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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Sophie und ich im Nichtraucherabteil
Eingestellt am 27. 11. 2003 17:15


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Kinghorst
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Sophie und ich im Nichtraucherabteil

Es gab keine Ank├╝ndigung, kein Gegr├Âle, keine Parolen oder Befehle und keine Marschschritte, nichts, was mich oder einen von den anderen darauf vorbereitet h├Ątte, was damals passierte.
Die anderen, das waren die vier, die mit mir zusammen in diesem Zugabteil sa├čen: Eine ├Ąltere Dame, Typ treusorgende Oma mit Faltenrock, gestreifter Bluse und Strickjacke, die mir schon von ihren Butterbroten und ihrem Obst angeboten hatte. Sie sa├č am Fenster mit dem Gesicht zur Fahrtrichtung, nat├╝rlich. H├Ątte ich sie nach dem Grund daf├╝r gefragt, sie h├Ątte mir bestimmt geantwortet, dass ihr sonst schlecht werden w├╝rde, wenn sie immer in die andere Richtung gucken m├╝sste..
Ihr gegen├╝ber hatte eine junge Frau, fast noch ein M├Ądchen, Platz genommen. Kurze dunkelblonde Haare, Jeans und Pullover, bestimmt nicht unsportlich, das Gesicht ein wenig zu lang, nicht so h├╝bsch, dass ihr viele M├Ąnner hinterhergeschaut h├Ątten. Sie las in einem Taschenbuch.
Direkt neben ihr hatte sich so ein junger Spund hingefl├Ązt, im selben Alter wie sie, aber deutlich auff├Ąlliger mit seinen wasserstoffblond gef├Ąrbten Haaren, die mit Hilfe von Gel oder Haarfestiger zu Stacheln frisiert worden waren. Er trug eine Lederjacke ├╝ber sein T-Shirt, seine langen Beine steckten in einer engen Jeans und Cowboy-Stiefel unterstrichen die L├Ąssigkeit, die er zur Schau stellte. Fehlte nur noch die Selbstgedrehte. Sie kam schon, kaum dass der Kerl f├╝nf Minuten gesessen hatte. Selbstvergessen und scheinbar ohne unsere Irritationen zu bemerken, bastelte er daran, z├╝ndete sie an und nahm einen tiefen Zug. Aber ein b├Âser Blick der alten Dame ├╝ber ihre Lesebrille hinweg und ihr Hinweis: "Dies ist ein Nichtraucherabteil!" gen├╝gten. Mit einem genervten Gesichtsausdruck und einem deutlich h├Ârbaren Seufzer dr├╝ckte er die Zigarette wieder aus und lie├č das P├Ąckchen Tabak in der Brusttasche verschwinden.
Zuletzt zugestiegen war ein Mann, der ganz offensichtlich noch nicht im schwer vermittelbaren Alter war, bestimmt zehn Jahre j├╝nger als ich und wahrscheinlich viel erfolgreicher. Die Haare etwas l├Ąnger aber gepflegt, Sakko, Pulli, Jeans und elegante Schuhe. H├Ątte ich seinen Beruf erraten sollen, ich h├Ątte auf K├╝nstler getippt oder irgendetwas anderes Freischaffendes.
Und ich? Mit siebenundvierzig Jahren arbeitslos und schwer vermittelbar, auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespr├Ąch, gekleidet wie ein Gesch├Ąftsmann und doch mit der Aura, dem stinkenden Parf├╝m der Erfolglosigkeit behaftet, auch wenn ich es vielleicht nur selber roch.
