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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Solaris light (?) ein Film von Soderbergh - eine Rezension
Eingestellt am 19. 03. 2003 11:39


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Bernd
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Solaris light

Steven Soderbergh verfolgte schon lange die Idee, "Solaris" von Lem neu zu verfilmen. Er hat es nunmehr geschafft, und das Ergebnis ist durchaus beachtlich.

Allerdings muss er sich den Vergleich mit Tarkowski gefallen lassen, dessen Verfilmung zu den Klassikern der Filmkunst gehört. Und da beginnt das Dilemma. Er hat einen Film für action-gewohntes Publikum gedreht, musste also Kompromisse eingehen.
Deutlich ist: Er orientierte sich an der Bildsprache Tarkowskis, setzt dabei Eigenes ein.

An die Stelle des russischen Ikonen-Malers Andrei Rubljow tritt Dylan Thomas, der amerikanische Dichter.

Bei Tarkowski sieht man am Anfang lange, sehr lange Zeit Wasserpflanzen, die im Wasser schweben, bei Soderbergh beginnt der Film mit einem Regenguss.
Donatas Banionis und George Clooney ähneln sich vom Typ.

Soderbergh meint, sein Film sei kein "Remake".
Doch ähnelt er dem Film Tarkowskis über weite Strecken sehr.

Beide sind philosophische Filme. Beide haben eine langsame, beinahe gemächliche Rhythmik, beide leben von der Sprache der Bilder.

Soderberghs Film ist nur halb so lang, anderthalb statt drei Stunden, also muss er sich konzentrieren auf die Haupthandlungen. Und so lässt er die Szenen fast völlig fort, die auf der Erde spielen. Kurze, abgehackte Szenen im Verhältnis zu den ausgespielten Szenen bei Tarkowski. So kommt die Stimmung, etwas Geheimnisvolles vor sich zu haben, nur teilweise auf. Wo Tarkowski Fragen stellt, gibt Soderbergh Antworten. Man weiß, was passieren wird.

Der Planet generiert Lebewesen, die die Träume, das Unterbewusstsein darstellen.
Und die hängen meist mit der Liebe zusammen. So erscheint die frühere Frau von Kris Kelvin, die längst Selbstmord verübt hatte. Sie weiß nicht, woher sie kommt, wird aber zunehmend menschlicher.
Kris stellt sich seiner Vergangenheit.
Auf der Raumstation herrscht Verfall. In gewisser Hinsicht ähnelt sie den Bildern, die wir von der letzten Zeit der MIR kennen.

Nachdem Kelvin zunächst seine Frau ins Weltall bugsiert hat, kommt sie wieder, verliebt er sich wieder in sie, er will nachholen, was er früher versäumt hat, sieht es als Chance.

Sie ist praktisch unsterblich. Nur durch bestimmte Strahlen wird sie vernichtet. Aber nicht wirklich.
Auf Solaris existiert sie weiter, ohne dass wir wissen, wie.

Ich bin in einem Zwiespalt. Gäbe es Tarkowskis Film nicht, würde ich Soderberghs Film wohl noch höher schätzen.

Leider spielt Soderberghs Film die Szenen nicht aus, er jagt fast durch. (Diese Meinung haben wenige, den meisten ist er zu langsam und zu lang ...)

So:
Tarkowskis Film: Ausgezeichnet.
Soderberghs Film: Sehr gut.

Soderberghs Verdienst wird es sein, "Solaris" dem amerikanischen Publikum zugänglich gemacht zu haben.

Wer seinen Film mag, sollte sich den von Tarkowski ebenfalls anschauen, so er es noch nicht tat. Auch der läuft zur Zeit.

Die groĂźe Schlange stand bei "Goodbye Lenin", nicht bei "Solaris". Doch war auch "Solaris" in Dresden fast ausverkauft, im Tarkowski-Saal in der Schauburg.

Viele GrĂĽĂźe von Bernd

(PS: Ich hoffe, dass das Forum das Richtige hierfĂĽr ist, die anderen passen auch nicht besser.)

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Michael Schmidt
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Hallo Bernd,

ein kurzer Abriß, worum es in dem Film geht, wäre hilfreich.

