Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92269
Momentan online:
384 Gäste und 6 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Feste Formen
Sommersturm (Distichon)
Eingestellt am 13. 07. 2010 09:15


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2248
Kommentare: 11067
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Unbill und Sturm schickt im Sommer der Wettergott ĂŒber die Lande,
knickt der Baum dann um, bleibt auf der Straße viel Laub.


__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Version vom 13. 07. 2010 09:15

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


JackoF
???
Registriert: Jun 2010

Werke: 35
Kommentare: 313
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um JackoF eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Bernd,

bin ein sehr interessierter Mitverfolger zu Eurer(Du und Claudia/kakadu) Distichon-Arbeit.
Habe mal diesen Zweizeiler betont :
(schwarz - vielleicht, wie Du es betontest(nach Theorie),
und blau - wie ich es betonen wĂŒrde)


Unbill und Sturm schickt im Sommer der Wettergott ĂŒber das Land,
XxxXxxXxxXxxXxxX / Xxx XXx Xxx XxX Xxx X / schickt – X / Wettergott - XxX
knickt der Baum dann um, bleibt auf der Straße viel Laub.
XxXxX, XxxXxxX / XxXxx, XxxXxxX / dann um - xx

WĂŒrde mich freuen, mir mal aufzuzeigen, wie Du es fĂŒr Dich tatsĂ€chlich betontest :-))

Soweit ich weiß, mĂŒsste doch im Hexameter am Ende ein kompletter TrochĂ€us stehen.
Demnach(als Bsp) :...."ĂŒber die LĂ€nder"

und ein interessiertes TschĂŒss, Jacko

--

Bearbeiten/Löschen    


Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2248
Kommentare: 11067
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo, Jacko, und Danke fĂŒr die Hinweise.

Ich betone es tatsÀchlich:

Unbill und Sturm schickt im Sommer der Wettergott ĂŒber das Land,

"Wettergott" ist auf der ersten Silbe betont und hat auf der letzten allenfalls eine leichte Nebenbetonung.

Eigentlich betone ich es außerdem melodisch: Es beginnt mit einer hohen Silbe "Wett", geht mit einer etwas tieferen Silbe "ter" weiter und endet mit der tiefsten Silbe "gott". Alle haben etwa die gleiche LĂ€nge.

Den letzten TrochÀus werde ich vervollstÀndigen.

Ich habe die Form und ihre Grenzen noch nicht bis zum Ende "verinnerlicht" - wahrscheinlich, weil ich auch vorhandene Vorlagen unterschiedlich lese.

Die erste Zeile hat jetzt eine Art "Dreivierteltakt" - wie der Walzer.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen    


JackoF
???
Registriert: Jun 2010

Werke: 35
Kommentare: 313
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um JackoF eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Bernd,

mit dem Betonen ist das teilweise sowieso eine rein individuelle Sache – Klar !!

Deine beiden Zeilen :
Unbill und Sturm schickt im Sommer der Wettergott ĂŒber die Lande,
knickt der Baum dann um, bleibt auf der Straße viel Laub.

Habe nochmal in mich betonend reingehört - Meine folgenden Betrachtungen seien auch bitte nur als Diskussionsfragen zu nehmen !
Beispiele, wie ich es betone :

der Wettergott ist laut
der Wettgott grummelt
der Wettergott grummelt <=> Wettergott ĂŒber <= Dein Text /( also beides wegen folgendem grummelt oder ĂŒber ??? )

ginge nicht auch :
der Wettergott grummelt <= nun mit Spondeus ???

----------------------------------------------

Und nun nochmal zum trennbaren Verb „umknicken“
(in der Trennung wird fĂŒr mich die Vorsilbe „um“ nun unbetont)

die BĂ€ume werden umknicken
die BĂ€ume sind umgeknickt
es knickt der Baum um

der Baum knickt um / ??????????????
FĂŒr mich : der Baum knickt um / oder : der Baum knickt um

der Baum knickt um, fÀllt in die Tiefe / ??????????????
FĂŒr mich : der Baum knickt um, fĂ€llt in die Tiefe
......oder : der Baum knickt um, fÀllt in die Tiefe


Bernd, mal so meine nun Betrachtungen - was meinst Du dazu ??