Es fing an zu nieseln, feine Tropfen blieben an den Fensterscheiben haften und wanderten gegen die Fahrtrichtung wieder aus unserem Gesichtsfeld. Ein tr├╝ber Himmel dr├╝ckte auf die h├╝gelige Landschaft. W├Ąlder und Felder zogen vorbei, ab und zu ein Dorf, nichts was das Hinschauen lohnte. Und, wie gesagt, da war nichts, gar nichts, was uns auf das Kommende vorbereitet h├Ątte.
Ich versuchte mich in eine Fachzeitschrift zu vertiefen. Schlie├člich wollte ich f├╝r das Gespr├Ąch gut vorbereitet sein. Auch der junge Kerl hatte ein Buch gez├╝ckt. Der K├╝nstler bl├Ątterte gelangweilt in einem Bundesbahnjournal und die alte Dame schlug jede Seite ihrer hervorgekramten Frauenzeitschrift erst dann um, wenn sie sich zuvor den Zeigefinger abgeleckt hatte.
Nur im Unterbewusstsein nahm ich wahr, dass drau├čen auf dem Gang T├╝ren aufgeschoben, Fragen gestellt und T├╝ren wieder zugeschoben wurden. Die Ger├Ąusche kamen immer n├Ąher. Wahrscheinlich wurden wieder die Fahrscheine kontrolliert. Der Zugbegleiter hatte sich lange nicht mehr blicken lassen.
Jetzt war schon das Nachbarabteil an der Reihe. Ich schenkte den Wortfetzen, die zu uns drangen, keine Beachtung, tastete nach dem Ticket, das in meiner Brusttasche steckte.
- Und dann waren wir dran.
Ruhig aber z├╝gig wurde die T├╝r unseres Abteils aufgeschoben. Es erschien ein junger Mann in der ├ľffnung. Schn├╝rstiefel, schwarze Stoffhose, deren Hosenbeine in den Stiefeln endeten, schwarzes Hemd, bis zum letzten Knopf am Hals zugekn├Âpft, dar├╝ber eine Art Bomberjacke aus schwarzem Leder, feingeschnittenes, etwas spitzes Gesicht, dunkelblondes Haar, im Ohrenbereich sehr kurzgeschnitten, Seitenscheitel wie mit dem Lineal gezogen. Er war so selbstsicher.
"Ist hier jemand bel├Ąstigt worden?" Er fragte so, als h├Ątte er ein Recht dazu. Neben ihm standen zwei im gleichen Alter, bullige Kerle in olivgr├╝nen Bomberjacken, Glatzen. Sie schauten kalt zu uns herein.
Wir blieben stumm. Verneinendes Kopfsch├╝tteln. Der Wortf├╝hrer der Drei wandte sich an die alte Dame. Er verzog den Mund zu einem schmalen L├Ącheln. "Haben Sie schweres Gep├Ąck?"
"Ja. Wieso fragen Sie? Was soll das?"
"Wir sind vom Ordnungsdienst. Wir w├╝rden ihnen dann gerne helfen, wenn Sie aussteigen m├╝ssen. Ist kostenfrei. Wo steigen Sie aus?"
"Das dauert noch zwei Stunden. Sie brauchen aber nicht..."
"Kein Problem. Wir helfen gerne."
Jeder von uns tat unbeteiligt. Welche Gedanken schossen jetzt den anderen durch die K├Âpfe?
Vor meinem geistigen Auge erschien das Gesicht einer sehr jungen Frau, fast noch ein M├Ądchen. Sie schaute mit stummen Blick erwartungsvoll und ernst nach vorne. Ich war ihr neun Jahre lang begegnet, jeden Morgen wenn ich das Gymnasium betrat. Immer blieb sie stumm, niemals gr├╝├čte sie. Ein dummer Gedanke. Wie konnte sie auch, es war ja nur ein Kopf mit Hals, nur eine B├╝ste. Doch jetzt schaute sie mich wieder an, pl├Âtzlich und unerwartet.
Der Mann im T├╝rrahmen schloss die Augen. Er schnupperte, demonstrativ. "Nanu", sagte er,"hier ist doch Nichtraucher."
