach dem Zitat:
„Moment! Das Grundstück ist privat!“

In Linden hockt ein Drosselschwarm,
Die eine schlägt sofort Alarm,
Die andern feuern drum mit Kot,
Hier herrscht, ganz strikt, Revierverbot!

Das Hängebirkenappartement
Ist, weil’s an Flusses Ufer nah,
Mit Trauerschnäppern bis aufs letzt’
Der 50 Nestern voll besetzt.

Im komfortablen Erlhotel,
Dort zimmern Spechte mit Gesell’
Am Ausbau neuer Betten, drum
Kehrt jede Schwalbe lieber um.

Im Dornbusch der Neuntöter spießt
Sein Opfer grade auf, genießt
Das zarte Häppchen regelrecht,
Den Schwalben wird es dabei schlecht.

Im Obstbaumferienparadies
Gleich Hinz und Kunz sich niederließ,
Vom Distelfink bis Wendehals,
Die gierig warten auf die Balz.

Im Ahorn nervt die Nachtigall,
Gar Nächte lang mit ihrem Schall,
„Hüid – Hüid“, den Schnabel hält
Für nichts und niemals auf der Welt.

Im Eichbaum nistet der Pirol
Und meinte nur:“ Euch piept es wohl!“
Leer steht das Weidenpenthouse zwar –
Zu teuer für die Schwalbenschar.

Zuletzt nimmt man die Äcker vor,
Selbst dort fehlt jede Art Humor,
Denn eine Lerche kocht vor Wut,
Weil man sie störte bei der Brut.

Die Schwalben haben’s gründlich satt
Und wandern in die nächste Stadt,
Wo jede nach `nem Brunnen sinnt,
Indes durchs trock’ne Kehlen rinnt,
Pfiff jäh vom Giebel her ein Spatz:
„Hey, ihr da drüben! Hier ist Platz!“
Und alle staunen, zwitschern: „Ach!!!“
So kam die Schwalbe unters Dach.

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wondering
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tiriliiii

Hallo Ikarus,
echt gut gelungen, das Gedicht. Das Geflatter kam wirklich gut rüber!
Eine schöne Idee und gut umgesetzt. Ab der vierten Strophe kommt die Geschichte etwas "natürlicher" rüber, ab da gefällt es mir auch besonders gut. Wie man die "Technik" da heraushalten könnte, ist mir allerdings auch nicht eingefallen.

Vielleicht dir?
Viele Grüße
Wondering

__________________
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

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Ikarus
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Türilüt-Türilüt!

Hy Wondering,

danke für den positiven Komm. von dir.

Technik? Wollte ich absichtlich. Ein bischen vermenschlichen, sozusagen. Also mich stört's nicht unbedingt. Natürlich ist mir Natur auch lieber, die ja gottseidank immer wieder in meinen Werken hervorsticht.

Schöne Ostern!

Grüße
Ikarus

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Klopfstock
Guest
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kleine Änderung ?

Hallo, Ikarus,

wie wär's, anstat: "Weil hier ein strikt's Revierverbot" -"Hier herrscht, ganz strikt, Revierverbot." ???
Ansonsten wieder einmal GELUNGEN!!!
Das mit der Technik, ist ja gerade das Spaßige, weil es
das in der Natur nicht gibt - es menschelt halt ein wenig
im Vogelreich ...*zwinker*...))

Wünsche Dir frohe Ostertage
und sende liebe Grüße

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aboreas
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Hallo ikarus.

Na endlich!

Ich dachte schon, ich würde auf diese Frage nie mehr eine Antwort finden.

Den „Ãœberfliegern“ ist schon immer mit Misstrauen begegnet worden.

Ansonsten schließe ich mich dem geschätzten Urteil von Klopfstock an.

Gruß. aboreas

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Ikarus
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Schwalben! Sie kommen!

Hallo Klopstock,

danke für den Komm. und den Tip, der mir sehr gut gefällt. An dieser Stelle hatte ich sowieso herumgedocktert. Dein Vorschlag ist ok. Editiere sofort...

Dir Aboreas danke ich auch und freue mich, dass ich auf deine Frage Antwort fand.

Viele Grüße und nachträglich frohe Ostern

Ikarus

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