TschĂŒss, Jacko

--

Bearbeiten/Löschen    


Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2248
Kommentare: 11067
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die Betonung hÀngt auch davon ab, was man hervorheben möchte.

umknicken

knickt der Baum dann um, - Zeit wird betont.

knickt der Baum dann um, Umknicken des Baumes wird betont.

Eigentlich trifft hier auch "Hebung" zu. Bei der Betonung wird die Stimme "gehoben".

Die BĂ€ume werden umknicken - Es geht um die BĂ€ume.
Die BĂ€ume werden umknicken - es geht darum, dass die BĂ€ume umknicken, beides ist wichtig.

Die BĂ€ume werden umknicken! Auch, dass es in der Zukunft liegt, ist wichtig.

Die BĂ€ume werden umknicken! Es wird hervorgehoben, dass es um eine BefĂŒrchtung und Vorhersage geht.

Eine Differenzierung ergibt sich auch durch Geschwindigkeit, Takt und Sprachmelodie.


/Die BĂ€ume/werden/ um/knicken/ dadie dadie dadiedada

/Die BĂ€ume werden/ umknicken/ dadadadada diedada

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen    


kakadu
???
Registriert: Jun 2010

Werke: 19
Kommentare: 146
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um kakadu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Bernd, hallo Jacko!

Schön, Euch beide hier im GesprÀch zu sehen. Da geselle ich mich gerne
dazu, denn der Diskussionsansatz von Jacko ist höchst interessant.

Es wĂ€r schon im Sinn des traditionellen Distichons, fĂŒr die unbetonten
Stellen auch möglichst unscheinbare Silben zu wÀhlen. Im Distichon
geht es ja darum, einen wirkungvollen Kontrast im Betonungsmuster
zwischen Hexameter und Pentameter zu setzen.

Ich geb mal ein Beispiel, wie sich m.E. der Hexameter anschmiegsamer
und der Pentameter entsprechend kontrastierender lesen wĂŒrden:


Unbill und StĂŒrme verwĂŒsten im Sommer die blĂŒhenden GĂ€rten.
Gnadenlos fÀllst du den Baum. Wettergott, musste das sein?



Hexameter haben aber fĂŒr mich wegen ihrer unvergleichlichen KlangfĂŒlle
einen ganz besonderen Reiz, und zufÀllig experimentiere ich gerade
damit. Es scheint mir fast, als könnte der wohltönende Effekt dieser
Verse sogar noch verstÀrkt werden, wenn wir weniger auf Gleichklang
und alternierende Elemente, und dafĂŒr mehr auf das Hervorheben der
inhaltlichen Besonderheiten achten wĂŒrden. Mit anderen Worten: Nicht
glÀtten, sondern aufrauen.

quote:
Unbill und Sturm schickt im Sommer der Wettergott ĂŒber das Land,
Wenn ich mir Deinen Hexameter daraufhin anschaue, lieber Bernd,
und ihn mal ein bisschen eigenwilliger ixe

XxxX XxXx xXxX XxxX

bekommt er eine völlig andere Struktur und entwickelt sich in seiner
ganzen KlangfĂŒlle zu einem Prachtvers! Na schön, fĂŒr ein Distichon
ist er so nicht mehr verwendbar, hat dafĂŒr aber viel an AusdrucksstĂ€rke
gewonnen. Lest ihn mal laut nach meiner Betonung. Empfindet Ihr es
auch so, oder spinne ich?

Ich bin gespannt auf Eure Meinung.

Liebe GrĂŒĂŸe
Claudia

P.S. Sorry, Eure letzten BeitrÀge sind mir wÀhrend des Schreibens
entgangen. B.B. gehe ich spÀter nochmal darauf ein.

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Feste Formen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!