Wieder fixierte er die alte Dame an und schien uns zu ignorieren. "Hier hat doch nicht jemand geraucht, oder?"
Ihr Blick, nicht ihre Worte begingen den Verrat und denunzierten den mit den blond gef├Ąrbten Haaren. Er sah einfach aus dem Fenster.
Ich versuchte diese B├╝ste, dieses verfluchte Gesicht verschwinden zu lassen. Fordernd war sein Ausdruck. Ja, das M├Ądchen forderte. Was soll das denn, nach all den Jahren? Warum kam sie gerade jetzt wieder? Dumme Frage. Ich wusste doch warum. Wenn nicht jetzt, wann dann? Nur: Ich fand der Moment war denkbar ung├╝nstig gew├Ąhlt.
Der Mann im T├╝rrahmen heftete seinen Blick auf den Wasserstoffblonden. "Hier ist National Befreite Zone", sagte er. "Zeckenfrei. Hier wird nicht bel├Ąstigt."
Es w├Ąre jetzt nicht gut, wenn ich was sage, dachte ich. Ich muss hier nicht den Anfang machen. Ich legte dem M├Ądchen, das jeden Morgen in der Schule auf mich gewartet hatte, die Gr├╝nde f├╝r mein Schweigen dar: Das Vorstellungsgespr├Ąch. Sollte es jetzt hart auf hart kommen, k├Ąme ich reichlich l├Ądiert bei dieser Firma an und h├Ątte keine Chance. Und sowieso, sie tun dem Blonden nichts. Da w├Ąre es schlecht, wenn ich sie jetzt herausforderte. Noch war ja nichts passiert. Nichts.
Pl├Âtzlich war da dieser ausziehbare Kugelschreiber, den man auch als Zeigestock benutzen kann. Der mit dem geraden Scheitel hielt dem Blonden die Spitze unter die Nase.
„Raucher ins Raucherabteil,“ zischte er.
Ich gab dem M├Ądchen, dass meiner Schule ihren Namen gegeben hatte, recht. Sie w├╝rden mich schon nicht k├Âpfen. Doch ich habe Frau und Kinder. Das Arbeitslosengeld geht bald zu Ende. Sollen doch die anderen: Die alte Frau, die schon Rente kriegt. Die hat doch ausgesorgt. Der Mann, der mir gegen├╝ber sitzt, der hat doch sicherlich mehr als genug. Das M├Ądchen, das da liest, dem w├╝rden sie schon nichts tun. Ich hatte feuchte H├Ąnde. Ja ich schwitzte und der Puls ging schneller.
Ich schluckte, versuchte meiner Stimme einen festen Klang zu geben: "Er hat nicht geraucht."
Da Sophie, dachte ich, ich hab `s getan. Jetzt ist gut. Jetzt k├Ânnen die anderen. So schlimm ist ja nicht.
Das M├Ądchen am Fenster schaute auf. Sie wiederholte meine Worte. "Er hat nicht geraucht." Doch, sie hatte auch Angst.
Ich auch, Sophie Scholl, ich auch. Ich w├Ąre ihr nicht beigetreten, eurer Wei├čen Rose. Ich tauge nicht zum Helden.
Der mir gegen├╝ber sa├č, konnte jetzt auch sprechen. Er gab sich sehr verbindlich, l├Ąchelte den geraden Scheitel an. „Also was soll das denn? Ihr Engagement in Ehren. Von uns hat sich hier niemand bel├Ąstigt gef├╝hlt. Auch die Dame nicht." Er wandte sich der alten Frau zu. "Nicht wahr? Sie doch auch nicht?" Sie schien sich auf die Lippen zu bei├čen, nickte dann heftig.
Der Mann im T├╝rrahmen kniff die Augen zusammen und schob den zum Zeigestock umfunktionierten Kugelschreiber gegen die linke Handfl├Ąche mit seiner Rechten zusammen.
