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Leselupe.de > Humor und Satire
Sommerzeit
Eingestellt am 12. 10. 2003 09:57


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Arana
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Oct 2003

Werke: 16
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Sommerzeit

Jetzt sind sie wieder unterwegs:
Eine Bande von ausgefuchsten Räubern - die Zeiträuber.

Einfach so, ohne zu fragen, stehlen sie dir eine Stunde. Was kostet eine Stunde? Aushilfen 15 Mark, Facharbeiter 25, Spezialisten für irgendwas 200 oder 2000 Mark.

Wer zahlt das eigentlich? Wie? Wer zahlt was? Na, den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch die Sommerzeit entsteht. Überlegen Sie doch mal, wie viel Leute leben in Europa. Zig Millionen. Wenn Sie pro Stunde nur 10 DM rechnen, macht das Summa summarum zig Millionen DM. Sie fehlen. Sind weg. Einfach weg. Wenn das kein volkswirtschaftlicher Schaden ist.

Was könnte man in einer Stunde nicht alles tun?
Eine Stunde lesen, eine Stunde lieben, eine Stunde Sand sieben.

Ich habe mich hingesetzt und gespannt gewartet, was passiert, wenn sie mir eine Stunde stehlen, die Zeiträuber: es ist Mitternacht, dann 1.00 Uhr, dann 1.30 Uhr, 1.50 Uhr, 1.55 Uhr, 56, 57, 58, 59 --- 3.00 Uhr. Da! Jetzt ist es passiert! Sie ist weg. Einfach weg. Der Sprecher im Radio lapidar: „Es ist jetzt 3.00 Uhr. Die Uhr wurde wegen der Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt.“ Sie sagen, so kann das Sonnenlicht an den langen Abenden ausgenutzt werden. Aber es ist stockdunkel, heute Nacht um 3.00 Uhr, weil es ja eigentlich erst zwei Uhr ist.

Was hätte ich nicht alles tun können in dieser Stunde. Und was habe ich getan? Einfach gewartet und zugesehen, wie sie vergeht, die Stunde, wie sie vergeht, die Zeit. Sie ist weg, in einem Augenblick. Und keiner bringt sie zurück. Wie viele Stunden habe ich verbracht mit warten, mit abwarten, was geschieht. Und es ist doch nichts geschehen, außer, dass sie vergangen ist, die Zeit.

Aber dann im Herbst, wenn sie wiederkommt, die Stunde, dann werde ich genau aufpassen, ob sie auch wirklich kommt und dann werde ich all das nachholen, was ich jetzt verpasst habe:

Lesen, lieben und jede Menge Sand sieben.

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