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Leselupe.de > Feste Formen
Sommernacht
Eingestellt am 11. 08. 2011 20:45


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HerbertH
???
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Sommernacht

Am Tannensaum, gleich bei der Friedhofsmauer,
mischt Mondlicht helle Farben in das Blau
der Bl├╝ten rings um frisches Gr├Ąbergrau,
beleuchtet Bl├Ątter, nass vom Abendschauer.

Den Nachtigallen lauscht die alte Frau,
sie k├╝nden ihr von eigner bittrer Trauer
und tr├Âsten sie. Sie wartet, starrt genauer
zum Ulmenschatten in der nahen Au,

als k├Ânne sie den Mann am Bache sehen,
der alle Jahre ihres Gl├╝ckes fand,
der bei ihr war bei ihren ersten Wehen,

der ihr die B├Ąnder in die Haare band.
Sie krampft den Mund, als bisse sie auf Schlehen.
Ihr ist, als rief' er sie ins Schattenland.

Rezitation:

Version vom 11. 08. 2011 20:45
Version vom 12. 08. 2011 09:49
Version vom 12. 08. 2011 11:09

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HerbertH
???
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Konjunktiv II

Hallo rogathe, hallo Bernd,

ich habe "rief'" in der letzten Zeile gew├Ąhlt. (Konjunktiv II, Pr├Ąsens, siehe Hier klicken ) Nach meinem Sprachgef├╝hl m├╝├čte das stimmen

Danke f├╝r den Hinweis

Herbert
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HerbertH
???
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jetzt mit einer Rezitation. Fast m├Âchte man meinen, es handele sich um eine Aussenaufnahme ...
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serge gurkski
???
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Hallo Herbert,

gerufen habe ich mich auch schon gef├╝hlt (am Grab stehend), obwohl ich keine alte, oft gekr├╝mmte Frau bin.

Wunderbares Gedicht!
Meine Lieblinge; gr├Ąbergrau und diese Zeile:
"der ihr die B├Ąnder in die Haare band."

Kleines Problem habe ich mit dem Titel. Er ist mir zu beliebig.
Deine Rezitation ist sehr gelungen. Ich hoffe, aklle zuk├╝nftigen Leser h├Âren sie sich an.
Ich verstehe JoteS Einwand, die Sonettform betreffend. 2. Quartett und 1. Terzett sollten wohl nicht ├╝berlappen. Es gibt auch inhaltlich gewisse Vorgaben(in den Quartetten These und Antithese, in den Terzetten Synthese und im letzten Terzett zudem noch ein Knallbonbon (├ťberraschung, aber das betrifft vielleicht nur das englische sonnet. ;-))

Trotzdem, wie schon geschrieben: sch├Ânes Gedicht!

lg

Serge


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Habe bonum animum. Plautus

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HerbertH
???
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Hallo Serge,

"Das vorliegende Sonett ist aus einer Art Schreibaufgabe in einem anderen Forum entstanden zum Thema Sommernacht, bei der eine Reihe von Sonetten vorgestellt wurden, bei denen in der sommernacht nur v├Âllige harmlosigkeiten gereiht wurden, denen ich mit meinen Gedicht etwas mit einem ernsten Thema als Kontrast entgegen stellen wollte. vor diesem Hintergrund ist die erste Strophe als eine ├ťberleitung zu sehen von der Beschreibung von Natursch├Ânheiten zu der von gedanklichen Prozessen, die ich f├╝r den Leser nachempfindbar darstellen wollte" schrieb ich dazu in einem anderen Forum, wo ich das Gedicht auch eingestellt habe. Das erkl├Ąrt den Titel, den man in der Tat anders w├Ąhlen k├Ânnte.

Die These-Antithese-Synthese-Knalleffekt Struktur halte ich hier sicherlich nicht ein. Es gibt aber sehr viele andere Sonette, die dies auch nicht tun. Auch Zeilen, die sich ├╝ber zwei der vier Strophen ausdehnen, gibt es in modernen Sonetten recht h├Ąufig. Man k├Ânnte auch ├╝ber eine andere Aufteilung der Zeilen zu Strophen nachdenken, z.B. eine 4-4-4-2 Aufteilung wie beim Shakespeare-Sonett oder gar eine einzige 14-zeilige Strophe. Mal sehen, ob ich dazu noch etwas unternehme.

Mich freut, dass die Stimmung des Gedichtes bei Dir angekommen ist und Dir auch die Rezitation gef├Ąllt, obwohl man ├╝ber die Aufnahmequalit├Ąt streiten kann. Aber das Rauschen, dass eine Au├čenaufnahme oder ein Rezitieren draussen suggeriert, passt irgendwie ganz gut.

Vor kurzem habe ich noch nachgedacht, ob ich aus der "alten Frau" eine "krumme Frau" machen sollte, weil das Bild der alten Frau schon etwas abgenutzt ist. Aber das muss ich mir noch l├Ąngere Zeit ├╝berlegen.

Danke f├╝r Deinen ausf├╝hrlichen Kommentar mit Lieblingstellen und den anerkennenden Worten.

Liebe Gr├╝├če

Herbert
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HerbertH
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Was haltet Ihr von der folgenden Version?

quote:
Sommernacht

Am Tannensaum, gleich bei der Friedhofsmauer,
mischt Mondlicht helle Farben in das Blau
der Bl├╝ten rings um frische Gr├Ąber: Grau
beleuchtet Bl├Ątter, nass vom Abendschauer.

Den Nachtigallen lauscht die alte Frau,
sie tr├Âsten sie in ihrer bittren Trauer.
Den R├╝cken straffer harrt sie, starrt genauer
zum Ulmenschatten in der nahen Au.

Ist das ihr Mann, mit dem sie endlos lebte,
der bei ihr war bei ihren ersten Wehen,
mit dem sie ihren Lebensteppich webte?

Sie qu├Ąlt der Wunsch, dort wirklich den zu sehen,
an dem sie hing, wie eine Klette klebte.
Sie krampft den Mund, als bisse sie auf Schlehen.


Danke im Voraus f├╝r die Hilfe.

Herzliche Gr├╝├če

Herbert

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