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Leselupe.de > Anonymus
Sonntags fall’n die Worte leer
Eingestellt am 13. 11. 2007 21:44


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Sonntags fall’n die Worte leer:
Hülsen von Patronen
schlagen klirrend auf’s Parkett,
niemanden zu schonen.

Blicke kriechen blind und kalt
aus den Augenspalten.
Bleiern steht die Luft, die Zeit
neigt sehr zum Anhalten.

Bleischwer roll’n die Murmeln durch
eines Kindes Zimmer.
Bis zum Montag ist’s noch weit.
Es muss warten. Immer.

Mutter sagt das Essen an,
hat schon Platz genommen.
Aus dem Arbeitszimmer wird
mürrisch Vater kommen.

Vater kommt und lächelt schief.
Doch das Kind kann lesen.
Gestern, liest es, ist er wohl
im Bordell gewesen.


Version vom 13. 11. 2007 21:44

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ENachtigall
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Hallo Anonymus,

bis auf den Schluss gefällt mir die Bildersprache gut.

quote:
Vater kommt und lächelt schief.
Doch das Kind kann lesen.
Gestern, liest es, ist er wohl
im Bordell gewesen.

Dass Kinder die nonverbalen Zeichen besser deuten können, da stimme ich zu. Dennoch widerspreche ich bei der konkreten Deutung, Vater sei gestern im Bordell gewesen. Da überstrapazierst Du meines Erachtens gehörig die kindliche Fantasie und es wirkt unglaubwürdig. Das ist Erwachsenendeutung. Ein kindgerechtes Benennen wäre hier überzeugender.

Sonntägliche Grüße von Elke.
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ENachtigall
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Hallo Anonymus,

das Alter des Kindes (spielt mit Murmeln) scheint mir für diese Erklärung zu jung dargestellt. Diese Deutung ist auch so speziell m.E. gar nicht nötig. Die kalte gestörte Stimmung vermittelst Du gut. Das Gedicht lebt von einem guten Ineinanderfluss der lyrischen Bilder. Dass das Kind weiß, dass der Vater ins Bordell geht, ist eine unnötige Dramatisierung. Behaupte ich.

Sehe gerade, dass die Ursprungsversion im Vagen endete. Das gefällt mir entschieden besser.

Abendliche Grüße

Elke


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