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Leselupe.de > Ungereimtes
Sonntagsspaziergang
Eingestellt am 21. 10. 2003 21:45


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Stella
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2002

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Sonntagsspaziergang

Der alte Mann geht seinen Weg
vorbei an der alten Erle
lange sieht er sie an
Wie sch├Ân sind nur ihre ├äste
ihre Bl├Ątter
wie machtvoll ihr Stamm

Wie hoch sie nur ist
viel zu hoch

Zu Hause, wo ist das
nicht da wo er wohnt
Er ist einfach gegangen
ohne zu sagen wohin

Er ist noch nicht weit gelaufen
doch die Beine tun schon weh
Er ist alt
er ist krank
er ist allein

Nur kurz ruhen
bis zum Wald ist nicht weit

Er geht weiter
es ist kalt, obwohl die Sonne scheint
wo sind die ganzen Spazierg├Ąnger
er sieht niemand
keiner sieht ihn

Ach h├Ątte ihn doch jemand getroffen
h├Ątte nur jemand geahnt
h├Ątte er nicht den passenden Baum gefunden
dann w├Ąre der alte Mann heute noch da

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roland
???
Registriert: Aug 2003

Werke: 1
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Gr├╝├č Dich Stella,
Dein Text stellt beeindruckend dar, wie Leben auch enden kann, mit dem Gedanken, da├č es nicht unbedingt so sein mu├čte. Die Trauer ├╝ber die L├╝cke im Leben, die nicht wieder zu schlie├čen ist, die von nun an dazugeh├Ârt. Das alles zur Jahreszeit der beginnenden K├Ąlte, man sieht/riecht regelrecht die unwirtliche Landschaft, die Einsamkeit, man fr├Âstelt...
Ich sp├╝re die traurigen Gedanken aus Deinem Text: Unter anderen Bedingungen w├Ąre der Mann nicht gestorben. Ich verstehe und teile diesen Wunsch nach Leben, auch nach Gleichbleiben unseres Umfeldes. Auch ich f├╝rchte Abschiede und die Schmerzen, die sie bringen.
Dennoch wage ich den Gedanken hinzuzuf├╝gen, ob der alte Mann nicht auch froh gewesen sein kann. Dar├╝ber, da├č ihn keiner gest├Ârt hat, da├č es ihm endlich gelungen ist, seinen Zw├Ąngen zu entkommen...
Bei aller Eingebundenheit ins Leben, das w├╝rde ich mir mal w├╝nschen, als alter Mensch den Schlu├čpunkt noch selber setzen zu k├Ânnen und nicht darauf warten zu m├╝ssen, bis die Uhr meiner Vorfahren auch f├╝r mich abgelaufen ist (die tickte ziemlich lang)... Aber was wei├č ich schon, wie es mir dann gehen wird?
lG Roland

PS: Einen Gedanken hatte ich: In meinem Sprachkreis w├Ąre es mehr ungew├Âhnlich, „trotz dass die Sonne scheint“ zu sagen. Eher h├Âre ich ein „obwohl“. Dabei bin ich aber nicht sicher, ob nicht jemand noch einen anderen Ausdruck findet. Das als Anregung zu dieser Zeile.


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Stella
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2002

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Hi Roland,

vielen Dank f├╝r deine nette Zuschrift.
Ja, man sagt oft, dass es vielleicht nicht schlecht w├Ąre den Zeitpunkt seines Ablebens eines Tages selber bestimmen zu k├Ânnen. Vor allem wenn man alt und krank ist.
Aber wie Du auch sagtest, jeder hinterl├Ąsst einfach eine L├╝cke.

Dein Vorschlag mit dem "obwohl" ├╝bernehme ich gerne!

Liebe Gr├╝├če

Stella

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