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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Sophie Scholl und die Macht des Gewissens
Eingestellt am 15. 06. 2007 21:43


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dubidu
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Der Sender Arte zeigte gestern "Sophie Scholl - Die letzten Tage". Ja, das war wirklich Filmkunst, denn der Film rei├čt mit, w├╝hlt auf und kann wohl kaum jemanden kalt lassen.

Ein H├Âhepunkt ist erreicht, als Scholl dem Gestapo-Ermittler Mohr entgegen schmettert, dass ihr Gewissen den Gesetzesbruch im Unrechtsstaat rechtfertige. Sie setzt noch einen drauf und erkl├Ąrt ihr Gewissen zur treibenden Kraft ihres Mutes und ihrer Risikobereitschaft.

Der Appell zeigt Wirkung, ebenso wie sp├Ąter in einer ├Ąhnlichen Situation w├Ąhrend des Schauprozesses, und selbst der Vernehmungsprofi wankt, wenn auch nur f├╝r wenige Sekunden. Der Nazi, soweit es sein Fanatismus zul├Ąsst, versucht am Ende sogar noch den Kopf der Angeklagten zu retten, indem er versucht, Scholl zur Falschaussage zu ├╝berreden. Doch ihr Gewissen spielt nicht mit, sie weigert sich und tritt aufs Schafott. Und die Zuschauer? Gef├╝hle wallen, Tr├Ąnen flie├čen. Schnitt!

Obwohl knapp ein Tag vergangen ist, besch├Ąftigen sich meine Gedanken immer noch mit dem Film. Selten hat mich das Fernsehprogramm so ber├╝hrt wie gestern. Ein Toast auf die Kultursender jenseits des Unterschichtenfernsehens am Rande der degenerierten Postmoderne!

Ernsthaft: kann das Gewissen die h├Âchste Instanz der Moral sein, der zwingende letzte Grund der Moralit├Ąt? Die Anleitung zum Gesetzesbruch? Ich glaube kaum. Denn auch die Schl├Ąchter der Al-Kaida und die Hizbollah-K├Ąmpfer morden und foltern, weil ihr Gewissen nach Blut und Rache schreit.

Nein, liebe Leser, das Gewissen allein als Motiv f├╝r den zivilen Ungehorsam reicht noch lange nicht aus. Denn das Gewissen muss sich messen lassen. Ma├čstab sind unverletzliche und unver├Ąu├čerliche Grundrechte wie Menschenw├╝rde, Toleranz, Freiheit und Solidarit├Ąt, um nur einige zu nennen. Und damit w├Ąren wir wieder bei den Idealen, f├╝r die Sophie Scholl ihr Leben hergab.

__________________
Die Tollk├╝hnheit des Schreibers und sein spontanes Bed├╝rfnis nach Wahrheit m├╝ssen allemal gr├Â├čer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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petrasmiles
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Hallo dubidu,

ich hoffe doch, dass die reale Person Sophie Scholl und ihr Schicksal Dich bewegt hat, und nicht 'ein Film'.
Eine Rezension war das jetzt nicht, kein Essay ... Du wolltest Deine Meinung sagen?
Oder die Frage nach dem Ursprung von 'Zivilcourage' stellen?
Oder einfach wieder ein bisschen 'gesellschaftskritisch' st├Ąnkern?

Vielleicht verr├Ątst Du uns das ja noch :-)

Liebe Gr├╝├če
Petra
__________________
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dubidu
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Liebe Petra,

warum hoffst du, dass mich Sophie Scholl und ihr Schicksal bewegt hat und nicht nur ein Film? Das verstehe ich nicht, denn Sophie Scholl kann mich nicht mehr bewegen, da sie nicht mehr lebt. Ich muss also mit dem vorlieb nehmen, was ich ├╝ber sie lese und mir im Film oder Theater ├╝ber sie mitgeteilt wird.
Und in dem von mir kurz "rezensierten" Film wird sie sehr eindrucksvoll von Julia Jentsch dargestellt. Vorsicht sei allerdings geboten, denn wir werden die Sophie Scholl niemals so dargestellt bekommen, wie sie wirklich war. Also kann ich mir auch kein Urteil ├╝ber sie erlauben, sondern nur ├╝ber ihr Bild, das im kollektiven Ged├Ąchtnis gespeichert ist.

Ja, du hast Recht, der Beitrag ist ein wenig von etwas, doch passt er am Besten in diese Rubrik. Und ich komme zum Schluss, dass das Gewissen alleine zivilen Widerstand nicht rechtfertigen kann. Entscheidend sind die Inhalte des Gewissens - so wie bei Sophie Scholl!

St├Ąnkern war von mir nicht beabsichtigt, das liegt mir fern, obwohl der Leser es wohl so empfinden k├Ânnte, wenn ich deinen Kommentar richtig deute.

Sch├Ânen Abend,
das dubidu
__________________
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RAFAEL SELIGMANN

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jon
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Der Text passt hervorragend hierher ÔÇô┬áes ist ein ganz klassischer (Kurz)-Kommentar, der jeder Zeitung Ehre gemacht h├Ątte.
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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dal├Ąsst (Klaus Klages)

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