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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Sommertage
Eingestellt am 08. 11. 2010 10:19


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Marc Appat
Hobbydichter
Registriert: Nov 2010

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Sommertage



Alles k├Ânnte so sch├Ân sein. Warum ich? Warum nur, warum? Ich habe sie noch immer im Ohr. Meine Freunde. Wie sie sich freuen auf diesen Sonntag. An den See wollen sie fahren, ja. Nat├╝rlich haben sie mich gefragt, ob ich mit will. Warum sollten sie mich auch nicht fragen? Nat├╝rlich will ich mit. Warum h├Ątte ich auch nicht mit wollen? Aber ich gehe nicht mit. Wieder einmal. Schon vor vier Wochen ging ich nicht mit.



Glaubt mir, es ist besser so, wenn ich nicht dabei bin. Ihr h├Ąttet alle keine Freude an mir. Und ich am allerwenigsten. Es ist so frustrierend. Jetzt sitze ich hier zu Hause und qu├Ąle mich durch den Tag. Es ist so einsam. Wie gerne w├Ąre ich jetzt auch am See? W├╝rde mich auf der Wiese r├Ąkeln und der Sonne die Morphose meiner Haut genehmigen. Herumtollen, Federball spielen. Im Wasser abk├╝hlen, wenn es zu warm geworden ist. Es ist so herrlich am See. Aber ich sitze zu Hause und qu├Ąle mich durch den Tag.



Gestern Abend sind sie alle zusammen weg gegangen. Auch mich hatten sie angerufen, ob ich nicht mit ginge. In den Biergarten. Und alle waren sie da. Nur ich hatte gefehlt. Ich bin nicht hin gegangen. Es war ein einsamer Abend, gestern. Traurig. Allein gelassen. Verlassen. Aber glaubt mir, es war besser so. Besser, dass ich nicht dabei war. Ihr h├Ąttet alle keine Freude an mir gehabt. Und ich am allerwenigsten. Es ist so frustrierend.



Immer wieder ├╝bermannt mich das Gef├╝hl. In regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden verweigere ich mich jeglicher Aktivit├Ąt. Ich gehe dann noch nicht einmal mehr zur Arbeit. M├Âchte nichts und niemanden sehen. Habe das Gef├╝hl, jeder k├Ânne es riechen, wie schlecht es mir geht. Verkrampfe elendig. Und f├╝hle mich unendlich einsam. Nein, ich habe mich noch niemals jemandem anvertraut. Warum sollte ich das tun? Ich gehe einfach nicht mit, wenn es mir mal wieder schlechter geht. Zum Gl├╝ck ist es nur im Sommer so extrem. Ja, den Winter kann ich genie├čen, obwohl es mich ├╝berkommt. Es ist erstaunlich, aber die Luft ist im Winter viel frischer. Habe keine Angst mehr, dass jemand meine Gef├╝hle riecht. Der Duft nach frischem Schnee ├╝berdeckt meine Sorge, entdeckt zu werden. Auch der Fr├╝hling ist eine herrliche Zeit. Der Duft nach frischen Blumenwiesen. Wie liebe ich es, auch wenn es mich ├╝berkommt. Wildblumen, wie herrlich sie duften. Der Herbst, der Geruch nach frischem Laub in den W├Ąldern, ich liebe ihn. Der Geruch der Natur ├╝berdeckt alles.



Der Sommer ist ohne Geruch. Stattdessen h├Ąngt meine Witterung bedeutungsschwer in der Luft. Jeder kann es riechen, wie schlecht es mir geht. Alleine der Gedanke daran l├Ąsst mich erneut verkrampfen. Mein ganzer K├Ârper wird gepeinigt von diesen Schmerzen. Kr├Ąmpfe durchzucken meinen Leib. Es ist das Beste f├╝r alle, dass ich nicht mit gegangen bin. Auch wenn es jetzt so einsam ist. Ich bin so traurig. Alleine. Allein gelassen. Auf eigenen Wunsch. Glaubt mir, es ist besser so. Vor allem f├╝r mich. Ihr h├Ąttet alle keine Freude an mir.



Alle vier Wochen wiederholt sich dieses schreckliche Spiel der Natur. Aber nur im Sommer vertrage ich es nicht. Ich hasse meine Sommertage.

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