Er hob nicht einmal die Stimme, er sprach leise und deutlich, als er forderte: "Raucher ins Raucherabteil."
Die Stimme des Blonden war br├╝chig, als er sagte: "Ich bin Nichtraucher."
"Und das P├Ąckchen da, in deiner Brusttasche."
"Ist f├╝r einen Freund. Hier, k├Ânnt ihr haben, wenn es euch st├Ârt." Er reichte das P├Ąckchen mit dem Tabak her├╝ber. Es wurde ignoriert.
"Und die Gesinnung?" fragte der Mann und zog die rechte Augenbraue hoch "Kennst du den Deutschen Gru├č?"
Nein, dachte ich, warum hatten mich meine Eltern gerade auf dieses Sophie-Scholl-Gymnasium geschickt? Es gab doch mehrere in dem Einzugsbereich, alle mit Namen, die unverf├Ąnglich waren und zu nichts verpflichteten. Und ├╝berhaupt: Es war Zufall. Ich bin dadurch doch auch zu nichts verpflichtet. Zu gar nichts. Die Wei├če Rose ist Vergangenheit. Der Mist ist schon lange vorbei.
Der Blonde zog die ausgestreckte Hand, in der sein P├Ąckchen lag, zur├╝ck. "Eh, Mann, was soll der Schei├č?"
"Der Zug ist National Befreite Zone. Zeckenfrei. Kein Gesocks. N├Ąchste Station bist du drau├čen, wenn du kein echter Deutscher bist. Heb den rechten Arm."
Der "K├╝nstler" setzte einen gelangweilten Gesichtsausdruck auf. "Mein Gott, jetzt tun sie ihm doch den Gefallen. Ist ja nur `ne Geste. Hier." Er hob l├Ąssig den rechten Arm. "Und Heil Hitler sag ich auch noch. Und dann ist wieder Ruhe hier. Mein Gott."
"Ja," best├Ątigte der mit dem geraden Scheitel, "dann ist wieder Ruhe hier."
"Ich kann doch nicht..."
"Er kann nicht. Kann es ihm nicht jemand noch einmal vormachen?"
Die alte Dame imitierte die l├Ąssige Armbewegung des K├╝nstlers und schaute dabei angestrengt aus dem Fenster.
"Na siehst du", sagte der im T├╝rrahmen, "geht doch ganz einfach."
Der Blonde kniff die Lippen zusammen und schaute auf den Boden. Es zuckte in seinem rechten Arm.
Mein Gott, dachte ich, warum hebt er denn nicht den verfluchten Arm. Eine Andeutung reicht doch und dieser Alptraum ist vor├╝ber, nur eine Episode, die vergessen werden kann. Ich brauche keine B├╝ste und kein Denkmal und meine Frau und meine Kinder auch nicht. Ich brauche diesen verdammten Job. Vergiss die Wei├če Rose.
Pl├Âtzlich geschah alles ganz schnell. Die junge Frau stand auf. Sie hob den rechten Arm. Ich sah, dass ihre Lippen zitterten. Sie fl├╝sterte, wiederholte sich, sprach lauter, aber ich verstand noch immer nicht genau. Irgendetwas von der "...W├╝rde des Menschen..." Und dann - zog sie die Notbremse.
Koffer, Taschen, Jacken, die alte Dame und ich flogen nach vorne. Der selbsternannte Ordnungsh├╝ter und seine Bodygarde verschwanden fluchend aus unserem Gesichtsfeld, als h├Ątte sie ein starker Wind weggepustet. Poltern, Schreie und Rufe aus dem Gang und den anderen Abteils mischten sich als Ger├Ąuschkulisse in das Tohuwabohu, bis dass der Zug zum Stillstand kam. Von meinem Hartschalenkoffer am Kopf verletzt lag die junge Frau am Boden. Ich sch├Ąmte mich.
Am folgenden Tag besuchte ich sie im Krankenhaus. Ich brachte ihr ein Buch mit - und eine wei├če Rose.