Bis bald,
Michael
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Bernd
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Dr. Chris Kelvin erhhält einen Hilferuf von seinem Freund Gibarian, der sich auf einer (bereits halbverlassenen)Raumstation beim Planeten Solaris befindet.
Er fliegt hin, und findet Gibarian tot vor.
Er fragt die beiden anderen noch verbliebenen Mitglieder der Besatzung, was geschehen sei, bekommt aber keine Antwort. Sie sagen, er mĂĽsse erst selbst erlebt haben, was los ist.
In der Nacht erscheint seine schon mehrere jahre tote Frau. Erschrocken bugsiert er sie in den Weltraum. Auch den anderen Besatzungsmitgliedern erscheinen aus ihren Erinnerungen abgeleitete von Solaris materialisierte Gestalten.
Chris verliebt sich in die Reinkarnation seiner Frau.
Keiner weiĂź, was eigentlich los ist.
Chris Frau versucht sich umzubringen mit flĂĽssigem Sauerstoff, aufersteht aber wieder.
SchlieĂźlich wird sie mit speziellen Strahlen behandelt, worauf sie verschwindet.
Die Raumfahrer kehren zur Erde zurĂĽck, auĂźer Chris, der auf Solaris bleibt, und schlieĂźlich seine Frau wiederfindet.

---

Meine Nacherzählung ist sehr unvollkommen, denn sie sagt eigentlich auch nichts.
Seht Euch den Film Soderberghs an, lest das Buch, und wenn möglich, auch den Film von Tarkowski.
(Tarkowskis Film kann man 5 mal ansehen, ohne dass er je langweilig wird, es sei denn, man gehört zur Mehrheit der Kinobesucher, die Actionfilme vorziehen.)

PS: Alle drei Werke sind unterschiedlich.

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jon
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In diesem Forum soll SF-Literatur das Thema sein.
Dies ist eine Rezension (, wenn auch zu einem SF-Film). Ich möchte den Thread aber noch nicht verschieben, da im Moment nur "Sonstiges" bliebe. An einer anderen Lösung arbeite ich derzeit.
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Bernd
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Liebe Jon,

wenn es größere Probleme mit dem Text gibt, dann lösche ich ihn eben.
Er passt zu dem Genre und ist nicht "Szene-Info", sondern eine Rezension.
Wäre schade, wenn SF so eng gesehen wird.
Ich habe auch seit längerer Zeit praktisch keine neuen Themen mit SF-Gedichten mehr veröffentlicht, da ja nur noch Prosa im Forum erscheinen soll.

Na ja. Schade.


GrĂĽĂźe von bernd
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jon
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(Moderatoren-Antwort)

Lieber Bernd,

die Einschränkung auf Prosa ist – jedenfalls von mir – nie gemacht worden. Im Gegenteil: Jeder Text, der SF ist, ist mir willkommen. (Auch wenn in der Foren-Übersicht SF unter Prosa steht – das hat eher einen praktischen Hintergrund.)

Deine Rezension nun ist nicht SF sondern betrachtet SF (oder vielmehr ein spezielles SF-Produkt).
Die Crux besteht darin, dass man (als Literat – und die LL ist eine Literatur-Plattform) eine Rezension (mehr noch als andere Texte) auf zwei Arten lesen kann: Als Information über den Rezensionsgegenstand und als Text im handwerklich-künstlerischem Sinne. Wenn es dir vor allem um die Information (es gibt den Film und ich finde ihn…) geht, müsste der Thread in die Plauderecke geschoben werden. Geht es dir um den Text (kommt rüber, was ich sagen will? ist es handwerklich ok?) müsste er in ein (leider {noch?} nicht vorhandenes) Journalistik-Forum geschoben werden.
Da ich journalistische Genres (und Rezensionen gehören ja dazu) durchaus auch als Literatur-Teil sehe (wegen ihrer täglichen Präsenz sogar als einen für die allgemeine Sprachbildung ganz wichtigen Teil), täte es mir leid, wenn der Text nur deshalb aus der Lupe verschwände, weil er keinen wirklich geeigneten Platz findet. Deshalb bleibt er – soweit ich das entscheiden kann – erstmal hier. Ist das so OK für dich?

GrĂĽĂźe von
Ulrike


Diskussion zu Sinn oder Unsinn eines Forums fĂĽr journalistische Genres starte ich jetzt in der Plauderecke unter Hier klicken
Was ist eure Meinung?
jon
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Bernd
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Liebe Ulrike,

ich verstehe Deinen Punkt. Ich hatte ja selbst leise Zweifel geäußert.
Wenn es um das Buch gegangen wäre, hätte ich es auch sicher unter die entsprechende Rubrik geschoben. Für Filme ist aber keine da, und unter Plauderei verstehe ich was anderes.
Also vielen Dank, auch fĂĽr die Toleranz in diesem Forum.

Viele GrĂĽĂźe von Bernd
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