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Leselupe.de > Ungereimtes
Sonnenblind
Eingestellt am 26. 12. 2009 17:35


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ENachtigall
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Sonnenblind



Es werden wohl Gefallene sein
die den Himmel bestellen
mit Licht von verlöschenden Sternen

Bleiben wir unter BĂ€umen
sonnenblind fĂŒr den Moment
der Routine die ZĂ€hne gefletscht

Vor dem Unvermeidlichen
bis ins Fleisch der Frucht
der Erkenntnis verbittert und mĂŒde

Spucken wir die Schalen aus
den entkernten GehĂ€usen der WĂŒnsche
in die Wolken der geweihten Nacht



© Dezember 2009
Elke Nachtigall









__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

Version vom 26. 12. 2009 17:35

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Vera-Lena
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Liebe Elke,

ein interessantes Weihnachtsgedicht hast Du da geschrieben.

Aus allen Himmeln sind wir gefallen, nachdem wir vom Baum der Erkenntnis gegessen und uns durchwursteln so mĂŒhselig auf dieser Erde. Und wenn wir schon nicht selbst Schuld sind am Erlöschen der Sterne, so mĂŒssen wir es doch mitansehen, wie es immer dunkler wird, verbittert und mĂŒde.

Die WĂŒnsche sind uns noch geblieben, aber sie haben keine wirkliche Kraft mehr. Immerhin spucken wir ihre HĂŒlsen himmelwĂ€rts in der Nacht, die uns Erlösung verheißt.

Was mir an dem Text inhaltlich so gefÀllt, ist diese Hoffnungslosigkeit, die aber doch einen winzigen Hoffnungsschimmer enthÀlt, weniger als ein Strohhalm, aber etwas davon ist doch anwesend.

Die wahre Sonne, einst konnten wir sie sehen, aber dann hat uns der Blick dorthin immer wieder blind gemacht.

So lese ich Deinen Text.

Liebe GrĂŒĂŸe
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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ENachtigall
Foren-Redakteur
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Liebe Vera-Lena,

wie schon so oft zuvor hast Du meinen Text hervorragend entschlĂŒsselt; allein das "sonnenblind" - möchte ich hinzufĂŒgen - kann noch eine andere Bedeutung haben. Blind fĂŒr das Klare, Strahlende, Bejahenswerte. So entspringt die Hoffnungslosigkeit hier dem Blick auf das VergĂ€ngliche, Gescheiterte, Gefallene, Entledigte.
Wenn nichts zu wĂŒnschen ĂŒbrig bleibt, mag die Zeit reif sein - auch fĂŒr ein neues LebensgefĂŒhl.

Danke fĂŒr Deinen Kommentar. Mit lieben GrĂŒĂŸen,

Elke
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Andere Dimension
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Hallo ENachtigall

sehr schön geschrieben..lÀsst sich wunderbar lesen und jedes Wort wurde sorgfÀltig platziert.

Entkernte GehĂ€use der WĂŒnsche hat mir besonders gefallen- das ist mal was anderes.
Sonnenblind fĂŒr den Moment..auch sehr schön.

Nur bei "verlöschenden"..da bleibe ich hĂ€ngen..das mag mir nicht wirklich passen- klar..fĂŒgt sich sprachlich gut ein..nur; was sind verlöschende Sterne????? meinst du "erloschene"? oder "verloschene" in die Zukunft gerichtet? Ich behaupte mal; verlöschende..das gibt es nicht- aber sicher hier eine/n Deutschlehrer/in der/die auf eine Antwort nicht lange warten lĂ€ĂŸt.

Tolles Gedicht- Kompliment!

Gruß
Andere Dimension

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ENachtigall
Foren-Redakteur
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verlöschende Sterne

Hallo Andere Dimension,

ich vollziehe gut nach, welche Schwierigkeiten Du mit diesem Begriff hast! Ich habe selbst lange ĂŒberlegt, ob ich mir gestatten darf, ihn zu verwenden, mich dann aber doch dafĂŒr entschieden.

Es ist eine bewusst pessimistische Sichtweise, die darin Ausdruck findet; etwa vergleichbar mit der Bezeichnung "aussterbende Arten" fĂŒr sĂ€mtliche die Erde bevölkernde Lebewesen - allein aus dem Wissen einer unabwendbaren VergĂ€nglichkeit. Und sei sie auch wer weiß wie fern.

Sorry, wenn das apokalyptisch klingt oder an den Haaren herbei gezogen. Mich fasziniert die beĂ€ngstigende Dynamik von Begriffen wie Endlich- und Ewigkeit. Diese leuchten mir zwar mathematisch ein, bleiben meinem realen Empfinden aber unzugĂ€nglich. So stehe ich quasi auf zwei Seiten einer BrĂŒcke gleichzeitig und schaue auf Paradoxien, das Land, durch das SpiritualitĂ€t - die vielleicht FlĂŒchtigste unter den Unfassbaren - trĂ€gt.

In diesem Sinne möchte ich mein Gedicht umschreiben, aber nicht (z)erklÀren.

Danke fĂŒr Dein hinterfragendes Lesen und das große Lob.

Liebe GrĂŒĂŸe,

Elke


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