Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92203
Momentan online:
391 Gäste und 17 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Feste Formen
So.nett.er Schund
Eingestellt am 25. 01. 2011 20:32


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

So.nett.er Schund


Ich hätt so gerne kräftig drauf geschissen,
Doch diese Welt ist ungerecht, ein Witz:
Ich w√ľnschte mir, es tr√§fe mich der Blitz,
Dann hätte ich vorab ins Gras gebissen,

Und niemand hätte mir mein Werk verrissen!
Nun bin ich fertig und todtraurig, sitz
Am dunklen Fenster: Durch den schmalen Schlitz
Passt kaum ein Sonnenstrahl! Und mich vermissen,

Den tiefen Sturz bedauern: Keiner w√ľrde
Ein ganz klein wenig Mitleid haben und
Sie mit mir tragen, diese ‚Äď meine! ‚Äď B√ľrde:

Versager st√ľtzt man nicht. In dieser Stund
Zerbricht sie, des Sonetters edle W√ľrde,
Vernichtet durch das Urteil: Welch ein Schund!

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 25. 01. 2011 20:32
Version vom 25. 01. 2011 21:15
Version vom 27. 01. 2011 19:54
Version vom 04. 02. 2011 08:38

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Pelikan
Guest
Registriert: Not Yet

Es ist eigentlich schade, dass solch ein handwerklich
hervorragendes Gedicht nur ein paar Leser hat und das weil es keinen nicht nur langen, sondern √ľberhaupt keinen Strich vorweisen kann. Es ist, das muss dem Schreiber der Neid lassen, witzig, mit einem Spritzer Boshaftigkeit gegen
die Forenschreiber gew√ľrzt. Dieses ist leider auch sein Minuspunkt, bei allem Drang den man versp√ľrt in Richtung Lob:
Es ist ein immer gleiches Thema auf welchem der Schreiber gerne reitet....leider. Dennoch kann ich mir nicht verkneifen zu sagen, das es mir gefällt und mich gleichzeitig die mangelnde Beachtung dieses Gedichtes wundert.
Tja, das nur zum Thema: "Der Strich weist dem Leser den Weg zum guten Werk: Langer Strich=gleich gutes Gedicht,
kurzer=gleich schlechtes, kein Strich=miserabel".

Tja, dazu kann man nur sagen: Pustekuchen! und: Stimmt nicht!
LG Pelikan
P.S. nicht √ľber die K√ľrze des Striches wundern,
dem Strichmacher ist keine Länge vergönnt

Bearbeiten/Löschen    


Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10341
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Vera-Lena eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber Walther,

welch sch√∂nes Selbstmitleid-Gedicht! Und durch die edle Form des Sonetts, die Du nat√ľrlich wieder gl√§nzend ausgef√ľllt hast, f√§llt einem das Selbstmitleid schon gar nicht mehr auf. Auch die Reime finde ich spitzenm√§√üig.

"Dann h√§tt' ich vorab schon ins Gras gebissen" gef√§llt mir sehr. Das m√∂chte ich auch, dem Tod entwischen und einfach schon sterben, bevor er auf seinem Bestellschein gesehen hat, dass mit mir die n√§chste Lieferung ansteht. Sein Gesicht m√∂chte ich dann mal sehen. (Womit ich allerdings keinen Selbstmord meine sondern nur ein friedliches Hin√ľbergleiten wie im Traum in die lichtvolle Welt.)

Solche Texte kann man nat√ľrlich nur schreiben, wenn es in Wirklichkeit keinen Grund zum Selbstmitleid gibt.

Und den gibt es auch nicht, denn auch dieser humorvolle Text ist Dir gelungen.

Liebe Gr√ľ√üe
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Bearbeiten/Löschen    


HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
Kommentare: 6461
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um HerbertH eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil


Lieber Walther,

quote:
Kein Sonnenstrahl sich stiehlt! Und mich vermissen,

warum so verdreht? Mir gefiele

Passt kaum ein Sonnenstrahl! Und mich vermissen,

besser, weil dies sprachlich runder klingt. Notfalls ginge auch "Passt gar kein Sonnenstrahl! ...".

Bei

quote:
Sie mit mir tragen, diese ‚Äď meine! ‚Äď B√ľrde:

ist das "Sie" leicht als betont zu lesen, weil das "i" darin länger klingt als im "mit", was dem Jambus zuwiderläuft.

lG

Herbert

__________________
© herberth - all rights reserved

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hi Herbert,

danke f√ľr Deinen Vorschlag, den ich bereits umgesetzt habe.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lb. Vera-Lena,

vielen Dank f√ľr Deinen sehr freundlichen Eintrag. Es ist sch√∂n, da√ü Du hier wieder postet. Nicht nur ich habe Dich und Deine wunderbar lyrische Sprache vermi√üt.

Selbstmitleid ist meine Sache nicht, aber sich selbst auf die Schippe Nehmen darf und soll man, finde ich. Wie oft hat sich ein Dichter schon schlecht behandelt gef√ľhlt? Jeder mindestens einmal im Leben - manche m√∂glicherweise am St√ľck. Verkannte Genies gibt es mehr als bekannte Doofk√∂ppe.

Die Idee mit dem leisen Sterben vor dem Todum dessen dummes Gesicht anschauen zu k√∂nnen, ist ein genialer Einfall. Den solltest Du Dir patentieren lassen. Daraus sollte man eine Kurzgeschichte machen, die w√§re, richtig gebaut, der Wahnsinn. Das Lachen w√ľrde einem im Halse steckenbleiben, aber man w√ľrde sich sicherlich denn√∂ch k√∂stlich am√ľsieren: Bester schwarzer Humor eben.

Besonders danke ich Dir f√ľr Deine lobende Textbewertung. Ich wei√ü das gerade von Dir sehr zu sch√§tzen.

Frohes Dichten und Werken.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


Janosch
???
Registriert: Feb 2005

Werke: 152
Kommentare: 290
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Janosch eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

sch√∂n. aber beim ersten terzett komm ich durcheinander, weil die s√§tze √ľbers zeilenende hinaus gehen (was ja nicht selten in sonetten passiert) und "sie mit mir tragen" - da wei√ü man erst mal nicht, was oder wer mit sie gemeint ist, dann wei√ü man es, aber beim lesen komm ich ein bissl aus dem rhytmus, wie gesagt. zumindest beim ersten lesen, wenn man einmal wei√ü wie man an die sache herangehen muss, dann klappts.
trotzdem schönes sonett.
gruß janosch

ps: noch ein t zuwenig entdeckt: PassT kaum ein Sonnenstrahl

Bearbeiten/Löschen    


8 ausgeblendete Kommentare sind nur f√ľr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur√ľck zu:  Feste Formen Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!