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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boh, eh!

das is ne geschichte! hoffentlich auch wahr.
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Pali
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2002

Werke: 8
Kommentare: 29
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Hat mir gut gefallen; am Anfang dachte ich noch, das wird wie 'n sprachlich besserer Bukowski, aber die Wendung (Anarchronismus?) hat dem Ganzen den besonderen Kick gegeben.
__________________
Ich lebe ├╝ber meinen Verh├Ąltnissen, aber unter meinem Niveau.

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Kinghorst
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2003

Werke: 31
Kommentare: 66
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Liebe flammarion, lieber Pali,

danke, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, diese Geschichte durchzulesen. Sie ist erfunden, aber in gewisser Weise auch wahr. Mit ihr habe ich den 4. Platz von 723 Beitr├Ągen beim Literaturwettbewerb in Sangerhausen gemacht.

Sch├Ân, dass sie Euch auch gefallen hat.

Gru├č vom Kinghorst

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Monfou Nouveau
???
Registriert: Aug 2003

Werke: 2
Kommentare: 497
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Hi Kinghorst,

auch ich habe deine Geschichte gern gelesen. Sehr pr├Ązise und stimmige Personenbeschreibungen. Vielleicht ist ein Satz bei der "Oma" ├╝berfl├╝ssig, was die Spekulationen ├╝ber ihr Sitzen in Fahrtrichtung angeht.
Ich erinnere mich schwach an die Ausschreibung. War die Rose vorgegeben? Du hast sie also dann als "wei├če Rose" hineingebracht, sehr raffiniert, aber auch nicht ganz selbstverst├Ąndlich.

Was dir m.E. besonders gut gelingt - aus einer Alltagsszene, in der wir uns alle wiederfinden, eine intensive psychologische Spannung mit gesellschaftsrelevantem Anspruch aufzubauen.

Viele Gr├╝├če
Monfou





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Andrea
???
Registriert: Aug 2000

Werke: 21
Kommentare: 375
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7 von 10 Punkten

Eigentlich gef├Ąllt mir die Geschichte sehr gut. Eigentlich. Trotzdem ist die gute Sophie Scholl etwas zu intensiv f├╝r meinen Geschmack. Sie taucht sehr fr├╝h (und an dieser Stelle zu umfangreich) auf, und wenn auch der Beginn des stillen Dialogs wiederum passend ist, dr├Ąngelt sie sich danach etwas unmotiviert und stark gewollt in die Gedankenwelt deines Erz├Ąhlers. All seine Gedanken kreisen nur noch um sie, all seine Schuld reduziert sich auf die Verantwortung ihr gegen├╝ber. Das finde ich schade. Wenn du das ein bi├čchen reduzieren w├╝rdest, Sophie eine Spur abschw├Ąchst, wirst du sie m.E. gleichzeitig st├Ąrken.

Was ich auch etwas ungeschickt finde, ist der Einstieg mit den ganzen Personenbeschreibungen. Das ist, als ob eine Kamera von einem zum n├Ąchsten schwenkt. K├Ânntest du das nicht in die Geschehnisse einbauen? Und ist es wirklich so wichtig, was jeder von ihnen tr├Ągt?

Ach ja, da sind auch noch ein paar Fl├╝chtigkeitsfehler, sowie eine inkonsequente Gro├č-/Kleinschreibung bei Sie/Ihr. W├Ąre sch├Ân, wenn du das verbessern k├Ânntest.

Fazit: sprachlich nicht ganz gef├Ąllig (sagen wir mal 6 von 10), inhaltlich ein wenig zu aufdringlich - obwohl mir, was ich wohl noch gar nicht erw├Ąhnt hatte, diese etwas konstruierte Situation sehr gut gef├Ąllt, der Ordnungsdienst, den man doch eher f├╝r eine b├Âse Erscheinung halten m├Âchte als f├╝r real. Den hast du ├╝brigens exzellent dargestellt. Inhaltlich also 8 von 10. Macht zusammen 7 von 10. Also sprachlich etwas schw├Ącher als inhaltlich, aber trotzdem angenehm zu lesen.
__________________
Andrea Rohmert

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