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Leselupe.de > Feste Formen
Sonett an Welimir Chlebnikov, den Laibhaftigen
Eingestellt am 07. 04. 2002 22:51


Autor
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Bernd
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Sonett an Welimir Chlebnikov, den Laibhaftigen


O Gro├čfried, Gro├čwelt, Welimir,
in die Augen deiner Äste,
ich lachl├Ąch schaublick auf zu dir,
rein Chlebnikov, dirdein zum Beste!

Brau dem Gedankensturm Applaus
und redeschreie deine Worte
tief in die Ungewelt hinaus!
Derweil stapf ich zum Wachsmilchorte.

Da braust sich Milch im Wasserglas,
da graust ein Bilch ohn Unterla├č,
Da friedet sich der Gr├╝ngelb bla├č.

Laibhaft-Brothaft, weich Chlebnisoft,
sindbild gedenklich unverzofft
die Zukunft bruchstampf unverhofft.




__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Khalidah
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Gastkritik


"Sie werden best├Ąndig baiser, Bernd! Einfach croissartig! Oder wie wir sagen wirden: virtuossant!"

Viroslav Bazillnikow
(Asemmelierungsbeauftragter der Gro├č-Teskischen Kulturbeh├Ârde)





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"Naddel, ich habbn Fadden verloren...!"

Bohlo Mann

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ElsaLaska
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Bernd,

ein echtes Meisterst├╝ck! Ich habe selten so gelacht in diesen d├╝steren Hallen!*chapeau*
Damit auch k├╝nftige Generationen verstehen, warum dieses Sonett so einzigartig ist, muss ich an dieser Stelle, und es dr├Ąngt mich geradezu danach, den Laibhaftigen selbst zu Wort kommen lassen. Die ├ťbersetzung ist schlecht, aber ich selbst h├Ątte es auch nicht besser gekonnt, da es ein Ding der Unm├Âglichkeit scheint, diesen Text in einer andere Sprache zu ├╝bersetzen, also begn├╝gen wir uns halt mit dieser Version, die russische Originale h├Ątte eh wieder niemand verstanden:

Bin die Grosslachherrin allen Gel├Ąchzes
hol mir's L├Ącherlichste
unbussfertige Lachsalven,
die lass dem B├Âsblicker-Totbelipper.
Soll der Hopphoppling, soll der Hoholing
hohoppsa, hoppe, hoppeia
wortbezirpen die Wunderbaren,
los herz uns an, heiz uns an,
in diesen ├äugelchen gelchen wir ├Ąu,
du uck mal, hinterm Bergelchen, uck:
der heraufig mondige Ruck! (*Kreisch!* E.L.)
Lachseliger Igorok,
bei dem gel├Âcknert's Gelock.
S├╝ss kommt es aus Trauerm├Ąulchen:
heul Tr├╝bsal mit den Eulchen.
Ech, ach, droben, schaut,
bl├╝ht's Heidekraut-Leidekraut
Velimir Chlebnikov, 1913
(fast m├Âchte man hinzuf├╝gen: Im Chat der Leselupe entstanden)

Begeisterte Gr├╝sse
Elsa

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GabiSils
???
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Ach so!

Hallo Elsa,

der Zeit nach ist das Dada, ja? Danke f├╝r die Erl├Ąuterung, ich hatte zun├Ąchst etwas M├╝he mit Bernds Text.
Chlebnikov ist herrlich :-)
(und Bernd ein w├╝rdiger Epigone)

Gru├č
Gabi

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ElsaLaska
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Gabi,

Chlebnikov auf Dada festzulegen w├Ąre zu wenig. Bei diesem Gedicht ist das der Fall, ich hatte es herausgesucht, weil es Bernds Sonett so herrlich hinterleuchtet.
Ich habe noch was Wunderbares von Chlebnikov (chleb= russ.: Brot, ich denke das macht Bernds Sonett auch schl├╝ssiger, wenn man das weiss) gefunden, das ich hier reinschreibe, und ich hoffe, dass Bernd das nicht st├Ârt:

MELANCHOLIE
Wenn ich meiner ├╝berdr├╝ssig bin,
st├╝rze ich mich in die goldene Sonne,
ziehe rauschende Fl├╝gel an
und vermische L├Ąsterliches mit Heiligem.
Ich bin gestorben, ich bin gestorben, und mein Blut ergiesst sich
in breitem Strom ├╝ber meine R├╝stung.
Manchmal komme ich wieder zu mir
und mustere euch kritisch mit dem Auge des Kriegers.

├ťberlege grade, ob das meine neue Signatur wird
Liebe Gr├╝sse
Elsa

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

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Nebenbei noch ein paar winzige Erl├Ąuterungen f├╝r nicht des Russisch Kundige.

Chlebnikow (oder Chlebnikov) war ein Meister der worterfindenden Sprache. Er schrieb relative viele Gedichte, sie sind kaum ├╝bersetzbar, wenn man nicht gleichzeitig beachtet, dass jedes Gedicht eine ├ťbersetzung jeden Gedichtes sei.

Welimir (Welemir, Velemir)hab ich auch ├╝bersetzt: Welikij - gro├č; ganz, oder so ├Ąhnlich

Mir - Frieden, Welt
Chleb - das Brot -- damit der Laib
nikow - eine wortbildende Endung etwa wie : stammt von, oder desjenigen,

wie kommt nun der Leibhaftige klangbildend herein? ist erS?


dANK F├ťR DIE BEGEISTERTEN gR├ťSSE


Leider gibt die Leselupe keine kyrillischen Schriftzeichen her, ja nicht mal die osteurop├Ąischen Lateinschriften.

Hier meine (schwachen) ├ťbersetzungsversuche zweier Werke:

Hier klicken
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Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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